Die Globalisierung hat heute weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmen und deren Wettbewerb. So können sich Unternehmen immer schwieriger wie alt hergebracht durch ihre Produkte und deren Qualität einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen. Heutzutage wird es immer wichtiger, Logistikketten effizient zu gestalten und sich so einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dabei kommt unter anderem den Lägern eine große Bedeutung zu. Kapitalbindungskosten sind in diesem Zusammenhang oft der Anstoß neuer Vorgehensweisen und Entwicklungen. Betrachtet man Just-in-time- oder Just-in-sequence-Konzepte, bei denen Waren erst kurz vor Bedarfszeitpunkt geliefert werden, stellt man fest, dass Bestände immer weiter auf die Transportwege verlagert werden. Nicht zuletzt sind auch Lagerhaltungskosten ein Akzelerator dieser Entwicklung. Das Vendor Managed Inventory ist ein System, bei dem der Lieferant für das Lagerbestandsmanagement des Kunden zuständig ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriff
1.2 Entstehung
2 Vendor Managed Inventory
2.1 Einordnung und Formen
2.2 Einsatzgebiete und Anwendungsbereiche
2.3 Voraussetzungen
2.4 Funktionsweise
2.5 Möglichkeiten und Zielsetzungen des VMI
2.5.1 Vor- und Nachteile aus Sicht des Kunden
2.5.2 Vor- und Nachteile aus Sicht des Lieferanten
3 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Vendor Managed Inventory (VMI) als moderne Methode des herstellergesteuerten Bestandsmanagements zur Optimierung der Lieferkette. Ziel der Arbeit ist es, die Funktionsweise des Systems, dessen Voraussetzungen sowie die damit verbundenen Potenziale und Risiken für beteiligte Kunden und Lieferanten detailliert zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte des VMI
- Methodische Funktionsweise und informationstechnische Integration (APS)
- Einsatzgebiete nach Güterarten und Belieferungsformen
- Analyse der Vor- und Nachteile für Kunden und Lieferanten
- Strategische Bedeutung von Vertrauen und IT-Infrastruktur
Auszug aus dem Buch
2.4 Funktionsweise
Viele Läger stehen zufälligen Nachfragemengen gegenüber. Eine Steuerung durch geeignete Lagerhaltungsstrategien ist dabei notwendig. Ein System, welches darauf beruht, dass der Lieferant das Bestandsmanagement übernimmt ist das VMI. Dabei lässt sich die Funktionsweise dieses Systems in 5 Schritten erklären:
1. Der Produzent (Lieferant) überprüft je nach Vereinbarung mit dem Kunden dessen Lagerbestände bis hin zu mehrmals täglich. Dabei erhält er Informationen über Verkaufsdaten, Verbrauchsmengen, aktuelle Lagerbestände in Wareneingang und zusätzliche Informationen wir z.B. größere einmalige Aktionen des Kunden. Dies geschieht, indem er sich die Daten vom Kunden herunterlädt.
2. Der Lieferant verarbeitet die Daten und entscheidet, wann eine Lieferung zu seinem Kunden notwendig wird. Dabei entscheidet er über die Liefermenge und den genauen Lieferzeitpunkt selbst. Allerdings ist der Lieferant nicht gänzlich frei in der Entscheidung, das bestimmte Minimal- und Maximalbestände je nach Vertrag eingehalten werden müssen. Um Kosten zu sparen wird der Lieferant eine Lieferung erst dann auslösen, wenn die Vorhersage und Verbrauchswerte beim Kunden dies notwendig machen.
3. Ist eine Lieferung notwendig, gleicht der Lieferant sendungsspezifische Daten wie z.B. Bestellnummer und Warennummern mit dem Kunden ab und avisiert die Lieferung.
4. Im vierten Schritt findet der eigentliche Warentransfer, also die Verbringung der Waren zum Kunden statt.
5. Schließlich werden die Waren beim Kunden eingelagert, ohne dass dieser aktiv in den Vorgang hätte eingreifen müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der effizienten Logistikketten ein und definiert den Begriff sowie die historische Entstehung des Vendor Managed Inventory.
2 Vendor Managed Inventory: Dieser Hauptteil erläutert die verschiedenen Formen und Einsatzgebiete von VMI, beschreibt die notwendigen Voraussetzungen und detailliert die operative Funktionsweise sowie die spezifischen Vor- und Nachteile für die beteiligten Geschäftspartner.
3 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des VMI-Konzepts unter Berücksichtigung von Investitionskosten und unternehmensspezifischen Anforderungen.
Schlüsselwörter
Vendor Managed Inventory, VMI, Logistikmanagement, Lieferkette, Supply-Chain, Bestandsmanagement, Continuous Replenishment Program, Effizienz, Lagerhaltung, IT-Integration, Warenversorgung, Prozessoptimierung, Kundenzufriedenheit, Lieferant, Bestandscontrolling.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Vendor Managed Inventory (VMI), bei dem der Lieferant die Verantwortung für das Bestandsmanagement beim Kunden übernimmt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition und Entstehung von VMI, die funktionale Einbettung in Advanced Planning Systeme (APS) sowie die Betrachtung der ökonomischen Auswirkungen für Kunden und Lieferanten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten des VMI zur Prozessoptimierung und Kostensenkung aufzuzeigen und die Bedingungen zu identifizieren, unter denen sich ein solches System für Unternehmen rentiert.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse logistischer Konzepte und wertet Literatur sowie praktische Anwendungsbeispiele aus, um das VMI-Modell und seine Wirkungsweise zu systematisieren.
Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die verschiedenen Ausprägungen des VMI, die Anforderungen an die IT-Struktur, die operativen Abläufe und die Vor- sowie Nachteile aus der Perspektive beider Handelspartner.
Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Supply-Chain-Optimierung, Bestandsmanagement, IT-gestützte Disposition und partnerschaftliche Kooperation charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Normalware von Aktionsware bei der Anwendung von VMI?
Bei Normalware kann auf langfristige Verkaufsdaten zurückgegriffen werden, während bei Aktionsware für kurzfristige Sonderaktionen oft keine historischen Daten vorliegen, was eine engere Absprache zwischen den Partnern erfordert.
Warum ist das Vertrauensverhältnis bei VMI so entscheidend?
Da der Lieferant Zugriff auf sensible interne Daten des Kunden, wie z.B. genaue Verkaufszahlen oder Kapazitätsplanungen erhält, ist ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis für den langfristigen Erfolg der strategischen Partnerschaft unerlässlich.
- Arbeit zitieren
- Christian Krogmann (Autor:in), Sebastian Schmoll (Autor:in), 2011, Möglichkeiten des Vendor Managed Inventory (VMI), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195080