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Kontext und der erkenntnistheoretische Status der Metapher

Title: Kontext und der erkenntnistheoretische Status der Metapher

Term Paper , 2011 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Raddau (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

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Die Metapher als Unterscheidungskriterium teilt literarische Genres in zwei Gruppen auf: wissenschaftliche, akademische Werke, stets um die Abwesenheit aller Metaphorik und Mehrdeutigkeit bemüht, auf der einen und alle weiteren – Prosa, Poesie, Rhetorik etc. - auf der anderen Seite, dort, wo auch die Metapher ihren rechtmäßigen Platz hat.

So oder so ähnlich kann wohl die zeitgenössische Vorstellung in Alltag und weiten Teilen akademischer Praxis insbesondere der Geisteswissenschaften über den Status der Metapher und das ihr angestammte Terrain beschrieben werden. Dabei bedienen sich Philosophen seit der Antike zahlreicher künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten, um ihr Anliegen vorzubringen. Mit Vorbehalt zu äußern ist die These aber aus ganz anderen, sehr viel schwerwiegenderen Gründen. Sofern sie für wahr gehalten wird, verhindert sie sowohl aufgrund ihrer Voraussetzungen als auch durch ihre Folgen die Anerkennung des Potenzials, das der Metapher innewohnt und für das Verständnis von sprachlicher Kommunikation im Allgemeinen, das Verhältnis von akademischer und künstlerischer Textproduktion im Besonderen und den Nutzen der Metapher im Bereich der Ersteren fruchtbar gemacht werden kann.

Das Ziel dieser Arbeit ist die genauere Betrachtung hauptsächlich eines der genannten Aspekte, nämlich Nutzen, Effekt und Wert der Metapher, sobald sie in akademischer Textproduktion Verwendung findet. Daraus ergeben sich einige bemerkenswerte Folgen für künstlerische Literatur, und ihre Fähigkeit, Erkenntnisgewinn und -vermittlung im wissenschaftlichen Betrieb entscheidend modifizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wörtliche und metaphorische Interpretation

1.1 Die zeitliche Priorität wörtlicher Interpretation

1.2 Kognitiver Ressourcenbedarf der Metapher

1.3 Metapher als Substitution

2. Das erkenntnistheoretische Potenzial der Metapher

2.1 Metapher in der Wissenschaft

2.2 Die Wissenschaftlichkeit der Kunst

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Status der Metapher im akademischen Kontext und hinterfragt die traditionelle Sichtweise, die Metaphern als rein dekorative oder defizitäre Sprachform betrachtet. Das Ziel ist es, das erkenntnistheoretische Potenzial der Metapher aufzuzeigen und zu belegen, dass ihr Einsatz in der Wissenschaft zur Generierung neuer Erkenntnisse und zur Präzisierung komplexer Sachverhalte beitragen kann.

  • Kritische Analyse der Unterscheidung zwischen wörtlicher und metaphorischer Interpretation.
  • Untersuchung des kognitiven Ressourcenbedarfs beim Verstehen von Metaphern.
  • Bewertung der Metapher über die rein funktionale Substitutionsleistung hinaus.
  • Analyse des Erkenntnispotenzials der Metapher in wissenschaftlichen Diskursen.
  • Erörterung der Bedeutung von metaphorischer Sprache in der künstlerischen Literatur.

Auszug aus dem Buch

1.2 Kognitiver Ressourcenbedarf der Metapher

Die traditionelle Position, aus deren Sicht metaphorische Bedeutung aus defizitärem Gebrauch der Sprache entspringt, stützt sich, wie schon aus dem obigen Abschnitt herauszulesen war, unter anderem auf die Behauptung, wörtliche Bedeutung von Wörtern, Sätzen und demnach Aussagen seien kontextunabhängig, unproblematisch und eindeutig. Sie zu erschließen verbrauche also deutlich weniger kognitive Ressourcen als es bei der Metapher der Fall sei. Nach den im vorigen Abschnitt erörterten Argumenten deutet sich die Unhaltbarkeit dieser These bereits an; im Folgenden soll sie nun genauer untersucht werden.

Dass es zu den Tugenden richtigen Sprachgebrauchs im wissenschaftlichen Umfeld gehört, auf Metaphern zu verzichten, findet sich beispielsweise bei Hobbes, der sie unter den Missbräuchen der Sprache führt und als Ursache von Widersinnigkeit argumentativer Schlüsse metaphorische, bildliche Ausdrucksweise auf der einen und die Missachtung von „festgelegten Bedeutungen ihrer Worte“ auf der anderen Seite identifiziert. Bedeutung könne demzufolge nur durch wörtlichen Sprachgebrauch vermittelt werden, Metaphern lassen sich gleichermaßen als Defekte der Sprache zurückweisen.

Mit den im vorigen Abschnitt entwickelten Argumenten kann man dieser Position Hobbes‘ leicht entgegentreten: Metaphern als Resultat einer missbräuchlichen Verwendung der Sprache aufzufassen, ist nur möglich, solange man die Priorität wörtlicher vor metaphorischer Bedeutung für angemessen hält. Wie oben ausgeführt, gibt es gute Gründe, diese Haltung aufzugeben, womit gleichzeitig der mit der Metapher verknüpfte defizitäre Charakter seiner theoretischen Grundlage beraubt ist. Gleichfalls verliert die Vorstellung von festgelegten Wortbedeutungen ihre Überzeugungskraft, wenn man sich vor Augen hält, dass erstens schon die lexikalische Definition einzelner Wörter mehrere Begriffe vorsieht und zweitens im Kommunikationskontext ohnehin jede Interpretation – ob wörtlich oder bildlich – prozesshaft erschlossen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle und zum Nutzen der Metapher in der akademischen Textproduktion.

1. Wörtliche und metaphorische Interpretation: Grundlegende Auseinandersetzung mit den traditionellen Annahmen über die Abgrenzung von wörtlicher und figurativer Sprache.

1.1 Die zeitliche Priorität wörtlicher Interpretation: Analyse der These, dass wörtliche Sprache vor metaphorischer verarbeitet wird, unter Einbeziehung des Drei-Stufen-Modells von Glucksberg.

1.2 Kognitiver Ressourcenbedarf der Metapher: Untersuchung des Arguments, dass metaphorisches Verstehen kognitiv aufwändiger sei als wörtliches, sowie Widerlegung der Annahme von kontextunabhängiger wörtlicher Sprache.

1.3 Metapher als Substitution: Kritische Betrachtung der Reduktion der Metapher auf eine bloße Ersetzungsleistung und Aufzeigen ihrer Rolle bei der Begriffsbildung.

2. Das erkenntnistheoretische Potenzial der Metapher: Darstellung der neuen Wege, die sich durch die Loslösung von traditionellen Vorstellungen für die Forschung ergeben.

2.1 Metapher in der Wissenschaft: Diskussion über den gerechtfertigten Status der Metapher als Werkzeug zur Artikulation nicht-empirischer Konzepte in den Geisteswissenschaften.

2.2 Die Wissenschaftlichkeit der Kunst: Analyse der Rolle von Metaphern und narrativem Kontext in der Literatur als ergänzende Erkenntnisquelle.

Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über den Erkenntnisgewinn der Arbeit und die Notwendigkeit der Systematisierung metaphorischer Mechanismen.

Schlüsselwörter

Metapher, Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, wörtliche Interpretation, figurative Sprache, kognitiver Aufwand, Substitution, wissenschaftlicher Diskurs, Kontextabhängigkeit, Geisteswissenschaften, Begriffsneuschöpfung, Theorieproduktion, Literaturanalyse, Tenor, Vehikel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Metapher als erkenntnistheoretisches Instrument, insbesondere in der akademischen Textproduktion und den Geisteswissenschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Unterscheidung zwischen wörtlicher und metaphorischer Rede, kognitive Prozesse beim Sprachverstehen sowie die Funktion der Metapher als Werkzeug für wissenschaftliche und künstlerische Ausdrucksformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Vorurteil zu entkräften, dass Metaphern lediglich eine defizitäre oder rein schmückende Sprachform seien, und ihr Potenzial für die Generierung von neuem Wissen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretisch-kritische Analyse einschlägiger philosophischer und sprachwissenschaftlicher Literatur, insbesondere der Positionen von Sam Glucksberg und I. A. Richards.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit der "traditionellen Sichtweise" auf Metaphern und eine anschließende Untersuchung ihres erkenntnistheoretischen Potenzials in Wissenschaft und Kunst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Metapher, Erkenntnistheorie, wörtliche versus figurative Sprache, Kontextabhängigkeit und die Funktion der Metapher als Begriffsneuschöpfung.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der Metapher von der traditionellen Sichtweise?

Im Gegensatz zur traditionellen Lehrmeinung, die Metaphern als Abweichungen oder bloße Substitutionen betrachtet, ordnet diese Arbeit die Metapher als ein legitimes und notwendiges Mittel zur Erkenntnisgewinnung ein.

Warum ist das Verständnis von Kontext bei der Interpretation entscheidend?

Da jede sprachliche Äußerung, auch die wörtliche, prozesshaft im Kontext erschlossen wird, verschwimmen die Grenzen zur metaphorischen Interpretation; Kontext ist somit für beide Verstehensformen essenziell.

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Details

Title
Kontext und der erkenntnistheoretische Status der Metapher
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Andreas Raddau (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V191242
ISBN (eBook)
9783656159636
ISBN (Book)
9783656159803
Language
German
Tags
kontext status metapher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Raddau (Author), 2011, Kontext und der erkenntnistheoretische Status der Metapher, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191242
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