Koch/Oesterreicher haben mit ihrem Mündlichkeit/Schriftlichkeits-Modell erstmals darauf hingewiesen, dass bei der Untersuchung von Sprache nicht nur ihr medialer Faktor, also die Unterscheidung in mündlich und schriftlich tradierte Äußerungen, sondern auch ihre Konzeption mit einbezogen werden muss und somit die Annahme widerlegt, dass es sich beim geschriebenen um einen elaborierten und ex negativo beim gesprochenen um einen weniger elaborierten Text handeln muss.
Inhaltsverzeichnis
- Dialog
- Kritik an Koch/Oesterreicher
- Vorschlag zur Erweiterung der medialen Dimension
- Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Text analysiert das Nähe/Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher, welches die sprachliche Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Kontext von Sprachtheorie und Sprachgeschichte betrachtet. Der Text untersucht die Grenzen des Modells im Hinblick auf neuere, digitale Kommunikationsformen wie Email und Chat und erörtert die Relevanz der medialen Dimension in Bezug auf die Inszenierung und Aufführung von Sprache.
- Kritik am Nähe/Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher in Bezug auf digitale Kommunikation
- Die Bedeutung der medialen Dimension in der sprachlichen Kommunikation
- Die Unterscheidung zwischen Inszenierung und Aufführung von Sprache
- Die Rolle der Versprachlichungsstrategien in der Konzeption von Sprache
- Die Erweiterung des Nähe/Distanz-Modells um die Dimension der Digitalität
Zusammenfassung der Kapitel
Dialog
Dieses Kapitel führt das Nähe/Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher ein, welches die Konzeption von Sprache als Kontinuum zwischen „konzeptionell mündlich“ und „konzeptionell schriftlich“ beschreibt. Das Modell ordnet dem mündlichen Pol „Nähe“ und dem schriftlichen Pol „Distanz“ zu und zeigt auf, wie sich diese Unterscheidung in den Kommunikationsbedingungen, den Versprachlichungsstrategien und der medialen Dimension widerspiegelt.
Kritik an Koch/Oesterreicher
Dieses Kapitel analysiert die Kritik an Koch/Oesterreichers Modell, die sich insbesondere auf die fehlende Einbeziehung neuer, digitaler Kommunikationsformen wie Email konzentriert. Es wird argumentiert, dass das Modell nicht in der Lage ist, die komplexen Medialität und Konzeptionalität dieser Formen adäquat zu erfassen. Der Text zeigt auf, dass die Unterscheidung zwischen Inszenierung und Aufführung von Sprache für ein umfassendes Verständnis digitaler Kommunikation relevant ist.
Vorschlag zur Erweiterung der medialen Dimension
Dieses Kapitel präsentiert einen Vorschlag zur Erweiterung von Koch/Oesterreichers Modell, der die digitale Dimension der Kommunikation berücksichtigt. Der Text schlägt eine Erweiterung der medialen Dimension um die Aspekte „digital übermittelt“ bzw. „nicht digital übermittelt“ vor, um die wachsende Bedeutung digitaler Kommunikationsformen im Sprachgebrauch zu reflektieren. Das Kapitel stellt auch die Herausforderung dar, die konzeptionelle Dimension von Sprache im Kontext neuer, digitaler Kommunikationsformen zu analysieren und zu kategorisieren.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieses Textes sind: Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Nähe/Distanz-Modell, Koch/Oesterreicher, digitale Kommunikation, Medialität, Konzeptionalität, Inszenierung, Aufführung, Versprachlichungsstrategien, Kommunikationsbedingungen, digital übermittelt, nicht digital übermittelt.
Häufig gestellte Fragen
Was erklärt das Nähe/Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher?
Das Modell beschreibt die sprachliche Kommunikation als Kontinuum zwischen konzeptioneller Mündlichkeit (Nähe) und konzeptioneller Schriftlichkeit (Distanz), unabhängig vom gewählten Medium.
Warum wird das Modell in Bezug auf digitale Kommunikation kritisiert?
Kritiker argumentieren, dass das klassische Modell neue Formen wie E-Mails oder Chats nicht adäquat erfasst, da diese oft Merkmale beider Pole (mündlich und schriftlich) vermischen.
Was ist der Unterschied zwischen Medium und Konzeption in der Sprache?
Das Medium ist der physikalische Kanal (phonisch oder grafisch), während die Konzeption die Art der Sprachverwendung beschreibt (z. B. informell-mündlich vs. formell-ausgearbeitet).
Wie soll das Modell für das digitale Zeitalter erweitert werden?
Es wird vorgeschlagen, die mediale Dimension um die Aspekte „digital übermittelt“ und „nicht digital übermittelt“ zu ergänzen, um die Besonderheiten moderner Kommunikation abzubilden.
Welche Rolle spielen Versprachlichungsstrategien in diesem Modell?
Versprachlichungsstrategien hängen von den Kommunikationsbedingungen ab und bestimmen, ob ein Text eher Merkmale der Nähe oder der Distanz aufweist.
Was ist der Unterschied zwischen Inszenierung und Aufführung von Sprache?
Diese Unterscheidung hilft dabei, die Medialität digitaler Kommunikation besser zu verstehen, indem man zwischen der bewussten Gestaltung und der tatsächlichen Realisierung einer Äußerung differenziert.
- Arbeit zitieren
- Jule Ebbing (Autor:in), 2009, Das Nähe/Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192909