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Bruckners Programm

Gedanken zum Finale der Achten Symphonie

Title: Bruckners Programm

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Bruno Desse (Author)

Musicology - Miscellaneous

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Bruckners Symphonisches Schaffen als absolute Musik zu bezeichnen, scheint eine gesicherte musikwissenschaftliche These zu sein. Im Komplex aus der herrschenden Ästhetik der Romantik, der Schopenhauerschen Philosophie und maßgeblich durch E.T.A. Hoffmann geprägten „Metaphysik der Musik“, Hanslicks Idee einer „reinen, absoluten Tonkunst“, den „Neudeutschen“ um Wagner und der Programmatik eines Liszt und Berlioz, sowie der Stellung an der Spitze der Avantgarde von Bruckners Musik zu seinen Lebzeiten, wurde das Oeuvre von der Forschung überwiegend in ein Feld gerückt, das sich programmatische Interpretationen verbittet.
Dennoch ist die Existenz eines Programms – eine genauere Klärung des Begriffs wird noch zu unternehmen sein – namentlich zur Vierten und Achten Symphonie nicht zu leugnen. Dass diesen durch ihren fragmentarischen Charakter und ihren Eklektizismus so mancher Aspekt abgeht, der allgemein als notwendig für die Bezeichnung der Programmusik erachtet wird, berechtigt keineswegs dazu, diese Tatsache mehr oder weniger unter den Tisch zu kehren, wie es in der Bruckner-Forschung nur allzuoft geschehen ist. Ganz im Gegenteil muss das „Programm“ gerade dann, wenn es sich nicht in eingebrachte Denk- und Kompositionsmuster einfügt und daher weitere Fragen aufwirft, für die Interpretation Berücksichtigung finden. So wird sich auch zeigen, dass Bruckners literarische Hinterlassenschaft sehr wohl signifikative Bedeutung für eine Deutung der Achten Symphonie besitzt, zwar nicht als wörtliche Bedeutungszuweisung – aber als
ideengeschichtliches Dokument.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ideengeschichtliche Voraussetzungen

2.1. Konzeption des Programms

2.2. Funktion des Programms

2.3. Gestalt des Programms

2.4. Wesen des Programms

2.5. Programmmusik und Charakterstück

3. Methodische Voraussetzungen

3.1. Analyse

3.2. Deutung

4. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Finale von Anton Bruckners Achter Symphonie im Spannungsfeld zwischen absoluter Musik und programmatischer Deutung, mit dem Ziel, die Bedeutung von Bruckners literarischen Hinweisen für ein tieferes Verständnis des Werkes als eschatologische Vereinigung zu erschließen.

  • Das Spannungsfeld zwischen absoluter Musik und Programmmusik im 19. Jahrhundert.
  • Analyse und Interpretation der „programmatischen“ Äußerungen Bruckners zur Achten Symphonie.
  • Die Rolle von musikalischen Topoi und deren semiotische Untersuchung.
  • Die Synthese aus musikalischem Ausdruck und ideengeschichtlicher Verankerung.
  • Die Verbindung von „kirchlichen“ und „weltlichen“ Elementen als kompositorisches Verfahren.

Auszug aus dem Buch

3.1. Analyse

Wenden wir uns also nun dem Anfang des Finalsatzes zu. Der abgehakt tremolierte, zweitaktive Einstieg auf dem Fis, und zwar p-ff unisono, ist eine interessante Abwandlung des charakteristischen Brucknerschen tremolierenden Anfangsmotivs. Der massive Bläsereinsatz, der (ebenfalls unisono auf Fis) auf das wilde Peitschen der Streicher aufsetzt, türmt sich erst zum ersten mächtigen Akkord, bevor er sich zum grandiosen ersten Thema aufschwingt.

Hier haben wir gleich mehrere topische Wendungen: erstens den militärischen Charakter, der durch den massiven Einsatz von Blechbläsern und den marschartigen Rhythmus eindeutig belegt ist; zweitens die Fanfare in Takt 11-13 (also einer Art „Topos im Topos“); und drittens den Ritt: dieser besitzt zwar in der Regel eher einen 6/8-Rhythmus; doch sollte der Brucknersche Hinweis, dass hier der „Ritt der Kosaken“ gemeint ist, unbedingt ernst genommen werden. Vielleicht enstpricht diese Verzerrung der des gesamten Beginns: in der Tat ist er zwar sehr feierlich, aber zugleich seltsam makaber. Auf diesen widersprüchlichen Charakter hat schon Ernst Kurth hingewiesen: „Das Thema selbst ist einer von Bruckners furchtbarsten Gedanken, zeigt wieder, welche Abgründe in dieser Seele klaffen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung kontextualisiert die Problematik der Interpretation von Bruckners Oeuvre und definiert das Ziel, das „Programm“ der Achten Symphonie als Vermittlung zwischen absoluten und programmatischen Aspekten zu begreifen.

2. Ideengeschichtliche Voraussetzungen: Dieses Kapitel beleuchtet den kulturgeschichtlichen Horizont und die ästhetischen Debatten des 19. Jahrhunderts um den Begriff der Programmmusik und dessen Verhältnis zur absoluten Musik.

2.1. Konzeption des Programms: Hier wird die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte der programmatischen Erläuterungen Bruckners zu seiner Achten Symphonie kritisch hinterfragt.

2.2. Funktion des Programms: Dieses Kapitel untersucht die ästhetische Rolle, die das Programm im Denken des 19. Jahrhunderts und speziell im Umfeld der „Neudeutschen“ einnahm.

2.3. Gestalt des Programms: Es wird die sprachliche Beschaffenheit von Bruckners Stichworten analysiert und deren inhaltliche Kohärenz sowie die Intention dahinter diskutiert.

2.4. Wesen des Programms: Eine philosophische Betrachtung der Schopenhauerschen Ästhetik in Bezug auf die Unterscheidung von „Wesen“ und „Erscheinung“ in der Musik.

2.5. Programmmusik und Charakterstück: Dieses Kapitel grenzt den Begriff des Charakterstücks gegen die Programmmusik ab und beleuchtet die Rolle von Affekt und Charakter in der klassischen Musikästhetik.

3. Methodische Voraussetzungen: Einführung in die analytische Herangehensweise, die historische Kategorien mit musikwissenschaftlichen Analysen verknüpft.

3.1. Analyse: Eine detaillierte Untersuchung musikalischer Topoi im Finale der Achten Symphonie unter Einbeziehung von Bruckners Erläuterungen.

3.2. Deutung: Zusammenführung der analytischen Ergebnisse und Interpretation des ideellen Konzepts der „Vereinigung“ im Werk.

4. Schlusswort: Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Bedeutung des „Mysteriums“ Brucknerscher Musik.

Schlüsselwörter

Anton Bruckner, Achte Symphonie, Programmmusik, absolute Musik, musikalische Semiotik, musikalische Topoi, Finale, Musikästhetik, Schopenhauer, musikalische Analyse, ideengeschichtliche Voraussetzungen, Neudeutsche, Charakterstück, musikalische Interpretation, Eschatologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Bruckners Achte Symphonie als Programmmusik verstanden werden kann und welches Verhältnis dabei zwischen den literarischen Hinweisen des Komponisten und der absoluten Musik besteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld der Ästhetik des 19. Jahrhunderts, insbesondere zwischen der „reinen“ absoluten Tonkunst und der programmatischen Erzählweise, sowie deren Anwendung auf Bruckners kompositorische Praxis.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Bruckners Finale der Achten Symphonie nicht als bloße „absolute“ Musik zu betrachten, sondern die von ihm gegebenen programmatischen Hinweise als Schlüssel zur musikalischen Deutung einer eschatologischen Vereinigung zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert ideengeschichtliche Untersuchungen mit einer semiotisch orientierten musikalischen Analyse, die auf der Identifikation und Interpretation musikalischer Topoi basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die ideengeschichtlichen Grundlagen geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse und Deutung musikalischer Phänomene im Finalsatz unter Einbeziehung von Bruckners Brief an Weingartner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Anton Bruckner, Programmmusik, absolute Musik, musikalische Topoi, Semiotik und die Analyse des Finales der Achten Symphonie.

Wie steht die Arbeit zum Begriff der „Todesverkündigung“ bei Bruckner?

Die Arbeit betrachtet die „Todesverkündigung“ als ein zentrales, vom Komponisten selbst herausgehobenes Motiv, das im Finale eine entscheidende strukturelle und semantische Rolle spielt.

Welche Bedeutung misst der Autor dem Drei-Kaiser-Treffen für das Werk bei?

Das Drei-Kaiser-Treffen dient dem Autor als konkreter Anknüpfungspunkt für die programmatische Deutung der musikalischen Symbolik, wobei die reale politische Dimension in eine musikalische Idee der „Vereinigung“ transformiert wird.

Wie wird das Schlussereignis der Achten Symphonie interpretiert?

Das Finale wird als grandiose, eschatologische Vereinigung interpretiert, in der Gott alles „inkorporiert“ und die Gegensätze zwischen Weltlichem und Geistigem aufgehoben werden.

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Details

Title
Bruckners Programm
Subtitle
Gedanken zum Finale der Achten Symphonie
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft)
Grade
1,3
Author
M.A. Bruno Desse (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V192552
ISBN (eBook)
9783656175483
ISBN (Book)
9783656176121
Language
German
Tags
bruckners programm gedanken finale achten symphonie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Bruno Desse (Author), 2009, Bruckners Programm, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192552
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