Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Business economics - Accounting and Taxes

Effektivität des deutschen Enforcement

Title: Effektivität des deutschen Enforcement

Seminar Paper , 2012 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lars Hoffmann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Eine aussagekräftige und ordnungsgemäße Rechnungslegung bildet für Kapitalgeber von Unternehmen eine maßgebliche Entscheidungsgrundlage. Bilanzskandale wie durch Enron, WoldCom u.a. verursacht, haben das Vertrauen der Anleger in die Verlässlichkeit der Rechnungslegung beeinträchtigt und erfordern eine genauere Kontrolle der Durchsetzung von Rechnungslegungsnormen. Dieser Prozess der Durchsetzung von Rechnungslegungsvorschriften wird als Enforcement bezeichnet.
Weitere Bedeutung erlangt das Enforcement im Zuge der Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), die vom International Accounting Standards Board (IASB) als global anzuwendende Rechnungslegungsgrundsätze entwickelt werden. Seit dem Jahr 2005 ist die Erstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS für alle kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen mit Sitz in der Europäischen Union (EU) verpflichtend. Das Enforcement soll eine möglichst einheitliche Handhabung und Anwendung dieser Standards sicherstellen.
Da sich eine zentrale, europäische Regulierung des Enforcement aufgrund der Unterschiede im Rechtssystem und Wirtschaftsverfassung nicht realisieren ließ, wurde die Durchsetzung den einzelnen Mitgliedsstaaten überlassen. Zwar gibt es mit der
European Securities and Markets Authority (ESMA) eine übergeordnete europäische Organisation, die allerdings vordergründig der Koordination dient und eine einheitliche Anwendung der IFRS EU-weit nicht garantieren kann. Die Durchsetzung der Standards in Deutschland basiert auf einem zweistufigen System, welches mittels Bilanzkontrollgesetz (BilKoG) vom 15. Dezember 2004 eingeführt wurde.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Effektivität des deutschen Enforcement zu analysieren und zu beurteilen. Dabei wird unter Effektivität die Wirksamkeit des Verfahrens verstanden, welches mittels festgestellter Fehler, Fehlerquote und Auswirkungen von Enforcement-Aktionen bewertet wird.
Im ersten Teil der Arbeit werden Aufbau und Ablauf der Rechnungslegungsdurchsetzung in Deutschland beschrieben. Im zweiten Teil wird die Effektivität des deutschen Enforcement unter Bezugnahme von Studien, Analysen und Kommentaren untersucht und abschließend beurteilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau und Ablauf des deutschen Enforcement

2.1 Zweistufiges Enforcement-Konzept

2.2 Ablauf einer Enforcement-Prüfung

2.3 Sanktionsmöglichkeiten bei Fehleraufdeckung

3 Untersuchungen zur Effektivität des deutschen Enforcement

3.1 Fehlerfeststellungen im Enforcement-Verfahren

3.2 Auswirkung von Enforcement-Aktionen auf das earnings management

3.3 Auswirkungen der Fehlerveröffentlichung auf Investoren

4 Beurteilung der Effektivität des deutschen Enforcement

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Effektivität des seit 2005 bestehenden deutschen Enforcement-Systems zur Kontrolle der Rechnungslegung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen kritisch zu analysieren und zu beurteilen. Dabei wird insbesondere untersucht, inwiefern der zweistufige Prozess bestehend aus DPR und BaFin zur Verbesserung der Qualität von Abschlüssen beiträgt, wie sich das System auf das Management von Unternehmensergebnissen (Earnings Management) auswirkt und welche Reaktionen bei Investoren infolge von Fehlerveröffentlichungen zu beobachten sind.

  • Aufbau und Funktionsweise des zweistufigen Enforcement-Konzepts
  • Empirische Analyse von Fehlerquoten und Fehlerarten in der Rechnungslegung
  • Einfluss des Enforcement-Verfahrens auf das Earnings Management
  • Kapitalmarktreaktionen und Reputationsfolgen durch adverse Publizität
  • Kritische Beurteilung der Wirksamkeit der deutschen Rechnungslegungsüberwachung

Auszug aus dem Buch

2.1 Zweistufiges Enforcement-Konzept

Der im Jahr 2005 eingeführte Kontrollmechanismus setzt sich aus zwei Institutionen zusammen. Auf der ersten Stufe erfolgt die Überprüfung der Rechnungslegung durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR), die als privatwirtschaftliches Gremium organisiert ist. Aufgrund der privatrechtlichen Struktur können die zu prüfenden Unternehmen nicht verpflichtet werden, mit der DPR zu kooperieren. Im Falle einer Verweigerung der Zusammenarbeit existiert auf der zweiten Stufe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der BaFin stehen als staatliche Regulierungsbehörde hoheitliche Maßnahmen zur Verfügung, mittels welcher Unternehmen zur Mitwirkung verpflichtet werden können. Ziel der DPR und der BaFin ist es, die Qualität und Verlässlichkeit der Rechnungslegung zu verbessern. Dies soll in erster Linie mittels präventiver Maßnahmen erreicht werden. Anhang I verdeutlicht das zweistufige Enforcement-Verfahren bestehend aus DPR und BaFin mit übergeordneter, europäischer Institution. Während die DPR zur Kontrolle berechtigt ist, liegt die Sanktionierung ausschließlich in der Befugnis der BaFin.

Während ihrer Tätigkeit von 2005 bis 2011 hat die DPR die Rechnungslegung von über 700 kapitalmarktorientierten Unternehmen in Deutschland geprüft, was einer Grundgesamtheit von ca. 75 Prozent entspricht. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Stichprobenprüfung, Anlassprüfung und Prüfung auf Verlangen der BaFin. Die Stichprobenprüfung, die proaktiv ohne konkrete Hinweise erfolgt, stellt mit ca. 85 Prozent aller Prüfungen den größten Anteil dar. Bei dieser Art von Prüfung sieht die DPR vor, in einem Index gelistete Unternehmen alle vier bis fünf Jahre zu prüfen. Alle übrigen Unternehmen sollen in einem Turnus von acht bis zehn Jahren geprüft werden. Bei der Stichprobenprüfung erfolgt die Auswahl anhand einer risikoabhängigen Variable und einer Zufallsvariable, wobei 30 Prozent der Stichprobenprüfungen auf die Risikogruppe entfallen. Das risikoorientierte Verfahren zielt vor allem auf besonders risikobehaftete Umstände im Bereich der Rechnungslegung und Unternehmenstätigkeit ab. Anlassprüfungen werden reaktiv durchgeführt, wenn ein konkreter Anhaltspunkt für Rechnungslegungsfehler vorliegt und ein öffentliches Interesse besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit der Rechnungslegungsüberwachung ein und definiert das Enforcement als Prozess zur Sicherstellung einheitlicher Standards.

2 Aufbau und Ablauf des deutschen Enforcement: Das Kapitel erläutert die zweistufige Struktur aus DPR und BaFin sowie die operativen Schritte von der Einleitung bis zur möglichen Sanktionierung.

3 Untersuchungen zur Effektivität des deutschen Enforcement: Hier werden empirische Studien herangezogen, um Fehlerfeststellungen, das Earnings Management sowie die Reaktionen des Kapitalmarkts zu bewerten.

4 Beurteilung der Effektivität des deutschen Enforcement: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt die erreichte Präventivwirkung der hohen Fehlerquote sowie langen Prüfungsdauern gegenüber.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit zieht eine Bilanz der bisherigen Maßnahmen und diskutiert den Bedarf an internationaler Harmonisierung sowie neue Verfahren wie das Pre-Clearance.

Schlüsselwörter

Enforcement, Rechnungslegung, Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, BaFin, IFRS, Earnings Management, Fehlerveröffentlichung, adverse Publizität, Kapitalmarktreaktion, Jahresabschluss, Bilanzkontrollgesetz, Fehlerquote, Prüfungsschwerpunkte, Reputationsschaden, Abschlussprüfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit und Effektivität des seit 2005 bestehenden deutschen Enforcement-Systems, das die Einhaltung von Rechnungslegungsnormen bei börsennotierten Unternehmen überwacht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den organisatorischen Aufbau des zweistufigen Kontrollsystems (DPR und BaFin), die empirische Analyse von Fehlerhäufigkeiten und die Auswirkungen der Aufsicht auf das bilanzpolitische Verhalten der Unternehmen sowie auf das Vertrauen der Investoren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, durch die Auswertung existierender Studien und Daten zu beurteilen, ob das deutsche Enforcement seine Aufgaben erfüllt, die Qualität der Rechnungslegung tatsächlich steigert und eine abschreckende Wirkung gegen Bilanzierungsfehler entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung bestehender wissenschaftlicher Studien, empirischer Analysen, Tätigkeitsberichte und fachspezifischer Kommentare basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das institutionelle System und die Prüfungsabläufe detailliert dargestellt. Anschließend erfolgt eine kritische Würdigung der Effektivität anhand von Kennzahlen wie der Fehlerquote, der zeitlichen Dauer der Verfahren sowie der marktwirtschaftlichen Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Enforcement, IFRS, Earnings Management, DPR, BaFin, adverse Publizität, Fehlerveröffentlichung und Kapitalmarktreaktionen.

Was bedeutet das "zweistufige Konzept" bei der Prüfung?

Das Konzept bedeutet, dass die Prüfung primär durch die privatrechtlich organisierte Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) erfolgt. Sollte ein Unternehmen jedoch die Zusammenarbeit verweigern oder Zweifel am Ergebnis bestehen, greift als zweite Stufe die hoheitlich agierende Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein.

Warum ist die Fehlerveröffentlichung für Unternehmen ein wichtiges Sanktionsmittel?

Die öffentliche Bekanntmachung von Fehlern erzeugt sogenannte "adverse Publizität". Dies schädigt die Reputation des Unternehmens und kann zu negativen Kursreaktionen am Kapitalmarkt führen, was einen präventiven Anreiz für Unternehmen schafft, korrekte Abschlüsse zu erstellen.

Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße bei der Fehlerquote?

Studien zeigen eine negative Korrelation: Kleinere und mittelständische Unternehmen, die nicht in einem Leitindex gelistet sind, weisen tendenziell höhere Fehlerquoten auf, was häufig auf eine geringere Ressourcenausstattung im Bereich des Rechnungswesens zurückgeführt wird.

Was ist das "Pre-Clearance-Verfahren"?

Dies ist ein seit 2009 von der DPR angebotenes Verfahren, bei dem Unternehmen vorab Anfragen zu konkreten, komplexen Bilanzierungsfragen stellen können, um Fehler bereits im Vorfeld der Abschlusserstellung zu vermeiden.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Effektivität des deutschen Enforcement
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre)
Course
Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung
Grade
1,0
Author
Lars Hoffmann (Author)
Publication Year
2012
Pages
26
Catalog Number
V196463
ISBN (eBook)
9783656225935
ISBN (Book)
9783656228103
Language
German
Tags
IFRS HGB Enforcement Internationale Rechnungslegung DPR Bafin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Hoffmann (Author), 2012, Effektivität des deutschen Enforcement, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196463
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint