Alle Menschen haben Grundbedürfnisse. Dazu zählt neben essen, schlafen und trinken auch ein Dach über dem Kopf. Doch wohnen kann man auf völlig verschiedene Arten. Camper bevorzugen das Leben im Wohnmobil oder Zelt, andere fühlen sich in Mietwohnungen wohl und eine große Gruppe von Menschen träumt von den eigenen vier Wänden oder hat sich diesen Traum bereits erfüllt. Dabei ist das Eigenheim für viele nicht nur Statussymbol, sondern auch der Weg in eine freie und geregelte Zukunft. Außerdem stellt es eine finanzielle Absicherungen dar, dass gleichzeitig Inflationsgeschützt ist. Da die Wohnung oder das Haus wichtig für den Lebensstandard sind, wollen viele Menschen möglichst schnell in ihr persönliches Traumhaus ziehen.
Doch der Bau oder Erwerb eines Hauses ist nicht billig. Das Risiko vor dem finanziellen Ruin schreckt viele Menschen ab und Auflagen, Regelungen, sowie Vorschriften erschweren den Verbrauchern die Sicht auf das Wesentliche. Außerdem gehen viele Bürger davon aus, sich die Erfüllung ihres Traumes nicht leisten zu können, weil sie unzureichend oder falsch informiert sind. Die Finanzierung ist sicherlich teuer und eine Entscheidung, die gut überlegt sein muss, da sie das weitere Leben stark beeinflusst. Doch es gibt Möglichkeiten, mit denen sich Kosten beim Hausbau oder Kauf einsparen lassen und das Vorhaben optimal mitfinanzieren, um später unnötig hohe Abzahlungen zu vermeiden. Eine dieser Möglichkeiten stellt das Bausparen dar.
Da Beratungen in Banken und Bausparkassen oft undurchsichtig und nicht nachvollziehbar für die Bauwilligen sind, lohnt sich für diesen die Selbstlektüre und das eigenständige Aneignen von Grundwissen, um in der darauffolgenden Beratung nicht den Überblick zu verlieren. In dieser Studienarbeit habe ich besonders Augenmerk auf den Verlauf eines Bausparvertrages gelegt. Desweiteren sind Untersuchungen zum Bausparen in Deutschland und die Rolle des Staates beim Bausparen enthalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Geschichte des Bausparens
2 Das Kollektivprinzip
3 Vertragsabschluss und Ansparphase
3.1 Tarife eines Bausparvertrages
3.2 Die Bausparsumme
3.3 Die Abschlussgebühr
3.4 Sparzahlungen
3.5 Verzinsung des Guthabens
4 Förderungen von Bausparverträgen
4.1 Die Wohnungsbauprämie
4.2 Die Arbeitnehmersparzulage
5 Sofortfinanzierung
6 Die Zuteilungsphase
7 Die Darlehensphase
7.1 Darlehensgewährung
7.2 Darlehensverzinsung
7.3 Der effektive Jahreszins
7.4 Tilgungsbeitrag und Tilgungszeit
8 Altersvorsorge mit Wohn- Riestern
9 Die Entwicklung des Bausparens in Deutschland der letzten Jahre
10 Die Bausparkassen in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise und den Rahmenbedingungen von Bausparverträgen als Instrument der Wohnungsbaufinanzierung. Ziel ist es, dem Leser ein fundiertes Verständnis über den gesamten Lebenszyklus eines Bausparvertrags sowie die staatlichen Fördermöglichkeiten zu vermitteln, um undurchsichtige Beratungskonstellationen besser nachvollziehen zu können.
- Struktur des Bausparvertrags (Anspar-, Zuteilungs- und Darlehensphase)
- Staatliche Förderinstrumente wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage
- Bedeutung des Kollektivprinzips im modernen Finanzmarkt
- Einfluss von Tarifen, Zinsgestaltung und Bausparsummen auf die Zuteilung
- Aktuelle Marktentwicklung und Bedeutung der Bausparkassen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
3.1 Tarife eines Bausparvertrages
Der Zweck des Bausparens ist, wie bereits erwähnt, in der Regel die Erlangung eines Darlehens für wohnwirtschaftliche Zwecke oder für den Erwerb beziehungsweise Bau einer Immobilie aufgrund einer planmäßigen Sparleistung. Dieser Grundsatz steht in allen Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge jeder Bausparkasse. Vor Abschluss eines Bausparvertrages sind allerdings verschiedene Bestandteile zu beachten, die nach den persönlichen Zielen des Sparers angepasst werden müssen. Eine Komponente sind die unterschiedlichen Bauspartarife. Die Wahl des richtigen Tarifs ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Abschluss eines Bausparvertrages. Lange Zeit boten Bausparkassen nur einen einzigen Tarif an.
Heute gibt es innerhalb jeder Bausparkasse verschiedene Tarife, die sich wiederum durch leicht veränderte Ausgestaltungen von den anderen Wettbewerbern unterscheiden. Somit ist eine Vielzahl an Variationen entstanden, die sich aber verallgemeinert in 3 Gruppen einteilen lassen:
Der Standardtarif ist der älteste Tarif, den die Bausparkassen seit jeher, mit schwankenden Konditionen, anbieten. Dabei ist sowohl Ansparzeit, als auch die Tilgungsphase eher mittelfristig lang. Die Tilgungsphase beträgt im Schnitt 11 Jahre. Die Zinsspanne zwischen Guthabenzins und Darlehenszins liegt meist bei 2%. Beide Verzinsungen sind im Vergleich zu anderen Tarifen mittel hoch und der Mindestsparbetrag beträgt 40% Diese Tarifform ist besonders für bau- und kaufwillige Kunden geeignet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Geschichte des Bausparens: Ein Überblick über die historischen Wurzeln des Bausparens in England und die spätere Entwicklung in Deutschland nach den Weltkriegen.
2 Das Kollektivprinzip: Erläuterung des Grundprinzips der gegenseitigen Ansammlung von Kapital und wie sich dieses Konzept von einer persönlichen Gemeinschaft hin zu einem anonymen Finanzinstrument gewandelt hat.
3 Vertragsabschluss und Ansparphase: Detaillierte Darstellung der Tarifstrukturen, der Bedeutung der Bausparsumme, der Abschlussgebühr, der Sparzahlungen sowie der Verzinsung des Guthabens.
4 Förderungen von Bausparverträgen: Erklärung der staatlichen Anreizsysteme wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage inklusive der jeweiligen Einkommensgrenzen und Bindungsfristen.
5 Sofortfinanzierung: Beschreibung der Möglichkeiten zur Darlehensauszahlung ohne vorherige Wartezeit durch Zwischen- oder Vorausdarlehen.
6 Die Zuteilungsphase: Analyse des zentralen Punktes im Bausparvertrag, an dem das Guthaben zur Auszahlung kommt und das Darlehen in Anspruch genommen werden kann.
7 Die Darlehensphase: Untersuchung der Bedingungen für die Darlehensgewährung, Verzinsung, Tilgung sowie die Ermittlung des effektiven Jahreszinses.
8 Altersvorsorge mit Wohn- Riestern: Aufzeigen, wie Bausparverträge als Instrument zur privaten Altersvorsorge genutzt und staatlich gefördert werden können.
9 Die Entwicklung des Bausparens in Deutschland der letzten Jahre: Analyse regionaler Unterschiede und Markttrends im Bausparwesen, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen.
10 Die Bausparkassen in Deutschland: Darstellung der Marktstruktur zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Instituten sowie deren unterschiedliche Organisationsformen.
Schlüsselwörter
Bausparen, Bausparvertrag, Bausparkasse, Ansparphase, Zuteilung, Bauspardarlehen, Kollektivprinzip, Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage, Effektivzins, Sofortfinanzierung, Wohn-Riestern, Tilgungsbeitrag, Wohneigentum, Bewertungszahl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse des Bausparsystems in Deutschland, von seiner historischen Entwicklung bis hin zu den aktuellen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Sparer und Darlehensnehmer.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Phasen eines Bausparvertrags (Anspar-, Zuteilungs- und Darlehensphase), staatliche Förderprogramme sowie die Marktrolle der Bausparkassen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser grundlegendes Fachwissen zu vermitteln, um die oft komplexen und undurchsichtigen Bedingungen von Bausparverträgen eigenständig beurteilen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Bausparmodelle und gesetzliche Bestimmungen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert den Lebenszyklus des Bausparens detailliert auf: von den Tarifwahlmöglichkeiten über die staatlichen Zulagen bis hin zur Rückzahlung des Darlehens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit dreht sich primär um Bausparen, Kollektivprinzip, staatliche Förderung, Bauspartarife und die Finanzierung von Wohneigentum.
Warum ist das "Kollektivprinzip" heute nur noch schwer nachzuvollziehen?
Weil das Prinzip historisch auf persönlich bekannten kleinen Gruppen basierte, während heute anonyme Sparer mit individuellen, rein finanziellen Interessen in einem wechselnden Bestand aufeinandertreffen.
Inwiefern beeinflusst das Einkommen die staatliche Förderung?
Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage sind an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden, um sicherzustellen, dass die Förderung insbesondere Personen mit geringerem oder mittlerem Einkommen zugutekommt.
Wie unterscheidet sich die Sofortfinanzierung von einem normalen Bausparvertrag?
Bei der Sofortfinanzierung erhält der Kunde das Darlehen sofort, ohne erst die komplette Ansparphase durchlaufen zu müssen, was jedoch spezielle Konstruktionen wie Zwischen- oder Vorausdarlehen erfordert.
- Arbeit zitieren
- Kevin Pröger (Autor:in), 2011, Bausparen als langfristige Geldanlage, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188534