In dieser Hausarbeit soll die dokumentarische Methode zur Auswertung und Interpretation eines narrativen Interviews Anwendung finden. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob und wenn ja welcher Lernform bzw. welchem Lernmodus sich der Interviewte aufgrund seiner Handlungsorientierungen bedient. In einem theoretischen Teil werden das narrative Interview, die dokumentarische Methode und der Begrif der Lernorientierung abgehandelt. Danach wird die dokumentarische Methode an dem Transkript eines selbstdurchgeführten narrativen Interviews mit einem selbstständigen Autoteileverkäufer eingesetzt. Abschließend sollen die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und einer Bewertung unterzogen werden. Dabei wird geprüft, ob die eingangs formulierte These bestätigt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Das narrative Interview
2.2 Die dokumentarische Methode der Interpretation
2.2.1 Formulierende Interpretation
2.2.2 Reflektierende Interpretation
2.2.3 Komparative Analyse und Typenbildung
2.3 Begriffseingrenzung Lernorientierung
3. Anwendung der Methode am Beispiel eines selbstständigen Autoteileverkäufers
3.1 Der Übergang von der Schule in den Beruf
3.2 Learning by doing und Mittel der Fehlervermeidung
3.4 Blick nach links und rechts bei der Suche nach Artikeln
3.5 Vergleich der Wissensaneignung zwischen Schule und Beruf
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht mittels der dokumentarischen Methode, welche Lernformen und Lernmodi ein selbstständiger Autoteileverkäufer aufgrund seiner individuellen Handlungsorientierungen in seinem Berufsalltag praktiziert, um sein Wissen kontinuierlich zu erweitern.
- Grundlagen des narrativen Interviews
- Methodologie der dokumentarischen Interpretation
- Analyse beruflicher Lernprozesse (Erfahrungslernen)
- Vergleich von Wissensaneignung in Schule und Beruf
- Proaktive Wissensstrategien im Kontext der Selbstständigkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Learning by doing und Mittel der Fehlervermeidung
Person 1: Naja das hat sich dann so über die Zeit entwickelt also ich würd schon sagen dass das so quasi learning by doing war (.) also ich meine es waren sicherlich auch mal Sachen grad am Anfang dabei (.) die ich halt (2) oder die ich jetzt im Nachhinein als Fehl- Fehlkauf deklarieren würde weil tja (.) keine Ahnung gehabt dann wars vielleicht mal ein Satz Felgen der halt nicht original war bzw. einige kleine Daten hat gefehlt und äh äh haben nicht gefehlt (.) waren falsch (.)und dadurch ließen sie sich halt schlecht verkaufen aber das ist jetzt halt so über die Zeit (.) ham sich diese ganzen Fehler ausgemerzt und wenn halt irgendwelche Unstimmigkeiten waren wo ich nicht genau wusste (.) stimmt das jetzt (.) stimmt das nicht da hat ich immer zum zeichmal die Möglichkeit im Internet zu gucken da kriegt man ja gerade über Google da kann man ja (.) was sowas angeht (.) hmm Teilenummer eingeben alles (.) hat man ja sofort Fotos alles (.) weiß ich sofort woran erkenn ich das jetzt und woran nicht oder was darf da sein und was nicht (.) ob das nun das entsprechende Teil ist (.) und ähm ja im Notfall (.) konnt ich da auch (.) oder kann ich auch ne recht große Personenzahl zurückgreifen die sich halt die halt in diesem (.) Bereich tätig sind (.) im KFZ-Bereich und halt auch zu Rate ziehen (.) ja und so hat sich das dann quasi entwickelt #00:06:44-7#
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema des Lernens in der Wissensgesellschaft und Vorstellung der Zielsetzung, die dokumentarische Methode zur Analyse von Lernorientierungen anzuwenden.
2. Theoretischer Teil: Detaillierte Darlegung des narrativen Interviews, der dokumentarischen Methode (formulierend/reflektierend) sowie der Begriffsklärung von Lernorientierungen.
3. Anwendung der Methode am Beispiel eines selbstständigen Autoteileverkäufers: Anwendung der erarbeiteten Methode auf ein Experteninterview, unterteilt in Teilbereiche wie Berufseinstieg, Fehlervermeidung, Informationssuche und Vergleich der Wissensaneignung.
4. Schluss: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, welche die Hypothese des Erfahrungslernens stützen, sowie Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Dokumentarische Methode, Narratives Interview, Erfahrungslernen, Lernorientierung, Wissensaneignung, Handlungssequenzen, Reflektierende Interpretation, Formulierende Interpretation, Biografie, Selbstständigkeit, Kfz-Branche, Handlungsorientierung, Qualifikation, Berufspraxis, Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung individueller Lernorientierungen im beruflichen Kontext unter Anwendung qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen das narrative Interview, die dokumentarische Interpretation nach Ralf Bohnsack sowie der Lernmodus „Learning by doing“ im Kontext einer beruflichen Selbstständigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu rekonstruieren, wie ein selbstständiger Akteur in der Kfz-Branche durch praktische Erfahrungen und proaktives Handeln sein Wissen generiert und organisiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt das narrative Interview zur Datenerhebung und die dokumentarische Methode zur Auswertung, unterteilt in formulierende und reflektierende Interpretation.
Was bildet den inhaltlichen Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil besteht aus der Anwendung der dokumentarischen Methode auf das Transkript eines Interviews mit einem Autoteileverkäufer, analysiert anhand verschiedener beruflicher Situationen.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind Dokumentarische Methode, Erfahrungslernen, Lernorientierung, Handlungspraxis und proaktives Lernen.
Warum verzichtet der Interviewpartner laut der Analyse auf institutionalisierte Bildungswege?
Aufgrund seiner positiven beruflichen Erfahrungen und der als effizient empfundenen autodidaktischen Wissensaneignung via Internet sieht er für seinen Werdegang keinen Bedarf an einer klassischen Ausbildung.
Welche Rolle spielt das Internet im beschriebenen Lernprozess?
Das Internet fungiert als exklusive und als alternativlos wahrgenommene Informationsquelle für den Interviewten, die er gegenüber Büchern bevorzugt, da diese ihm eine schnellere und aktuellere Wissensaneignung ermöglichen.
- Quote paper
- Daniel Zäck (Author), 2011, Die Anwendung der dokumentarischen Methode am Beispiel der Erforschung individueller Lernorientierungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190387