Die Schule als Lebensraum, als Raum für Begegnungen, als Ort des Lernens aber auch der Herausforderungen ist allen bekannt. Jeder muss sie besuchen, jeder hat ganz eigene Erfahrungen mit ihr gemacht. Aber wie wirkt die Schule in der Kinder- und Jugendliteratur? Welche Rolle übernimmt sie und welche Bedeutung wird ihr beigemessen?
Thema der vorliegenden Arbeit ist die genauere Betrachtung der Schule im Roman „Shirin“ von Nasrin Siege. Wie wird die Schule dargestellt, welchen Funktionen hat sie. Ist sie nur Lernort oder doch mehr? Inwieweit beeinflusst sie Shirins Entwicklung und welche verschiedenen „Gesichter“ präsentiert sie Shirin?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Roman „Shirin“ in der genaueren Betrachtung
2.1. Inhaltsangabe
2.2. Übersicht der wichtigsten Personen
2.3. Übersicht der zentralen Handlungsorte
2.4. Literarische Basisanalyse
3. Die Funktion der Schule
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Schule im Roman „Shirin“ von Nasrin Siege. Dabei wird analysiert, inwieweit die Schule als Lernort sowie als Abbild der gesellschaftlichen Realität fungiert und welchen Einfluss sie auf die Identitätsentwicklung der Protagonistin nimmt.
- Darstellung der Schule als ambivalenten Erfahrungsraum
- Analyse der Integrationsprozesse und interkulturellen Begegnungen
- Untersuchung der psychologischen Wirkung von Ausgrenzung und Anerkennung
- Kontrastierung zwischen häuslichem Umfeld und dem Lernort Schule
Auszug aus dem Buch
Die Funktion der Schule
Die Schule ist ein zentraler Handlungsort (s.2.3); Shirin wird durch ihre Immigration nach Deutschland schulpflichtig und verbringt so, wie alle Kinder, einen großen Teil ihres Alltags in einer Schule im Klassenverband. Nach dem zunächst erfolglosen Versuch, eine Volksschule zu besuchen, wird Shirin an eine Sonderschule verwiesen, in der sie mit anderen ausländischen und lernschwachen deutschen Kindern zunächst ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessern soll. Danach kann sie die zuerst angestrebte Volksschule besuchen, unternimmt einen eigenständigen, einwöchigen Ausflug an ein Gymnasium, um dann aber doch wieder zur Volksschule zurückzukehren.
Das Bild, das von der Institution der Schule im Roman gezeichnet wird, ist vielschichtig und verschieden.
Die Schule ist authentisch gegenüber der realen Schule, wie die meisten Kinder und Erwachsene sie kennen. Sie ist kein abstrakter Ort der Zuflucht oder nur ein Lernort für Mathematik und Grammatik. Sie ist Abbild der Gesellschaft, weil die Gesellschaft, ihre Kinder und ihre Lehrer das Schulgebäude zum Leben erwecken. In ihr finden sich die Probleme wieder, die auch außerhalb der Schule existieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Schule als Lebensraum ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung der Schule im Roman „Shirin“.
2. Der Roman „Shirin“ in der genaueren Betrachtung: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung, eine Charakterisierung der wichtigsten Figuren sowie eine literarische Verortung des Romans als realistische Kinder- und Jugendliteratur.
3. Die Funktion der Schule: Dieser Hauptteil analysiert die Schule als wechselhaften Ort, der für Shirin sowohl Ausgrenzung und Angst als auch Begegnung, Integration und persönliches Wachstum symbolisiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schule im Roman als essenzieller Gegenpol zum konservativen Elternhaus dient und für Shirins Horizonterweiterung entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Shirin, Nasrin Siege, Schule, Interkulturalität, Integration, Kinderliteratur, Migrationserfahrung, Identitätsentwicklung, Realistische Kinder- und Jugendliteratur, Schulerfahrungen, Deutschland, Identität, Soziale Prozesse, Bildung, Kindheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Schule als Handlungsort und Institution im Roman „Shirin“ von Nasrin Siege.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Integrationsproblematik eines ausländischen Mädchens, die Bedeutung von Schule als Lebensraum und der Kontrast zwischen traditionellen familiären Werten und dem deutschen Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Funktionen aufzuzeigen, die die Schule in der Entwicklung der Protagonistin einnimmt, sowie deren Darstellung als Abbild gesellschaftlicher Realität zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, unter Einbezug von Begriffen der realistischen Kinder- und Jugendliteratur und pädagogischer Theorien zur Funktion von Schule.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Romans und eine vertiefende Analyse der Schulerfahrungen, wobei besonders die Wandlung von Angst und Ablehnung hin zu Freundschaft und Zugehörigkeit betrachtet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Interkulturelle Schulerfahrungen, Identität, Integration, Diskriminierung und das Bild der Schule in der modernen Kinder- und Jugendliteratur.
Welche Rolle spielt die Sonderschule für Shirin?
Die Sonderschule fungiert als erster positiver Lernort, an dem Shirin durch eine verständnisvolle Lehrerin (Frau Peters) ihre Angst vor Strafe verliert und erste soziale Fortschritte macht.
Warum empfindet Shirin die Volksschule zunächst als feindselig?
In der Volksschule sieht sich Shirin mit rassistischen Vorurteilen und Ablehnung durch Mitschüler konfrontiert, was sie als Ausgrenzung und Einsamkeit inmitten einer Gruppe erlebt.
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- Marco Baumgarten (Author), 2010, Die Funktion der Schule im Roman "Shirin", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197478