Seit dem 1. Mai 2011 gilt die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für alle Staatsangehörigen der so genannten „EU-8-Staaten“, der Staaten, die mit der Osterweiterung1 von 2004 in die Europäische Union (EU) aufgenommen worden sind, auch in Deutschland.
Die Gewährung dieser uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit ist der Anlass für das Projekt: „Fachsprachenunterricht Medizin – Konzeptidee für Brandenburg“. Vorweg seien jedoch noch zwei Hinweise gegeben: das Projekt bezieht sich schwerpunktmäßig auf ArbeitnehmerInnen aus Polen. Durch die gemeinsame Grenze zwischen Brandenburg und Polen erscheint hier ein Arbeitskräfteaustausch am wahrscheinlichsten. Außerdem konzentriert sich die Untersuchung auf nichtakademische Pflegefachkräfte. Die Gliederung des Projektes erfolgt in drei erkenntnisleitende Bereiche. Erstens, die Situation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Hier sollen jeweils Bedarfs- und Situationsanalysen im Vordergrund stehen. Zweitens, welche Konzepte gibt es bereits und wie sind diese gegebenenfalls aufgebaut? Drittens, welche Schwierigkeiten bzw. Verbesserungsmöglichkeiten sind ermittelbar? Abschließend wird aus den gesammelten Daten eine eigene Konzeptidee erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Die Situation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer
3.) Welche Konzepte gibt es bereits?
4.) Die Konzepidee des Projektes
5.) Zusammenfassung und Beurteilung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht im Kontext der Arbeitnehmerfreizügigkeit seit Mai 2011 die Möglichkeiten und Herausforderungen für den Fachsprachenunterricht Medizin für nichtakademische Pflegefachkräfte in Brandenburg. Ziel ist es, durch eine Analyse der Ausgangslage und bestehender Konzepte eine neue, internetbasierte Konzeptidee zur Unterstützung der beruflichen Integration ausländischer Pflegekräfte zu entwickeln.
- Analyse des Fachkräftemangels in der Gesundheitsbranche
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit
- Bestandsaufnahme existierender Weiterbildungskonzepte
- Entwicklung eines kooperativen, internetbasierten Lehrgangsmodells
- Herausforderungen in der Fachsprachenvermittlung für Mediziner
Auszug aus dem Buch
4. Die Konzeptidee des Projektes
Betrachtet man ganz allgemein Schwierigkeiten von fachsprachlichen Unterricht kann festgestellt werden, dass der Lehrer entweder kein Fachmann für die Vermittlung von Sprachen ist oder kein Spezialist auf dem Gebiet des zu vermittelnden Stoffes. Im ersten Fall wird der Lehrer schier überfordert mit den unterschiedlichsten Inhalten auf sprachlicher, methodischer oder didaktischer Ebene. Diese sind für ihn nur schwer in ihrer Menge zu durchdringen und in ihrer Bedeutsamkeit für den Unterricht zu beurteilen. Erschwerend kommt hinzu, dass oft passendes Lehrmaterial fehlt. Im zweiten Fall ist der Lehrer kein Fachmann für den zu vermittelnden Inhalt, beispielsweise im medizinischen Bereich, so ist es schwer die speziellen Eigenschaften der Fachsprache zu erfassen, Denkelemente sowie Denk- und Mitteilungsstrukturen oder Begrifflichkeiten nachzuvollziehen. Auch diesem Lehrer fällt die Beurteilung der Bedeutsamkeit von Lerninhalten schwer. Diese Gegebenheiten führen zur Verunsicherung des Lehrers und können im äußersten Fall zur Ablehnung von Fachsprachenunterricht führen.
Betrachtet man Besonderheiten in Brandenburg, fallen einerseits die räumliche Größe und die damit verbundenen Schwierigkeiten aufgrund langer und umständlicher Fahrtwege zu möglichen Veranstaltungsorten auf. Selbst wenn Veranstaltungen angeboten würden, wären sie für den Einzugsbereich möglicherweise zu klein und damit auch zu kostspielig. Andererseits sei der Hinweis auf das Fehlen einer eigenen medizinischen Fakultät an den Brandenburger Universitäten gemacht. Dies führt zwangsläufig zur Abwesenheit von eigenen medizinischen Spezialisten auf Landesebene in Lehre und Forschung.
Eine mögliche Lösung könnte der Aufbau einer kooperativen und auf dem Internet basierten Arbeitsgemeinschaft sein. Was ist damit gemeint? Die Idee lässt sich auf vier Säulen aufbauen. Die erste Säule bildet einen Zusammenschluss aller Universitäten und Hochschulen des Landes Brandenburg in einer Arbeitsgemeinschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Anlass der Arbeit aufgrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 und definiert den Fokus auf polnische, nichtakademische Pflegefachkräfte in Brandenburg.
2.) Die Situation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Hier werden die Ergebnisse einer (ausgebliebenen) Fragebogenaktion sowie eine vertiefende Recherche zu Fachkräftemangel und rechtlichen Rahmenbedingungen der Beschäftigung ausländischer Kräfte dargelegt.
3.) Welche Konzepte gibt es bereits?: Das Kapitel gibt einen Überblick über bestehende Weiterbildungsangebote in Berlin und Brandenburg, wobei der Fokus auf Institutionen wie der Charité und den Maltesern liegt.
4.) Die Konzepidee des Projektes: Der Autor skizziert ein innovatives, auf vier Säulen basierendes Konzept für eine internetgestützte Arbeitsgemeinschaft, um fachsprachlichen Unterricht unabhängig von räumlicher Distanz zu ermöglichen.
5.) Zusammenfassung und Beurteilung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Bedarfsanalysen und einer flexibleren Integrationspolitik in Brandenburg.
Schlüsselwörter
Fachsprachenunterricht, Medizin, Pflegefachkräfte, Brandenburg, Arbeitnehmerfreizügigkeit, EU-8-Staaten, Fachkräftemangel, Integration, Berufssprache, Internetbasierte Weiterbildung, Arbeitsgemeinschaft, Sprachvermittlung, Interkulturelle Kompetenz, Gesundheitswesen, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption von Fachsprachenunterricht für ausländische Pflegefachkräfte in Brandenburg unter Berücksichtigung der seit 2011 geltenden uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Analyse des Arbeitsmarktes für Pflegekräfte in Brandenburg, die Hürden der Sprachvermittlung im medizinischen Kontext sowie die Entwicklung moderner, digitaler Lehrmodelle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer tragfähigen Konzeptidee für den medizinischen Fachsprachenunterricht, um den Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal durch eine verbesserte Integration ausländischer Fachkräfte zu decken.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine empirische Vorstudie mittels Fragebogen sowie eine fundierte Literatur- und Rechercheanalyse bestehender Konzepte und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Arbeitgeber- und Arbeitnehmersituation, einer Bestandsaufnahme bestehender Bildungsangebote und der Ausarbeitung eines vier-Säulen-Konzepts für eine kooperative Arbeitsgemeinschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Fachsprachenunterricht, Pflegefachkräfte, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Brandenburg, Integration und berufliche Sprachförderung.
Warum spielt die räumliche Ausdehnung Brandenburgs eine besondere Rolle für das Konzept?
Die Weitläufigkeit und geringe Dichte an spezialisierten Ausbildungszentren machen traditionelle Präsenzschulungen oft unwirtschaftlich, weshalb der Autor internetbasierte Alternativen als Lösungsansatz vorschlägt.
Welche Rolle spielt die Kooperation für das vorgeschlagene Modell?
Kooperationen zwischen Universitäten, Fachakademien und Arbeitgeberverbänden sind essenziell, um didaktisches Fachwissen und praktische Anwendungsbezüge unter einem Dach zu vereinen.
Wie bewertet der Autor die Situation für Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten?
Er weist darauf hin, dass ein erheblicher Teil der in Privathaushalten tätigen Kräfte aus Nicht-EU-Ländern stammt und deren Tätigkeit häufig noch im Graubereich der Legalität verbleibt.
- Quote paper
- David Stops (Author), 2011, Fachsprachenunterricht Medizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187820