Sterben und Trauer gehören genauso zum Alltag eines Menschen wie Freude und Glück. Würden wir keine Trauer empfinden können, hätte dies fatale Folgen für uns Menschen, da das Gefühl der Trauer eine natürliche Schutzfunktion für jeden Einzelnen darstellt.
„Trauer ist die einzig mögliche Antwort auf einen erlebten Verlust! Ausgedrückte und gelebte Trauer ist (über)lebenswichtig!“ (http:/ /www.kindertrauer.info/ Trauer/Trauer. html), sagt Oliver Junker, der sich bereits seit langer Zeit mit der Trauerarbeit verschiedenster Menschen befasst.
Demnach ist es wichtig, sich mit seiner eigenen Trauer zu beschäftigen und sie zuzulassen. Jedoch stellt dieser Schritt für viele trauernde Menschen eine erhebliche Schwierigkeit dar, sei es anderen Menschen zu Liebe, für die sie stark bleiben wollen oder für sie selbst, da Trauer fälschlicherweise oft mit Schwäche gleichgesetzt wird. Unter Umständen ist es möglich, dass eine komplette Tabuisierung der eigenen Trauer erfolgt. Dieses Verleugnen und Unterdrücken der eigenen Trauer kann letztlich vor allem in Familien mit Kindern zu schwerwiegenden Folgen führen. Die Vorbildfunktion der Eltern rückt auch in schwierigen Lebenssituationen keinesfalls in den Hintergrund. So nehmen Kinder bewusst wahr, wie ihre Eltern oder nahe Bezugspersonen mit der Trauer umgehen. Dieses beobachtete Verhalten wird für richtig oder sogar erforderlich gehalten und somit vollständig in eigenen Verhaltensweisen übernommen. (vgl. Hinderer & Kroth, 2005) Viele Kinder lernen somit ihren Schmerz zu unterdrücken, bekommen jedoch nicht gesagt, dass dieser mit der gleichen Kraft, die für diese Unterdrückung aufgebracht wurde, in naher Zukunft wieder zurückkommen kann. Um weitere Faktoren aufzuzeigen, die in die Verarbeitung der Trauer von Kindern einfließen, ist es unumgänglich in diesem einführenden Kapitel zunächst eine Definition von Trauer und vor allem von kindlicher Trauer vorzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition von Trauer
1.2 Trauer von Kindern
2. Hauptteil
2.1 Tabuisierung des Todes
2.1.1 Nachlassende Sterbekultur
2.1.2 Verschlossene Trauerkultur
2.2 Tod in den Medien
2.2.2 Fehlende Kommunikation
2.2.3 Zunehmende Brutalität in den Medien
2.3 Gesellschaftliche Fortschritte
2.3.1 Fortschritt der Technik
2.3.2 Fortschritt der Medizin
3. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Trauer für Kinder überlebenswichtig?
Trauer ist eine natürliche Schutzfunktion und die notwendige Antwort auf einen Verlust. Gelebte Trauer verhindert langfristige psychische Schäden.
Wie nehmen Kinder die Trauer ihrer Eltern wahr?
Kinder beobachten das Verhalten ihrer Bezugspersonen genau. Wenn Eltern ihre Trauer unterdrücken, lernen Kinder oft, ihren eigenen Schmerz ebenfalls zu verleugnen.
Was sind die Folgen einer Tabuisierung des Todes?
Eine verschlossene Trauerkultur führt dazu, dass Kinder keine gesunden Bewältigungsmechanismen entwickeln und der Schmerz später mit großer Kraft zurückkehren kann.
Welchen Einfluss haben Medien auf das Todesverständnis von Kindern?
Oft fehlt es an Kommunikation über mediale Darstellungen von Gewalt und Tod, was Kinder verunsichern oder zu einem verzerrten Bild des Sterbens führen kann.
Wie hat sich die Sterbekultur gesellschaftlich verändert?
Durch Fortschritte in Medizin und Technik wurde das Sterben zunehmend aus dem Alltag in Institutionen verlagert, was die natürliche Auseinandersetzung erschwert.
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- Karin Haas (Author), 2012, Zur Trauerarbeit von Kindern bei Todesfällen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195214