Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen Übertragungstechniken des Breitbandinternets der Deutschen Telekom und von Kabel BW technisch und wirtschaftlich zu vergleichen.
Es hat sich gezeigt, dass die Kabelnetzbetreiber mit ihrer technischen Lösung eine echte Alternative bieten und eine ernsthafte Konkurrenz für die DSL-Betreiber darstellen.
In einer Stärken-Schwächen-Analyse wird übersichtlich dargestellt, in welchen Punkten die Kabelnetz-Betreiber aufgrund ihrer Technik Vorteile gegenüber der DSL-Lösung haben und umgekehrt.
Bei den vermeintlichen Schwachstellen der jeweiligen Systeme wurden entsprechende Lösungsvorschläge genannt.
Wie am Beispiel der Kleinstadt Pliezhausen gezeigt wurde, besteht für die Deutsche Telekom noch großes Potential ihr Netz zu erweitern. Besonders die Anbindung von DSLAMs über Funk wird in der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.
Weiterhin wurde in der Arbeit deutlich aufgezeigt, dass das verwendete Übertragungsmedium der Deutschen Telekom nicht zukunftsgerecht ist und die Verlegung von Glasfaserkabel
bis in das Haus (FTTH) vorangetrieben werden muss.
Der betriebswirtschaftliche Vergleich hat ergeben, dass besonders die Servicequalität ein hohes Verbesserungspotential birgt. Dazu müssen die Unternehmen eigene Tests durchführen und Maßnahmen zu Verbesserung des Service einsetzen.
Somit lässt sich abschließend sagen, dass der Vergleich zwischen Telekom und KabelBW einen leichten Vorteil zugunsten des Kabelnetzbetreibers ergeben hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
2 Vorstellung der Unternehmen
2.1 Deutsche Telekom AG
2.1.1 Telekom Deutschland GmbH
2.2 Kabel Baden-Württemberg GmbH
3 Technische Lösung der Deutschen Telekom
3.1 VDSL2
3.1.1 Glasfaser-Architektur
3.1.2 DSLAM
3.1.2.1 Funktionsweise eines DSLAM
3.1.2.2 Outdoor-DSLAM
4 Technische Lösung Kabel BW
4.1 Entwicklung des DOCSIS Standard
4.2 Euro- DOCSIS
4.3 DOCSIS 3.0
4.3.1 Kabelnetz Architektur
5. Triple Play
5.1 Triple Play DSL-Infrastruktur
5.2 Triple Play Kabel-Infrastruktur
6 Stärken–Schwächen Analyse
6.1 Geschwindigkeiten
6.1.1 Abhängigkeit der Entfernung
6.1.2 Abhängigkeit des Übertragungsmediums
6.1.2.1 Symmetrische Kupferkabel
6.1.2.2 Koaxialkabel
6.1.2.3 Downstream
6.1.2.4 Upstream
6.2 Verfügbarkeit
6.2.1 Deutsche Telekom
6.2.1.1 Erweiterung des DSLAM-Angebots in der Zukunft
6.2.2 Kabel BW
6.2.2.1 Erweiterung des Kabelnetzes in der Zukunft
6.3 Grafische Darstellung der Stärken-Schwächen-Analyse
7 Betriebswirtschaftlicher Vergleich
7.1 Vergleich der verfügbaren Leistungen
7.1.1 Internet und Telefon Tarife - Privatkunden
7.1.2 Tarife für Geschäftskunden
7.1.3 Triple Play Angebote
7.2 Marktumfeld
7.2.1 Servicequalität
7.2.1 Marktanteil
7.2.3 Kundenentwicklung
7.3 Grafische Darstellung des betriebswirtschaftlichen Vergleichs
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die technologische Infrastruktur sowie das betriebswirtschaftliche Angebot von Breitband-Internet der Deutschen Telekom und Kabel Baden-Württemberg kritisch zu analysieren und miteinander zu vergleichen.
- Technischer Vergleich zwischen DSL/VDSL und Kabel-Technik (DOCSIS).
- Analyse der Übertragungsmedien Kupferkabel vs. Koaxialkabel.
- Gegenüberstellung von Tarifen für Privat- und Geschäftskunden.
- Betrachtung von Servicequalität und Marktanteilen im Breitbandsektor.
- Stärken-Schwächen-Analyse der Anbieter für die Zukunftsfähigkeit.
Auszug aus dem Buch
3.1.2.1 Funktionsweise eines DSLAM
Der DSLAM stellt das Gegenstück zum DSL Modem beim Teilnehmer dar. In der Synchronisationsphase legt der DSLAM mit dem entsprechenden Modem des Teilnehmers die Frequenzen zur DSL-Übertragung fest. Aufgrund von unterschiedlichen Beeinflussungen können möglicherweise nicht alle Frequenzen genutzt werden. In der Synchronisationsphase wird somit überprüft bei welchen Frequenzen Fehler auftreten. Wurden diese Frequenzen ermittelt, werden sie als nicht benutzbar markiert.
Kommt es nicht zu einer solchen Trainingsphase, ist ein hochwertiger DSL-Anschluss nicht gewährleistet.
Weiterhin ist im DSLAM ein Profil hinterlegt, in dem gespeichert wird mit welchen Geschwindigkeiten der DSL-Anschluss im Up- und Downstream laufen soll.
In seiner Funktion als Verteiler terminiert der DSLAM mit seinen Linecards die Anschlüsse der Teilnehmer.
Auf der Linecard werden die Ports für die Leitungen, welche zu den Teilnehmern führen, zusammengefasst. Je nach Art liegen zwischen 2 und 96 Ports auf einer Linecard.
Jeder Port besteht aus zwei Einheiten. Zum Einen aus einer Transceiver Unit, welche zum Empfang des Upstream-Signals und zum Senden des Downstream-Signals dient. Zum Anderen aus einer DSL-Weiche (Splitter), welche die Frequenzen von Telefon und DSL in Empfangsrichtung aufteilt und in Senderichtung zusammenführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Telekommunikationsbranche und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Techniken von Telekom und Kabel BW zu vergleichen.
2 Vorstellung der Unternehmen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Deutsche Telekom AG und die Kabel Baden-Württemberg GmbH sowie deren geschichtliche Entwicklung.
3 Technische Lösung der Deutschen Telekom: Es wird die VDSL2-Technologie und die zugehörige Infrastruktur der Deutschen Telekom, inklusive DSLAM-Outdoor-Technik, erläutert.
4 Technische Lösung Kabel BW: Dieses Kapitel behandelt das Kabelnetz als Medium, den DOCSIS-Standard und die spezifische Architektur der Kabel BW.
5. Triple Play: Hier werden die Bündelungsangebote von Internet, Telefonie und Fernsehen sowie die jeweiligen Infrastrukturunterschiede bei DSL und Kabel diskutiert.
6 Stärken–Schwächen Analyse: Eine tiefgehende Analyse der Geschwindigkeiten, Reichweiten und Verfügbarkeit beider Technologien inklusive einer grafischen Auswertung.
7 Betriebswirtschaftlicher Vergleich: Ein Vergleich der Tarife für Privat- und Geschäftskunden, der Servicequalität sowie der Marktdynamik und Kundenentwicklung.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Kabel BW als leichten Sieger im direkten Vergleich.
Schlüsselwörter
Breitband-Internet, Deutsche Telekom, Kabel BW, VDSL2, DOCSIS, DSLAM, Triple Play, Kupferkabel, Koaxialkabel, Übertragungsrate, Marktanteil, Infrastruktur, Telekommunikation, Breitbandnetz, Kundenzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Internet-Infrastrukturen und Serviceangebote der Deutschen Telekom und von Kabel Baden-Württemberg aus technischer und betriebswirtschaftlicher Sicht.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Schwerpunkte liegen auf den eingesetzten Übertragungstechniken (VDSL2 vs. DOCSIS), der Verfügbarkeit, der Preisgestaltung der Tarife und der Marktpositionierung der beiden Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen klassischer DSL-Technik und der Kabelnetz-Übertragung aufzuzeigen, um die Vor- und Nachteile hinsichtlich Performance und Bezahlbarkeit für Haushalte zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine deduktive Analyse der technischen Standards durch und kombiniert diese mit einer betriebswirtschaftlichen Stärken-Schwächen-Analyse sowie einem direkten Tarifvergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die technischen Grundlagen (Hybridnetz vs. Kabelnetzarchitektur) als auch der betriebswirtschaftliche Vergleich von Tarifen, Servicequalität und Kundenwachstum detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Breitband-Internet, VDSL2, DOCSIS, Triple Play, Infrastrukturvergleich, Downstream und Upstream.
Wo liegen die Hauptunterschiede in der Übertragungstechnik?
Während die Telekom auf VDSL2 über Kupferleitungen (mit Glasfaser bis zum Verteiler) setzt, nutzt Kabel BW ein Koaxialkabel-Netz, das als "shared medium" fungiert und höhere Bandbreiten, aber mitunter geringere Upstream-Raten bietet.
Welcher Anbieter geht als Sieger aus dem Vergleich hervor?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Kabel BW im Gesamtvergleich einen leichten Vorteil aufweist, insbesondere durch die technologische Stärke und die attraktivere Preisgestaltung für Privatkunden.
- Arbeit zitieren
- Marius Schmitt (Autor:in), 2012, Vergleich der Techniken High-Speed-Internet bei der Deutschen Telekom und bei Kabel Baden-Württemberg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195363