Das Seminar zu Platons Philebos im WS 2009/2010 war die erste
Veranstaltung, die ich im Rahmen meines erziehungswissenschaftlichen
Studiums für Lehrämter in meinem Wahlfach Philosophie besuchte. Bis
dahin kam ich kaum in Kontakt mit dem Fach Philosophie – höchstens am
Rande meines Theologiestudiums. Meine Vorkenntnisse zu Platon und
seinen Werken waren demnach nicht erwähnenswert und so versuchte ich
vorerst während der Sitzungen fast ausschließlich den Gedankengängen
meiner Kommilitonen zu folgen. Die Frage nach dem höchsten Gut im
Menschenleben fand und finde ich sehr spannend. Im Folgenden gehe ich
allgemein auf Platons Philebos ein, bevor ich mich ausführlicher mit dem
ersten Teil des Philebos, der Gesprächseröffnung (11 a – 14 b), sowie mit
dem Problem der Einheit und Vielheit (14 c -. 15 c) beschäftigen werde.
Abschließend möchte ich meine Ausführungen kurz reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Vorbemerkungen zum „Philebos“
3. Hauptteil
3.1 Die Gesprächseröffnung (11 d – 14 b)
3.2 Das Problem von Einheit und Vielheit (14 c – 15 c)
4. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Eingangsabschnitt von Platons Dialog „Philebos“ (11 d – 15 c), um die zentrale philosophische Fragestellung nach dem Wesen des guten Lebens sowie das methodische Vorgehen bei der Analyse von Einheit und Vielheit zu beleuchten.
- Strukturanalyse des Dialogs „Philebos“
- Die Debatte zwischen Lust und Vernunft
- Methodik der sokratischen Gesprächsführung
- Ontologische Probleme von Einheit und Vielheit
- Einführung in die platonische Ideenlehre
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Gesprächseröffnung (11 d – 14 b)
Nachdem sich Protarchos nun bereit erklärt hat, die These des ausgeschiedenen Dogmatikers der Hedone, Philebos, zu übernehmen, erläutert Sokrates für die weitere Vorgehensweise in 11 d, dass, wenn es zwei verschiedene Auffassungen darüber gibt, worin das Gute bestehe, die Seele ebenso beschaffen sein müsse wie diese. Vorausgesetzt wird hier, dass nach sokratischer Meinung Seele und Körper voneinander getrennt werden, da es Glückseligkeit nur in der Seele geben könne. Die Seele sei das Zentrum des Menschen und somit seinen Ideen ganz nahe. Der Körper hingegen sei vergänglich und somit weniger wert als die Seele.
Dass sich Sokrates an dieser Stelle Protarchos gegenüber auf die Seele bezieht, wirkt zunächst ungeschickt. Schließlich ist der Hedonismus in erster Linie auf körperliche Bedürfnisse und erst danach auf die Seele ausgerichtet. Umso erstaunlicher ist es, dass Protarchos den Vorschlägen des Sokrates zur weiteren Vorgehensweise in 11 d 5 direkt zustimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation und ihre Vorkenntnisse im Rahmen des Philosophie-Seminars zum Philebos im Wintersemester 2009/2010.
2. Vorbemerkungen zum „Philebos“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Entstehungszeit, Dialogpartner sowie die formale Gestaltung und die besondere Rolle von Sokrates in diesem Spätwerk Platons.
3. Hauptteil: Der inhaltliche Kern widmet sich der Analyse der Gesprächseröffnung sowie der komplexen philosophischen Problemstellung von Einheit und Vielheit.
3.1 Die Gesprächseröffnung (11 d – 14 b): Hier wird der Übergang von Philebos zu Protarchos als Gesprächspartner sowie der methodische Einstieg in die Debatte über das Wesen der Lust und die Rolle der Seele untersucht.
3.2 Das Problem von Einheit und Vielheit (14 c – 15 c): Dieses Kapitel analysiert Sokrates' methodische Ausführungen zur Dialektik und die ontologische Problematik von Ideen im Verhältnis zum Einzelnen.
4. Reflexion: Die Autorin reflektiert ihre Schwierigkeiten bei der Interpretation der abrupten Themenwechsel im Dialog und der schwierigen Passagen zur Ideenlehre.
Schlüsselwörter
Platon, Philebos, Sokrates, Protarchos, Lust, Vernunft, Dialektik, Einheit, Vielheit, Ideenlehre, Hedonismus, Gesprächskunst, Ontologie, Philosophie, Spätwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ersten Abschnitten des platonischen Dialogs „Philebos“, insbesondere mit der Frage nach dem höchsten Gut und der Strukturierung von Einheit und Vielheit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Lust und Vernunft, die Rolle der Seele im menschlichen Leben sowie die platonische Dialektik und Ideenlehre.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Platon den Dialog „Philebos“ eröffnet und welche methodischen Hürden beim Verständnis der Beziehung zwischen Einheit und Vielheit auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine hermeneutische Textanalyse unter Heranziehung etablierter philosophischer Kommentarliteratur, insbesondere von Dorothea Frede.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gesprächseröffnung zwischen Sokrates und Protarchos sowie die methodische Untersuchung der dialektischen Problematik in 14 c – 15 c.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Platon, Dialektik, Philebos, Ideenlehre, Einheit, Vielheit und das Wesen der Lust.
Warum spielt Philebos nach dem Beginn des Dialogs keine aktive Rolle mehr?
Als radikaler Hedonist zeigt Philebos kein Interesse an einer differenzierten Diskussion; er entzieht sich der Debatte, da er seine Ansicht als bereits geklärt betrachtet.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Sokrates?
Die Autorin bemerkt, dass Sokrates hier entgegen spätplatonischer Gewohnheiten wieder als aktiver Gesprächsführer auftritt, sich jedoch zeitweise in sehr komplexen und für sie schwer nachvollziehbaren methodischen Exkursen verliert.
- Quote paper
- Sarah Maria Fuhrmanski (Author), 2010, Platons „Philebos“ (11 d - 15 c) – Eine Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193658