Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Literaturunterricht in der Sekundarstufe I auseinander. Diesbezüglich wurde mit Realschullehrkräften eine Interview-Studie durchgeführt.
Zu Beginn der Arbeit werden die Unterrichtsinhalte des Literaturunterrichts dar-gestellt. Im Anschluss wird auf die Ziele des Literaturunterrichts eingegangen. Dabei steht die Studie von Wieser im Vordergrund, welche sich mit Lehrerwissen von Referendar(inn)en auseinandersetzt. Am Ende des Kapitels wird auf die Auf-gaben des Literaturunterrichts eingegangen.
Das Kapitel „Stellenwert des Literaturunterrichts nach PISA“ stellt die Situation der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern dar und welche Auswirkun-gen sich daraus für den Literaturunterricht ergeben.
Des Weiteren werden in Kapitel vier „Alltagspraxis des Deutschunterrichts aus Sicht von Lehrerinnen und Lehrern“ die Befunde der DESI-Studie dargestellt. Die Lehr-Lern-Zeit im Deutschunterricht sowie die Nutzung verschiedener Textsorten im Deutschunterricht wird u.a. thematisiert.
Welche Lehr- und Lernmedien im (Deutsch)Unterricht zum Einsatz kommen, wird durch die Darstellung der Delphi-Studie von 2003 aufgezeigt. Nach der De-finition von Lehr- und Lernmedien erfolgt eine kurze Darstellung der Ergebnisse.
Im Anschluss wird auf das Schulbuch eingegangen und welche Funktionen dieses nach Killus zu erfüllen hat. Tebrügge verdeutlicht diese Funktionen des Schul-buchs durch die Darstellung der Ergebnisse ihrer repräsentativen Befragung.
An die theoretische Darstellung des Literaturunterrichts und dessen Lehr- und Lernmedien knüpft die Interview-Studie mit Realschullehrkräften an. Hierbei werden die Probleme des Literaturunterrichts dargestellt und welche Folgen die genannten Probleme auf die Unterrichtsvorbereitung der Lehrkräfte haben. Zudem wird näher auf den Stellenwert von Lehr- und Lernmedien, wann und wie sie ge-nutzt werden, eingegangen.
Nach dem die positiven und negativen Eigenschaften von Lehr- und Lernmedien veranschaulicht wurden, wird das „Wunschlehrmittel“ der befragten Lehrkräfte vorgestellt.
Im Ausblick werden die Ergebnisse der Interview-Studie mit Realschullehrkräften mit den theoretischen Befunden und aufgezeigten Studien verglichen.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Literaturunterricht
2.1 Literaturunterricht in der Schule
2.2 Ziele des Literaturunterrichts
2.3 Aufgaben des Literaturunterrichts
3. Stellenwert des Literaturunterrichts nach PISA
3.1 PISA – Studien
3.2 Lesekompetenz bei PISA
3.3 Die Befunde zur Lesekompetenz in Deutschland
3.4 Konsequenzen für den Literaturunterricht
4. Alltagspraxis des Deutschunterrichts aus Sicht von Lehrerinnen und Lehrern
4.1 Lehr-Lern-Zeit im Deutschunterricht
4.2 Lesekompetenz, Leseinteresse und Förderung im Deutschunterricht
4.3 Nutzung verschiedener Textsorten im Deutschunterricht
5. Lehr-und Lernmedien im (Deutsch)Unterricht
5.1 Delphi-Studie (2003)
5.2 Funktionen des Schulbuchs
5.3 Nutzung von Lehr- und Lernmedien bei der Unterrichtsvorbereitung
6. Interview-Studie mit Realschullehrkräften
6.1 Fragestellung und Design der Untersuchung
6.2 Deskription der Ergebnisse
7. Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Nutzung von Lehr- und Lernmedien im Literaturunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, durch eine empirische Interview-Studie mit Realschullehrkräften zu ergründen, welche Schwierigkeiten bei der Literaturvermittlung bestehen, wie Lehrkräfte ihre Unterrichtsvorbereitung gestalten und welchen Stellenwert traditionelle sowie moderne Medien in diesem Prozess einnehmen.
- Aktueller Stellenwert des Literaturunterrichts im Kontext der PISA-Studien.
- Analyse der Alltagspraxis und Materialnutzung im Deutschunterricht.
- Untersuchung der Funktionen von Schulbüchern und weiteren Lehrmitteln.
- Empirische Erhebung der Herausforderungen und Bedarfe von Lehrkräften an Realschulen.
Auszug aus dem Buch
6. Interview-Studie mit Realschullehrkräften
Bisher wurden die Befunde zur Lesekompetenz in Deutschland aufgezeigt und welche Konsequenzen sich daraus für den Literaturunterricht ergeben. Da nach Ludwig die Dominanz des Literaturunterrichts über den Sprachunterricht die Ursache für die mangelnde Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler ist, wird dieser vielleicht bald ein Schattendasein führen. Literarische Texte sollen weichen und Sach- und Gebrauchstexte an dessen Stelle treten.
Die DESI-Studie bestätigt diese Vermutung, da in der Realschule Lehrbücher und Arbeitsblätter an der Spitze der verwendeten Unterrichtsmaterialien im Deutschunterricht stehen, dicht gefolgt von Sachtexten. Romane dagegen nehmen den letzten Rang der Skala ein.
Anja Ballis nach scheint es so, dass der Literaturunterricht einem sprachbewussten Lehren und Lernen weichen muss (Vgl. Ballis 2010, S. 2).
Die Delphi-Studie zeigt die zukünftige Entwicklung von Lehr- und Lernmedien auf. Die Nutzung von neuen Medien wird tendenziell steigen, jedoch nimmt das Schulbuch immer noch einen wichtigen Stellenwert ein. Nach Killus stellt das Schulbuch für den Lehrer ein fast unverzichtbares Medium dar. Denn der Arbeitsaufwand, welchen eine Lehrkraft ohne das Schulbuch aufbringen müsste, wäre kaum zu bewältigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf den Literaturunterricht in der Sekundarstufe I und erläutert das methodische Vorgehen mittels einer Interview-Studie mit Realschullehrkräften.
2. Literaturunterricht: Dieses Kapitel erläutert den erweiterten Literaturbegriff in Lehrplänen und diskutiert zentrale Ziele wie die Lesemotivation sowie die Aufgaben des Literaturunterrichts.
3. Stellenwert des Literaturunterrichts nach PISA: Das Kapitel analysiert die PISA-Befunde zur Lesekompetenz deutscher Schüler und diskutiert deren Auswirkungen auf den Deutschunterricht.
4. Alltagspraxis des Deutschunterrichts aus Sicht von Lehrerinnen und Lehrern: Basierend auf der DESI-Studie werden hier Aspekte wie Lehr-Lern-Zeit, Leseinteresse und die Nutzung verschiedener Textsorten im Unterricht behandelt.
5. Lehr-und Lernmedien im (Deutsch)Unterricht: Es werden Ergebnisse der Delphi-Studie sowie die zentralen Funktionen des Schulbuchs als Planungs- und Steuerungsinstrument analysiert.
6. Interview-Studie mit Realschullehrkräften: Das Kernkapitel präsentiert das Design und die Ergebnisse der Befragung von Realschullehrkräften zu Herausforderungen und Mediennutzung im Unterricht.
7. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die zukünftige Entwicklung des Literaturunterrichts im Kontext der Lehrkräftebedarfe.
Schlüsselwörter
Literaturunterricht, Lesekompetenz, Realschule, Schulbuch, Medienkompetenz, Unterrichtsvorbereitung, PISA-Studie, DESI-Studie, Lesemotivation, Lehr- und Lernmedien, Interview-Studie, Sprachunterricht, Fachdidaktik, Lehrplan, Unterrichtspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Situation des Literaturunterrichts an Realschulen und wie Lehrkräfte Lehr- und Lernmedien in ihre Unterrichtsvorbereitung integrieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Lesekompetenz, der Rolle von Schulbüchern als Leitmedium und der empirischen Erfassung des Lehreralltags in der Sekundarstufe I.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen didaktischen Anforderungen und der unterrichtlichen Realität zu beleuchten und Wünsche der Lehrkräfte an ein "Wunschlehrmittel" zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign in Form einer Interview-Studie mit zehn Realschullehrkräften gewählt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Neben den theoretischen Grundlagen (PISA, DESI, Delphi-Studie) stehen die deskriptiven Ergebnisse der Experteninterviews im Mittelpunkt.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Literaturunterricht, Mediennutzung, Lesekompetenz und Lehrer-Expertise definieren.
Welches Hauptproblem identifizieren die befragten Lehrkräfte?
Das zentrale Problem ist die mangelnde Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler, die das vertiefende Arbeiten im Literaturunterricht erschwert.
Welche Bedeutung kommt dem Schulbuch laut der Studie zu?
Das Schulbuch fungiert als unverzichtbarer Ideenlieferant und Entlastungsinstrument, wobei die Lehrkräfte insbesondere Struktur und Übersichtlichkeit schätzen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Fabritius (Autor:in), 2010, Lehr- und Lernmedien im Literaturunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189424