Ziel der vorliegenden Arbeit ist, zu erklären, wie der Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ funktioniert und wie dieser mit technologischem Wandel zusammenhängt. Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung wird im zwei-ten Kapitel der Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ beschrieben. Dabei werden zum besseren Verständnis zuerst Begriffe, wie Innovation, Entrepreneuship und technologischer Wandel, definiert. Darauf folgt die Beschreibung des Konzeptes der erhalten-den und disruptiven Innovationen, indem auf Wertschöpfungnetzwerk und Leistungstrajektorie eingegangen wird. Aufbauend auf diesem Konzept werden erhaltende („sustaining“) und disruptive Innovationen erläutert, wobei eine klare Unterscheidung zwischen den beiden vollzogen wird, denn die letzteren spielen eine entscheidende Rolle im Prozess der „schöpferischen Zerstörung“. Mit dem zweiten Kapitel schließt der theoretische Teil der Arbeit ab. In Kapitel drei werden Studien über die Gründe des Scheiterns etablierter Unternehmen vorgestellt. Die politischen Implikationen Auswirkungen werden im vierten Kapitel erläutert. Anschließend im letzten Kapitel folgt eine Schlussbetrachtung der Thematik der vorliegenden Arbeit. Anhand der untersuchten empirischen Untersuchungen werden Kernaussagen getroffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Prozess der "schöpferischen Zerstörung"
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.2 Wertschöpfungsnetzwerk und Leistungstrajektorie
2.3 Erhaltende ("sustaining) Innovationen
2.4 Disruptive (zerstörende) Innovationen
3 Empirische Befunde
4 Politische Implikationen
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Mechanismus des Prozesses der „schöpferischen Zerstörung“ zu erläutern und dessen enge Verknüpfung mit technologischem Wandel aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, warum etablierte Unternehmen häufig Schwierigkeiten haben, auf disruptive Innovationen zu reagieren, und welche Rolle junge Unternehmen als Treiber dieses Fortschritts spielen.
- Grundlagen der Innovationsarten: Erhaltende versus disruptive Innovationen.
- Konzept des Wertschöpfungsnetzwerks und der Leistungstrajektorie.
- Analyse empirischer Studien zum Scheitern etablierter Unternehmen.
- Politische Handlungsempfehlungen zur Förderung unternehmerischer Initiative.
- Der Zusammenhang zwischen Entrepreneurship und ökonomischer Erneuerung.
Auszug aus dem Buch
2.4 Disruptive (zerstörende) Innovationen
Da sich das etablierte Unternehmen nur mit Marktveränderungen in seinem Wertschöpfungsnetz befasst, hat es große Probleme, diese neue Innovationen zu erkennen und selbst wenn es sie früh erkennt, liegt das Know-how, welches für die aufkommende Innovation benötigt wird, außerhalb der gelernten Fähigkeiten des etablierten Unternehmens. Je länger ein etabliertes Unternehmen erfolgreich in einem Wertschöpfungsnetz tätig war, desto schwerer wird es für das Unternehmen sein, die neue Innovation wahrzunehmen. Bei solchen Innovationen, die außerhalb eines Wertschöpfungsnetzes entstehen, spricht man von disruptiven (zerstörenden) Innovationen (siehe Abb. 3).
Auswirkungen von disruptiven Innovaionen sind, dass sie die Kompetenzen und das Kerngeschäft der etablierten Unternehmen auf Grund derer Know-how-Mangels und der versperrten Sicht grundsätzlich zerstören können (Sainio 2004, S. 261). Etablierte Unternehmen können durch neueintretende Unternehmen, die mit einer disruptiven Technologie in den Markt drängen, massiv in Gefahr geraten und im schlimmsten Fall ihren gesamten Kundenstamm und damit die Grundlage ihres Geschäfts verlieren.
Disruptive Innovationen unterbrechen, im Gegensatz zu erhaltenden Innovationen, den bereits vorhandenen Entwicklungspfad der Leistungsverbesserung oder sie definieren die Bedeutung von Leistung neu. Sie weisen integriert in Produkten, zumindest kurzfristig, eine schlechtere Leistungsfähigkeit auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wettbewerbsdruck durch Globalisierung und technologischen Wandel und führt in das von Joseph Schumpeter geprägte Konzept der „schöpferischen Zerstörung“ ein.
2 Prozess der "schöpferischen Zerstörung": Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Innovation und Entrepreneurship und erläutert die Konzepte von Wertschöpfungsnetzwerken sowie den Unterschied zwischen erhaltenden und disruptiven Innovationen.
3 Empirische Befunde: Hier werden bekannte Studien analysiert, die aufzeigen, warum etablierte Unternehmen oft an kompetenzzerstörenden Innovationen scheitern, während Neueinsteiger diese für Markteintritte nutzen.
4 Politische Implikationen: Basierend auf den vorherigen Erkenntnissen werden politische Handlungsparameter abgeleitet, um ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen, das Gründungen begünstigt.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Zusammenhänge zwischen Innovation, unternehmerischem Handeln und dem ökonomischen Erneuerungsprozess ab.
Schlüsselwörter
Schöpferische Zerstörung, Innovation, Entrepreneurship, Wertschöpfungsnetzwerk, Leistungstrajektorie, Disruptive Innovation, Erhaltende Innovation, Technologischer Wandel, Wettbewerbsvorteil, Marktveränderung, Startup, Markteintritt, Innovationsmanagement, Wirtschaftswachstum, Unternehmensscheitern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen technologischen Innovationen, unternehmerischem Handeln und dem ökonomischen Prozess, den Joseph Schumpeter als „schöpferische Zerstörung“ bezeichnet hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Unterscheidung von Innovationsarten, die Theorie der Wertschöpfungsnetzwerke nach Christensen sowie die Ursachen für das Scheitern etablierter Unternehmen bei Marktumbrüchen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie der Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ funktioniert, wie er mit technologischem Wandel zusammenhängt und warum etablierte Firmen bei disruptiven Innovationen häufig gegenüber Startups ins Hintertreffen geraten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Innovationsbegriffs sowie eine Literaturanalyse bedeutender empirischer Fallstudien zur Innovationsökonomie und Marktentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Innovation, Wertschöpfungsnetzwerk, Trajektorien) gelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Diskussion empirischer Befunde (u.a. von Rosenbloom, Christensen und Tripsas) zum Scheitern von Incumbents.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind schöpferische Zerstörung, disruptive Innovation, Entrepreneurship, Wertschöpfungsnetzwerk und Markteintrittsbarrieren.
Warum fällt es etablierten Unternehmen so schwer, auf disruptive Innovationen zu reagieren?
Laut der Arbeit liegt dies oft an einer zu starken Fokussierung auf das bestehende Wertschöpfungsnetzwerk und die Bedürfnisse aktueller Kunden, wodurch neue technologische Pfade außerhalb des eigenen Kernwissens nicht rechtzeitig erkannt oder strategisch unterbewertet werden.
Welche Rolle spielt der Discounter Aldi in der Argumentation?
Aldi dient als praxisnahes Beispiel für eine disruptive Innovation, die ein Marktsegment anspricht, das für etablierte Anbieter zunächst unattraktiv war, um dann durch effiziente Prozesse Marktanteile in der Breite zu gewinnen.
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- Magister Artium Irina Petrova (Author), 2011, Entrepreneurship als "schöpferische Zerstörung", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/192200