Ich möchte meine Hausarbeit damit beginnen, zu erläutern, warum Ethik in der Sozialen Arbeit wichtig ist und welchen Bezug sie dazu hat.
Später werde ich auf die Moral und auf die Ethik an sich eingehen. Ich beschreibe die philosophischen Lehren der Stoa, von Thomas von Aquin und Jeremy Bentham. Diese
Lehren werden erst von mir beschrieben und im nächsten Kapitel auf das Fallbeispiel angewandt.
Zu Anfang möchte ich aber erst einmal erklären was Ethik bedeutet. Ethik kommt aus dem griechischen éthos und bedeutet gewohnter Ort des Lebens, Sitte, Charakter.
Die Ethik wird in drei Formen unterschieden. Die erste ist die Empirische Ethik. Diese lässt sich wiederum in die deskriptive und die explanatorische Ethik untergliedern. Die deskriptive Ethik ist eine beschreibende Ethik. Sie beschreibt Ethik in Hinsicht auf die Gruppe oder Institution, die Ethik anwendet. Die explanatorische Ethik erklärt die Ethik in Hinsicht auf die Herkunft und versucht diese zu verallgemeinern. Neben der Empirischen Ethik gibt es noch die Normative Ethik. Die Normative Ethik wird auch wieder in die evaluative und präskriptive Ethik untergliedert. Die evaluative Ethik beurteilt die vorherrschende Moral kritisch. Die präskriptive Ethik dagegen schreibt eine begründete Moral vor. Neben diesen zwei Ethikformen gibt es noch die Metaethik. Die Metaethik untersucht die sprachliche Form der Normativen Ethik auf sittliche Prädikate.
Nun möchte ich kurz auf die Verbindung zwischen Ethik und Philosophie eingehen. Philosophie kommt von dem griechischen Wort philosophia und bedeutet die Liebe zur Weisheit. Die Philosophie ist die allgemeine Wissenschaft des Wissens und des Handelns Hier wurden drei Eigenarten herausgearbeitet. Erstens, die Systematik. Die philosophische Ethik hat klar definierte Ziele. Sie möchte die Moral in allen Variationen kennenlernen und diese auch verstehen. Zweitens, die Argumentation. Die Ethik bedarf keiner Religion, sondern beruht auf Argumenten, die sorgfältig ausgearbeitet und dann vorgetragen werden. Und drittens, die Intersubjektivität. Die Ethik muss für alle Menschen gelten. Die ethischen Urteile müssen allgemeingültig für alle Menschen sein. Aus der Philosophie heraus resultiert die Ethik, denn die Ethik ist eine philosophische Disziplin.
Inhaltsverzeichnis
1. Ethik in der Sozialen Arbeit
1.1. Was ist Moral?
1.2. Was bedeutet Ethik für die Soziale Arbeit
1.3. Mein weiteres Vorgehen
2. Mein Fall
2.1. Dilemma
3. Die Stoá
3.1. Die Anwendung der Stoá auf das Fallbeispiel
4. Thomas von Aquin
4.1. Die Anwendung von Thomas von Aquin auf meinen Fall
5. Jeremy Bentham
5.1. Die Anwendung von Jeremy Bentham auf meinen Fall
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht ethische Dilemmata in der Sozialen Arbeit, indem sie ein konkretes Fallbeispiel durch die Brille dreier philosophischer Strömungen analysiert und auf die professionellen Standards des DBSH bezieht.
- Grundlagen von Moral und Ethik in der Sozialen Arbeit
- Analyse eines Fallbeispiels unter stoischen Prinzipien
- Theologische und philosophische Perspektiven nach Thomas von Aquin
- Anwendung utilitaristischer Prinzipien nach Jeremy Bentham
- Reflexion über berufsethische Standards und die Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
3. Die Stoá
Die Stoá geht mit ihrem Namen auf ihren Gründer Zenon von Kition zurück, der in einer Säulenhalle seine Philosophie lehrte. Stoá kommt aus dem griechischen und heißt Säulenhalle. Die Stoá ist eine praktische Philosophie. Das bedeutet, dass die Stoá sich nicht für die theoretische Philosophie interessierte, sondern eher wie ein Mensch ein gutes Leben führt und die Kunst glücklich zu sein. Die Stoiker leben danach, dass es gute Dinge und auch schlechte Dinge gibt. Zudem gibt es auch noch Dinge, die weder gut noch schlecht sind. Die Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Mut und Mäßigkeit sind gut. Die Gegenteile, wie Torheit oder Ungerechtigkeit sind schlecht. Alles was für einen Menschen weder nützlich noch schadhaft ist, ist somit auch weder gut noch schlecht. Beispiele hierfür sind Leben, Gesundheit, Lust, Schönheit, Stärke, Reichtum, Ansehen oder edle Herkunft. Ihre Gegenteile, wie Tod, Krankheit, Schmerz, Hässlichkeit, Schwäche, Armut, schlechtes Ansehen oder niedere Herkunft. Die Stoá sagt, dass diese Dinge weder gut noch schlecht sind. Sie sind somit gleichgültig. Nur die Dinge, die nicht schaden, sondern nützen, gehören zum Guten.
Die Strömung der Stoá geht in die Richtung des Pantheismus. Das bedeutet, dass Gott das gesamte Universum durchdringt. Pantheismus wird aus den griechischen Wörtern pán – alles und theós – Gott zusammengesetzt. Gott ist nach der Stoá alles. Er ist die Welt und auch alles was sich darauf befindet. Das gesamte Universum, so sagen die Stoiker, wird durch eine Vernunft, einem lógos gelenkt. Lógos kommt wieder aus dem griechischen und heißt so viel wie Vernunft, Regel, Wort oder Gesetz. Übertragen heißt das, dass Gott alles ist und auch alles lenkt. Wir sind von Gott durchdrungen und werden von ihm gelenkt. Alle Menschen auf der Erde erfüllen einen bestimmten Zweck, denn sie werden von dem überall anwesenden lógos-Gott gelenkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ethik in der Sozialen Arbeit: Einführung in die Begrifflichkeiten von Ethik und Moral sowie Erläuterung der berufsethischen Prinzipien des DBSH.
2. Mein Fall: Vorstellung eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis, das einen Sozialarbeiter vor ein moralisches Dilemma stellt.
3. Die Stoá: Darstellung der stoischen Philosophie und Untersuchung ihrer Anwendbarkeit auf das Fallbeispiel.
4. Thomas von Aquin: Analyse der scholastischen Philosophie unter Berücksichtigung von Glauben und Vernunft in Bezug auf das Dilemma.
5. Jeremy Bentham: Erläuterung des Utilitarismus und Anwendung der Arithmetik der Freude und des Leids auf die Handlungsmöglichkeiten des Sozialarbeiters.
6. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der philosophischen Lehren und ihre Eignung als Entscheidungshilfe in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Ethik, Soziale Arbeit, Moral, Stoá, Thomas von Aquin, Utilitarismus, Jeremy Bentham, Fallbeispiel, Dilemma, Berufsethik, DBSH, Vernunft, Glück, Handlungsoptionen, Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Relevanz philosophischer Ethikmodelle für die Bewältigung von Dilemmata im beruflichen Alltag der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Moraltheorien der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit sowie deren Anwendung auf moderne berufsethische Standards.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu prüfen, ob und wie verschiedene philosophische Ansätze als Entscheidungshilfe bei professionellen ethischen Konflikten in der Sozialen Arbeit dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hermeneutisch-analytische Methode angewandt, bei der philosophische Lehren beschrieben und auf eine praktische Fallstudie übertragen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung eines Praxisfalles und die darauffolgende Untersuchung dieses Falles durch die Konzepte der Stoá, der Scholastik von Thomas von Aquin und des Utilitarismus von Jeremy Bentham.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Ethik, Utilitarismus, stoische Philosophie, berufsethische Prinzipien und Fallanalyse.
Wie bewertet der Autor die Stoá als Entscheidungshilfe im Fallbeispiel?
Die Stoá wird als theoretisch einfach, aber für die Soziale Arbeit als wenig hilfreich eingestuft, da die fatalistische Grundhaltung der Vorherbestimmung den beruflichen Zielen der Hilfe und Veränderung widerspricht.
Warum wird der Utilitarismus als besonders wirkungsvoll hervorgehoben?
Der Autor empfindet den Utilitarismus als besonders wertvoll, da die Abwägung zwischen Freude und Leid als nachvollziehbares und flexibles Instrument für komplexe Entscheidungssituationen wahrgenommen wird.
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- Benjamin Hagenmüller (Author), 2011, Ethik in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/191073