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Positiver Selbstwert als erlernbarer Resilienzfaktor

Interesse und Bedarf der Sozialen Arbeit an spezifischen Methoden und Konzepten zur Resilienzförderung im Erwachsenenalter

Titel: Positiver Selbstwert als erlernbarer Resilienzfaktor

Bachelorarbeit , 2012 , 86 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Karina Feldmann (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu leben bedeutet, sich im Verlauf des Lebens Risiken, Krisen und alltäglichen Belastungen stellen zu müssen, die es zu meistern gilt. Kritische Lebensereignisse, also existenzielle Herausforderungen und Krisen, können das alltägliche Leben stark erschüttern und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Häufig treten diese überraschend auf und sind dem Betroffenen unbekannt. Ereignisse sind umso kritischer zu betrachten, je mehr sie das Gefühl von Sicherheit bedrohen und den Selbstwert auf den Prüfstand stellen. Kritische Lebensereignisse besitzen das Potential wichtige Grundlagen des Selbstwertgefühls zu zerstören und die Widerstandskraft der Betroffenen zu übersteigen. Nicht selten kommt es zu einer Chronifizierung von Belastungsreaktionen. Doch auch über kritische Lebensereignisse hinaus, kann der Umgang mit alltägliche Belastungen, wie angeborenen gesundheitlichen Einschränkungen oder ein negatives soziale Milieu, eine Herausforderung für die Lebensbewältigung und psychische Gesundheit sein. Eine gelingende Lebensbewältigung wird hier verstanden als die Bewältigung von persönlichem Alltag, die Gestaltung gesunder sozialer Beziehungen, eine optimistische aktive Lebenseinstellung und die Überwindung von kritischen Lebensereignissen und schwierigen Lebensumständen ohne Folgen für die psychische Gesundheit. Die Überwindung von, und der Umgang mit, schwierigen Lebensumständen erfordern hohe persönliche Kompetenzen und Ressourcen , die die nicht jede Person in gleichem Maße aufweisen kann. Soziale Arbeit hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen bei dieser Überwindung zu unterstützen, Hürden abzubauen und persönliche sowie soziale Ressourcen (präventiv) zu fördern, mit dem Ziel von Selbstbefähigung und Autonomie ihrer Klientel und Kunden. Welche Faktoren es sind, die einen Menschen gegenüber Risiken widerstandsfähig machen, ist Gegenstand der Resilienzforschung. In dieser Arbeit soll der Fokus dabei auf dem Selbstwert als Resilienzfaktor, und seiner Rolle zum Aufbau und Erhalt von Resilienz im Erwachsenenalter liegen. Ziel ist es, zu einem Standpunkt bezüglich der Bedeutung des Selbstwertgefühls für die gelingende Lebensbewältigung zu kommen. Anhand dieser Bedeutung soll das Interesse und der Bedarf der Sozialen Arbeit nach spezifischen Resilienzkonzepten und Methoden für Erwachsene überprüft werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2. Resilienz

2.1. Definition

2.2. Verwandte Begriffe und Konzepte

2.2.1. Salutogenese

2.2.2. Hardiness

2.2.3. Coping

2.3. Ergebnisse der Resilienzforschung

2.3.1. Das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept

2.3.2. Wirkprozesse und Mechanismen

2.3.3 Resilienzmodelle

2.3.4. Resilienzfaktoren

2.4. Resilienzkonzept und Soziale Arbeit: Einfluss und Bedeutung

3. Theoretische Grundlagen des Selbstwertes

3.1. Definitorische Annäherung an den Selbstwertbegriff

3.1.1. Selbst und Selbstkonzepte

3.1.2. Selbstwert und Selbstwertgefühl

3.2. Strukturelle Aspekte des Selbstwertes

3.2.1. Strukturelle Konzeptionen

3.2.2. Globaler und bereichsspezifischer Selbstwert

3.2.3. Stabilität und Variabilität

3.2.4. Die Säulen des Selbstwertgefühls

3.3. Selbstwertdynamik

3.3.1. Selbstwert im Lebenslauf

3.3.2. Selbstwertmotiv und Konsistenz

3.4. Einflussfaktoren

3.4.3. Soziale Aspekte

3.3.4. Quellen und Bedrohungen

3.3.5. Selbstwertdienliches Verhalten

4. Korrelate des Selbstwertes

4.1. Soziale Integrität und Selbstwert

4.2. Partnerschaftliche Beziehung und Selbstwert

4.3. Beruf, sozioökonomischer Status und Selbstwert

4.4. Physische Beeinträchtigungen und Selbstwert

4.5. Psychische Störungen und Selbstwert

5. Funktionen des Selbstwertes

5.1. Selbstwert als Glücksfaktor

5.2. Selbstwert als Copingressource

5.3. Selbstwert als Resilienzfaktor

6. Förderung des Selbstwertgefühls?

6.1. Hoher Selbstwert als „Must-Have“ der Resilienz?

6.2. Das Interesse der Sozialen Arbeit an der Förderung eines positiven Selbstwertes

6.3. Bedarf an spezifischen Methoden und Konzepten

6.4. Die Eignung der Sozialen Arbeit

7. Zusammenfassende Betrachtung, offene Fragen und Empfehlungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Selbstwertgefühls als erlernbaren Resilienzfaktor im Erwachsenenalter und erörtert, inwiefern ein Bedarf für die Soziale Arbeit besteht, spezifische Konzepte zu dessen Förderung zu etablieren, um die Widerstandsfähigkeit der Klientel gegenüber Lebenskrisen zu stärken.

  • Grundlagen der Resilienzforschung und deren Relevanz für die Soziale Arbeit
  • Theoretische Fundierung des Selbstwertbegriffs, seiner Dynamik und Einflussfaktoren
  • Zusammenhang zwischen Selbstwert und verschiedenen Lebensbereichen (Korrelate)
  • Funktionen des Selbstwertes als Glücksfaktor, Coping-Ressource und Resilienzfaktor
  • Diskussion über Notwendigkeit und Möglichkeiten der Selbstwertförderung in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.1. Definition

„Resilienz“ leitet sich vom Englischen Wort „resilience“ (Widerstandsfähigkeit, Elastizität, Belastbarkeit) ab. Seinen Ursprung findet der Begriff in der Physik, wo er einen Werkstoff definiert, der die Fähigkeit besitzt sich verformen zu lassen, im Anschluss aber in der Lage ist, in seine ursprüngliche Form zurückzufinden.

Eine allgemeingültige Definition von „Resilienz“ liegt bis zum heutigen Tage nicht vor. Vielmehr lässt sich in der Literatur eine Vielzahl von Definitionen finden, die, je nachdem welche Kriterien für den Maßstab von Resilienz verwendet werden, unterschiedlich ausfallen. Manche Definitionen beziehen sich ausschließlich auf externale Kriterien (z.B. soziales Umfeld, Eltern-Kind-Beziehung, Status etc.) zur Beschreibung der Resilienz, andere beziehen internale Kriterien (innere Befindlichkeiten wie beispielsweise Intelligenz, Interessen, Selbstbild etc.) mit ein. So definieren Masten und Reed Resilienz als: „Good adaption under extenuating circumstances. From a developmental perspective, meeting age-salient developmental tasks in spite of serious threats to development“, und beziehen sich dabei eher auf die externalen Kriterien. Die anerkannte Definition von Wustmann bezeichnet Resilienz als „...die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken…“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Einführung in die Thematik der Lebensbewältigung, Resilienz und der zentralen Rolle des Selbstwertgefühls.

2. Resilienz: Umfassender Überblick über das Konzept der Resilienz, verwandte Begriffe, Forschungsmodelle sowie die Relevanz für die Soziale Arbeit.

3. Theoretische Grundlagen des Selbstwertes: Definition, Struktur, Dynamik und Einflussfaktoren des Selbstwertes in der aktuellen Forschung.

4. Korrelate des Selbstwertes: Analyse des Zusammenhangs von Selbstwert mit sozialen, beruflichen und physischen Faktoren sowie psychischen Störungen.

5. Funktionen des Selbstwertes: Untersuchung der Rollen des Selbstwertes als Glücksfaktor, Coping-Ressource und Resilienzfaktor.

6. Förderung des Selbstwertgefühls?: Diskussion über die Notwendigkeit und Eignung der Sozialen Arbeit bei der Förderung eines positiven Selbstwertes bei Erwachsenen.

7. Zusammenfassende Betrachtung, offene Fragen und Empfehlungen: Fazit der Arbeit mit Ausblick auf konzeptionelle Umsetzungen in der Praxis.

Schlüsselwörter

Resilienz, Selbstwert, Selbstwertgefühl, Soziale Arbeit, Lebensbewältigung, Schutzfaktoren, Coping, Salutogenese, Psychische Gesundheit, Selbstkonzept, Resilienzförderung, Ressourcenorientierung, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Psychosoziale Risiken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Thesis untersucht, wie ein positives Selbstwertgefühl als elementarer Resilienzfaktor dazu beitragen kann, Menschen im Erwachsenenalter widerstandsfähiger gegenüber Lebenskrisen zu machen, und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei spielt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft die Resilienzforschung mit der Selbstwertforschung. Dabei werden Grundlagen, Funktionen, Korrelate des Selbstwertes sowie spezifische Anforderungen an die professionelle Soziale Arbeit thematisiert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob der Selbstwert eine erlernbare Resilienzressource darstellt und ob ein Bedarf an spezifischen Methoden innerhalb der Sozialen Arbeit besteht, um diesen bei Erwachsenen gezielt zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse der aktuellen Resilienz- und Selbstwertforschung durchführt, um daraus Implikationen für die sozialpädagogische Praxis abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Selbstwertdynamik, die Darstellung verschiedener Korrelate (z.B. Soziale Integrität, Beruf, Gesundheit) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Förderung des Selbstwertgefühls durch die Soziale Arbeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den zentralen Begriffen zählen Resilienz, Selbstwert, Coping, Soziale Arbeit, Lebensbewältigung und Ressourcenorientierung.

Inwieweit spielt die soziale Komponente bei der Selbstwertbildung eine Rolle?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass der Selbstwert massiv durch soziale Rückmeldungen, das soziale Umfeld und soziale Vergleiche geformt wird, wobei eine stabile Selbstakzeptanz als schützende Basis dient.

Warum wird Selbstakzeptanz als wichtiger als reine Selbstwertschätzung eingestuft?

Die Autorin argumentiert, dass eine stabile Selbstakzeptanz robuster gegenüber Selbstwertbedrohungen ist als eine rein leistungs- oder anerkennungsorientierte Selbstwertschätzung, die anfälliger für externe Schwankungen ist.

Ende der Leseprobe aus 86 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Positiver Selbstwert als erlernbarer Resilienzfaktor
Untertitel
Interesse und Bedarf der Sozialen Arbeit an spezifischen Methoden und Konzepten zur Resilienzförderung im Erwachsenenalter
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,0
Autor
Karina Feldmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
86
Katalognummer
V193684
ISBN (eBook)
9783656186465
ISBN (Buch)
9783656187844
Sprache
Deutsch
Schlagworte
positiver selbstwert resilienzfaktor interesse bedarf sozialen arbeit methoden konzepten resilienzförderung erwachsenenalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karina Feldmann (Autor:in), 2012, Positiver Selbstwert als erlernbarer Resilienzfaktor, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193684
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Leseprobe aus  86  Seiten
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