Hierbei handelt es sich um eine ausführliche Unterrichtsvorbereitung (AUV)des Faches Mathematik und wurde im Mai 2012 eingereicht. Das Thema der Stunde lautet: "Einführung der Zahlenmauer".
Die AUV ist folgendermaßen aufgebaut:
1. Sachanalyse
2. Beschreibung der Lernbedingungen
3. Didaktische Überlegungen
4. Angestrebte Kompetenzen und Stundenziele
5. Methoden und Medien
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang (Schülerbeschreibungen, Verlaufsplanung, Planung der Unterrichtseinheit, Arbeitsblätter)
Innerhalb des Anhangs findet sich auch eine Beschreibung der Unterrichtseinheit, in die die Stunde eingebettet ist: "Die Zahlenmauer als operatives und produktives Übungsformat zur Addition, Subtraktion und Zahlzerlegung im Zahlenraum bis 20".
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
2. Beschreibung der Lernbedingungen
3. Didaktische Überlegungen
4. Angestrebte Kompetenzen und Stundenziele
5. Methoden und Medien
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Unterrichtsstunde ist die Einführung des operativen Übungsformats „Zahlenmauer“, um den Schülern ein Verständnis für additive Strukturen im Zahlenraum bis 20 zu vermitteln und ihre Rechenfertigkeiten durch gezieltes Üben zu festigen.
- Einführung und strukturelle Erläuterung des Aufgabenformats „Zahlenmauer“
- Festigung der Addition im Zahlenraum bis 20
- Förderung der kommunikativen Kompetenzen durch Verbalisierung von Rechenwegen
- Einsatz von kooperativen Lernformen wie Partnerarbeit
- Differenzierung durch Aufgaben mit variablem Schwierigkeitsgrad
Auszug aus dem Buch
1. Sachanalyse
Bei Zahlenmauern, auch Rechenpyramiden genannt, handelt es sich um ein bewährtes Übungsformat, das zahlreiche operative Variationen ermöglicht (vgl. Radatz et al. 1996, S. 87; Wittmann / Müller 2007, S. 106). Zahlenmauern bestehen mindestens aus drei Steinen. Dabei wird auf zwei benachbarte Steine einer Schicht ein dritter Stein gesetzt, der die Summe der beiden unteren Steine beinhaltet. Sobald die Zahlenmauer aus mehr als drei Steinen besteht, wirken sich die Steine der untersten Reihe unterschiedlich auf die Summe des obersten Steins aus: Während die Randsteine einfach in die Summe eingehen, werden mittlere Steine mehrfach berücksichtigt.
Ich werde mich in der Unterrichtsstunde auf Zahlenmauern mit drei bzw. sechs Steinen beschränken (3er- bzw. 6er-Mauer). Die Struktur der 6er-Mauern lässt sich folgendermaßen darstellen (vgl. Schipper 2009, S. 314f.):
Je nachdem, welche Werte in der Zahlenmauer gegeben bzw. gesucht sind, erfordert das Lösen der Zahlenmauer verschiedene Operationen: Wenn die unterste Schicht vollständig gegeben ist, dann kann die Zahlenmauer rein durch Additionsaufgaben von unten nach oben gelöst werden. Verteilen sich jedoch die gegeben Werte frei über alle Schichten der Mauer, werden (zusätzlich) Subtraktionen bzw. Ergänzungen notwendig (vgl. Projekt PIK AS 2010, S. 1).
Somit können durch Zahlenmauern grundlegende Rechenfertigkeiten geübt sowie die Zusammenhänge der Rechenoperationen verdeutlich werden, weshalb es ein operatives Übungsformat darstellt. Die Zahlen der Zahlenmauer können auch so vorgegeben sein, dass sie unterschiedliche Lösungswege erlauben, zum Beispiel wenn nur der Deckstein oder aber gar keine Vorgaben vorhanden sind (vgl. Schipper 2009, S. 316). Somit ermöglichen Zahlenmauern auch produktives Üben, da Strukturen und Gesetzmäßigkeiten entdeckt werden können (vgl. Wittmann / Müller 2007, S. 106). Somit hängt der Schwierigkeitsgrad von der Höhe der Mauer (Anzahl der Schichten) sowie von der Größe und der Verteilung der vorgegeben Zahlen ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Erläutert das mathematische Konzept der Zahlenmauer, ihre operative Funktion und die Bedeutung der additiven Struktur für den Aufbau von Rechenfertigkeiten.
2. Beschreibung der Lernbedingungen: Analysiert die Klassensituation, das Sozialverhalten der Schüler und die Herausforderungen bei der Organisation von kooperativem Unterricht.
3. Didaktische Überlegungen: Begründet die Wahl des Formats, die Reduktion auf den Zahlenraum bis 20 und die methodische Herangehensweise zur Förderung mathematischer Kompetenzen.
4. Angestrebte Kompetenzen und Stundenziele: Definiert die angestrebten sozialen und fachlichen Ziele sowie die Feinlernziele für die Einführung der Zahlenmauer.
5. Methoden und Medien: Beschreibt den geplanten Unterrichtsverlauf, den Einsatz von Impulskarten und die Wahl der Lernformen zur erfolgreichen Vermittlung des Themas.
Schlüsselwörter
Zahlenmauer, Addition, Subtraktion, Zahlenraum bis 20, operatives Übungsformat, mathematische Strukturen, entdeckendes Lernen, kooperatives Lernen, Rechenpyramide, Sachanalyse, Differenzierung, Grundschule, Matheunterricht, Lernbedingungen, Kompetenzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung im Kern?
Die Arbeit fokussiert sich auf die didaktische Planung einer Mathematikstunde zur Einführung von Zahlenmauern als operatives Übungsformat für eine Grundschulklasse.
Welche mathematischen Operationen stehen im Mittelpunkt?
Primär wird die Addition im Zahlenraum bis 20 geübt, wobei die Zahlenmauern auch Grundlagen für Subtraktion und Zahlzerlegung bieten.
Was ist das Hauptziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen das Prinzip der Zahlenmauer durch den Aufbau und die Lösung von 3er- und 6er-Mauern verstehen und anwenden lernen.
Welche methodischen Ansätze werden zur Vermittlung genutzt?
Es werden methodische Elemente wie der Kinositz zur Aufmerksamkeitssteuerung, stumme Impulse an der Tafel und Partnerarbeit eingesetzt.
Welche zentralen Herausforderungen werden in der Klasse identifiziert?
Die Klasse wird als unruhig beschrieben; zudem zeigen viele Schüler Defizite in der Materialorganisation und bei der Verbalisierung mathematischer Prozesse.
Was unterscheidet das gewählte Format von Alternativen wie dem Rechendreieck?
Die Lehrkraft bevorzugt die Zahlenmauer, da sie das "Bauen" als einen motivierenden enaktiven Zugang empfindet, der für die Lerngruppe leichter zugänglich ist.
Warum wird die Komplexität der Aufgaben für das Spiel eingeschränkt?
Zahlenkarten sind auf den Bereich 1 bis 10 begrenzt, um Überforderungen und Ergebnissummen jenseits der 20 zu vermeiden.
Wie wird mit der Heterogenität der Klasse umgegangen?
Durch quantitative und qualitative Differenzierung mittels unterschiedlicher Arbeitsblätter (AB1-AB3) wird auf das individuelle Lerntempo eingegangen.
Welche Rolle spielen die "Stummen Impulse" in der Verlaufsplanung?
Sie dienen dazu, die Schüler direkt zur Beobachtung und verbalen Beschreibung der mathematischen Gesetzmäßigkeiten der Mauer anzuregen, ohne den Lösungsweg vorzugeben.
Welche Bedeutung hat die Reflexionsphase am Ende der Stunde?
Sie dient der Sicherung des Verständnisses, indem die Schüler ihre Arbeitsergebnisse und die allgemein gültigen Strukturen der Zahlenmauer formulieren.
- Arbeit zitieren
- Ann-Kathrin Daab (Autor:in), 2012, Einführung der Zahlenmauer in Klasse 1, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194590