In der vorliegenden Arbeit geht es um die verschiedenen Varianten der Fokuskonstruktionen. Es soll deutlich gemacht werden, welche Möglichkeiten romanische Sprachen, speziell das Spanische, Italienische und Französische im Vergleich zum Deutschen haben, um bestimmte Satzteile hervorzuheben. Am Anfang wird der Begriff Informationsstruktur geklärt. Anschließend folgt die Betrachtung der einzelnen Fokusarten, um im Nachhinein auf die jeweiligen Fokuskonstruktionen näher eingehen zu können.
Ziel der Analyse ist es, zu zeigen, dass beim Übersetzen in die Zielsprache nicht immer die gleiche Fokuskonstruktion verwendet werden kann, die auch in der Ausgangssprache benutzt wurde, selbst wenn es sich um zwei romanische Sprachen handelt. Es soll deutlich gemacht werden, dass jede Sprache andere Möglichkeiten zur Fokussierung bevorzugt.
Wie die oben genannten Beispiele zeigen, wäre eine wortwörtliche Übersetzung entweder grammatikalisch nicht korrekt, literarisch gehoben oder umgangssprachlich. Erst die letzte deutsche Variante stellt eine äquivalente Übersetzung zum spanischen Satz dar. Deutlich wird allerdings, dass es sich dabei um zwei verschiedene Fokuskonstruktionen handelt. Welche Varianten verwendet wurden, soll im Folgenden geklärt werden.
Ebenfalls soll gezeigt werden, dass vor allem das Französische bei der Hervorhebung einzelner Satzteile eine besondere Rolle spielt, da es fast immer nur auf eine Methode – Spaltsätze (phrases clivées) – zurückgreifen kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsklärung
1.1 Informationsstruktur
1.2 Fokus
2. Fokuskonstruktionen
2.1 Fokussierung allein durch Intonation
2.2 Betonte Personalpronomen
2.3 Verwendung betonter anstelle unbetonter Objektpronomen
2.4 Lexikalische Hervorhebung durch Fokuspartikeln
2.5 Subjektinversion
2.6 Voranstellung des Objekts
2.7 Voranstellung anderer Satzteile
2.8 Spaltsätze
2.8.1 Italienisch
2.8.1.1 Gespaltene Sätze mit 'a'
2.8.2 Spanisch
2.8.3 Französisch
2.8.4 Deutsch
2.9 Pseudospaltsätze
2.9.1 Italienisch
2.9.2 Spanisch
2.9.3 Französisch
2.9.4 Deutsch
2.9.5 Spalt- und Pseudospaltsätze im Vergleich
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Varianten von Fokuskonstruktionen in romanischen Sprachen (Spanisch, Italienisch, Französisch) im Vergleich zum Deutschen. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass beim Übersetzen nicht stets dieselbe Fokuskonstruktion verwendet werden kann, da die Sprachen unterschiedliche Mittel zur Hervorhebung von Satzteilen bevorzugen und durch ihre jeweilige syntaktische Flexibilität eingeschränkt sind.
- Analyse der Informationsstruktur und verschiedener Fokusarten.
- Vergleich der Fokussierungsmöglichkeiten: Intonation, betonte Pronomina, Fokuspartikeln und Satzinversion.
- Untersuchung von Spaltsätzen (phrases clivées) als zentrale Methode, insbesondere im Französischen.
- Gegenüberstellung von Spalt- und Pseudospaltsätzen hinsichtlich ihrer syntaktischen Struktur.
- Evaluation der Notwendigkeit und Übersetzbarkeit dieser Fokusvarianten.
Auszug aus dem Buch
1.1 Informationsstruktur
Der Begriff Informationsstruktur spielt in der allgemeinen Sprachwissenschaft eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um die kommunikative Gewichtung der Propositionsteile. Genauer gesagt geht es um die Präsentation eines Sachverhaltes durch den Sprecher. Dabei spielen der Kontext und der Kenntnisstand des Hörers eine entscheidende Rolle.
Syntaktisch gesehen ist die Informationsstruktur die Gliederung eines Satzes beziehungsweise die Markierung einzelner Satzteile als Fokus, Hintergrund, Thema, Rhema, Kommentar oder Topik. Wichtig dabei ist, dass sich die Informationsstruktur im Vergleich zur semantischen und grammatischen Ebene nicht in Form von hierarchischen Abhängigkeitsverhältnissen organisiert. Sie ist vielmehr linear aufgebaut.
Die Funktion der Informationsstruktur-Kategorien liegt in der Reflexion kontextueller Eigenschaften wie Vorerwähntheit beziehungsweise Neuheit, Kontrast oder relevante Fragen. Somit dienen Informationsstruktur-Kategorien weitgehend der Stiftung von Textkohärenz, aber auch Kohäsion. Sie signalisieren was der Sprecher im Diskurskontext als neu, alt, relevant oder unerwartet ansieht. In diesem Zusammenhang scheint die Informationsstruktur Markierung redundant zu sein. Doch es gibt auch Fälle, in denen die Informationsstruktur lediglich als Informationsträger fungiert: Wenn der Gesprächspartner nicht sofort erkennen beziehungsweise erahnen kann, was in der jeweiligen Äußerung hervorgehoben ist oder wird und die einzelnen Diskursaspekte erst akkommodieren muss, ist die Informationsstruktur nicht redundant.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Fokuskonstruktionen und Definition des Zieles, Unterschiede in der Fokussierung zwischen romanischen Sprachen und dem Deutschen aufzuzeigen.
1. Begriffsklärung: Grundlagen zur Informationsstruktur und Definition des Begriffes Fokus im linguistischen Kontext.
2. Fokuskonstruktionen: Detaillierte Untersuchung verschiedener Mittel zur Hervorhebung, von intonatorischen Aspekten bis hin zur Verwendung von Partikeln und Satzstrukturen wie Spaltsätzen.
Schlüsselwörter
Fokuskonstruktion, Informationsstruktur, romanische Sprachen, Syntax, Spaltsatz, Pseudospaltsatz, Fokuspartikeln, Subjektinversion, Kontrast, Pro-Drop-Sprache, Sprachvergleich, Übersetzung, Satzspaltung, Intonation, Pragmatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen sprachlichen Möglichkeiten der Fokussierung, also der Hervorhebung bestimmter Satzteile, in romanischen Sprachen im direkten Vergleich zum Deutschen.
Welche Sprachen stehen im Fokus der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf das Spanische, Italienische und Französische und vergleicht diese mit dem Deutschen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu belegen, dass beim Übersetzen zwischen diesen Sprachen nicht automatisch die gleiche Fokuskonstruktion beibehalten werden kann, da jede Sprache spezifische Präferenzen und syntaktische Zwänge aufweist.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich von Fokuskonstruktionen, wobei syntaktische Strukturen und pragmatische Funktionen gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert diverse Fokusarten, darunter Intonation, betonte Pronomina, Fokuspartikeln, Subjektinversion sowie die Bildung und Struktur von Spaltsätzen und Pseudospaltsätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Fokuskonstruktion, Informationsstruktur, Satzspaltung (Cleft-Konstruktionen), Sprachvergleich und Syntax.
Warum spielt das Französische eine Sonderrolle bei der Fokussierung?
Da das Französische keine Pro-Drop-Sprache ist und eine relativ starre Wortstellung besitzt, ist es bei der Hervorhebung von Satzteilen fast immer auf die Anwendung von Spaltsätzen (phrases clivées) angewiesen.
Was unterscheidet italienische Pseudospaltsätze von denen anderer Sprachen?
Im Italienischen erfolgt die Bildung durch eine spezifische Struktur, bei der das abgespaltene Element am Ende steht und der subordinierte Satz durch bestimmte Konnektoren eingeleitet wird, wobei die Kopula mit dem fokussierten Element kongruiert.
Gibt es einen funktionalen Unterschied zwischen Spaltsätzen und Pseudospaltsätzen?
Während bei beiden eine Segmentierung der Äußerung erfolgt, unterscheiden sie sich in der Positionierung des fokussierten Elements und der syntaktischen Einbettung der zugehörigen Satzteile.
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- Sofia Gogotishvili (Author), 2012, Fokus in den romanischen Sprachen im Vergleich zum Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196396