Jeder ist immer erreichbar. Die ganze Welt beschleunigt sich, alles ist dringend, und wo alles dringend ist, ist nichts mehr dringend, und damit schlittern wir in eine Bedeutungslosigkeit hinein.
Joseph Weizenbaum, 2004
Obgleich emeritierter Professor des Computer Departments am MIT, ist er auch ein scharfer Kritiker der Computer- und Technologiegläubigkeit. Ein Bestreben dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen dass jeder immer erreichbar ist. Doch die Intention ist eine grundlegend andere. Beschleunigung fördert die Dringlichkeit, aber diese wird nicht zum Selbstzweck und gerät somit auch nicht in die Bedeutungslosigkeit. Gerade in unserer heutigen Zeit, dem 21. Jahrhundert und unter dem Aspekt, dass die Technik sich förmlich jeden Tag selbst überholt, ist der Mensch gefordert persönliche Grenzen zu ziehen. Es kann dabei nicht um eine solche negative Generalisierung wie bei Weizenbaum gehen. Der Mensch ist ein Individuum und als solches muss er auch handeln. „Wer gerade am meisten Gas gibt, ist vorn. Wir stehen immer auf Vollgas“ (Ferdinand Piëch, 1999). So wird es immer Personen geben, die diese Beschleunigung mittragen und solche die sie vollends ablehnen.
Diese Arbeit soll die positiven, sowie negativen Aspekte der Beschleunigung und im Besonderen der kommunikationstechnischen Akzeleration betrachten und ein ausdifferenziertes Bild zeichnen über die Bedeutungslosigkeit wie sie Weizenbaum nennt und über das Vollgas wie es Piëch bezeichnet.
Dafür beschäftigt sich der sich anschließende Abschnitt mit dem Begriff der Zeit. In dem Versuch einer Definition, werden die grundlegenden Aussagen von drei Disziplinen angeführt, nämlich der Physik, der Philosophie und der Soziologie. Damit soll die Begrifflichkeit Zeit klarer ausdifferenziert werden, um so einen exakteren Blick auf die akzelerierenden Vorgänge werfen zu können.
Der Abschnitt drei beschäftigt sich mit dem großen Gebiet des Wissens. So wird eingangs die Frage gestellt, was Wissen eigentlich ist. Danach wird in einem kurzen verlauf die Geschichte des Wissens in der Gesellschaft dargestellt. Dabei wird intensiver auf die Technisierung im 20. Jahrhundert eingegangen, als Vorreiter unser modernen Entwicklungen. Die Ausführungen über die Informations- und Wissensgesellschaft beenden diesen Abschnitt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Zeit?
2.1 Physik
2.2 Philosophie
2.3 Soziologie
3. Das Wissen um die Entwicklung
3.1 Die Frage nach dem Wissen
3.2 Wissen im Laufe der Zeit
3.3 Technisierung im 20. Jahrhundert
3.4 Informations- und Wissensgesellschaft
4. Die technische Beschleunigung des Lebens
4.1. Triebmotor Internet
4.2 Kommunikation 2.0
4.2.1 E-Mail
4.2.2 Soziale Netzwerke
4.2.3 Blogs
4.2.4 Smartphones
4.2.5 Der Preis den wir zahlen
5. Wider der Be- und Entschleunigung. Ein Plädoyer an die Vernunft
6. Ein Ausblick
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Beschleunigung der Gesellschaft unter dem Einfluss moderner Kommunikationstechnologien, wobei der Fokus auf dem Zusammenhang zwischen Zeit, Wissen und technischem Fortschritt liegt. Ziel ist es, ein ausdifferenziertes Bild der Beschleunigungsphänomene zu zeichnen und die Rolle des Individuums in diesem technisierten Konstrukt zu hinterfragen.
- Theoretische Fundierung des Zeit- und Wissensbegriffs in Physik, Philosophie und Soziologie.
- Analyse der technologischen Entwicklung als Beschleunigungsfaktor, insbesondere ab dem 20. Jahrhundert.
- Untersuchung des Internets als zentraler Treibmotor für gesellschaftlichen Wandel und Kommunikation.
- Darstellung moderner Kommunikationsmedien wie Smartphones, soziale Netzwerke und Blogs sowie deren Auswirkungen.
- Diskussion der Ambivalenz zwischen technischer Effizienz und persönlicher Überforderung durch Informationsflut.
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Smartphones
Diese Beschleunigung der Kommunikation durch Internet, E-Mail, soziale Netzwerke und Blogs ist evident. Die Nutzung dieser Dienste war bis vor kurzem aber noch an einen PC oder Notebook gebunden. Von Mobilität und Flexibilität konnte nicht die Rede sein. Der Informationsfluss, der ohnehin schon gewaltig schien, wurde mit einer einzigen Entwicklung aber noch um einiges größer. Das Smartphone, wie es mit dem iPhone von Apple herauskam, ist die neuerliche kommunikative und informationelle Revolution des beginnenden 21. Jahrhunderts.
Es gab in der Vergangenheit schon mehrere Versuche und Ansätze solch ein Gerät massenkompatibel zu machen. Die Ergebnisse waren aber eher dürftig. Die Vorbilder, die sogenannten PDAs (Personal Digital Assistents), waren eher für den Businessbereich von Bedeutung und die herkömmlichen Mobiltelefone, hatten statische und unflexible Programme, die bereits vorinstalliert waren und die die individualisierte Nutzung stark einschränkten (vgl. pdassi.de, 2011). Apple hat 2007 diese beiden Stränge zusammengeführt und die Schranken der Machbarkeit aufgebrochen. Ein handliches Mobiltelefon, das die Funktionen eines PDAs in sich vereinigte und noch weit mehr (vgl. Kogler , 2010). Die Steuerung und Handhabung funktioniert über Touchscreen und mithilfe sogenannter Apps (Applications). Kleine, zum Teil sehr simple Programme, die mithilfe eines Smartphones ausgeführt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Beschleunigung ein, problematisiert die ständige Erreichbarkeit und skizziert das Forschungsanliegen sowie die Struktur der Arbeit.
2. Was ist Zeit?: Dieses Kapitel beleuchtet den Zeitbegriff interdisziplinär aus den Perspektiven der Physik, Philosophie und Soziologie, um eine theoretische Basis für die Untersuchung der Beschleunigung zu schaffen.
3. Das Wissen um die Entwicklung: Es wird die Geschichte der Wissensentwicklung in der Gesellschaft nachgezeichnet, wobei der Schwerpunkt auf der Technisierung im 20. Jahrhundert und der Entstehung der Informations- und Wissensgesellschaft liegt.
4. Die technische Beschleunigung des Lebens: Dieser Hauptteil analysiert das Internet und seine Anwendungen (E-Mail, soziale Netzwerke, Blogs, Smartphones) als treibende Faktoren, die den sozialen Wandel und die individuelle Beschleunigung maßgeblich prägen.
5. Wider der Be- und Entschleunigung. Ein Plädoyer an die Vernunft: Das Kapitel reflektiert kritisch über den Umgang mit der Beschleunigung und plädiert für einen vernunftgeleiteten, individuellen Umgang mit dem Zeitdruck.
6. Ein Ausblick: Der abschließende Teil wagt einen spekulativen Blick auf die kommunikationstechnologische Zukunft der nächsten Jahre und integriert das Konzept der Unified Communications.
7. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Abbildungen, die die im Text beschriebenen Konzepte der Beschleunigung visualisieren.
Schlüsselwörter
Beschleunigung, Gesellschaft, Kommunikationstechnologie, Internet, Zeitbegriff, Wissen, Wissensgesellschaft, Soziale Netzwerke, Smartphones, Information, Digitalisierung, Technik, Fortschritt, Mobilität, Vernetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Beschleunigung unserer Gesellschaft unter dem Einfluss moderner Kommunikationstechnologien und untersucht, wie diese den Alltag und das Wissen der Menschen verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die interdisziplinäre Definition von Zeit, die historische Genese von Wissen und Technik sowie die soziologische Analyse digitaler Kommunikation und deren Auswirkungen auf das Individuum.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein differenziertes Bild der technischen Beschleunigung zu zeichnen, um zu verstehen, ob Beschleunigung lediglich als Gefahr oder als Chance begreifen werden kann, und wie man ihr mit Vernunft begegnen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die theoretische Ansätze (z.B. von Hartmut Rosa) mit aktuellen Entwicklungen der Technik und Kommunikation verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die technischen Treiber der Beschleunigung, insbesondere das Internet und dessen Anwendungen wie E-Mail, soziale Netzwerke, Blogs und Smartphones, sowie deren Einfluss auf Arbeit und Privatleben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Beschleunigung, Wissensgesellschaft, Internet, digitale Kommunikation und der soziale Wandel durch technologische Innovationen.
Welche Rolle spielt Google innerhalb der Untersuchung?
Google wird als dominierender Akteur und „Datenstaubsauger“ analysiert, der als „Gralshüterfunktion in Sachen Information“ fungiert und maßgeblich zur Informationssuche und -abhängigkeit der Nutzer beiträgt.
Welche Bedeutung kommt dem "Arabischen Frühling" im Kontext der Arbeit zu?
Der Arabische Frühling dient als beeindruckendes Fallbeispiel dafür, wie soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter als Werkzeuge für politische Organisation und revolutionäre Bewegungen dienen können.
- Quote paper
- Tobias Engfer (Author), 2011, 24/7 - Über die Beschleunigung der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189931