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Brüchige jüdische Lebenswelt am Ende der Wiener Moderne: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Title: Brüchige jüdische Lebenswelt am Ende der Wiener Moderne: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Term Paper , 2010 , 39 Pages

Autor:in: Peter Klimitsch-Rathenböck (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

In Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ wird die Ehe der beiden Protagonisten, Albertine und Fridolin, einer Prüfung unterzogen. Zentral sind dabei Fridolins Erlebnisse in der ersten Nacht und ihre Verarbeitung danach, in einer erzählten Zeit von knapp zwei Tagen sowie die Traumerzählung seiner Gattin.
Die Forschung weist vielfach darauf hin, dass zwischen den Zeitgenossen Sigmund Freud und Arthur Schnitzler eine „Doppelgängersituation“ besteht. Damit ist gemeint, dass Sigmund Freuds Entwicklungen und Forschungen im Werk von Arthur Schnitzler literarisch gespiegelt werden. Diese Verschränkung von Wissenschaft, konkret der Psychoanalyse, und Literatur wird in der Sekundärliteratur kritisch abgrenzend betrachtet und selten an konkreten Werken und ihrer Analyse bearbeitet. (...)
Die Thesen, die dieser Arbeit den roten Faden geben, lauten darum:
1.) Arthur Schnitzler schafft durch sein Erzählen an den Hauptfiguren der Novelle, dem Arzt Fridolin und seiner Gattin Albertine, eine Allegorese der Theorie von Sigmund Freud über den psychischen Apparat (Es, Ich und Über-Ich), wie sich dies in Freuds Schriften „Jenseits vom Lustprinzip“ (1920) und „Das Ich und das Es“ (1923) ausgeführt findet. Schnitzler „maskiert“ mit der Sprache seines Erzählens Freuds Instanzenmodell der Persönlichkeit und die Theorie der zwei Haupttriebe, Eros (Lebenstrieb) und Thanatos (Destruktionstrieb). Anhand einer Textstruktur- und Motivanalyse wird gezeigt, welchen Einfluss Freuds Denken auf die erzählerische Gestaltung der beiden Protagonisten hat.
2.) Der auktoriale Erzähler der Novelle tritt als „Therapeut“ auf, das Erzählverhalten zeigt Parallelen zum Handeln eines Analytikers. Schnitzler macht sich für sein Erzählen nutzbar, was Freud in seiner psychoanalytischen Praxis zugeschrieben wird: diese zeige Verwandtschaft zum Auslegen des Talmuds.
3.) Die Gestaltung der Hauptfiguren und des Erzählverhaltens verweisen auf ein jüdisches Verständnis von Ehe: Die rasch mögliche Brüchigkeit der Ehe, und wie Schnitzler von ihr erzählt, steht in der „Traumnovelle“ als Symbol für eine jüdische Lebenswelt, die unter Druck gerät. Dies wird in einzelne Motive eingebettet, die die wachsende Isolierung jüdischen Bürgertums und das Aufflackern einer deutschnationalen Haltung im Ausklang der Wiener Moderne darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“

2.1. Entstehung

2.2. Textvarianten und -ausgaben

2.3. Der Inhalt von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“

2.4. Arthur Schnitzler

3. Sigmund Freud und Arthur Schnitzler

3.1. Sigmund Freud und die Psychoanalyse

3.1.1. Das Persönlichkeitsmodell von Sigmund Freud

3.1.2. Der Traum, Traumbildung und Traumdeutung

3.2. Zwei Zeitgenossen in einer „Art von Doppelgängerscheu“

4. Das poetische Sein der Psychoanalyse: Motive und Erzählverhalten in der „Traumnovelle“

4.1. Verführbarkeit in Sprache und Erzählstruktur: Die Darstellung der Ehe

4.2. Der Tod und das Mädchen: Fridolin am Beginn seiner Reise

4.3. Fridolins Reise durch die erste Nacht

4.4. Die geheime Gesellschaft am Galitzinberg

4.5. Albertines Traum

5. Der Erzähler als „Therapeut“

6. Das jüdische Leben in Wien um die Jahrhundertwende

6.1. Die jüdische Ehe als Symbol

6.2. Das andere jüdische Leben: Nachtigall

6.3. Das Aufflackern des Deutschnationalen in der „Traumnovelle“

7. Standpunkte: Psychoanalyse und ihr Einfluss auf die „Traumnovelle“

8. Innerlichkeit erzeugt eine Diagnose der Lebenswelt: Eine Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Umsetzung psychoanalytischer Konzepte von Sigmund Freud im Werk Arthur Schnitzlers. Ziel ist es zu analysieren, wie Schnitzler das Instanzenmodell der Persönlichkeit und die Trieblehre in der „Traumnovelle“ narrativ transformiert und welche Rolle dabei die Darstellung jüdischer Identität in der Wiener Moderne spielt.

  • Analyse des Einflusses von Freuds Instanzenmodell auf die Figurenkonstellation
  • Untersuchung des Erzählverhaltens als psychoanalytische bzw. therapeutische Praxis
  • Darstellung der jüdischen Ehe als Symbol für eine brüchige Lebenswelt
  • Deutung motivischer Verknüpfungen (Traum vs. Wirklichkeit)
  • Kontextualisierung des Werkes im zeitgeschichtlichen Rahmen des Antisemitismus und Deutschnationalismus

Auszug aus dem Buch

4.4. Die geheime Gesellschaft am Galitzinberg

Der Erzähler gestaltet nun die Umsicht (Ich-Instanz) der Hauptfigur. Die Trauerkutsche soll in der Nähe bleiben, Fridolins Großzügigkeit setzt sich fort, er entlohnt den Kutscher „im vorhinein reichlich und versprach ihm einen gleichen Betrag für die Rückfahrt“ (40). Der Ort zeigt alle Anzeichen jenes Todes, zu dem Fridolin bereit ist. Er tritt „in einen dämmerigen, fast dunklen hohen Saal, der ringsum von schwarzer Seide umhangen war. Masken, durchaus in geistlicher Tracht, schritten auf und ab, sechzehn bis zwanzig Personen, Mönche und Nonnen“ (40-41). Diese geistliche Stimmung findet im inneren Monolog Widerhall. „Wo bin ich? dachte Fridolin. Unter Irrsinnigen? Unter Verschwörern? Bin ich in die Versammlung irgendeiner religiösen Sekte geraten? War Nachtigall vielleicht beordert, bezahlt, irgendeinen Uneingeweihten mitzubringen, den man zum besten haben wollte? Doch für einen Maskenscherz schien ihm alles zu ernst, zu eintönig, zu unheimlich“ (41).

Fridolin, pendelnd zwischen den inneren Handlungsanleitungen seines Ich (und Über-Ich) und der Neugierde seiner in der Arztrolle unterdrückten und in der privaten Ehewelt durch die Gespräche mit Albertine schwer irritierten Triebwelt, wird in seiner Bestimmtheit gefestigt, ein Ziel erreicht zu haben und dieses trotz Bedrohungslage nicht verlassen zu wollen. Die innere Stimme wird in der Erzählung zu einer Figur, einer Nonne, „wie die andern hatte auch sie um Stirn, Haupt und Nacken einen schwarzen Schleier geschlungen, unter den schwarzen Seidenspitzen der Larve leuchtete ein blutroter Mund“ (41), diese spricht die Warnung aus: „Sie gehören nicht hierher. Wenn man es entdeckte, erginge es Ihnen schlimm“ (41). Der Warnung zum Trotz bleibt Fridolin im Geschehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Schnitzler Freuds Psychoanalyse literarisch verarbeitet und wie dies mit der jüdischen Lebenswelt verknüpft ist.

2. Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“: Dieser Abschnitt behandelt die Entstehungsgeschichte, Textausgaben und den inhaltlichen Verlauf der Novelle.

3. Sigmund Freud und Arthur Schnitzler: Hier werden Freuds Instanzenmodell der Psychoanalyse sowie die „Doppelgängersituation“ zwischen Dichter und Analytiker dargelegt.

4. Das poetische Sein der Psychoanalyse: Motive und Erzählverhalten in der „Traumnovelle“: Im Hauptteil wird die erzählerische Gestaltung von Trieb- und Realitätsprinzip in den verschiedenen Episoden der Novelle analysiert.

5. Der Erzähler als „Therapeut“: Dieses Kapitel arbeitet heraus, inwiefern das Erzählverhalten Parallelen zur psychoanalytischen Praxis und talmudischen Lehrmethoden aufweist.

6. Das jüdische Leben in Wien um die Jahrhundertwende: Der Fokus liegt hier auf der soziokulturellen Einbettung der Novelle, insbesondere der Rolle der Ehe, der Identitätsfindung und des wachsenden Deutschnationalismus.

7. Standpunkte: Psychoanalyse und ihr Einfluss auf die „Traumnovelle“: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschungslage zum Einfluss Freuds auf Schnitzlers Werk.

8. Innerlichkeit erzeugt eine Diagnose der Lebenswelt: Eine Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Verknüpfung von psychoanalytischer Struktur und gesellschaftlicher Diagnose zusammen.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Psychoanalyse, Traumnovelle, Instanzenmodell, Wiener Moderne, Judentum, Identität, Erzähltechnik, Bewusstsein, Unterbewusstsein, Trieb, Ehe, Deutschnationalismus, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Verschränkung von Freuds psychoanalytischen Theorien mit Schnitzlers „Traumnovelle“ und analysiert deren Bedeutung für die Darstellung einer brüchigen jüdischen Lebenswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Instanzenmodell der Persönlichkeit (Es, Ich, Über-Ich), die erzählerische Umsetzung von Triebregungen, die jüdische Identität im Wien der Jahrhundertwende sowie das Verhältnis von Literatur und Psychoanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist der Nachweis, dass Schnitzler Freuds Persönlichkeitsmodell als narratives Grundgerüst nutzt, um eine Diagnose der gesellschaftlichen und persönlichen Identitätskrise seiner Zeit zu erstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine Motiv- und Textstrukturanalyse sowie eine Untersuchung des Erzählverhaltens unter Einbeziehung zeitgeschichtlicher Kontexte und wissenschaftlicher Sekundärliteratur angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erzählerische Transformation der Triebe (Eros und Thanatos), das therapeutische Erzählverhalten des auktorialen Erzählers und die Symbolik jüdischer Lebenswelten anhand der Protagonisten Fridolin und Albertine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Psychoanalyse, Instanzenmodell, Traumnovelle, Judentum, Identitätskrise, Erzähltechnik und Wiener Moderne.

Inwiefern spielt der Talmud eine Rolle für die These des Autors?

Der Autor argumentiert, dass Schnitzlers Erzähltechnik Parallelen zur talmudischen Methode aufweist, bei der abwägendes Denken und die Verknüpfung von Kategorien eine zentrale Rolle für die Wahrheitsfindung spielen.

Wie wird das Ende der Wiener Moderne in der Novelle diagnostiziert?

Durch die Darstellung einer isolierten und unter Druck stehenden jüdischen Identität sowie das Aufflackern deutschnationaler Tendenzen wird der Zerfall liberaler Werte und die damit verbundene Identitätskrise verdeutlicht.

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Details

Title
Brüchige jüdische Lebenswelt am Ende der Wiener Moderne: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"
College
University of Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Author
Peter Klimitsch-Rathenböck (Author)
Publication Year
2010
Pages
39
Catalog Number
V191655
ISBN (eBook)
9783656165484
ISBN (Book)
9783656165781
Language
German
Tags
Judentum Freud
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Klimitsch-Rathenböck (Author), 2010, Brüchige jüdische Lebenswelt am Ende der Wiener Moderne: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191655
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