Das Ziel dieser Arbeit ist ein Vergleich der klassischen Prozesskostenrechnung nach HORVÁTH / MAYER mit der ressourcenorientierten Variante, welche grundlegend von SCHUH entwickelt wurde. Zu diesem Zweck werden jeweils nach einer kurzen Einordnung sowohl der Aufbau des Prozessmodells als auch die Ermittlung von Prozesskosten für die klassische und die ressourcenorientierte Prozesskostenrechnung dargestellt. Anschließend werden beide Verfahren anhand der Kriterien Einsatzbereich, Aufbau des Prozessmodells und Ermittlung von Prozesskosten verglichen, bevor eine kurze Zusammenfassung den Abschluss der Seminararbeit bildet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die klassische Prozesskostenrechnung
2.1 Entwicklung und Einordnung
2.2 Vorgehensweise
2.2.1 Anwendungsvoraussetzungen und Aufbau des Prozessmodells
2.2.2 Ermittlung von Prozesskosten
3 Die ressourcenorientierte Prozesskostenrechnung
3.1 Entwicklung und Einordnung
3.2 Aufbau des Prozessmodells und weitere Vorgehensweise
3.3 Ermittlung von Prozesskosten
4 Vergleich von klassischer und ressourcenorientierter Prozesskostenrechnung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die klassische Prozesskostenrechnung nach Horváth und Mayer einer vergleichenden Betrachtung mit der ressourcenorientierten Prozesskostenrechnung gegenüberzustellen, um deren jeweilige methodische Ansätze und Anwendungsbereiche zu verdeutlichen.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Prozesskostenrechnung
- Struktur und Vorgehensweise der klassischen Prozesskostenrechnung
- Konzeptionelle Besonderheiten der ressourcenorientierten Prozesskostenrechnung
- Vergleich der Modellaufbauten und Ermittlungsmethodiken für Prozesskosten
- Einsatzbereiche und strategische Bedeutung der Verfahren
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung und Einordnung
Zur langfristigen Existenzsicherung eines Unternehmens ist die andauernde Produktion bedarfsgerechter Güter zu wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen erforderlich. Deshalb ist das Kostenmanagement zur Unterstützung strategischer Entscheidungen unverzichtbar, wobei allerdings bereits zu Beginn des Produktlebenszyklus eines neuen Erzeugnisses klare ökonomische Zielstellungen notwendig sind. Folglich sind solche Kostenrechnungssysteme zu präferieren, die eine verursachungsgerechte Produktkalkulation zulassen und die in den Gemeinkostenbereichen angefallenen Kosten strukturiert sichtbar machen. Gemäß SCHUH erfüllen klassische Kostenrechnungssysteme diese Anforderungen nicht.
Auch EVERSHEIM / KÜMPER weisen darauf hin, dass sich mit konventionellen Kostenrechnungsmethoden die durch Produktvielfalt und -komplexität verursachten Gemeinkosten nicht beherrschen lassen. Besonders das Vorliegen großer Produktvielfalt und eines nur geringen Anteils beschäftigungsunabhängiger Kosten (Gemeinkosten) mindert die Aussagekraft traditioneller Kostenrechnungssysteme. Der Grund liegt darin, dass diese die Gemeinkosten, welche den überwiegenden Teil variantenabhängiger Kosten ausmachen, über Zeit-, Mengen- oder Wertschlüssel verrechnen, was zu fehlerhaften Resultaten führt und Standardprodukte aufgrund ihres hohen Volumens gegenüber exotischen Varianten schlecht aussehen lässt. Da über die zuschlagsabhängige Verrechnung der Gemeinkosten allerdings keine verursachungsgerechte Verteilung von variantenabhängigen Gemeinkosten auf Kostenträger erfolgt, sind die auf diese Weise für die Produktkalkulation ermittelten Ergebnisse verfälscht. Außerdem nimmt bei einer Bewertung von Varianten mit konventionellen Kostenrechnungssystemen die Genauigkeit aufgrund zunehmender Variantenvielfalt ab, weil sich Varianten oft nur marginal voneinander unterscheiden, was aber meist kostenrechnerisch nicht explizit erfasst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten, der traditionelle Kostenrechnungssysteme aufgrund der gestiegenen Gemeinkostenanteile in indirekten Bereichen an ihre Grenzen brachte.
2 Die klassische Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel erläutert den von Horváth und Mayer entwickelten Ansatz zur verursachungsgerechten Verrechnung von Gemeinkosten durch eine Prozessanalyse und Unterteilung in leistungsmengeninduzierte und -neutrale Prozesse.
3 Die ressourcenorientierte Prozesskostenrechnung: Hier wird das von Schuh entwickelte Verfahren beschrieben, das durch eine objektorientierte Betrachtungsweise und Nomogramme eine genauere Bewertung der durch Produktvarianten verursachten Kosten in direkten Bereichen ermöglicht.
4 Vergleich von klassischer und ressourcenorientierter Prozesskostenrechnung: Das Kapitel stellt die beiden Verfahren hinsichtlich ihres Einsatzbereichs, des Prozessmodellaufbaus und der Ermittlung der Prozesskosten gegenüber.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Notwendigkeit der untersuchten Ansätze als Reaktion auf die zunehmende Heterogenität des Produktprogramms und fasst die methodischen Kernmerkmale zusammen.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostenmanagement, Produktvariante, Prozessmodell, Kostentreiber, Ressourcenorientierung, Leistungsmengeninduzierte Prozesse, Unternehmensrechnung, Controlling, Kostentransparenz, Verursachungsprinzip, Nomogramm, Prozesshierarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der vergleichenden Analyse von klassischen und ressourcenorientierten Ansätzen der Prozesskostenrechnung in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Kostenrechnungssystemen, die Bewältigung von Gemeinkostenproblematiken sowie die verursachungsgerechte Kalkulation bei zunehmender Produktvielfalt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist der Vergleich der klassischen Prozesskostenrechnung nach Horváth/Mayer mit der ressourcenorientierten Variante nach Schuh, um Unterschiede in Modellaufbau und Kostenzurechnung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und einen systematischen Vergleich der methodischen Konzepte der betrachteten Prozesskostenrechnungsvarianten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorgehensweisen beider Ansätze, von der Modellierung der Prozesse und Ressourcen bis hin zur Ermittlung der spezifischen Prozesskostensätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prozesskostenrechnung, Ressourcenorientierung, Kostentreiber, Gemeinkostenmanagement und Produktvarianten.
Wie unterscheidet sich die ressourcenorientierte von der klassischen Prozesskostenrechnung bei der Verdichtung?
Während die klassische Form Teilprozesse zu kostenstellenübergreifenden Hauptprozessen verdichtet, verzichtet der ressourcenorientierte Ansatz darauf und nutzt die Ressource je Teilprozess als kleinste Einheit.
Welche Rolle spielen Nomogramme in der ressourcenorientierten Prozesskostenrechnung?
Nomogramme dienen dazu, den funktionalen Zusammenhang zwischen den Kostentreibern und dem Ressourcenverzehr grafisch abzubilden, um eine präzise Bewertung und Kostenprognose zu ermöglichen.
Warum ist die Unterscheidung von Leistungs- und Bereitschaftskosten relevant?
Die Unterscheidung ermöglicht eine genauere Zuordnung der Kosten: Während Leistungskosten direkt bei einer Ressourcennutzung entstehen, fallen Bereitschaftskosten zeitraumbezogen für die Verfügbarkeit von Kapazitäten an.
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- Steffen Kehrer (Author), 2011, Klassische und Ressourcenorientierte Prozesskostenrechnung - Eine vergleichende Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187629