1. Einleitung
Galt früher die Aussage, dass ein Geschäftsführergehalt einer Gewinnausschüttung stets vorzuziehen sei , so muss nach den letzten Steuersenkungen der Bundesregierung, durch die Unternehmenssteuerreform 2008, darüber nachgedacht werden, ob sich die Leistungsvergütung für den Gesellschafter-Geschäftsführer noch lohnt oder ob er seine Vergütungsansprüche nicht besser durch eine Gewinnausschüttung realisieren sollte.
Zur Beantwortung der Frage soll eine Analyse in Form eines Belastungsvergleiches zwischen der Gewinnausschüttung einer Kapitalgesellschaft und der Leistungsvergütung in Form eines Geschäftsführergehalts und eines Gesellschafterdarlehens durchgeführt werden. Vergleichselement ist dabei die Gewinnausschüttung. Anhand der sich ergebenden Steuerbelastungen sollen primär Aussagen über die Vermögenswirkungen der betrachteten Alternativen gegeben werden. Aufgrund der anschaulichen Darstellung und effektiven Anwendung wird für die Analyse die kasuistische Veranlagungssimulation verwendet, da so eine unmittelbare Nachvollziehung der Berechnung gewährleistet wird. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass sie nur fallspezifische Ergebnisse liefert. Daher werden im Verlauf der Analyse unterschiedliche Steuersätze unterstellt. Der persönliche ESt-Satz des Gesellschafters betrage aufgrund der Höhe des unterstellten Gehalts mindestens 20%. Wesentliche Herleitungen von Grenzsteuersätzen, und Hebesätzen sind ebenfalls in nachvollziehbarer Weise dargestellt.
Der erste Hauptteil beinhaltet die Entstehung und Besteuerung des Gewinns und stellt diese in einem ersten Belastungsvergleich der Besteuerung des Geschäftsführergehalts gegenüber. Danach erfolgt eine erste Beurteilung über die Vorteilhaftigkeit aus vermögens- und liquiditätsbezogener Sicht. Im darauffolgenden zweiten Hauptteil wird in ähnlicher Weise ein Vergleich zwischen der Gewinnausschüttung und der Hingabe eines Gesellschafterdarlehens durchgeführt. Die Abschließende Zusammenfassung würdigt die Ergebnisse und leitet daraus eine Handlungsempfehlung ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Gewinnausschüttung vs. Geschäftsführer- Gehalt
2.1. Gewinnausschüttung auf Gesellschaftsebene
2.2. Gewinnausschüttung auf Gesellschafterebene
2.2.1. Besteuerung des Gewinns durch Abgeltungssteuer
2.2.2. Besteuerung des Gewinns durch Teileinkünfteverfahren
2.3 Leistungsvergütung in Form des Geschäftsführergehalt
2.3.1 Problematik der angemessenen Leistungsvergütung
2.3.2 Besteuerung des Geschäftsführergehalts
2.4 Zwischenfazit
3. Gewinnausschüttung vs. Gesellschafterdarlehen
3.1 Gesellschafterdarlehen
3.2 Besteuerung des Gesellschafterdarlehens auf Gesellschaftsebene
3.3 Besteuerung des Gesellschafterdarlehens auf Gesellschafterebene
3.3.1 Besteuerung durch Abgeltungssteuer
3.3.2 Besteuerung durch Normaltarif
3.4. Zwischenfazit
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vor dem Hintergrund der Unternehmenssteuerreform 2008, ob die Vergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführers weiterhin durch ein Gehalt oder vorteilhafterweise durch eine Gewinnausschüttung oder ein Gesellschafterdarlehen erfolgen sollte. Das primäre Ziel ist ein quantitativer Belastungsvergleich unter Berücksichtigung unterschiedlicher Steuersätze.
- Steuerbelastungsvergleich zwischen Gehalt, Gewinnausschüttung und Gesellschafterdarlehen
- Einfluss der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Steuerlast
- Analyse der Vorteilhaftigkeit basierend auf persönlichen Steuersätzen und Gewerbesteuerhebesätzen
- Untersuchung der steuerlichen Auswirkungen bei Kapitalgesellschaften
- Bedeutung der Angemessenheit bei der Leistungsvergütung
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Problematik der angemessenen Leistungsvergütung
Eine oft angewandte Gestaltung innerhalb der Kapitalgesellschaft ist es den Gesellschafter als Geschäftsführer anzustellen und ihm dafür ein Geschäftsführergehalt zu gewähren. Wenn der Geschäftsführer gleichzeitig mit mehr als 1% an der Gesellschaft beteiligt ist, so liegt eine beherrschende Gesellschafterstellung vor(§ 32 d Abs. 2 Nr.3 EStG). Grundsätzlich wird der Gesellschafter sowohl steuerrechtlich, als auch zivilrechtlich wie ein Fremdgeschäftsführer behandelt.10Doch gerade in dieser Fremdüblichkeit der Bezüge des Geschäftsführers kommt es in der Praxis zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Finanzverwaltung. Für die Streitfrage, ob die Gesamtausstattung für den Gesellschafter-Geschäftsführer angemessen sei oder ob bereits eine vGA vorliegt, wurden folgende Kriterien festgelegt:11
- Art und Umfang der Tätigkeit
- die künftigen Ertragsaussichten des Unternehmens
- das Verhältnis des Geschäftsführergehalts zum Gesamtgewinn und zur verbleibenden Kapitalverzinsung sowie
- Art und Höhe der Vergütungen, die gleichartige Betriebe ihren Geschäftsführern für entsprechende Leistungen gewähren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Vergütung von Gesellschafter-Geschäftsführern nach der Unternehmenssteuerreform 2008 und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.
2. Gewinnausschüttung vs. Geschäftsführer- Gehalt: Analyse der steuerlichen Vor- und Nachteile von Gewinnausschüttungen im Vergleich zu Geschäftsführergehältern unter Betrachtung von Gesellschafts- und Gesellschafterebene.
3. Gewinnausschüttung vs. Gesellschafterdarlehen: Untersuchung der Besteuerung von Gesellschafterdarlehen als alternative Leistungsvergütung und deren steuerlicher Vergleich zur Gewinnausschüttung.
4. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Untersuchungsergebnisse mit Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Steuerbelastungseffekte.
Schlüsselwörter
Gewinnausschüttung, Geschäftsführergehalt, Gesellschafterdarlehen, Unternehmenssteuerreform 2008, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Abgeltungssteuer, Teileinkünfteverfahren, Steuerbelastung, Grenzsteuersatz, Gewerbesteuer, Leistungsvergütung, Kapitalgesellschaft, Fremdüblichkeit, Finanzverwaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, welche Form der Leistungsvergütung für einen Gesellschafter-Geschäftsführer nach der Unternehmenssteuerreform 2008 steuerlich am vorteilhaftesten ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind der Steuerbelastungsvergleich zwischen Gehaltszahlungen, Gewinnausschüttungen und der Hingabe von Gesellschafterdarlehen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine quantitative Analyse festzustellen, ob ein Gehalt weiterhin die vorzuziehende Vergütungsform ist oder ob alternative Gestaltungen zu einer geringeren steuerlichen Belastung führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kasuistische Veranlagungssimulation verwendet, um verschiedene steuerliche Belastungsszenarien nachvollziehbar zu berechnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Vergleich zwischen Gewinnausschüttung und Geschäftsführergehalt sowie den Vergleich zwischen Gewinnausschüttung und Gesellschafterdarlehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Steuerbelastung, Abgeltungssteuer, Teileinkünfteverfahren, Geschäftsführergehalt, Gesellschafterdarlehen und Unternehmenssteuerreform.
Welchen Einfluss hat die Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes auf die Vorteilhaftigkeit?
Die Höhe des Hebesatzes beeinflusst maßgeblich die steuerliche Gesamtbelastung auf Gesellschaftsebene und ist ein entscheidender Faktor für die Verschiebung der Vorteilhaftigkeit zwischen den Vergütungsarten.
Warum ist das Teileinkünfteverfahren für die Analyse relevant?
Das Teileinkünfteverfahren dient neben der Abgeltungssteuer als relevante Besteuerungsoption für Dividenden, deren Vorteilhaftigkeit im Vergleich zum persönlichen Steuersatz und Grenzsteuersätzen bewertet wird.
- Quote paper
- Clemens Karger (Author), 2010, Lohnt sich für den Gesellschafter-Geschäftsführer die Leistungsvergütung noch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191176