Wirtschaftliche Unternehmen müssen sich zu jeder Zeit bestimmten Risiken ausgesetzt sehen. Dabei spielten lange Zeit vor allem finanzielle und marktorientierte Risikofelder eine entscheidende Rolle bei der Ausrichtung eines funktionellen Risikomanagements. Diese Betrachtung berücksichtigte jedoch nicht, dass Risiken vom Entscheidungsverhalten einzelner Mitarbeiter ausge-hen. Solche Entscheidungen regeln „die Gestaltung aller funktionalen Phasen unternehmerischer Wertschöpfungsprozesse“ (Drumm 2008, S.590) und de-terminieren so eine Prognose von Risiken und deren Risikobekämpfung.
Diese Arbeit versucht aus theoretischer Sicht die Frage zu beantworten, wie sich ein Personalrisikomanagement in einem Unternehmen implementieren lässt und welche unterschiedlichen Ansätze dabei bestehen. Im Schwerpunkt soll sich dabei auf die Risikoidentifikation bezogen werden, weil hier die Basis für das gesamte Risikomanagement geschaffen wird. Von der Darstellung allumfassender Praxisbeispiele und Studien wird dabei jedoch abgesehen.
Methodisch wird zunächst eine theoretische Begriffsdarlegung abgehandelt, bei der die Begriffe (Personal-) Risiko und (Personal-) Risikoma-nagement ausdifferenziert werden. Anschließend wird die Risikoidentifikation im Schwerpunkt anhand der Arbeiten von Ackermann (1999) und Wucknitz (2005) thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Personalzentriertes Risikomanagement in Unternehmen
2 (Personal-)Risiko und (Personal-)Risikomanagement
2.1 Der Risikobegriff aus ökonomisch-personalwirtschaftlicher Perspektive
2.2 Abgrenzung des Risikobegriffs
2.3 (Personal-) Risikomanagement
3 Implementierung von Risikomanagement in Unternehmen am Beispiel von Risikoidentifikation
3.1 Risikobetrachtung aus personalbezogener Sicht
3.2 Risikoerkennung und -identifikation
3.3 Ansätze zur Identifizierung von Risiken
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht aus theoretischer Perspektive, wie ein Personalrisikomanagement in Unternehmen implementiert werden kann, wobei der Fokus gezielt auf die Phase der Risikoidentifikation als Fundament des Risikomanagements gelegt wird.
- Grundlagen des Risikobegriffs in der Personalwirtschaft
- Die Doppelrolle von Personal und Personalmanagement als Störfaktor und Störobjekt
- Methodische Ansätze zur Identifizierung von personalbezogenen Risiken
- Der Prozess der Risikoerkennung und dessen Bedeutung für den Unternehmenserfolg
- Abgrenzung und Bewertung verschiedener Risikokategorien
Auszug aus dem Buch
3.2 Risikoerkennung und -identifikation
Bei der Risikoerkennung geht es nach Ackermann (1999, S.68) um die Erkennung und Identifizierung von Aktions- und Bedingungsrisiken. Ziel der Risikoidentifikation ist es, bestehende und zukünftige Entwicklungen zu erfassen, welche für das Unternehmen Gefahrenquellen und Stör- oder Schadenspotenziale darstellen. Es geht um eine aktuelle, strukturierte, ganzheitliche und ökonomische Identifikation, um Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmen in den weiteren Prozessen zu entwickeln und einzusetzen. Gerade deshalb spielt dieser erste Schritt eine so bedeutende Rolle, da ausgeblendete oder nicht berücksichtigte Risiken den folgenden Prozess nicht weiter durchlaufen. (vgl. Paul 2011, S.163)
Risiken lassen sich aus mehr als nur einer Sicht identifizieren. Ich beziehe mich dabei auf die nach Ackermann (1999) unter 3.1 aufgeführten personalbezogenen Risikobetrachtungen, wobei ausschließlich die Aspekte unter 1. und 2. eine Rolle spielen. Die managementorientierte Sichtweise und die Risikobewältigung mit Personal bzw. Personalmanagement wird an dieser Stelle vernachlässigt.
Unternehmen formulieren ihre Ziele, Erwartungen und Vorstellungen im Rahmen der Unternehmensidentität aus. Diese bezeichnet nach außen hin das, wofür das Unternehmen steht und wie es in bestimmten Situationen handeln würde. Da an dieser Ausformulierung jedoch abhängig von der Unternehmensgröße nicht alle Mitarbeiter beteiligt sind oder auch immer wieder neues Personal in das Unternehmen kommt, herrscht grundsätzlich eine Differenz zwischen den Zielen des Unternehmens und den Zielen und Entscheidungen des Personals. Entscheidungen Einzelner müssen demnach nicht passgenau mit der Vorstellung des Unternehmens übereinstimmen bzw. ist dies im Sinne der Subjektivität jedes Einzelnen überhaupt nicht möglich. Die sich daraus ergebenden Lücken und Freiräume, in denen der einzelne Mitarbeiter Entscheidungen trifft, offenbaren Risiken, welche durch das Personal hervorgerufen werden. (vgl. Ackermann 1999, S.68)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Personalzentriertes Risikomanagement in Unternehmen: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels hin zu einem personalorientierten Risikomanagement, um die Auswirkungen von Mitarbeiterentscheidungen auf Wertschöpfungsprozesse besser zu steuern.
2 (Personal-)Risiko und (Personal-)Risikomanagement: Dieses Kapitel definiert theoretisch die Begriffe Risiko und Risikomanagement aus einer ökonomischen und personalwirtschaftlichen Perspektive und grenzt diese von verwandten Begriffen wie Gefahr und Unsicherheit ab.
3 Implementierung von Risikomanagement in Unternehmen am Beispiel von Risikoidentifikation: Der Hauptteil erläutert die verschiedenen Phasen des Risikomanagements und vertieft die Rolle von Personal und Personalmanagement bei der Risikoerkennung sowie die methodischen Ansätze zu deren Identifizierung.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont, dass die Risikoidentifikation ein kontinuierlicher Prozess ist, der als Fundament für nachgelagerte Bewertungs- und Steuerungsschritte dient.
Schlüsselwörter
Personalrisikomanagement, Risikoidentifikation, Risikoerkennung, Unternehmensrisiken, Personelle Risiken, Störfaktoren, Störobjekte, Personalpolitik, Humankapital, Risikoanalyse, Risikobewertung, Unternehmenserfolg, Schlüsselpersonen, Mitarbeiterverhalten, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und Implementierung von Personalrisikomanagement in Unternehmen, wobei ein besonderer Fokus auf die Phase der Risikoidentifikation gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Risiken im Personalbereich, der Analyse von Personal als Risikoquelle sowie den methodischen Ansätzen zur Risikoerkennung und -identifikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aus theoretischer Sicht darzulegen, wie ein Personalrisikomanagement implementiert werden kann und welche Rollen Personal und Management in diesem Prozess einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer theoretisch-analytischen Methode, indem sie bestehende Modelle, insbesondere von Ackermann, Wucknitz und Kobi, auswertet, vergleicht und auf den Bereich der Risikoidentifikation fokussiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Risikobetrachtung aus personalbezogener Sicht, die Mechanismen der Risikoerkennung sowie verschiedene strategische, empirische und konzeptionelle Ansätze zur Identifizierung von Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Personalrisikomanagement, Risikoidentifikation, Humankapital, Störfaktoren, Risikoanalyse und Unternehmensstrategie.
Wie unterscheidet sich die Risikoerkennung nach Ackermann von anderen Ansätzen?
Ackermann differenziert besonders detailliert zwischen Risiken durch das Personal, Risiken für das Personal und der entsprechenden Doppelrolle der Akteure als Störfaktoren und Störobjekte.
Was besagt der konzeptionelle Ansatz der Risikoidentifikation?
Der konzeptionelle Ansatz zielt darauf ab, aus einem Set an Risiken diejenigen auszuwählen, die für das Unternehmen die höchste Relevanz haben, häufig basierend auf dem Werttreibermodell des Humankapitals.
Warum ist die Risikoidentifikation für das gesamte Risikomanagement so entscheidend?
Sie ist der erste und fundamentale Schritt im Prozess; Risiken, die in dieser Phase nicht erkannt oder identifiziert werden, können in den darauffolgenden Phasen der Analyse und Steuerung nicht mehr berücksichtigt werden.
Kann man Risiken im Personalbereich präzise messen?
Die Arbeit stellt heraus, dass dies aufgrund der schwer quantifizierbaren Natur menschlichen Handelns schwierig ist, weshalb neben quantitativen Daten vor allem qualitative Erfahrungswerte eine wesentliche Rolle spielen.
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- B. A. Bildungs- und Erziehungswissenschaften Michel Beger (Author), 2012, Personalrisikomanagement - Grundlagen & theoretische Umsetzung von Risikoidentifikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190244