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It's the economy, stupid - Die Ökonomisierung des Denkens als Bedrohung der Demokratie

Title: It's the economy, stupid - Die Ökonomisierung des Denkens als Bedrohung der Demokratie

Term Paper , 2012 , 21 Pages

Autor:in: B.A. Politikwissenschaft Hendrik Thurnes (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics

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Die Demokratie wird bedroht. Sie wird bedroht von ihren Feinden in Form von Organisierter Kriminalität und extremistischen, undemokratischen Gruppierungen, sowie den freiheitseinschränkenden Gesetzen, die als Reaktion darauf erlassen werden. Sie wird bedroht durch dysfunktionale demographische Entwicklungen, manipulative Medien, Populismus, Politikverdrossenheit, Lobbyismus und grotesk gestiegene gesellschaftliche Komplexität. Sie wird weiter bedroht durch Auswirkungen von Inter-, Trans- und Supranationalisierung, die zunehmend die demokratische Grundidee der Übereinstimmung von Regierten und Regierenden nicht nur hinterfragen, sondern ad absurdum führen. Vor allem aber wird die Demokratie bedroht, wie sich in der wirtschaftlichen Krisenlastigkeit der letzten Jahre scheinbar schonungslos offenbarte, durch einen entfesselten Kapitalismus, der vermeintlich unaufhaltsam die Lebensgrundlagen eines Großteils der Bevölkerung und damit die materielle Basis für ihre demokratische Betätigung vernichtet.
Der Ökonomisierung des Denkens soll im Folgenden das Hauptaugenmerk gewidmet werden, denn „[g]anz offenbar nehmen sich westliche Demokratien so dominant über ökonomische Indikatoren wahr, dass diese zur Veränderung politischer Präferenzen privilegiert beachtet werden. Sie geben sich selbst vor allem anhand ökonomischer Indikatoren Rechenschaft über das eigene Wohlbefinden (well-being) und verkürzen dieses auf „Wohlstand“ (wealth)“. Bleibt nun der
wahrgenommene, gewohnte Zuwachs an Wohlstand aus oder kommt es sogar zu einer Reduktion desselben, werden gleichzeitig die Grundwerte des politischen Systems in Frage gestellt, so die These dieser Arbeit. Hierbei geht es also nicht um eine tatsächliche Veränderung des Wohlstands oder der Wirtschaftskraft einer Gesellschaft, sondern vielmehr um die Perzeption derselben.
Katalysiert wird diese Bedrohung der Demokratie, so die zweite These, durch ein Aufstreben nicht-demokratischer Staaten wie China und Russland, das in der Wahrnehmung westlicher Demokratien verbunden ist mit einem weiteren, zumindest relativen Wohlstandsverlust und dadurch mit dem Infragestellen der Demokratie als bester Herrschaftsform. Damit stellt sich automatisch die Frage, ob die westlich-liberalen Demokratien die jetzige Phase einer Umverteilung von Wohlstand zum eigenen Nachteil als Demokratien überstehen können und ob „nicht vielmehr einer wie auch immer autoritär regulierten Gesellschaft die Zukunft“ gehört.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Übergang zur Legitimation durch Wohlstand

3. Die Ökonomisierung des Denkens

3.1 Begriff und Möglichkeit

3.2 Ausmaß und Effekte

3.3 Das BIP als universeller Maßstab von Gesellschaften

4. (Un-)Zufriedenheit mit dem demokratischen System

5. Die Rennaissance der Autokratie?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die These, dass eine schleichende Ökonomisierung des Denkens die demokratische Legitimation in westlichen Gesellschaften gefährdet, indem sie das politische Wohlbefinden einseitig auf materiellen Wohlstand und Wirtschaftswachstum reduziert. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs autoritärer Staaten wird analysiert, wie diese Verengung des Blickwinkels die Zufriedenheit mit demokratischen Systemen untergräbt.

  • Wandel der demokratischen Legitimation von Partizipation hin zu reinem Output-Wohlstand.
  • Die Rolle des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als problematischer Indikator für gesellschaftliches Wohlergehen.
  • Die psychologischen und sozialen Folgen der Ökonomisierung des Alltagslebens.
  • Der Systemwettbewerb zwischen liberalen Demokratien und aufstrebenden autokratischen Staaten.
  • Die Notwendigkeit einer Neudefinition des Wohlstandsbegriffs jenseits ökonomischer Kennzahlen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Ausmaß und Effekte

Analysen zu Ausmaß und Effekten der Ökonomisierung einzelner gesellschaftlicher Teilbereiche sind in großem Maße verfügbar, kommen jedoch teilweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Kirchgässner beispielsweise schlussfolgert, dass „das Gespenst des Ökonomismus weit weniger bedrohlich ist, als es häufig wahrgenommen wird“ (Kirchgässner 1997: 147) und stellt zudem in Frage, ob eine Ökonomisierung denn überhaupt negative Auswirkungen hätte. So hatte zum Beispiel die Durchsetzung eines finanziellen Ausgleichs zur Wiederherstellung der Ehre nach einer Beleidigung im Vergleich zum vorher üblichen Duell mit möglicherweise tödlichem Ausgang erheblich positive soziale Folgen (Kirchgässner 1997: 143).

Bergmann hingegen steht exemplarisch für einen eher gemäßigten Befund der Auswirkungen ökonomomischen Einflussgewinns. Als Hypothese für die Mikro-Ebene des so genannten Arbeitskraftunternehmers behauptet er eine „Ausrichtung des alltäglichen Lebenshintergrundes auf die Erwerbssphäre [...], insofern eine bewusst entwickelte und effizient organisierte Alltagsorganisation Orientierungen an traditionellen familiären oder Freizeit-orientierten Werten ablöst“ mit der Folge einer umfassenden Rationalisierung des Handelns auf Basis zeitökonomischer Mechanismen und einer zunehmenden Aufhebung der Trennung von Arbeit und Privatspähre (Bergmann 2011: 49/50). Im Ergebnis stellt er zwar durchaus eine verstärkte Orientierung an Effizienz und Leistungsvergleichen mit Anderen, aber insgesamt auch die relativ hohe Wertschätzung der Privatsphäre gegenüber ökonomischen Prinzipien „trotz oder gerade wegen Ökonomisierungstendenzen in [der] gesellschaftlichen Umwelt“ fest (Bergmann 2011: 180/181).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die verschiedenen Bedrohungen der Demokratie und führt in die zentrale Problemstellung der zunehmenden Ökonomisierung des Denkens als Bedrohung der demokratischen Grundwerte ein.

2. Der Übergang zur Legitimation durch Wohlstand: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel demokratischer Legitimation, die sich zunehmend von Partizipationsrechten auf die Erzielung ökonomischer Output-Erfolge verlagert hat.

3. Die Ökonomisierung des Denkens: Das Kapitel analysiert, wie ökonomische Logiken in nicht-ökonomische Teilsysteme eindringen, wobei insbesondere die Rolle des BIP als dominanter, aber unzureichender Wohlstandsindikator kritisch hinterfragt wird.

4. (Un-)Zufriedenheit mit dem demokratischen System: Hier wird der Zusammenhang zwischen ökonomischer Performance und der Zufriedenheit der Bürger mit dem demokratischen System sowie der damit verbundenen sinkenden politischen Partizipation untersucht.

5. Die Rennaissance der Autokratie?: Das Kapitel beleuchtet den Systemwettbewerb mit aufstrebenden Schwellenländern und diskutiert, inwiefern der Erfolg autokratischer Modelle eine Herausforderung für westliche Demokratien darstellt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Neudefinition des Wohlstandsbegriffs, um der schleichenden Demokratieentleerung entgegenzuwirken.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Ökonomisierung, Demokratie, Legitimation, Wohlstand, Bruttoinlandsprodukt, BIP, Wirtschaftswachstum, Systemwettbewerb, politische Partizipation, Politikverdrossenheit, Autokratie, Wohlfahrt, gesellschaftlicher Fortschritt, Neoliberalismus, soziale Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedrohung der modernen Demokratie durch eine fortschreitende Ökonomisierung des gesellschaftlichen Denkens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Legitimation durch wirtschaftlichen Wohlstand, die Kritik am BIP als Maßzahl und der Wettbewerb zwischen Demokratien und autokratischen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die einseitige Ausrichtung gesellschaftlichen Handelns an ökonomischen Indikatoren die Stabilität und Zufriedenheit mit demokratischen Systemen gefährdet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche politikwissenschaftlicher und soziologischer Ansätze zur Legitimation und Systemtheorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Prozess der Ökonomisierung, die Problematik des BIP-Indikators sowie die empirisch nachweisbare Unzufriedenheit innerhalb westlicher Demokratien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Ökonomisierung, demokratische Legitimation, Wohlstandsbegriff, BIP-Kritik und den Systemwettbewerb mit autokratischen Staaten.

Warum ist das BIP laut der Arbeit ein problematischer Indikator?

Das BIP ignoriert nicht-monetäre Tätigkeiten, soziale Schäden und defensive Ausgaben, weshalb es eine Wohlfahrt suggeriert, die mit der tatsächlichen Lebensqualität nicht übereinstimmt.

Welchen Einfluss haben aufstrebende Staaten wie China auf die westliche Demokratie?

Ihr wirtschaftlicher Erfolg bei gleichzeitigem Verzicht auf demokratische Strukturen stellt das liberale Modell in Frage und bietet eine attraktive, autoritäre Alternative im Systemwettbewerb.

Gibt es laut der Arbeit eine Lösung für die beschriebene Problematik?

Die Arbeit schlägt eine Neudefinition des Wohlstandsbegriffs vor, die soziale und nicht-ökonomische Faktoren stärker einbezieht, warnt jedoch gleichzeitig vor der Trägheit neoliberaler Denkmuster.

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Details

Title
It's the economy, stupid - Die Ökonomisierung des Denkens als Bedrohung der Demokratie
College
University of Hamburg
Author
B.A. Politikwissenschaft Hendrik Thurnes (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V191677
ISBN (Book)
9783656166061
ISBN (eBook)
9783656166184
Language
German
Tags
Ökonomisierung Politische Theorie Kapitalismus Demokratie Gefährdung Bedrohung Wohlstand Fortschritt Bruttoinlandsprodukt Autokratie Ökonomismus Glücksforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Politikwissenschaft Hendrik Thurnes (Author), 2012, It's the economy, stupid - Die Ökonomisierung des Denkens als Bedrohung der Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191677
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