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Zur Shop-Startseite › Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Plyometrics vs. Complex Training – Ein Vergleich zweier Trainingssysteme aus dem Bereich des Schnellkrafttrainings

Titel: Plyometrics vs. Complex Training – Ein Vergleich zweier Trainingssysteme aus dem Bereich des Schnellkrafttrainings

Examensarbeit , 2010 , 135 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Bohl (Autor:in)

Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1.1 Grundsätzliche Ziele und Fragestellungen dieser Arbeit

Es haben sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Trainingssystemen entwickelt, welche spezifische Kraftfähigkeiten, wie z.B. die Maximalkraft oder auch die Schnellkraft, trainieren sollen.
Innerhalb der Trainingsgemeinschaft herrschte oft kein Konsens über die Effektivität einzelner Trainingssysteme. Gerade im Bereich des Schnellkrafttrainings gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Gestaltung eines möglichst zweckgerichteten, sowie effektiven Trainingsprogramms.

Gegenstand dieser Arbeit ist es, zwei Trainingssysteme aus dem Bereich des Schnellkrafttrainings miteinander auf ihre Effektivität hin zu vergleichen. Diese sind Plyometrics und Complex Training.
Plyometrics gilt seit Anfang der 80er Jahre als ein legitimes Mittel zur Steigerung der Schnellkraft. Eine der bekanntesten Übungen auf diesem Gebiet ist wohl der Tiefsprung (vgl. CHU, 1998).
Complex Training als das zweite Trainingssystem, dass im Fokus dieser Untersuchung steht, setzt sich aus einer Kombination von Übungen mit Gewichten und plyometrischen Übungen zusammen (vgl. DOCHERTY et al., 2004).

Mittels einer Trainingsstudie wurde nach einem 8-wöchigen Trainingszeitraum durch Prä- und Posttests die Veränderung des Schnellkraftverhaltens der Teilnehmer gemessen. 23 Teilnehmer bestehend aus weiblichen und männlichen Probanden wurden den zwei Trainingssystemen Plyometrics und Complex Training zugeteilt. Es wurde die lokomotorische Schnellkraft als auch die horizontale und vertikale Sprungkraft der teilnehmenden Probanden getestet.
Anhand der dokumentierten Ergebnisse soll ein Rückschluss auf eine mögliche Souveränität eines der getesteten Trainingssysteme gezogen werden. Dem liegt die grundlegende Frage zu Grunde, ob ein Trainingsystem ein anderes beeinflussen kann, wie dies im Complex-Training geschieht. Des Weiteren ist die Annahme einer Leistungssteigerung mittels Postactivation-Potentiation nicht unumstritten, da eine Steigerung des Schnellkraftverhaltens nach kontraktiler Aktivität nicht immer bestätigt werden konnte (vgl. GARRANDES, COLSON, PENSINI, SEYNNES, LEGROS, 2007; ROB-BINS, 2005).
Es stellt sich auf Grund dieser Gegebenheit die Frage, ob mittels Complex Training ein höherer Schnellkraftzuwachs induziert werden kann als durch ein traditionelles plyometrisches Krafttraining?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Grundsätzliche Ziele und Fragestellungen dieser Arbeit

1.2 Struktur der Arbeit

1.3 Hypothesenbildung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Muskuläre Aktionsformen

2.1.1 Isometrische Muskelaktion

2.1.2 Konzentrische Muskelaktion

2.1.3 Exzentrische Muskelaktion

2.1.4 Kombinierte Muskelaktion im Dehnungs-Verkürzungszyklus (DVZ)

2.2 Motorische Grundeigenschaft Kraft

2.2.1 Der Begriff “Kraft“

2.2.2 Struktur der motorischen Kraft

2.2.3 Maximalkraft

2.2.4 Kraftausdauer

2.2.5 Schnellkraft

2.2.5.1 Startkraft

2.2.5.2 Explosivkraft

2.2.5.3 Die Erscheinungsformen der Schnellkraft

2.2.5.4 Reaktivkraft – Schnellkraftleistung im DVZ

2.2.5.5 Zusammenhang von Maximalkraft und Schnellkraft

2.3 Physiologische Aspekte der Kraftentfaltung und Kraftsteigerung

2.3.1 Muskel- und neurophysiologische Grundlagen

2.3.2 Aufbau des Skelettmuskels

2.3.3 Kontraktion quergestreifter Muskulatur

2.3.4 Die Morphologie der motorischen Einheiten und Muskelfasertypen

2.4 Steuerungsfunktionen im neuromuskulären System

2.4.1 Frequenzierung

2.4.2 Rekrutierung

2.4.3 Synchronisierung

2.5 Adaptative Mechanismen im Kraft- und Schnellkrafttraining

2.5.1 Neuronale Adaptation

2.5.1.1 Intramuskuläre Koordination

2.5.1.2 Intermuskuläre Koordination

2.5.2 Morphologische Adaptation

2.5.2.1 Hypertrophie

2.5.2.2 Hyperplasie

2.5.2.3 Muskelfasertypentransfer

2.6 Trainingsmethoden

2.6.1 Trainingsmethoden zur Verbesserung der Maximalkraft

2.6.1.1 Maximalkrafttrainingsmethoden zur Vergrößerung des Muskelquerschnitts

2.6.1.2 Maximalkrafttrainingsmethoden zur Verbesserung der willkürlichen Aktivierungsfähigkeit

2.6.2 Methoden zur Verbesserung der Schnellkraft und des reaktiven Kraftverhaltens

2.6.2.1 Schnellkraftmethode I & II

2.6.2.2 Methode nach dem Prinzip der Muskelleistungsschwelle

2.6.2.3 Reaktives Training zur Verkürzung des DVZ

2.6.2.4 Reaktives Training zur Verbesserung der reaktiven Spannungsfähigkeit

2.6.2.5 Exzentrisch-konzentrische Maximalkontraktionen

2.6.2.6 Desmodromisches Krafttraining

2.6.2.7 Vibrationstraining

3. Literaturvorstellung zu den Trainingssystemen

3.1 Plyometrics

3.1.1 Ausgewählte Trainingstudien zu Plyometrics

3.2 Das physiologische Prinzip Postactivation-Potentiation

3.3 Complex Training

3.3.1Ausgewählte Trainingsstudien zum Complex Training

4. Untersuchungsmethodik

4.1 Vorstellung der Probandengruppe

4.2 Trainingskonzeption

4.2.1 Trainingsprogramm Plyometrics

4.2.1.1 Trainingsdetails und Trainingspläne

4.2.1.2 Trainingsablauf

4.2.2 Trainingsprogramm Complex Training

4.2.2.1 Trainingsdetails und Trainingspläne

4.2.2.2 Trainingsablauf

4.3 Erhebungsmethode

4.3.1 Lokomotorische Schnellkraft

4.3.2 Vertikale und horizontale Sprungkraft

4.4 Auswertungsmethoden

4.4.1 Mathematisch statistisches Verfahren

4.4.2 Graphische Darstellung

4.4.3 Gütekriterien

5. Untersuchungsergebnisse

5.1 Trainingsverlauf

5.2 Untersuchungsergebnisse lokomotorische Schnellkraft

5.2.1 Fliegende 20m Sprints Plyometrics

5.2.2 Fliegende 20m Sprints Complex Training

5.2.3 Schließende Statistik

5.3 Untersuchungsergebnisse vertikale Sprungkraft

5.3.1 Abalakov-Test Plyometrics

5.3.2 Abalakov-Test Complex Training

5.3.3 Schließende Statistik

5.4 Untersuchungsergebnisse horizontale Sprungkraft

5.4.1 Standweitsprung Plyometrics

5.4.2 Standweitsprung Complex Training

5.4.3 Schließende Statistik

6. Diskussion

6.1 Methodenkritik

6.1.1 Bewertung des Abalakov-Tests

6.1.2 Bewertung des Standweitsprungs

6.1.3 Bewertung des fliegenden 20m Sprints

7. Zusammenfassung und Ausblick

8. Folgerung für die Trainingspraxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Effektivität von zwei Trainingssystemen im Bereich der Schnellkraft, Plyometrics und Complex Training, über einen Zeitraum von acht Wochen. Das zentrale Forschungsziel ist zu ermitteln, ob mittels Complex Training – basierend auf dem Prinzip des "Preloading" zur Erzeugung von Postactivation-Potentiation (PAP) – ein höherer Schnellkraftzuwachs induziert werden kann als durch ein traditionelles plyometrisches Krafttraining.

  • Grundlagen der muskulären Aktionsformen und des Kraftbegriffs
  • Physiologische Aspekte der Kraftentfaltung und neuromuskuläre Steuerung
  • Methoden und Adaptationsmechanismen des Schnellkrafttrainings
  • Empirische Vergleichsstudie: Trainingskonzeptionen und Untersuchungsmethodik
  • Statistische Auswertung der lokomotorischen Schnellkraft sowie der vertikalen und horizontalen Sprungkraft

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Auf dem Gebiet der Trainingslehre hat sich die Einteilung der komponentehaften Zusammensetzung der Kraftfähigkeit des menschlichen Körpers im Laufe der Zeit gewandelt. Dies ist besonders interessant in Hinblick auf die grundlegende Bedeutung der Kraft für das alltägliche Leben als auch im besonderen Maße für die sportliche Leistung.

KOMI et al. (1994) beschreibt diese grundlegende motorische Eigenschaft wie folgt: „Körperliche Aktivität und sportliche Leistung entstehen als Ergebnis der Auswirkungen muskulärer Kontraktionen auf das Hebelsystem des Knochengerüsts.“

Gerade im Hinblick auf die sportliche Leistungsfähigkeit von Athleten ist ein sich immer weiterentwickelndes Verständnis der menschlichen Kraftfähigkeit deutlich erkennbar, als auch eine forcierte Entwicklung von spezifischen Trainingssystemen im Zuge des Spitzensports. Gerade im Bereich des Schnellkrafttrainings herrschte lang Verwirrung über mögliche effektive Trainingsprogramme. VERHOSHANSKY und TATJAN begannen damit die Schnellkraft mittels Kraft-Zeit-Kurven näher zu analysieren und konnten dieses Kraftverhalten mit den zugrunde liegenden Teilkomponenten neu aufteilen. Gerade diese Neustrukturierung der bis Anfang der 80er Jahre herrschenden gleich gewichteten Aufteilung der einzelnen Kraftfähigkeiten sorgte für neue Betrachtungsweisen des Schnellkraftverhaltens. Die Maximalkraft wurde nun mehr als Basisfähigkeit verstanden und somit eine hierarchische Strukturierung eingeführt. Diese Neueinteilung beeinflusste in besonderem Maße die methodischen Konzepte, welche innerhalb der Trainingspraxis Anwendung fanden.

So gibt BÜHRLE (1985) an: „Die traditionelle Komponenten Maximalkraft und Schnellkraft sind häufig unzulänglich interpretiert und vor allem in ihrem Zusammenhang nicht richtig erkannt.“ PAMPUS (2001) folgert bezüglich dieser Gegebenheit: „Das impliziert, dass in der Praxis nicht effizient trainiert wurde, so dass dadurch möglicherweise in einigen Sportarten eine optimale Leistung gehemmt wurde.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel im Verständnis der menschlichen Kraftfähigkeit und die Notwendigkeit, traditionelle Trainingskonzepte im Schnellkraftbereich neu zu bewerten und methodisch zu strukturieren.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert eine tiefgehende Analyse der muskulären Kontraktionsformen, der physiologischen Grundlagen der Kraftentfaltung und der methodischen Ansätze zur Verbesserung von Maximalkraft und Schnellkraft.

3. Literaturvorstellung zu den Trainingssystemen: Hier werden die Trainingssysteme Plyometrics und Complex Training sowie das physiologische Prinzip der Postactivation-Potentiation anhand der aktuellen Fachliteratur vorgestellt.

4. Untersuchungsmethodik: Dieser Teil beschreibt das Design der empirischen Studie, einschließlich der Probandengruppen, der spezifischen Trainingsprogramme und der eingesetzten diagnostischen Verfahren zur Leistungsmessung.

5. Untersuchungsergebnisse: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten der acht-wöchigen Trainingsstudie in Bezug auf Sprint- und Sprungkraftleistungen deskriptiv und statistisch ausgewertet.

6. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier kritisch hinterfragt, mit der Fachliteratur abgeglichen und methodische Grenzen des Studiendesigns reflektiert.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Befunde zur Wirksamkeit der Trainingsmethoden zusammen und bewertet die Hypothesen der Arbeit.

8. Folgerung für die Trainingspraxis: Hier werden praktische Empfehlungen für Trainer und Athleten abgeleitet, wie die vorgestellten Trainingssysteme effizient in die Trainingspraxis integriert werden können.

Schlüsselwörter

Schnellkraft, Plyometrics, Complex Training, Maximalkraft, Sprungkraft, Postactivation-Potentiation, neuromuskuläre Adaptation, Kraft-Zeit-Kurve, Trainingseffektivität, Sportwissenschaft, Leistungsdiagnostik, Kontraktionsformen, Reaktivkraft, Muskelfasertypen, Sprungtraining

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Effektivität von plyometrischem Training und Complex Training hinsichtlich der Leistungssteigerung der Schnellkraft bei Sportlern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der physiologischen Grundlage der Kraftentfaltung, der Darstellung verschiedener Trainingsmethoden und der empirischen Untersuchung von Sprung- und Sprintleistungen unter den beiden genannten Trainingssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist festzustellen, ob ein Complex Training einen signifikant höheren Zuwachs an Schnellkraft ermöglicht als ein traditionelles, isoliertes plyometrisches Training.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine achtwöchige Trainingsstudie mit Probanden durchgeführt, bei der Leistungsdaten durch Prä- und Posttests (fliegende 20m-Sprints, Abalakov-Test, Standweitsprung) erhoben und statistisch mittels t-Tests ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Literaturvorstellung beider Trainingssysteme sowie in eine detaillierte Ausarbeitung der Untersuchungsmethodik und der erzielten Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schnellkraft, Plyometrics, Complex Training, Postactivation-Potentiation, Leistungsdiagnostik und Kraft-Zeit-Verläufe.

Führt Complex Training zu besseren Ergebnissen als reines Plyometrics?

Die Ergebnisse zeigen, dass zwar beide Systeme die Sprungkraft signifikant verbessern konnten, jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen hinsichtlich der Überlegenheit eines Systems statistisch nachgewiesen werden konnte.

Eignen sich die untersuchten Trainingssysteme für jeden Athleten?

Nein, aufgrund der hohen mechanischen Belastung für den Bewegungsapparat sind diese hochintensiven Methoden nur für Sportler ohne orthopädische Vorbelastungen und mit einer gewissen Grundvorerfahrung empfehlenswert.

Ende der Leseprobe aus 135 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Plyometrics vs. Complex Training – Ein Vergleich zweier Trainingssysteme aus dem Bereich des Schnellkrafttrainings
Hochschule
Universität Konstanz  (Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Zulassungsarbeit, Lehramt für Gymnasien
Note
1,0
Autor
Sebastian Bohl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
135
Katalognummer
V195657
ISBN (eBook)
9783656214595
ISBN (Buch)
9783656217244
Sprache
Deutsch
Schlagworte
plyometrics complex training vergleich trainingssysteme bereich schnellkrafttrainings
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Bohl (Autor:in), 2010, Plyometrics vs. Complex Training – Ein Vergleich zweier Trainingssysteme aus dem Bereich des Schnellkrafttrainings, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195657
Blick ins Buch
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