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Interviewformen in der Biografieforschung - Das biografische Interview

Textsorten im biografischen Interview

Title: Interviewformen in der Biografieforschung - Das biografische Interview

Term Paper , 2012 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Uhlitzsch (Author)

Sociology - Methodology and Methods

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Die vorgelegte Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Interviewformen in der Biografieforschung. Seit der Entstehung der qualitativen Interviewforschung hat sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Varianten des qualitativen Interviews herausgebildet, so dass einige Bezeichnungen in der Literatur oft gleichgesetzt werden und Verwirrung stiften. Daher hat sich die Autorin der Arbeit zur Aufgabe gemacht, das biografischen Interview näher zu betrachtet und genau zu bestimmen. Zu Beginn der Arbeit erfolgt hierfür eine Definition des Begriffs Interview, so dass folglich das biografische Interview dargestellt werden kann. Um sich dieser Interviewform nähern zu können, werden der Ursprung, die Abgrenzung zum narrativen Interview und die Abschnitte genauer betrachtet. Anschließend werden alle Textsorten, die in einem biografischen Interview enthalten sind, definiert und auf ihre Funktion untersucht. Für ein besseres Verständnis wird zuvor der Begriff Textsorte bestimmt. Der Punkt 2.2.2 zeigt neben Informationen zur Erzählung zusätzlich die Zugzwänge des Erzählens nach Fritz Schütze auf. Das abschließende Fazit enthält eine Zusammenfassung der Erarbeitung sowie hierbei gewonnene Erkenntnisse der Autorin.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 „Interview“ – eine Begriffsbestimmung

2.2 Das biografische Interview

2.2.1 Ursprung

2.2.2 Abgrenzung zum narrativen Interview

2.2.3 Abschnitte

2.3 Die Textsorten im biografischen Interview

2.3.1 „Textsorte“ – eine Begriffsbestimmung

2.3.2 Erzählung

2.3.3 Beschreibung

2.3.4 Argumentation

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die methodische Ausgestaltung des biografischen Interviews zu analysieren und präzise von anderen Interviewformen der qualitativen Sozialforschung, insbesondere dem narrativen Interview, abzugrenzen. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Textsorten innerhalb eines biografischen Interviews strukturiert sind und welche Funktionen sie für die Identitätsrekonstruktion erfüllen.

  • Grundlagen und Begriffsbestimmung des qualitativen Interviews
  • Ursprünge und Abgrenzung des biografischen Interviews
  • Strukturierung in Eingangserzählung, Nachfrageteil und argumentativ-beschreibenden Frageteil
  • Analyse der zentralen Textsorten: Erzählung, Beschreibung und Argumentation
  • Bedeutung der Erzählzwänge für die Datengewinnung

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Abschnitte

Bevor jedoch die einzelnen Textsorten und ihre Funktionen genauer betrachtet werden, werden zunächst die drei Abschnitte eines biografischen Interviews nach Schütze dargestellt: Eingangserzählung, narrativer Nachfrageteil, argumentativ-beschreibender Fragteil.

Die Eingangserzählung stellt dabei den ersten Abschnitt des Interviews dar und wird durch eine „autobiographisch orientierte Erzählaufforderung“ (Schütze, 1983, S. 285, zit.nach : Nohl, 2006, S. 24) eingeleitet. Wie schon unter Punkt 2.2.2 erwähnt, steht hier die gesamte Biografie als auch bestimmte Lebensabschnitte wie die Partnerwahl oder ähnliches im Vordergrund. Die „autobiografische Erzählaufforderung“ (ebd.) ist dabei so formuliert, dass sie den Interviewten bittet, von sich und seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Daraufhin folgt die „autobiographische Anfangserzählung“(ebd.), welche laut Schütze durch den Forscher nicht unterbrochen werden darf, sofern die Lebensgeschichte Gegenstand der Erzählung ist und verständlich durchgeführt wird.

Der zweite Abschnitt wird durch den narrativen Nachfrageteil bestimmt. Hier werden „bereits angesprochene Themen erneut nachgefragt und auf diese Weise vertieft.“ (Nohl, 2006, S.24). Bedeutsam hierfür ist, dass Erzähltes durch den Forscher wieder aufgegriffen wird und der Interviewte somit Stellen, die bei der Anfangserzählung nicht beendet wurden, vervollständigen kann (Schütze, 1983, S. 285, zit.nach : Nohl, 2006, S. 25). Die unvollständigen Stellen der Anfangserzählung sind dabei auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Der Befragte kann diese Stellen der Erzählung als unwichtig eingeschätzt haben oder vermeidet sie, da sie mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Biografieforschung sowie die Notwendigkeit, das biografische Interview als spezifische Methode näher zu definieren.

2. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretische Begriffsbestimmung des Interviews, die methodische Herleitung des biografischen Ansatzes sowie die detaillierte Analyse der darin vorkommenden Textsorten.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Erzählung für die Identitätskonstruktion zusammen und reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit von Schützes Konzept der Erzählzwänge.

Schlüsselwörter

Biografieforschung, biografisches Interview, narratives Interview, qualitative Sozialforschung, Interviewformen, Erzählung, Textsorte, Eingangserzählung, Erzählzwänge, Identitätsrekonstruktion, Beschreibung, Argumentation, Sozialwissenschaften, qualitative Forschung, Methodik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die methodische Gestaltung und die verschiedenen Interviewformen innerhalb der qualitativen Biografieforschung, mit einem speziellen Fokus auf das biografische Interview.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Abgrenzung zum narrativen Interview, die Struktur des biografischen Interviews sowie die Analyse der verschiedenen Textsorten, die in einem solchen Interview auftreten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das biografische Interview methodisch präzise zu bestimmen, seine Abläufe zu systematisieren und die Bedeutung der darin enthaltenen Textsorten für die Forschung darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse bestehender Konzepte und Definitionen aus der qualitativen Sozialforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst den Begriff „Interview“, analysiert dann den Ursprung und die Abschnitte des biografischen Interviews und definiert abschließend die Textsorten Erzählung, Beschreibung und Argumentation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Biografieforschung, biografisches Interview, Identitätsrekonstruktion, Erzählzwänge und qualitative Sozialforschung.

Was unterscheidet das biografische vom narrativen Interview laut Legewie?

Legewie sieht das narrative Interview als eine strenge, spezifische Form, während das biografische Interview eher als Sammelbegriff fungiert, der flexibler auf verschiedene Lebensphasen oder die gesamte Biografie angewendet werden kann.

Was versteht man unter dem Begriff „Erzählzwänge“ nach Schütze?

Erzählzwänge bezeichnen Mechanismen wie den Detaillierungszwang, den Gestaltschließungszwang sowie den Relevanzfestlegungs- und Kondensierungszwang, die den Erzähler dazu anhalten, seine Lebensgeschichte strukturiert und inhaltlich gehaltvoll darzulegen.

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Details

Title
Interviewformen in der Biografieforschung - Das biografische Interview
Subtitle
Textsorten im biografischen Interview
College
University of Hildesheim
Grade
2,0
Author
Julia Uhlitzsch (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V196365
ISBN (eBook)
9783656225454
ISBN (Book)
9783656225553
Language
German
Tags
interviewformen biografieforschung interview textsorten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Uhlitzsch (Author), 2012, Interviewformen in der Biografieforschung - Das biografische Interview, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196365
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