Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den deutschen
Jugendmedienschutz und seine Anwendung im Internet an Hand des Beispiels der Initiative „Ein Netz für Kinder“.
Ziel der Initiative ist es, das Vertrauen von Kindern, Eltern und Schule in das neue Medium Internet, durch Schaffung eines sicheren und attraktiven Surfraums für 8 bis 12 Jährige, zu stärken.
„Ein Netz für Kinder“ ist eine gemeinsame Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), „…Wirtschaft und Institutionen des Jugendmedienschutzes, die davon überzeugt sind, dass eine Vielzahl qualitätsvoller, altersgerechter und interessanter Angebote für Kinder der beste Jugendmedienschutz ist.“ (http://kwerx.de/eltern/initiative/)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Jugendmedienschutz am Beispiel „Ein Netz für Kinder“
2.1 Positiver statt repressiver Jugendmedienschutz im Internet
2.2 Richtlinien der Initiative „Ein Netz für Kinder“
3 Rechtliche Grundlagen
3.1 Jugendschutzgesetz (JuSchG)
3.2 Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV)
4 Jugendmedienschutzinstitutionen
4.1 Kommission für Jugendmedienschutz
4.2 Jugendschutz.net
4.3 Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter e.V. (FSM)
5 Ziele des Jugendmedienschutzes am Beispiel „Ein Netz für Kinder“
5.1 Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten
5.2 Entwicklung von Medienkompetenz
5.2.1 Nutzung vorhandener Medienangebote
5.2.2 Gestaltung von medialen Beiträgen
5.3 Bedürfnisbefriedigung von Kindern im Netz
5.3.1 Orientierungs- und Sicherheitsbedürfnisse
5.3.2 Selbstverwirklichungsbedürfnisse
6 Konzepte der Medienerziehung am Beispiel „Ein Netz für Kinder“
6.1 behütend-pflegende Medienerziehung
6.2 handlungs- und interaktionsorientierte Medienerziehung
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den deutschen Jugendmedienschutz und dessen praktische Anwendung im Internet am Beispiel der Initiative „Ein Netz für Kinder“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine Kombination aus Schutz vor schädlichen Inhalten und der gezielten Förderung von Medienkompetenz ein sicherer Surf- und Lernraum für Kinder geschaffen werden kann.
- Grundlagen des Jugendschutzes im Internet
- Institutionelle Rahmenbedingungen des Medien- und Jugendschutzes
- Entwicklung von Medienkompetenz und bedürfnisorientierte Ansätze
- Konzepte der Medienerziehung im digitalen Kontext
- Vergleich von repressiven und präventiven Schutzansätzen
Auszug aus dem Buch
2.1 Positiver statt repressiver Jugendmedienschutz im Internet
Kinder sollen vor Angeboten der Telemedien, die die Gefahr bergen, ihre Entwicklung zu gefährden oder zu beeinträchtigen, geschützt werden. Solche Inhalte werden von den jeweiligen Jugendmedienschutzinstitutionen entweder verboten oder es wird versucht durch andere Regelungen, diese Inhalte von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Grundlage dieser Regelungstechnik bildet der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (vgl. 2.2). Es handelt sich hier um ein Jugendschutzinstrument repressiver Art, da dieses, bis auf wenige Ausnahmen überwiegend mit Verboten arbeitet.
Die Initiative „Ein Netz für Kinder“ versucht dieser repressiven Art von Jugendschutz einen positiven Ansatz entgegenzusetzen, bzw. diesen zu ergänzen (fragFINN e.V./Kriterienkatalog, 2011, S.1).
Der Ansatz basiert auf der Grundlage einer Whitelist, „eine umfangreiche Liste aus Kinder interessanten und unbedenklichen Internetangeboten. Diese sogenannte Whitelist wird täglich aktualisiert, ergänzt und permanent geprüft. Die Liste setzt sich aus Kinderinternetseiten und für Kinder unbedenklichen Erwachsenenseiten zusammen.“ (fragFINN e.V./Whitelist, 2011). Allerdings „ergeben sich auch spezifische Anforderungen an die Aufsicht über den präventiven Jugendschutz. Anders als beim repressiven Jugendschutz, wo es um die Kontrolle geht, ob bestimmte, durch Verbote konkretisierte Grenzlinien eingehalten worden sind, geht es hier um aufsichtliches Tätigwerden, dessen Maßstäbe nicht fest vorgegeben sind.“ (Eberle, 2004, S. 33)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Initiative „Ein Netz für Kinder“ vor und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur medienpädagogischen Praxis.
2 Jugendmedienschutz am Beispiel „Ein Netz für Kinder“: Dieses Kapitel erläutert den Ansatz der Initiative, Jugendlichen durch einen positiven, whitelisting-basierten Schutz einen sicheren Zugang zum Internet zu ermöglichen.
3 Rechtliche Grundlagen: Es werden die zentralen gesetzlichen Rahmenbedingungen, namentlich das Jugendschutzgesetz (JuSchG) und der Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV), dargelegt.
4 Jugendmedienschutzinstitutionen: Die Aufgaben und Arbeitsweisen relevanter Institutionen wie der KJM, Jugendschutz.net und der FSM werden beschrieben.
5 Ziele des Jugendmedienschutzes am Beispiel „Ein Netz für Kinder“: Das Kapitel behandelt den Schutz vor gefährdenden Angeboten, die Förderung von Medienkompetenz sowie die Befriedigung kindlicher Bedürfnisse im Netz.
6 Konzepte der Medienerziehung am Beispiel „Ein Netz für Kinder“: Es werden das behütend-pflegende sowie das handlungs- und interaktionsorientierte Konzept der Medienerziehung in Bezug auf die Initiative analysiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass ein effektiver Jugendschutz sowohl den Schutz vor Risiken als auch die Bildung aktiver Medienkompetenz vereinen muss.
Schlüsselwörter
Jugendmedienschutz, Internet, Medienkompetenz, Ein Netz für Kinder, Jugendschutzgesetz, Whitelist, Medienerziehung, Medienpädagogik, JMStV, Online-Angebote, Schutzmaßnahmen, Kinderschutz, Internetnutzung, Medienkompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern im Internet und untersucht, wie der Jugendmedienschutz in Deutschland unter dem Leitbild der Initiative „Ein Netz für Kinder“ in der Praxis umgesetzt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt rechtliche Grundlagen, institutionelle Aufsichtsmechanismen, pädagogische Ansätze zur Medienkompetenzentwicklung sowie spezifische Bedürfnisse von Kindern in digitalen Umgebungen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie eine Kombination aus präventivem Schutz und der Förderung der Medienkompetenz dazu beiträgt, Kindern einen sicheren und entwicklungsförderlichen Internetraum zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit medienpädagogischen Konzepten und rechtlichen Bestimmungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, stellt die beteiligten Institutionen vor und diskutiert detailliert die Ziele sowie die erziehungswissenschaftlichen Konzepte der Initiative „Ein Netz für Kinder“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Jugendmedienschutz, Medienkompetenz, Internet, Jugendschutzgesetz, Whitelist und Medienerziehung.
Was unterscheidet den „positiven“ vom „repressiven“ Jugendschutz?
Während der repressive Jugendschutz vor allem auf Verbote und die Sperrung schädlicher Inhalte setzt, fokussiert der positive Ansatz auf die Empfehlung und Bereitstellung unbedenklicher, entwicklungsfördernder Angebote.
Warum ist die Medienkompetenz für Kinder im Internet so wichtig?
Medienkompetenz befähigt Kinder dazu, das Internet nicht nur passiv zu nutzen, sondern kritisch auszuwählen und das Medium für eigene Zwecke, wie kreative Gestaltung oder soziale Interaktion, sicher zu gebrauchen.
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- Anne Küllenberg (Author), 2012, Kinder allein im Netz. Jugendmedienschutz im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197435