Wie kam es zum Nationalsozialismus? Wie konnte der Mensch sein kritisches Denken der Gesellschaft zuliebe aufgeben? Fragen die aus der heutigen Sicht des individualisierten Menschen noch mehr Fragen aufwerfen mögen. Die Reformpädagogik versucht Licht in das Dunkel zu bringen, über die Erziehung, die Gesellschaft und den stetigen Wandel der Werte des einzelnen und seiner Mitmenschen. Den die Erziehung des Kindes ist das, was den erwachsenen Menschen und dessen Denken ausmachen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition „Reformpädagogik“
3. Die Reformpädagogik 1900-1933
3.1 Vertreter
3.1.2 Georg Kerschensteiner
3.1.2 Peter Petersen
4. Jugendbewegung
4.1 Wandervogel
5. Die Industrialisierung
6. Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20.Jahrhunderts
7. die Gründe für die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts
8. Resümee
9. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und pädagogischen Ursachen, die zur Entstehung reformpädagogischer Denkmotive am Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland führten, und analysiert dabei den Wandel vom autoritären Schulwesen hin zu einer Pädagogik, die das Kind in den Mittelpunkt stellt.
- Grundlagen und Definitionen der Reformpädagogik
- Die Rolle zentraler Vertreter wie Georg Kerschensteiner und Peter Petersen
- Der Einfluss der Jugendbewegung und des Wandervogels
- Die Auswirkungen der Industrialisierung auf Erziehung und Gesellschaft
- Die kritische Reflexion des Gemeinschaftsgedankens und des Nationalsozialismus
Auszug aus dem Buch
3.1.1Georg Kerschensteiner (1854-1932)
Diese Bewegung richtete sich der Schule und des Unterrichts zu. Dazu gab es mehrere konkurrierende Modelle. Als Stadtschulrat ermöglichte Kerschensteiners Stellung ihn in die Lage, das was er für pädagogisch richtig hielt auch politisch größtenteils durchsetzten zu können.
Arbeit war durchgängig ein Thema der Pädagogik, welches Kerschensteiner neu aufgriff und bildungstheoretisch systematisierte und begründete. Die systematisch in Symbiose stehenden Schwerpunkte seiner Pädagogik sind die Arbeitsschule sowie die Staatsbürgerliche Erziehung. Die Staatsbürgerliche Erziehung ist an den Interessen des Staates selbst interessiert, der zur Existenz und zur Fortentwicklung seiner selbst eines Bürgers bedarf und der Bürger andererseits dadurch dem Gemeinwesen dient.
Für Kerschensteiner ist ein oberster Zweck der Erziehung, den Menschen genau diese Einstellung und Gesinnung zu übermitteln. Er fordert eine Politik, dessen Idee der absolute Wert der des geordneten Staatslebens ist. In der Erziehungspraxis fordert sein Modell von Erziehern die Zöglinge zu lehren einer Gemeinschaft zu dienen, sie an Pflichten, Einfügung, Unterordnung, gegenseitiger Rücksichtnahme und freiwilligen persönlichen Opfern unter Hochhaltung der moralischen Tapferkeit zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die pädagogische Reformation der Jahrhundertwende und die Zielsetzung der Arbeit, das Kind als Zentrum der Erziehung zu betrachten.
2. Definition „Reformpädagogik“: Erläuterung des Begriffs Reform als Umgestaltung und Verwandlung im pädagogischen Kontext.
3. Die Reformpädagogik 1900-1933: Darstellung der reformpädagogischen Bewegung unter Einbeziehung theoretischer Ansätze und deren Notwendigkeit im Wandel der Zeit.
4. Jugendbewegung: Analyse des Einflusses der Jugendbewegung und des Wandervogels auf das neue Selbstverständnis der Jugend und deren Drang nach Natur und Freiheit.
5. Die Industrialisierung: Untersuchung des sozioökonomischen Wandels durch die Industrialisierung und dessen Auswirkungen auf das Bildungswesen.
6. Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20.Jahrhunderts: Vertiefende Analyse der Notwendigkeit einer neuen Sichtweise auf Erziehung im Industriezeitalter.
7. die Gründe für die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts: Reflexion über die Abhängigkeit der Pädagogik von gesellschaftlichen Veränderungen und den Übergang von der Agrar- zur Industriepädagogik.
8. Resümee: Fazit über die Bedeutung der Reformpädagogik als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen und deren mahnende Funktion gegenüber heutigen Denkansätzen.
9. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Reformpädagogik, Erziehungswissenschaft, Georg Kerschensteiner, Peter Petersen, Jugendbewegung, Wandervogel, Industrialisierung, Schulpädagogik, Staatsbürgerliche Erziehung, Gemeinschaftsdenken, Didaktik, Individuum, Geschichte der Erziehung, Moderne, Gesellschaftswandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Ursprünge und Beweggründe der reformpädagogischen Bestrebungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Reformpädagogik zwischen 1900 und 1933, die Einflüsse der Jugendbewegung sowie die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Erziehung.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die historischen Veränderungen am Beginn des 20. Jahrhunderts zu identifizieren, die zur Entstehung reformpädagogischer Denkmotive führten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit pädagogischer Fachliteratur und der Analyse historischer Entwicklungen im Bildungssektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung bedeutender Vertreter wie Kerschensteiner und Petersen, die Analyse der Jugendbewegung (Wandervogel) sowie die sozioökonomische Betrachtung der Industrialisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Reformpädagogik, Industrialisierung, Gemeinschaft, Erziehung vom Kinde aus und Jugendbewegung.
Wie unterscheidet sich die Pädagogik Kerschensteiners von der modernen Pädagogik?
Während Kerschensteiner die Unterordnung des Individuums unter die Gemeinschaft betonte, legt die moderne Pädagogik den Fokus auf die selbstständige Identitätsbildung des Einzelnen.
Welche Rolle spielte die Industrialisierung für die damalige Schulerziehung?
Die Industrialisierung führte zu einem gesellschaftlichen Umbruch, der die traditionelle Agrarpädagogik obsolet machte und neue Anforderungen an die Erziehung in urbanen Strukturen stellte.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Kniese (Autor:in), 2008, Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194035