Betrachtet man die Varietäten des Französischen, fällt deutlich auf, dass sich diese auch weit außerhalb des Mutterlandes Frankreich und seinen Departements wieder finden.
Die vorliegende Hausarbeit behandelt das Thema „Französisch in Kanada“ mit Hauptaugenmerk auf die Provinz Québec, die den größten frankophonen Bevölkerungsanteil Kanadas beansprucht und als einzige Französisch als Amtssprache festgelegt hat.
Mit knapp 7,5 Mio. Mitbürger und einer Fläche von ca. 1,5 Mio. km² ist die Provinz ungefähr zweieinhalb Mal so groß wie Frankreich, wird aber von wesentlich weniger Einwohnern besiedelt (vgl. Frankreich hat ca. 65 Mio. Einwohner).
Auffällig ist auch, dass Québec die frankophone Mehrheit über Jahrhunderte hinweg weit ab vom französischen Mutterland in einem ausschließlich anglophonen Gebiet bewahren konnte.
Im Folgenden wird daher unter Anderem auf die historisch-politische Entwicklung der Sprache, sowie auf Phonetik und Phonologie, Morphologie und Lexikologie des franςais québécois eingegangen, welches neben Québec auch in Ontario und den westlichen Provinzen Kanadas gesprochen wird.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Sprachgeschichte
2.1. Neufrankreich (1608-1763)
2.2. Britische Kolonie (1763-1791)
2.3. Kanadische Provinz (1791-1960)
2.4. Separatismus (1960-heute)
3.Sprachqualität des kanadischen Französisch
4.Sprachliche Merkmale
4.1. Phonetik und Phonologie
4.1.1. Das konsonantische System
4.1.2. Das vokalische System
4.2. Morphologie
4.3. Syntax
4.4. Lexikologie
4.4.1. Archaismen
4.4.2. Anglizismen
4.4.3. Amerindianismen
4.4.4. Kanadianismen
5.Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und linguistischen Entwicklungen des Französischen in Kanada, mit einem besonderen Fokus auf die Provinz Québec. Ziel ist es, die sprachlichen Besonderheiten des dort gesprochenen Französisch im Vergleich zum europäischen Standardfranzösisch unter Berücksichtigung politischer und historischer Einflüsse aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung von der Kolonialzeit bis heute
- Phonetische und phonologische Besonderheiten des kanadischen Französisch
- Morphologische und syntaktische Spezifika
- Lexikologische Einflüsse durch Archaismen, Anglizismen und Indigenismen
Auszug aus dem Buch
4.1. Phonetik und Phonologie
Im Zentrum dieses Abschnittes stehen die Phonetik und die Phonologie des kanadischen Französisch (im Folgenden mit kfr. abgekürzt) und dessen Divergenz zum Standardfranzösischen in Frankreich (ffr.). Die Aussprache des früheren français québécois war sehr weit entfernt von Standardfranzösischen und fand seine Vereinheitlichung erst durch das Schulwesen.
Die Abhandlung muss aus Platzgründen auf das Wesentliche gekürzt werden.
4.1.1 Konsonantisches System
Die Affrikation von /t, d/: Die Konsonanten /t/ und /d/ werden überwiegend [ts] und [dz] ausgesprochen, wenn ihnen die Vokale /i/ bzw. die Halbvokale /j, ɥ/ folgen: z.B. ffr. /dypɛ/ -> kfr. [dzypɛ] du pain, ffr. /tytjɛ/ -> kfr. [tsytsjɛ] tu tiens. Bisweilen kann die Palatalisierung von /t,d/ vor /j/ die Stufe [dʒ] und [tʃ] erreichen: ffr. /djø/ -> kfr. [dʒø] Dieu.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in das Thema des Französischen in Kanada mit Fokus auf Québec und der Zielsetzung der Arbeit.
2.Sprachgeschichte: Übersicht über die Entwicklung der Region von der französischen Kolonialisierung über die britische Herrschaft bis zur Moderne.
3.Sprachqualität des kanadischen Französisch: Untersuchung der historischen Qualität des gesprochenen Französisch und die Widerlegung der Dialekthypothese.
4.Sprachliche Merkmale: Detaillierte linguistische Analyse der phonetischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Besonderheiten.
5.Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über die Unterschiede und Annäherungen zwischen dem kanadischen und europäischen Französisch.
Schlüsselwörter
Französisch in Kanada, Québec, Sprachgeschichte, Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexikologie, Archaismen, Anglizismen, Amerindianismen, Kanadianismen, Sprachwandel, Sprachkontakt, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Französische in Kanada, insbesondere in der Provinz Québec, und analysiert dessen sprachliche Entwicklung und Merkmale.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Region, die phonetischen, morphologischen und syntaktischen Besonderheiten sowie lexikalische Einflüsse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Eigenheiten des kanadischen Französisch herauszuarbeiten und den Einfluss historischer und politischer Ereignisse zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse und dem Vergleich mit existierender Fachliteratur zur Sprachgeschichte und Sprachwissenschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick sowie eine detaillierte Untersuchung der sprachlichen Merkmale (Phonetik, Morphologie, Syntax, Lexik).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Québec, Sprachgeschichte, Phonologie, Archaismen und Anglizismen.
Wie unterscheidet sich die Aussprache im kanadischen Französisch?
Ein wesentliches Merkmal ist die Affrikation von /t/ und /d/ sowie eine andere vokalische Struktur, inklusive der Tendenz zur Öffnung und Nasalität.
Welchen Einfluss hatten andere Sprachen auf den Wortschatz?
Der Wortschatz wurde durch den Kontakt zum Englischen (Anglizismen) sowie durch indigenen Kontakt (Amerindianismen) und die Bewahrung älterer Sprachstufen (Archaismen) geprägt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2009, Französisch in Quebec, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/195007