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"Bonner Staat": Hauptstadt-Affäre

Title: "Bonner Staat": Hauptstadt-Affäre

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christina Wagner-Emden (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War

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Summary Excerpt Details

I. Einleitung
Die Hauptstadt-Affäre 1950-1951 ist nicht nur Ausgangspunkt für die sich ent-wickelnde Skandalkultur der Bundesrepublik Deutschland, sie zeigt auch institutio-nelle Schwachstellen der jungen Demokratie auf. Die vorliegende Arbeit versucht dabei vor allem, den dynamischen Prozeß der politischen Affäre einzufangen.
Um das Spezifische der Hauptstadt-Affäre herauszustellen, geht der Analyse ihrer Teilsegmente jeweils eine kurze allgemeine Definition der Skandalelemente voraus. Letztere richtet sich nach der Arbeit von John B. Thompson.
Was waren das ursprüngliche Skandalon und dessen wesentliche Bedeutung? Kam es im Verlauf der Ereignisse zu weiteren Normübertretungen? Auf welchem Wege konnte das skandalierte Verhalten, von dem zu vermuten wäre, daß es geheim gehalten wurde, an die Öffentlichkeit gelangen? Diese Fragen führen zum Skandalierer – dem Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Seine Position im und Bedeutung für die Hauptstadt-Affäre sollen genauer betrachtet werden.
Ferner ist die öffentliche Mißbilligung des skandalierten Verhaltens in der Berichter-stattung der deutschen Presse zu analysieren. Es steht zur Diskussion, ob die von den Medien vertretenen Meinungen als für die Bevölkerung der BRD repräsentativ anzu-sehen sind und wie die Einstellung letzterer zu den Geschehnissen in und um Bonn einzuschätzen ist. Auch das aus der Hauptstadt-Affäre resultierende Verhalten des Deutschen Bundestages soll untersucht werden.
Über den gesamten Verlauf des Skandals beschränken sich die Vorwürfe in der Hauptstadt-Affäre nicht auf Korruption bei der Wahl Bonns, sondern erstrecken sich auf weitere Fälle der Abgeordnetenbestechung. Die enge Verknüpfung beider Kom-plexe macht es notwendig, daß auch letztere in die Betrachtung eingehen.
Als Quellen stehen neben stenographischen Berichten von den Verhandlungen des Deutschen Bundestages vor allem Tageszeitungen und das Wochenmagazin »Der Spiegel« zur Verfügung. Aufgrund ihrer Überregionalität und um ein möglichst brei-tes Spektrum politischer Meinungen abzudecken, werden »Die Welt«, die »Süddeutsche Zeitung« sowie die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« berücksichtigt.
Leserbriefe und Umfrageergebnisse von Emnid sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach sollen die Stimmung in der deutschen Bevölkerung widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das politische Feld

III. Das Skandalon

1. Das Skandalon – 27. September 1950

a) Korruption bei der Wahl der vorläufigen Bundeshauptstadt

b) Käuflichkeit von Abgeordneten in anderen Fragen

c) Die wesentliche Normübertretung

2. »Second-order transgressions«

IV. Verborgenheit und Bekanntwerden

1. Gerüchte im Bundestag

2. Das Wissen in der Bayernpartei

V. Der Skandalierer

VI. Öffentliche Bekundung der Mißbilligung durch Unbeteiligte

1. Die Printmedien

a) Zum Verlauf der Berichterstattung in der Presse

b) Von den Printmedien thematisierte Hintergründe des Skandals

2. Der Deutsche Bundestag

a) Die Debatte am 5. Oktober 1950

b) Der Untersuchungsausschuß (»Spiegel«-Ausschuß)

3. Die deutsche Bevölkerung

4. Vergleichende Darstellung der öffentlichen Mißbilligung

VII. Die Gefahr einer Schädigung der Reputation

1. Die Reputation des Deutschen Bundestages und der Institution des Untersuchungsausschusses

2. Das symbolische Kapital des Bundesfinanzministers Schäffer

3. Das Ansehen der Abgeordneten Aumer, Volkholz, von Aretin und Schmidt

4. Die Reputation Donhausers

5. Das symbolische Kapital Baumgartners

6. Die Reputation der Bayernpartei

VIII. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den dynamischen Prozess der "Hauptstadt-Affäre" 1950-1951, welche als einer der Ausgangspunkte für die Skandalkultur in der jungen Bundesrepublik gilt. Ziel ist es, die strukturellen Schwachstellen der Demokratie aufzuzeigen und insbesondere die Rollen von "Skandalon", Skandalierern und der öffentlichen sowie parlamentarischen Reaktion zu beleuchten.

  • Analyse der Hauptstadt-Affäre als politischer Skandal
  • Rolle des Magazins "Der Spiegel" als Skandalierer
  • Reaktionen der Presse und der deutschen Bevölkerung
  • Untersuchung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses
  • Kampf um symbolisches Kapital und dessen Folgen für die Reputation

Auszug aus dem Buch

1. Das Skandalon – 27. September 1950

»Es ist an Abgeordnete aller Fraktionen ein Betrag von insgesamt etwa zwei Millionen DM bezahlt worden. Etwa hundert Abgeordnete seien bestochen worden mit Beträgen zwischen 20 000, 10 000 und 1000 DM, erklärte Aumer. 20 000 DM für diejenigen, die mitzureden haben, 10 000 DM für diejenigen, die ein Gewicht haben und 1000 DM für diejenigen, die nur ihre Stimme hergegeben haben.«

Dieser Vorwurf der Abgeordnetenbestechung bezog sich auf die Abstimmung über die Hauptstadtfrage im Bundestag am 3. November 1949 und war, übernommen aus Notizen des Bayernpartei-Vorsitzenden Josef Baumgartner, vom Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« gedruckt worden. Dem mit »Klug sein und mundhalten« überschriebenen Artikel konnten die Leser des »Spiegel« am 27. September 1950 – fast elf Monate nach dem entscheidenden Votum des Parlaments – entnehmen, daß die Wahl Bonns zur vorläufigen Bundeshauptstadt auf Korruption gegründet hatte.

Weiter heißt es, zwar habe sich zunächst die Bayernpartei in einer Fraktionssitzung intern darauf geeinigt, geschlossen für Frankfurt zu stimmen, nach der Sitzung habe jedoch eine Besprechung im kleinen Kreis stattgefunden: im Zuge derer soll Anton Donhauser, damals zweiter Landesvorsitzender der Bayernpartei, unter anderem Fraktionsmitglied Georg Mayerhofer von der zuvor für Frankfurt getroffenen Entscheidung entbunden haben. Für das Votum im Bundestag zugunsten Bonns könne Mayerhofer zudem 1000 DM von Hermann Aumer, ebenfalls BP, erhalten. Dieses von der Erdölindustrie aufgewendete Geld, heißt es weiter, habe Mayerhofer später tatsächlich bekommen, nachdem er seine Stimmabgabe für Frankfurt verschwiegen hatte. Ferner sollen Beträge von mindestens 1000 DM an Donhauser und Aumer selbst geflossen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit und stellt die Hauptstadt-Affäre als Ausgangspunkt der bundesrepublikanischen Skandalkultur dar.

II. Das politische Feld: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu politischer Macht und symbolischem Kapital nach John B. Thompson.

III. Das Skandalon: Das Kapitel definiert den Begriff des Skandalons und analysiert die konkreten Bestechungsvorwürfe sowie weitere Normverletzungen.

IV. Verborgenheit und Bekanntwerden: Hier wird untersucht, wie Gerüchte entstanden und wie das interne Wissen innerhalb der Bayernpartei schließlich an die Öffentlichkeit gelangte.

V. Der Skandalierer: Dieses Kapitel betrachtet die Rolle des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" als treibende Kraft bei der Skandalisierung.

VI. Öffentliche Bekundung der Mißbilligung durch Unbeteiligte: Die Untersuchung der Reaktionen von Presse, Bundestag und Bevölkerung auf das skandalisierte Verhalten.

VII. Die Gefahr einer Schädigung der Reputation: Analyse der Reputationsverluste einzelner Akteure und Institutionen durch den Skandal.

VIII. Schluß: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen auf das demokratische Verständnis der jungen Bundesrepublik.

Schlüsselwörter

Hauptstadt-Affäre, Korruption, Abgeordnetenbestechung, Der Spiegel, Untersuchungsausschuss, Bayernpartei, symbolisches Kapital, politische Skandale, Bundesrepublik Deutschland, Normverletzung, Reputationsverlust, Bonner Bundestag, demokratisches System, öffentliche Meinung, politische Affäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Hauptstadt-Affäre von 1950-1951 und deren Bedeutung für die Skandalkultur der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Bestechungsvorwürfe rund um die Wahl der Bundeshauptstadt, die Rolle des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" als Skandalierer sowie die Reaktionen des Bundestages und der Öffentlichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte den dynamischen Prozess der Affäre nachzeichnen und verstehen, wie diese zum Kampf um symbolische Macht und zur Herausbildung demokratischer Normen beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Analyse basiert primär auf der Auswertung von Quellen wie dem "Spiegel", Tageszeitungen, stenographischen Berichten des Bundestages sowie Umfrageergebnissen der Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Skandalisierung, die Rolle der Presse, die Untersuchungsausschüsse des Bundestages und die Folgen für die Reputation der betroffenen Politiker und Parteien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Korruption, Skandalon, symbolisches Kapital, Parteienfinanzierung und die Rolle der freien Presse als Wächter der Demokratie.

Welche Rolle spielte die Bayernpartei konkret in der Hauptstadt-Affäre?

Die Bayernpartei stand im Zentrum der Bestechungsvorwürfe, wobei interne Machtkämpfe zwischen den Akteuren maßgeblich dazu beitrugen, dass die Vorwürfe publik wurden.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der Auswirkungen auf die deutsche Demokratie?

Die Autorin deutet die Affäre als einen Lernprozess, in dem die Beteiligten und die Bevölkerung erst lernen mussten, mit politischen Skandalen und den Anforderungen an die Integrität in einer parlamentarischen Demokratie umzugehen.

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Details

Title
"Bonner Staat": Hauptstadt-Affäre
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Politische Skandale in der Bundesrepublik
Grade
1,7
Author
Christina Wagner-Emden (Author)
Publication Year
2002
Pages
34
Catalog Number
V197091
ISBN (eBook)
9783656230960
Language
German
Tags
Skandalon Skandal Bonn Hauptstadt Bundestag Bundeshauptstadt Reputation Symbolik symbolisches Kapital Bundesrepublik Untersuchungsausschuss
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Wagner-Emden (Author), 2002, "Bonner Staat": Hauptstadt-Affäre , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197091
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