Die Diskussionen in der Bildungspolitik in Bezug auf die Qualität des deutschen Bildungssystems setzen den Aspekt der individuellen Förderungen vermehrt in den Fokus. Individuelle Förderung bedeutet, dass jedem Schüler die Chance zu geben ist, sein individuelles Potenzial zu entwickeln und ihn durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Daher ist eine Implementierung von Maßnahmen zu individueller Förderung auch am Berufskolleg weiter zu forcieren, auch wenn die Umsetzung im Unterrichtsalltag, im Gegensatz z.B. zur Primarstufe, als verbesserungswürdig zu sehen ist. Schaut man sich die Vielzahl an Bildungsgänge an einem Berufskolleg und die damit einhergehende, in der Zukunft weiter zunehmende, Heterogenität der Lerngruppen an, dann zeigt dies die Wichtigkeit einer festen und stringenten Implementierung von individueller Förderung in dieser Schulform auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Berufskolleg Castrop-Rauxel
1.3 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit
1.4 Relevante Lehrerfunktionen
2. Individuelle Förderung als grundlegendes Konzept im Rahmen der Schule und als Basis der Wochenplanarbeit
3. Wochenplanarbeit als Möglichkeit selbstorganisierten Lernens
3.1 Unterscheidung von klassischem Unterricht und offenem Unterricht
3.2 Wochenplanarbeit als Form des offenen Unterrichts
3.3 Bedeutung der Wochenplanarbeit im offenen Unterricht
3.4 Bewertung der Wochenplanarbeit
4. Praktische Umsetzung am Thema Prozentrechnung im Berufsgrundschuljahr Wirtschaft und Verwaltung
4.1 Lernvoraussetzungen
4.2 Einstieg in das Thema Prozentrechnung
4.3 Praktische Umsetzung der Wochenplanarbeit
4.4 Reflexion und Bewertung des Einsatzes der Wochenplanarbeit
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Konzept zur individuellen Förderung durch Wochenplanarbeit zu entwickeln und am Beispiel der Prozentrechnung im Berufsgrundschuljahr Wirtschaft und Verwaltung praxisnah zu erproben, um der Heterogenität der Lerngruppen zu begegnen.
- Individuelle Förderung in heterogenen Lerngruppen
- Theorie und Praxis der Wochenplanarbeit
- Öffnung von Unterricht und Rollenverständnis des Lehrers
- Mathematische Kompetenzentwicklung (Prozentrechnung)
- Reflexion von Selbstständigkeit und Lernmotivation
Auszug aus dem Buch
3.1 Unterscheidung von klassischem Unterricht und offenem Unterricht
Klassischer Unterricht ist gemeinhin zu verstehen, als dass der Lehrer im gesamten Unterrichtskontext vollkommene Entscheidungs- und Handlungsgewalt besitzt. Ausgehend vom Lehrplan werden Lernziele definiert und diese dann anschließend mittels der Festlegung von Inhalt und Verlauf des Unterrichts umgesetzt. Schüler verfolgen dabei eher eine passive Rolle und besitzen keinerlei Mitbestimmung, bezogen auf die Lerninhalte, Aufgaben, Sozialform oder Zeit. Somit ist die geschlossene Form des Unterrichts zwar im Hinblick auf die Wissensvermittlung als klar und strukturiert anzusehen, aber gerade das elementar Wichtigste, nämlich die Lernvoraussetzungen der Schüler, finden hier keine Berücksichtigung. Die Qualität von Unterricht definiert sich dann über die erreichten Lernziele und nicht über eine Weiterentwicklung von Kompetenzen.
Kinder und Jugendliche müssen in der heutigen Zeit als lernwillig sowie kreativ verstanden und zum selbstorganisierten Lernen befähigt werden. Um dieses selbstorganisierte Lernen ermöglichen zu können, ist der klassische Unterricht zu öffnen, und Schüler sind als aktive und mitbestimmende Partner neben dem Lehrer im Unterrichtsgeschehen zu sehen. Deshalb hat sich auch die Rolle des Lehrers im offenen Unterricht zu ändern. Der Lehrer verfolgt nicht mehr die dominante, autoritäre Rolle, sondern fungiert nun als Lerncoach/-berater, der den Schülern während ihres Lernprozesses beratend und begleitend zur Seite steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit individueller Förderung am Berufskolleg aufgrund zunehmender Heterogenität und führt das Konzept der Wochenplanarbeit als Lösungsansatz ein.
2. Individuelle Förderung als grundlegendes Konzept im Rahmen der Schule und als Basis der Wochenplanarbeit: Dieses Kapitel verankert die gesetzliche Pflicht zur individuellen Förderung und stellt die Handlungsfelder vor, die als Grundlage für das schulische Förderkonzept dienen.
3. Wochenplanarbeit als Möglichkeit selbstorganisierten Lernens: Es werden die theoretischen Grundlagen des offenen Unterrichts erläutert und die Wochenplanarbeit als Methode zur Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung detailliert begründet.
4. Praktische Umsetzung am Thema Prozentrechnung im Berufsgrundschuljahr Wirtschaft und Verwaltung: Hier wird die konkrete Anwendung der Wochenplanmethode im Fach Mathematik beschrieben, von den Lernvoraussetzungen bis hin zur kritischen Reflexion der Ergebnisse.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung des Erfolgs der Wochenplanarbeit und empfiehlt eine fächerübergreifende Implementierung zur nachhaltigen Steigerung der Lernmotivation.
Schlüsselwörter
Individuelle Förderung, Wochenplanarbeit, Berufskolleg, Selbstorganisiertes Lernen, Binnendifferenzierung, Prozentrechnung, Offener Unterricht, Lerncoach, Heterogenität, Kompetenzentwicklung, Unterrichtsqualität, Berufsgrundschuljahr, Schülerzentrierung, Evaluation, Methodenkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Implementierung individueller Förderung durch die Methode der Wochenplanarbeit im Fach Mathematik an einem Berufskolleg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Konzept der individuellen Förderung, die Gestaltung offenen Unterrichts, die Stärkung selbstorganisierten Lernens und die praktische Umsetzung am Beispiel der Prozentrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine konzeptionelle Umgestaltung des Unterrichts mittels Wochenplänen der Heterogenität der Lerngruppen zu begegnen und die Motivation der Schüler zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Erprobung einer Unterrichtsmethode in der Praxis, begleitet durch eine begleitende Evaluation mittels Fragebögen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu individueller Förderung und Wochenplanarbeit sowie die detaillierte Darstellung der praktischen Erprobung inklusive Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind individuelle Förderung, Wochenplanarbeit, offener Unterricht, Selbstorganisation und Binnendifferenzierung.
Wie gehen die Schüler mit dem neuen methodischen Ansatz um?
Die Schüler empfanden die Wochenplanarbeit überwiegend als positive Abwechslung zum gewohnten Frontalunterricht, zeigten jedoch anfangs Schwierigkeiten bei der Zeiteinteilung und der eigenständigen Kontrolle.
Welche Rolle nimmt der Lehrer in diesem Konzept ein?
Der Lehrer wandelt seine Rolle vom klassischen Wissensvermittler hin zum Lerncoach, der organisatorisch vorbereitet und die Schüler aktiv bei ihrem individuellen Lernprozess beratend unterstützt.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. André Diekow-Kemper (Author), 2011, Konzept zur individuellen Förderung im Bildungsgang Berufsgrundschuljahr Wirtschaft und Verwaltung des Berufskollegs Castrop-Rauxel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191110