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Statussymbole als Identitätsverstärker in der neuen Mittelschicht in der Türkei am Beispiel Istanbul

Titel: Statussymbole als Identitätsverstärker in der neuen Mittelschicht in der Türkei am Beispiel Istanbul

Seminararbeit , 2011 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anna-Lisa Esser (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Istanbul fällt recht schnell eine breite sozio-ökonomische Ungleichheit ins Auge: westlich gekleidete, junge Menschen strömen in Konzertsäle, um europäische Musikbands zu sehen, davor verkaufen Migranten aus Anatolien Bier und Wasser. Schuhputzer bieten ihre Dienste in den belebten Einkaufsstraßen der Stadt an, in denen sich eine europäische bzw. amerikanische Markenkette an die andere reiht. Das Straßenbild der Stadt ist geprägt von solchen Gegensätzen.

War das türkische Gesellschaftsgefüge bis in die 90er Jahre vor allem durch die säkulare Elite in den Großstädten und der frommen Landbevölkerung geprägt, so scheint mittlerweile durch Abwanderung in die Großstädte, Öffnung der Märkte, Privatisierungen und den erweiterten Zugang zu Medien eine neue Mittelschicht entstanden zu sein, die westlich orientiert ist, eine bestimmte Geisteshaltung gemein hat, frei von religiösem und nationalistischem Gedankengut ist, also fern der alten Oberschicht und Peripherie. Diese neue gehobene Mittelschicht ist –ganz nach amerikanischem und europäischem Vorbild- in der globalisierten Welt zuhause und hat das mit der neoliberalen Wirtschaftsordnung entstandene Konsumverhalten und auch die dazugehörigen Wertvorstellungen übernommen. Ein Mikrokosmos, der besonders im Istanbuler Stadtteil Cihangir oder den europäisch orientierten Studenten der zahlreichen Privatuniversitäten zu beobachten ist.
In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, wie sich diese neue Mittelschicht herausgebildet hat, wie sich diese in Istanbul präsentiert, ihre Identität gestaltet und sich von den anderen Schichten abgrenzt. Der Fokus meiner Darstellung liegt auf dem Habitus, den Lebensstilen und Statussymbolen dieser Schicht und den Zusammenhängen zwischen diesen und der Identität der Akteure. Durch den begrenzten Umfang der Ausführung sollen die Konzepte des Habitus, Lebensstil und Identität lediglich umrissen und auf die soziale Schichtung in der Türkei im Allgemeinen nicht näher eingegangen werden.
Die Forschungslage zu vorliegendem Thema ist begrenzt, zur Mittelschicht in der Türkei überwiegen Studien, die sich der Problematik zwischen der breiten frommen Peripherie und der zentralen säkularen Elite widmen. In den letzten Jahren sind jedoch einige Arbeiten zur türkischen Gesellschaft im Zusammenhang mit den weltweiten Globalisierungstendenzen entstanden. Besonders hervorzuheben sind hier die Studien von Sencer Ayata, Rıfat N. Bali, Çaĝlar Keyder oder Henry J. Rutz und Erol M. Balkan.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Annäherungen

2.1. Habitus und Lebensstile

2.2. Statussymbole und Konsumverhalten

2.3. Kollektive Identität

3. Sozialstrukturelle Veränderungen in der Türkei nach 1980

4. Statussymbole, Habitus und Konsumverhalten in der neuen Mittelschicht

4.1. Freizeitverhalten und Umgang mit dem Körper

4.2. Bildung

4.3. Gebrauchsgüter und Wohnen

5. Abgrenzung der neuen Mittelschicht durch Statussymbole

6. Fazit

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausbildung und Selbstdarstellung der neuen Mittelschicht in Istanbul. Dabei wird analysiert, wie diese Schicht durch spezifische Statussymbole, Habitusformen und Konsummuster ihre kollektive Identität konstituiert und sich aktiv von anderen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere den unteren Schichten und religiös-traditionellen Teilen der Bevölkerung, abgrenzt.

  • Theoretische Fundierung von Habitus, Lebensstil und kollektiver Identität nach Pierre Bourdieu.
  • Analyse der sozio-ökonomischen Veränderungen in der Türkei seit 1980 als Nährboden für die neue Mittelschicht.
  • Untersuchung von Statussymbolen in den Bereichen Freizeit, Körperpflege, Bildung und Wohnraum.
  • Darstellung der Abgrenzungsmechanismen der neuen Mittelschicht als Identitätsverstärker.

Auszug aus dem Buch

4. Statussymbole, Habitus und Konsumverhalten in der neuen Mittelschicht

Mit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes veränderten sich die Unterscheidungsmerkmale, die die Gesellschaft in urbane Eliten und ländliche Bevölkerung teilte. Es waren nun nicht mehr Unterscheidungsmerkmale wie beispielsweise die religiöse Einstellung ausschlaggebend, sondern vor allem der Lebensstil und das Konsumverhalten, das sich hauptsächlich durch Ausbildung und Einkommen unterscheidet. (Aydin, 2009, S. 308).

Wer nun etwas auf sich hält, besitzt das neueste Blackberry Handy, einen schnittigen SUV (Sport Utility Vehicle), wohnt in schicken Wohnungen oder Reihenhäuser in geschlossenen Wohnanlagen (gated communities), reist nach Berlin und New York, geht ins Fitnessstudio und wurde in Privatschulen mit fremdsprachlichem Unterricht ausgebildet.

Wenn man die neue Mittelschicht in der Türkei betrachtet, die Banker, Intellektuellen und „young professionals“, so zeichnet sie sich durch eine Übernahme globalisierter Konsumverhalten und Lebensstile aus. Die Zurschaustellung materiellen Wohlstands, westlicher Konsumgüter und ihr neu angeeigneter Habitus in Bereichen wie Freizeit und Kultur distanziert die neue Mittelschicht von dem Rest der Gesellschaft. Wie der Soziologe Cem Emrence erklärt, wurden „conspicuous consumption and connoisseurship [...] the ultimate markers of social status in Turkish society. The life-styles of urban upper classes […] extremely popular.“ Am Westen orientierte Lebensstile, Konsumverhalten, Weltanschauungen, die Mentalität des „survival of the fittest“ und die globale Vernetzung üben einen starken Einfluss auf die heutige gesellschaftliche Formation in der Türkei aus und dient als Vorbildfunktion (Emrence, 2008, 55-58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die sozio-ökonomischen Kontraste Istanbuls und führt in das Forschungsziel ein, die Identitätsbildung der neuen Mittelschicht durch Habitus und Statussymbole zu untersuchen.

2. Begriffliche Annäherungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen nach Pierre Bourdieu erläutert, wobei die Begriffe Habitus, Lebensstil und kollektive Identität als Instrumente zur sozialen Distinktion definiert werden.

3. Sozialstrukturelle Veränderungen in der Türkei nach 1980: Dieses Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche Öffnung unter Turgut Özal und die daraus resultierende Entstehung einer neuen, westlich orientierten Mittelschicht in den Metropolen.

4. Statussymbole, Habitus und Konsumverhalten in der neuen Mittelschicht: Der Hauptteil analysiert konkrete Distinktionsmerkmale wie Wohnformen, Konsumgüter, Bildung und Freizeitverhalten, die den modernen Lebensstil dieser Schicht prägen.

5. Abgrenzung der neuen Mittelschicht durch Statussymbole: Hier wird untersucht, wie die identifizierten Statussymbole aktiv zur sozialen Grenzziehung und Abgrenzung gegenüber den unteren Schichten genutzt werden.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Statussymbole und Lebensstile als wesentliche Identitätsverstärker fungieren, die der neuen Mittelschicht eine klare Abgrenzung und soziale Positionierung ermöglichen.

7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung reflektiert die Ergebnisse und schlägt weiterführende Forschungsfragen vor, etwa zum Umgang der Unterschichten mit diesen Statussymbolen.

Schlüsselwörter

neue Mittelschicht, Türkei, Istanbul, Statussymbole, Habitus, Lebensstil, Bourdieu, Identitätsverstärker, soziale Distinktion, Konsumverhalten, Globalisierung, soziale Schichtung, Identität, Neoliberalismus, urbane Eliten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und das Selbstverständnis der neuen Mittelschicht in Istanbul unter dem Fokus, wie diese durch Konsum und Lebensstil ihre Identität definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziologische Theorie des Habitus nach Bourdieu, die wirtschaftliche Transformation der Türkei seit den 1980er Jahren und die empirische Betrachtung moderner Statussymbole.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu zeigen, inwiefern Statussymbole und Lebensstile der neuen Mittelschicht als Mittel zur sozialen Abgrenzung und zur Verstärkung kollektiver Identität dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer Konzepte, die sie mit existierender Forschungslage und empirischen Studien zur türkischen Gesellschaft kombiniert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Bereiche wie Bildung, Wohnraum (gated communities), Freizeitverhalten und Konsum, die als Träger für den distinguierenden Habitus der neuen Schicht dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie soziale Schichtung, Habitus, Istanbuler Mittelschicht und Identitätsverstärker beschreiben.

Inwiefern spielt der Stadtteil Cihangir eine Rolle?

Cihangir dient im Text als Mikrokosmos und Anschauungsbeispiel für das Verhalten und die Lebenswelt der neuen Mittelschicht in Istanbul.

Wie unterscheidet sich die "neue" von der "traditionellen" Mittelschicht?

Die neue Mittelschicht definiert sich primär über einen global orientierten, westlich geprägten Lebensstil, während die traditionelle Schicht stärker in religiösen oder nationalen Wertesystemen verhaftet bleibt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Statussymbole als Identitätsverstärker in der neuen Mittelschicht in der Türkei am Beispiel Istanbul
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Theoretische Werkzeuge und Perspektiven:Akteure und Strukturen
Note
2,3
Autor
Anna-Lisa Esser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V198253
ISBN (eBook)
9783656248217
ISBN (Buch)
9783656250609
Sprache
Deutsch
Schlagworte
statussymbole identitätsverstärker mittelschicht türkei beispiel istanbul
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna-Lisa Esser (Autor:in), 2011, Statussymbole als Identitätsverstärker in der neuen Mittelschicht in der Türkei am Beispiel Istanbul, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/198253
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Leseprobe aus  21  Seiten
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