Die funktionale Syntax fand im Gegensatz zu der formalen Syntax erst spät die Aufmerksamkeit der Sprachwissenschaftler, wodurch sie in der Öffentlichkeit bisher wenig Beachtung erfahren hat. Anhand der Seminararbeit soll der Begriff der funktionalen Syntax dargestellt werden. Dazu wird im Folgenden die Frage aufgegriffen, welche Funktion der funktionalen Syntax in der Sprachwissenschaft zugeschrieben wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Funktion der Sprache
3 Die funktionale Syntax
3.1 Das Symbol- und Zeigfeld
3.2 Satzmodus
4 Fazit – Die Funktion der funktionalen Syntax
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der funktionalen Syntax innerhalb der Sprachwissenschaft zu erläutern und zu verdeutlichen, wie verschiedene sprachliche Strukturen zur Erfüllung spezifischer kommunikativer Intentionen beitragen.
- Grundlagen und Definition der funktionalen Syntax
- Bedeutung des Organon-Modells nach Karl Bühler
- Unterscheidung und Funktion von Symbol- und Zeigfeld
- Einfluss des Satzmodus und der Intonation auf die Sprechintention
- Zusammenhang zwischen sprachlicher Form und kommunikativem Effekt
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Symbol- und Zeigfeld
Um die Funktionsweise sprachlicher Ausdrücke genauer bestimmen zu können, unterscheidet Bühler die sprachlichen Felder des Symbol- sowie des Zeigfelds (vgl. Dürscheid, 2007, S. 180). Zu dem Zeigfeld gehören die Mittel der Sprache, die den Bezug des Sprechers auf die Momente der Sprechsituation zurückführen. Zu den sogenannten Zeigwörtern gehören z.B. hier, du, jetzt und dort. Allerdings wechselt, das, was hier, jetzt und dort ist auch immer mit der Position des Sprechers oder der Sender- und Empfängerrolle (vgl. Bühler, 1934, S. 97). Die Bedeutung der Zeigwörter wird also über den situativen Kontext festgelegt. Die sprachlichen Einheiten, die ihre Bedeutung erst im Kontext einer Sprechsituation festlegen, werden deiktische Zeichen genannt (vgl. Dürscheid, 2007, S. 180).
Mit Hilfe der Deixis kann der Sprecher auf verschiedene Sachverhalte verweisen. Dem Sprecher ist es dabei möglich auf Personen (du, ich, wir), Räumlichkeiten (hier, da, dort) oder zeitliche Gegebenheiten (jetzt, bald, gleich) zu deuten. Deiktische Ausdrücke sind demnach solche, mit denen der Sprecher auf räumliche, zeitliche oder weitere Umstände Bezug nimmt, um seine Aussage zu konkretisieren. Zudem gehört auch die Verwendung von Zeigegesten zu der Funktion der Deixis (vgl. Bühler, 1934, S. 96). Die Kommunikation zwischen den Gesprächspartner wird erleichtert oder teilweise sogar erst durch die Deixis ermöglicht, denn wer weiß schon, wo eine Verabredung stattfinden soll, wenn weder eine Raumdeixis noch eine Zeitdeixis im Satz vorhanden ist. Bühler spricht davon, dass die Zeigwörter ihre Funktion darin haben, den Gesprächspartner in zweckmäßiger Weise durch die Kommunikation zu steuern (vgl. a.a.O., 1934, S. 103).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Syntax ein und skizziert die Relevanz sowie die thematische Ausrichtung der Arbeit hinsichtlich der funktionalen Syntax.
2 Funktion der Sprache: Hier werden die Grundlagen der menschlichen Kommunikation beleuchtet und das Organon-Modell von Karl Bühler als theoretisches Fundament eingeführt.
3 Die funktionale Syntax: Das Hauptkapitel analysiert den Unterschied zur formalen Syntax und untersucht, wie Zeigfelder und Satzmodi die kommunikative Absicht des Sprechers unterstützen.
3.1 Das Symbol- und Zeigfeld: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung deiktischer Zeichen und wie der Bezugsrahmen durch das Symbolfeld die Interpretation sprachlicher Ausdrücke prägt.
3.2 Satzmodus: Hier wird untersucht, wie unterschiedliche Satzarten und deren Intonation genutzt werden, um spezifische Sprechintentionen zu verdeutlichen.
4 Fazit – Die Funktion der funktionalen Syntax: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der funktionalen Syntax für ein tieferes Verständnis von Kommunikationsprozessen.
Schlüsselwörter
Funktionale Syntax, Formale Syntax, Sprachwissenschaft, Organon-Modell, Kommunikation, Deixis, Zeigfeld, Symbolfeld, Satzmodus, Sprechintention, Intonation, sprachliche Mittel, Verständigung, Kontext, linguistische Pragmatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der funktionalen Syntax und der Frage, wie sprachliche Mittel gezielt eingesetzt werden, um kommunikative Intentionen im Alltag zu realisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die menschliche Sprachfähigkeit, die Rolle von Kontext und Situation in der Kommunikation sowie die funktionale Analyse von syntaktischen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die funktionale Syntax das alltägliche Funktionieren von Sprache erklärt und warum die Absicht des Sprechers die Wahl der sprachlichen Form bestimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die linguistische Modelle wie das Organon-Modell von Karl Bühler sowie fachwissenschaftliche Literatur zur Syntax und Pragmatik analysiert und synthetisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Unterschied zur formalen Syntax, die Funktion von Zeig- und Symbolfeldern sowie der Einfluss des Satzmodus und der Intonation auf die menschliche Verständigung detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie funktionale Syntax, Sprechintention, Deixis, Satzmodus und kommunikative Effekte charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die funktionale Syntax von der traditionellen?
Während die traditionelle Syntax sich primär auf formale Einheiten konzentriert, stellt die funktionale Syntax den kommunikativen Zweck und die Aufgabe der sprachlichen Einheit in den Mittelpunkt.
Welche Rolle spielt die Intonation bei der Satzwahl?
Die Intonation ist ein wesentliches Mittel, um bei identischem Satzbau unterschiedliche Sprechintentionen, wie etwa eine Frage oder eine Aussage, zu verdeutlichen.
Warum ist das Zeigfeld für die Kommunikation wichtig?
Das Zeigfeld ermöglicht es Sprechern, durch deiktische Ausdrücke auf die aktuelle Sprechsituation, Personen oder zeitliche Umstände Bezug zu nehmen und so Kommunikation erst präzise steuerbar zu machen.
Was versteht man unter dem Symbolfeld?
Das Symbolfeld dient als Bezugsrahmen, in dem sprachliche Symbole ihre Bedeutung erst über den Kontext erhalten, wodurch die Interpretation der Sprechsituation ermöglicht wird.
- Quote paper
- Denise Jung (Author), 2011, Die Funktionsweise der funktionalen Syntax, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191229