Momentan befindet sich unsere Gesellschaft in einem tiefgreifenden Wandel, der womöglich noch nicht seine Klimax erreicht hat. Diese Veränderung, bedingt durch den Übergang von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft (auch Digitalisierung der Gesellschaft
genannt), brachte sich einschleichende Einschnitte in unseren Lebensablauf und in unser routiniertes Verhalten mit sich. Telefone, e-mail und Handys ebnen den Weg zur schnellen und einfachen Kommunikation, das heißt, dass die körperliche Aktivität die pro Tag
selbstverständlich angefallen ist, heutzutage durch neue Erfindungen und Medien ersetzt wird. Für viele Menschen bedeutet es sogar zu viel Stress und Anstrengung sich in der Mittagspause ein warmes Essen kaufen zu „gehen“, geschweige es denn selbst anzurichten.
Der Griff zum Telefon um den Pizza Service anzurufen, der einem das Essen quasi auf dem Silbertablett serviert, fällt da sehr leicht. Diese Bequemlichkeit stellt auf den ersten Blick kein Problem dar, weil jeder von uns diese Situationen kennt und die Möglichkeiten auch schon genutzt hat. Doch was ist wenn wir den ganzen Tag über Bürotätigkeiten nachgehen, des öfteren Fast Food zu uns nehmen weil wir „keine Zeit“ haben und uns in unserer Freizeit zu wenig bewegen oder gar Sport treiben? Mittlerweile gehört Bewegungsmangel schon zu
einem Charakterzug unserer Bevölkerung, der viele Nachteile und Gefahren in sich birgt und das Krankheitspanorama unserer Gegenwart zu einem Großteil prägt. Parallel dazu veränderten sich neben der Einstellung und Lebensweise auch bestimmte ethische und moralische Grundsätze, während soziale Instanzen ebenso an Bedeutung verloren haben. Damals stand noch die Familie und auch die Religion im Mittelpunkt des Lebens, an denen sich der überwiegende Teil der Bevölkerung orientierte. Heute nimmt die Subjektivierung und
Individualisierung der Menschheit noch nie gekannte Formen an. Das Ego und die Karriere stehen im Vordergrund, die Familie hat den Status als zentrale Instanz verloren und auch die Eheschließung als Pakt, der zu gewissen Verpflichtungen sowohl sozialer als auch
ökonomischer Art verpflichtet, wird immer seltener. Die Struktur der gegenwärtigen Konsumgesellschaft in den betroffenen Staaten ist
charakterisiert durch einen unverhältnismäßig großen Anteil älterer Menschen, die diesen Wandel bereits durchlebten und auch die gesundheitlichen Auswirkungen zu spüren bekommen haben, gegenüber der jüngeren Menschen, die als „tragende Säule“ unserer...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeines zum Thema „Sport in der alternden Gesellschaft“
2.1 Der demographische Wandel
2.2 Was ist Alter?
2.3 Relevanz des Sports im Leben älterer Menschen
2.4 Sportengagement älterer Menschen
3. Nordic Walking: Gesundheitstraining im höheren Alter
3.1 Allgemeine Informationen über Nordic Walking
3.2 Gründe um mit Nordic Walking im späteren Erwachsenenalter anzufangen
3.3 In welchem Umfang sollte man sich mit den Stöcken bewegen ?
3.4 Nordic Walking: eine kostenlose Lebensversicherung
3.4.1 Nordic Walking und die Koronare Herzkrankheit (KHK)
3.4.2 Nordic Walking trotz Arthrose
3.4.3 ,Alterszucker’ (Diabetes mellitus Typ 2) und Training
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von körperlicher Aktivität, speziell Nordic Walking, als gesundheitsfördernde Maßnahme innerhalb einer alternden Gesellschaft, um den Herausforderungen des demographischen Wandels und zivilisationsbedingter Krankheitsbilder entgegenzuwirken.
- Analyse des demographischen Wandels und seiner Auswirkungen auf die Gesellschaft.
- Untersuchung der physiologischen und psychologischen Vorteile des Nordic Walking für Senioren.
- Diskussion von Trainingsaspekten und Präventionsmöglichkeiten bei chronischen Erkrankungen.
- Betrachtung von Motivation und Barrieren beim Sportengagement im höheren Alter.
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeine Informationen über Nordic Walking
Als es den Begriff Nordic Walking noch gar nicht gab, waren es hauptsächlich Skilangläufer, die diese Sportart im Sommer als eine ersetzende Trainingsform betrieben haben, da sie in seinen Grundzügen und -techniken dem Langlauf ja sehr ähnelt. Unter dem Namen Langlauf-Walking, ist diese Trainingsform schon seit den 30er Jahren bekannt. Athleten nutzten diese Trainingsvariante für Geh-, Lauf-, und Sprungtechniken. Nach und nach bemerkten auch Hobbysportler welch ein Potenzial in diesen Stöcken steckt, denn es vermindert den Druck auf die Gelenke beim Bergabgehen und erleichtert Bergaufwandern durch die Stützphasen (Stockschubphase) als Bestandteil einer vierphasigen Bewegungsstruktur.
Nordic Walking setzte sich jedoch erst durch, nachdem die Sportartikelindustrie auf die damalige Testarbeit, mit resultierender Größentabelle ( Standartstocklängen von 120 cm, 125 cm und 130 cm geeignet für Körpergrößen von 1,50 m – 2,00 m), des Erfinders Marko Kantaneva, reagierte und die idealen Stöcke schufen, die sowohl fürs Bergauf-, Bergabwalken und das Walken in der Ebene gedacht sind. Die Stöcke und somit auch die Bewegungsform und Organisation, können an jedem beliebigem Ort, zu jeder beliebigen Zeit der Erde durchgeführt werden, da Nordic Walking weder vom Wetter, vom Untergrund, noch von irgendwelchen anderen externen oder internen persönlichkeitsbezogenen Faktoren abhängig ist.
Als Fitness- und vor allem Gesundheitssportart ist Nordic Walking in der populär gewordenen Form im Jahre 1997 in Finnland entstanden und breitete sich von nun an in der ganzen Welt aus. In dem Gründungsland hat es sich sogar zu mehr als nur einem Trend entwickelt, denn dort zählt es inzwischen zu einer Volkssportart (etwa 11 % der Bevölkerung betreiben mindestens einmal wöchentlich Nordic Walking) (vgl. Kantaneva, 2005, 25-33; Regelin & Mommert-Jauch, 2004, 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Wandel durch die Digitalisierung sowie den damit einhergehenden Bewegungsmangel und definiert das Ziel der Arbeit, Nordic Walking als gesundheitsfördernde Aktivität für Senioren zu beleuchten.
2. Allgemeines zum Thema „Sport in der alternden Gesellschaft“: Dieses Kapitel erläutert den demographischen Wandel, definiert den Begriff „Alter“ aus verschiedenen Perspektiven und analysiert die Relevanz sowie das tatsächliche Sportengagement bei älteren Menschen.
3. Nordic Walking: Gesundheitstraining im höheren Alter: Das Hauptkapitel beschreibt die Entstehungsgeschichte, die Vorteile für verschiedene Zielgruppen, Trainingsrichtwerte und die spezifische Wirkung der Sportart bei chronischen Erkrankungen wie KHK, Arthrose und Diabetes Typ 2.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gesundheitlichen und sozialen Vorteile von Nordic Walking zusammen und plädiert für eine stärkere Förderung der Sportart, um Älteren einen aktiveren Lebensstil zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Nordic Walking, Alternde Gesellschaft, Gesundheitssport, Demographischer Wandel, Prävention, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrose, Diabetes mellitus Typ 2, Sportengagement, Bewegungsmangel, Rehabilitation, Seniorensport, Lebensstil, Ausdauertraining, Bewegungsapparat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Nordic Walking als effektive Gesundheitssportart für ältere Menschen in einer durch demographischen Wandel geprägten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der demographische Wandel, die physiologischen Effekte von Ausdauertraining im Alter und die Bedeutung von Bewegung für die Prävention chronischer Krankheiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Nordic Walking als geeignete Methode vorzustellen, um älteren Menschen einen lebenslangen, aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstil zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller sportwissenschaftlicher Studien und Forschungsergebnisse zum Thema Seniorensport und Nordic Walking.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technischen Grundlagen des Nordic Walking, Trainingsrichtwerte und den medizinischen Nutzen bei spezifischen Krankheitsbildern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nordic Walking, Seniorensport, Prävention, demographischer Wandel und Gesundheitssport.
Warum ist Nordic Walking besonders bei Gelenkproblemen geeignet?
Laut der Arbeit reduziert Nordic Walking die Belastung, die auf den Bewegungsapparat wirkt, um bis zu 30 %, was es ideal für Personen mit Gelenkproblemen macht.
Wie wirkt sich Nordic Walking auf den Diabetes mellitus Typ 2 aus?
Die Sportart fördert die Gewichtsabnahme, den Muskelaufbau und steigert die Insulinsensibilität, was den Zuckerstoffwechsel bei Diabetikern verbessert.
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- Diplomsportwissenschaftler David Fußinger (Author), 2006, Sport in der alternden Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195656