Die Arbeit untersucht verschiedenste theoretische grammatikalische Konzepte zur Analyse an einem praktischen Textbeispiel. Dabei wird die Praktikabilität der Theorien untersucht und ein Fazit gezogen - auch in Hinblick auf Grammatikvermittlung in der Schule.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Traditionellen Grammatik
2.1 Theorie
2.2 Eine schulgrammatische Satzanalyse
2.3 Was ist ein Satz?
2.4 Das Scheinsubjekt
3. Dependenzgrammatik
3.1 Theorie
3.2 Valenz in der Praxis
3.3 Adjektive und Valenz
3.4 Valenz und die Satzbestimmung
4. Phrasenstrukturgrammatik
4.1 Theorie
4.2 Strukturelle Ambiguitäten
5. Kasustheorie
5.1 Theorie
5.2 Tiefenkasus im Aktiv und Passiv
6. Inhaltsbezogenen Grammatik
6.1 Theorie
6.2 Was ist eine Sauna? – Die Lexik
6.3 Eine syntaktische Betrachtung
6.3.1 Das Tempussystem
6.3.2 Passivsätze
7. Funktionalen Grammatik
7.1 Theorie
7.2 C- und F-Struktur
7.3 Perspektivierung und Rhema-Thema-Beziehung
7.4 Modalverben
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht einen selbst verfassten Textabschnitt aus der Perspektive verschiedener grammatischer Theorien, um deren Differenzen, Gemeinsamkeiten sowie Praktikabilität im praktischen Analysekontext aufzuzeigen.
- Traditionelle Grammatik und ihre Anwendung auf Satzstrukturen
- Dependenzgrammatik und das Konzept der Valenz
- Phrasenstrukturgrammatik und strukturelle Ambiguitäten
- Kasustheorie und semantische Rollenverteilung
- Inhaltsbezogene Grammatik und kognitive Dimensionen der Sprache
- Funktionale Grammatik und kommunikative Perspektivierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Grammatik – ein im Alltag häufig verwendeter Begriff. Im gemeinen Gebrauch wird der Terminus jedoch kaum in seiner ganzen sprachwissenschaftlichen Komplexität reflektiert, wonach Morphologie und Syntax, im weiteren Sinne auch Phonetik und Phonologie der Grammatik zuzurechnen sind. Selten wird dabei berücksichtigt, wie kontrovers die unterschiedlichen Grammatiktheorien sind. Um deren Differenzen und Gemeinsamkeiten, Praktikabilität und Überzeugungskraft soll es in dieser Arbeit gehen.
In dieser Arbeit steht der folgende Abschnitt, der einen Ausschnitt aus einem von mir geschriebenen Text darstellt, im Mittelpunkt der Betrachtungen:
„Es gewitterte. Gewitter dort drüben ängstigen mich noch heute immer. Und hier? Auf dieser Seite des Tals? Dampf überschlug sich aus der Küche hinaus ins Freie. Dampf, so dicht, wie man ihn hier nur in der Sauna gewohnt ist. Ich musste gar nicht sehen, wie der Lump mit dem Fernglas herüber schaute. Ich stand, du sahst und riefst ihm etwas zu, um letztendlich deinen Schall zu überholen und mit dem Motorrad hinüber zu fahren.
Warum du mit dem Schicksal spielen musstest, ist mir bis heute nicht klar. Denn du legtest dein Glück abermals in seine Hände, anstatt zu sehen, dass du dich nicht abhängig machen darfst. Begreifst du denn nicht? Wir leben auf dieser Seite, er auf jener. Ja, er sieht aus wie du. Und? Nachbarn, nichts anderes als Nachbarn. Unser Hügel steht östlich ihres Hügels und im Osten geht die Sonne auf.“
Dieses sprachliche Gebilde bildet in dieser Arbeit den Ausgangspunkt einer jeden grammatischen Betrachtung. Methodisch wird auf diesen kurzen Absatz immer wieder Bezug genommen, wobei induktiv vom Text ausgehend argumentiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Rahmen der Arbeit, stellt den Ausgangstext vor und erläutert die methodische Herangehensweise der kontrastiven Analyse verschiedener Grammatiktheorien.
2. Traditionellen Grammatik: Analysiert den Text mittels klassischer Schulgrammatik und beleuchtet die Begriffe Satzglieder und Wortarten unter Bezugnahme auf die Dudengrammatik.
3. Dependenzgrammatik: Untersucht die Rolle des Verbs und dessen Valenz als zentrales Element der Satzstruktur und der Ergänzungen.
4. Phrasenstrukturgrammatik: Analysiert den Text durch Konstituentenstrukturen, um strukturelle Ambiguitäten wie beim Beispiel mit dem Fernglas aufzulösen.
5. Kasustheorie: Erläutert Sätze als Kombination von Verben und semantischen Rollen (Tiefenkasus) im Gegensatz zu bloßen Oberflächenstrukturen.
6. Inhaltsbezogenen Grammatik: Fokussiert auf die semantische Komponente und die Verbindung von Sprache, Weltbild und individueller Wahrnehmung.
7. Funktionalen Grammatik: Betrachtet Sprache als funktionales System, in dem Satzbau und Kommunikation sowie die Perspektivierung des Sprechers zentral sind.
8. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die Nützlichkeit einer methodischen Vielfalt für den praktischen Grammatikunterricht.
Schlüsselwörter
Grammatiktheorie, Dependenzgrammatik, Phrasenstrukturgrammatik, Kasustheorie, Inhaltsbezogene Grammatik, Funktionale Grammatik, Valenz, Syntax, Semantik, Sprachwahrnehmung, Linguistik, Satzstruktur, Sprachunterricht, Dudengrammatik, Sprachphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht verschiedene grammatische Theorien anhand eines spezifischen literarischen Textbeispiels, um deren Leistungsfähigkeit und Unterschiede aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Traditionelle Grammatik, Dependenz- und Valenzgrammatik, Phrasenstrukturgrammatik, Kasustheorie sowie die inhaltsbezogene und funktionale Grammatik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die kontrastive Analyse der verschiedenen grammatischen Ansätze, um zu klären, wie diese den Ausgangstext interpretieren und welche Schwächen oder Stärken sie bei der Analyse spezifischer Phänomene aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine induktive, textbasierte Analyse angewendet, bei der ein zentraler Textabschnitt aus verschiedenen theoretischen Blickwinkeln beleuchtet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kapitel, die jeweils eine spezifische Grammatiktheorie vorstellen und diese direkt auf den im Einleitungskapitel definierten Text anwenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Valenz, Satzstruktur, semantische Rollen, Konstituenten, Kommunikation, Sprachwahrnehmung und grammatische Normierung.
Wie wird das "Scheinsubjekt" in der Arbeit analysiert?
Es wird am Beispiel des Witterungsverbs "es gewitterte" untersucht, wobei die Grenzen der Traditionellen Grammatik bei der Zuweisung von Subjekt-Prädikat-Strukturen aufgezeigt werden.
Welche Bedeutung hat das Beispiel "Sauna" für die Arbeit?
Das Beispiel verdeutlicht die theoretischen Ansätze der Inhaltsbezogenen Grammatik und zeigt auf, wie kulturelle Kontexte die Bedeutung von Lexemen zwischen verschiedenen Sprachen beeinflussen.
Warum spielt die Unterscheidung von Aktiv und Passiv eine Rolle?
Sie wird genutzt, um die unterschiedlichen Schwerpunkte der Valenztheorie und Kasustheorie bei der semantischen Bedeutungsgleichheit von Sätzen zu kontrastieren.
Inwiefern beeinflusst das "Fernglas-Beispiel" die Analyse der strukturellen Ambiguität?
Es dient als Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie Phrasenstrukturdiagramme helfen können, syntaktische Mehrdeutigkeiten aufzulösen und die funktionale Einbettung zu klären.
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- Paul Schmidt (Author), 2008, Textanalyse aus Sicht verschiedener Grammatiktheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/193452