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Das deutsche Modell des Flächentarifvertrags: In Zeiten der äußeren Erosion ein schwindender Kern im Zentrum des Systems der industriellen Beziehungen?

Title: Das deutsche Modell des Flächentarifvertrags: In Zeiten der äußeren Erosion ein schwindender Kern im Zentrum des Systems der industriellen Beziehungen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Julia Erdmann (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation

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Summary Excerpt Details

Im deutschen dualen System der industriellen Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit
gilt das Prinzip der Tarifautonomie zwischen den abschließenden Tarifparteien als eine
der zwei tragenden Säulen, neben der betrieblichen Mitarbeitervertretung durch die Betriebsräte.
Doch befindet sich das deutsche Tarifvertragssystem seit Mitte der 90er Jahre
in einem stetig voranschreitenden Erosionsprozess, in dem der tariflich abgesicherte Kern
zunehmend kleiner und die tarifvertraglich kaum oder gar nicht abgedeckten Bereiche
immer größer werden. Dabei befindet sich insbesondere der Flächentarif auf dem Rückzug
und es ist fraglich, ob er in Zukunft eher als Relikt aus Zeiten der Produktionsgesellschaft
gehandelt wird oder durch Flexibilisierung und Modernisierung seine Zukunftstauglichkeit
erfolgreich unter Beweis stellen kann und sich damit in der sich stetig weiterentwickelnden
Dienstleistungsgesellschaft seinen Platz im Zentrum des deutschen
Systems sichern kann. Wie sich die derzeitige Situation des Flächentarifvertragssystems
in Deutschland darstellt und ob der Flächentarifvertrag in Deutschland schon abgeschrieben
oder doch noch nicht ganz verloren ist, soll im Rahmen des Themenkomplexes der
äußeren Erosion des Flächentarifsystems in dieser Arbeit untersucht werden.
Eingangs werden deshalb zunächst die rechtlichen und funktionalen Grundlagen des
deutschen Tarifvertragssystems vorgestellt, um auf deren Basis die Entwicklung der den
Flächenvertrag abschließenden Tarifvertragsparteien und deren jeweiligen Einfluss auf
die Tarifbindung und das Flächentarifsystem analysieren zu können. Anschließend erfolgt
die Betrachtung des Ausmaßes und der Entwicklung der Tarifbindung, deren rapider
Rückgang seit Mitte der 90er Jahre auch als die „äußere Erosion des Flächentarifsystems“
diskutiert wird. Diese zentrale Betrachtung soll Aussagen über die tatsächliche
aktuelle Prägekraft des Flächentarifvertrages für die Tariflandschaft in Ost und West ermöglichen
und eventuelle Rückschlüsse auf die zukünftigen Erosionstendenzen erlauben.
Im Anschluss daran soll ein kurzer Blick in die Gegenwart und mögliche Zukunft im
Umgang mit der Anwendung des Flächentarifvertrags insbesondere am Beispiel der
Elektro- und Metallindustrie die Zukunftstauglichkeit des Flächentarifs beleuchten. Abgeschlossen
wird dieser Beitrag durch eine zusammenfassende Bewertung der aktuellen
Lage und der möglichen Zukunft des Flächentarifvertrages in der deutschen Tariflandschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Gedanken und Problemstellung

2. Rechtliche und funktionale Grundlagen des deutschen Tarifvertragssystems

3. Die tarifschließenden Parteien des Flächentarifvertrages

3.1 Die Gewerkschaften

3.2 Die Arbeitgeberverbände

4. Rückgang der Tarifbindung – Äußere Erosion des Flächentarifsystems

5. Ein kurzer Blick in die Gegenwart sowie in die mögliche Zukunft im Umgang mit der Anwendung des Flächentarifvertrags

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Modell des Flächentarifvertrags vor dem Hintergrund eines stetigen Erosionsprozesses seit Mitte der 90er Jahre. Ziel ist es, die rechtlichen Grundlagen, die Rolle der Tarifparteien sowie das Ausmaß und die Ursachen der sinkenden Tarifbindung zu analysieren und deren Zukunftsperspektiven kritisch zu bewerten.

  • Rechtliche und funktionale Grundlagen des Tarifvertragssystems
  • Einfluss der Tarifparteien (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) auf die Tarifbindung
  • Analyse der „äußeren Erosion“ des Flächentarifsystems
  • Bedeutung von Flächentarifverträgen in der modernen Dienstleistungsgesellschaft
  • Zukunftstauglichkeit und Reformansätze (z.B. Entgeltrahmenabkommen)

Auszug aus dem Buch

3. Die tarifschließenden Parteien des Flächentarifvertrages

Im deutschen Tarifsystem stehen sich, wie eben ausgeführt, als tarifschließende Parteien einerseits die Arbeitnehmerverbände, dass heißt die Gewerkschaften, und andererseits die Arbeitgeber organisiert in Arbeitgeberverbänden oder einzelne tarifschließende Unternehmer gegenüber. Die historischen Wurzeln der Gewerkschaften reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Spitzenverbände der Arbeitgeber hingegen wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. In der zu dieser Zeit aufkommenden Weimarer Republik liegt auch der Ursprung des Prinzips der Tarifautonomie. So wurde mit der sogenannten Tarifvertragsordnung vom 23.12.1918 der Tarifvertrag als überbetriebliches Ordnungsprinzip erstmals gesetzlich verankert und erhielt damit unmittelbare und zwingende Wirkung für die Arbeitsbedingungen (vgl. Tietz 2004, S. 14). Damit waren „Tarifverhandlungen als Mittel zur kollektiven Regelung der Arbeitsbeziehungen sowie Gewerkschaften und Arbeitgeber(verbände) als deren institutionelle Träger“ (Schnabel 2005, S. 182) spätestens seit Ende des ersten Weltkrieges gänzlich rechtlich anerkannt.

Die heutige Konstitution der Tarifparteien des tarifautonomen Systems der industriellen Beziehungen wird nachfolgend aufgezeigt und in ihren Auswirkungen auf die Tarifbindung und das Flächentarifsystem untersucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Gedanken und Problemstellung: Diese Einleitung skizziert das deutsche duale System der industriellen Beziehungen und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der äußeren Erosion des Flächentarifvertrags ein.

2. Rechtliche und funktionale Grundlagen des deutschen Tarifvertragssystems: Das Kapitel erläutert den gesetzlichen Rahmen sowie die Schutz-, Verteilungs- und Ordnungsfunktionen, die dem Tarifvertrag im deutschen Arbeitsrecht zukommen.

3. Die tarifschließenden Parteien des Flächentarifvertrages: Hier wird die historische Entwicklung und die aktuelle Rolle von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden als zentrale Akteure des Tarifsystems dargestellt.

3.1 Die Gewerkschaften: Dieser Abschnitt analysiert die Mitgliederentwicklung, die Fragmentierung durch Spartengewerkschaften und deren Einfluss auf die Organisationsmacht der DGB-Gewerkschaften.

3.2 Die Arbeitgeberverbände: Der Text beleuchtet die Verbandsflucht der Unternehmen, das OT-Modell (Organisation ohne Tarifbindung) und die Herausforderungen bei der Interessenvertretung heterogener Unternehmensgruppen.

4. Rückgang der Tarifbindung – Äußere Erosion des Flächentarifsystems: Eine detaillierte empirische Untersuchung des sinkenden Anteils tarifgebundener Betriebe und Beschäftigter in Ost- und Westdeutschland.

5. Ein kurzer Blick in die Gegenwart sowie in die mögliche Zukunft im Umgang mit der Anwendung des Flächentarifvertrags: Anhand des Entgeltrahmenabkommens (ERA) wird diskutiert, ob Reformansätze dem Erosionsprozess entgegenwirken können.

6. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Erosion zwar anhält, der Flächentarifvertrag aber trotz seiner schwindenden Reichweite weiterhin im Zentrum der industriellen Beziehungen steht.

Schlüsselwörter

Flächentarifvertrag, Tarifbindung, Tarifautonomie, Industrielle Beziehungen, Äußere Erosion, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Verbandsflucht, OT-Verbände, Entgeltrahmenabkommen, Arbeitsrecht, Mitbestimmung, Tariflandschaft, Beschäftigtenstruktur, Dienstleistungssektor

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Strukturwandel des deutschen Tarifvertragssystems, insbesondere den seit den 1990er Jahren beobachtbaren Prozess der „äußeren Erosion“ des Flächentarifvertrags.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen der Tarifautonomie, die Rolle der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, empirische Daten zur sinkenden Tarifbindung sowie Ansätze zur Modernisierung der Entgeltgestaltung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob das deutsche Modell des Flächentarifvertrags in Zeiten der äußeren Erosion lediglich ein Relikt der Vergangenheit ist oder durch Reformen seine Zukunftsfähigkeit beweisen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Datenanalyse, die auf sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen, institutionellen Analysen und empirischen Datenreihen (z. B. IAB-Betriebspanel, WSI-Tarifarchiv) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Akteure (Gewerkschaften/Arbeitgeber), eine empirische Bestandsaufnahme der Tarifbindung und eine Fallstudie zu den Entgeltrahmenabkommen (ERA).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tarifbindung, Flächentarifvertrag, äußere Erosion, Verbandsflucht und Tarifautonomie geprägt.

Welchen Einfluss haben Neugründungen auf die Tarifbindung?

Die Arbeit zeigt auf, dass neu gegründete Betriebe signifikant seltener tarifgebunden sind, was die Erosion des Flächentarifs bei einem stetigen Wandel des Betriebsbestandes verstärkt.

Welche Rolle spielt die Branche bei der Tarifbindung?

Die Tarifbindung variiert stark nach Wirtschaftszweigen; während sie in der Industrie und im öffentlichen Dienst noch relativ hoch ist, weisen Dienstleistungsbereiche wie das Gastgewerbe oder die IT-Branche eine deutlich geringere Tarifbindung auf.

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Details

Title
Das deutsche Modell des Flächentarifvertrags: In Zeiten der äußeren Erosion ein schwindender Kern im Zentrum des Systems der industriellen Beziehungen?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Course
Masterkurs: Strukturwandel industrieller Beziehungen
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Julia Erdmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
36
Catalog Number
V189666
ISBN (eBook)
9783656139645
ISBN (Book)
9783656139942
Language
German
Tags
Flächentarifvertrag äußere Errosion industrielle Bezeihungen Tarifvertragssystem Tarifbindung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Julia Erdmann (Author), 2011, Das deutsche Modell des Flächentarifvertrags: In Zeiten der äußeren Erosion ein schwindender Kern im Zentrum des Systems der industriellen Beziehungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189666
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