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Die Funktion von Ritualen im George-Kreis

Title: Die Funktion von Ritualen im George-Kreis

Term Paper , 2011 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Farina Fontaine (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Mystisch, charismatisch und talentiert – all diese Attribute charakterisieren den Dichter Stefan George. Sie reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die Person in ihrer Gänze zu umfassen. Bis heute beschäftigen sich Germanisten, Historiker und andere Wissenschaftler mit Stefan George und dem George-Kult, wurde seine Person doch zu Lebzeiten zeitweise wie ein Popstar verehrt. Fast 80 Jahre sind seit dem Ableben des „Meisters“ vergangen. Das Interesse an seiner Person und an dem Kreis von Literaten, Akademikern, Wissenschaftlern und Künstlern, den er um sich scharte, ist aber bis heute ungebrochen. Georges Hang zur Selbst-Inszenierung und die Aura, die ihn umgab, machen seine Dichtung und sein Wirken auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch zu einem spannenden Forschungsgegenstand.
Geboren am 12. Juli 1868 in Büdesheim, begann Stefan George 1886 bereits mit 18 Jahren zu dichten. Laut Germanist Karlhans Kluncker sei außer Goethe kein zweiter Dichter „auch wissenschaftlich derart fruchtbar gewesen“ wie George. 1892 begründete er mit einer kleinen Gruppe gleichaltriger Dichter das Zeitschriftenprojekt „Blätter für die Kunst“, eine elitäre Zeitschrift von Dichtern für Dichter. Nachdem er darin seine Bewährung gesucht hatte, widmete er sich zunächst den Geisteswissenschaften und schließlich der persönlichen und dichterischen Erziehung einzelner junger Menschen, die sich um die Jahrhundertwende im sogenannten George-Kreis um ihn versammelten. Der George-Kreis ist der Hauptuntersuchungsgegenstand dieser Arbeit, im Speziellen werden die Rituale des Kreises näher betrachtet.
Rituale ereignen sich überall und regelmäßig wie zum Beispiel Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale, Hochzeiten, Gipfeltreffen, Staatsbesuche und Einschulungen oder die Papstwahl. All diese Handlungen laufen nach festgelegten Kriterien ab und haben bestimmte Funktionen. Die Funktionen von Ritualen im George-Kreis werden in dieser Arbeit unter soziologischen, psychologischen und kultischen Aspekten untersucht und bewertet.
Stefan George ist laut Literaturwissenschaftler Wolfgang Braungardt in der Geschichte der modernen deutschen Lyrik der Autor, „der dem Ritual am stärksten verpflichtet ist und dessen Möglichkeiten am konsequentesten entfaltet.“ Dies zeigt sich sowohl in seinen Gedichten als auch auf der sozialen Ebene im George-Kreis. In dieser Arbeit werden verschiedene Rituale des George-Kreises betrachtet, der Fokus liegt dabei auf den Lesungen, die als Initiationsritual fungierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rituale

3. Der George-Kreis

3.1 Motive der Kreisgründung

3.2 Unterwerfung im George-Kreis

4. Rituale im George-Kreis

4.1 Persuasive Methoden

4.2 Die Bedeutung des lauten Lesens

4.3 Über das Hersagen von Gedichten

4.4 Die Lesungen

4.5 Die Lesungen als Initiationsritual

5. Die Funktion von Ritualen im George-Kreis

6. Exkurs

6.1 Scientology

6.2 Vergleich

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rituale im George-Kreis unter soziologischen, psychologischen und kultischen Aspekten, um deren Funktion für den Zusammenhalt und die Stabilität innerhalb der Gruppe zu analysieren. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch rituelles Handeln – insbesondere bei den Lesungen – Identität gestiftet, soziale Ordnung gewahrt und eine enge Bindung an den Dichter Stefan George erzeugt wurde.

  • Die rituelle Inszenierung von Stefan George als charismatische Leitfigur.
  • Die Funktion der Lesungen als Initiationsrituale und Bewährungsproben.
  • Soziologische Analyse von Identitätsbildung und Deindividualisierung im Kreis.
  • Vergleichende Betrachtung mit Methoden der Scientology-Organisation.

Auszug aus dem Buch

4.4 Die Lesungen

In diesem Kapitel werden die Leseabende im George-Kreis, der Hauptuntersuchungsaspekt dieser Arbeit, behandelt. Die stark ritualisierten Lesungen waren ein fester Bestandteil des Lebens im Kreis. Die Orte einer Lesung waren häufig privat, wie zum Beispiel das Haus des Künstlerehepaars Reinhold und Sabine Lepsius, die Georges Auftritt „im kultischen Stil vorbereiteten.“ Weitere Lesungen fanden auch bei Wofskehls in München, bei Ludwig Thormaehlen in Berlin oder bei Landmanns in Basel und Kiel statt. Sie alle waren Mitglieder des Kreises um den Meister.

Für Außenstehende schien die festliche Inszenierung einer Lesung übertrieben, George jedoch „wurde bei solchen Veranstaltungen wie ein Star gefeiert und er ließ sich feiern.“ Eine Lesung beim Ehepaar Lepsius wird folgendermaßen beschrieben:

Das Ehepaar Lepsius führte die Gäste erst in das spärlich beleuchtete Wohnzimmer, während im Musikzimmer zwei Klavierlampen in der Funktion von Rampenlichtscheinwerfern den Vortragenden anstrahlten und in Szene setzten. Eine Tür führte vom Wohnzimmer ins Musikzimmer, in dessen Mitte ein Lesepult für den Vortragenden zur Verfügung stand, auf dem die Bücher Georges wie auf einem Altar ausgebreitet lagen. Die Feierlichkeit dieser Zeremonie wurde mit Blumen und Lorbeerzweigen in Kupferkübeln unterstützt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik Stefan George und den George-Kreis sowie Darlegung der Forschungsabsicht, die Rolle von Ritualen zu untersuchen.

2. Rituale: Theoretische Definition des Ritualbegriffs anhand kulturwissenschaftlicher und soziologischer Ansätze.

3. Der George-Kreis: Untersuchung der Motive für die Gründung des Kreises und der psychologischen Dynamik der Unterwerfung unter den Meister.

4. Rituale im George-Kreis: Detaillierte Analyse der rituellen Praktiken, von persuasiven Methoden bis hin zur zentralen Bedeutung des Lesens und der Lesungen.

5. Die Funktion von Ritualen im George-Kreis: Bewertung der rituellen Handlungen hinsichtlich ihrer gemeinschaftsstiftenden und identitätsbildenden Wirkung.

6. Exkurs: Vergleich der im George-Kreis praktizierten Rituale mit den Methoden der Scientology-Organisation.

7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur rituellen Macht und zur Bedeutung der Identitätsmodifikation innerhalb des Kreises.

Schlüsselwörter

Stefan George, George-Kreis, Rituale, Initiationsrituale, Gemeinschaftsbildung, Charisma, Sekte, Soziologie, Literatur, Identitätsstiftung, Scientology, Gruppendynamik, Hersagen von Gedichten, Unterwerfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionen, die Rituale innerhalb des George-Kreises erfüllten, um den Zusammenhalt und die soziale Struktur der Gruppe zu sichern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der rituellen Inszenierung Stefan Georges, der Bedeutung der Lesungen als zentrale Gruppenerfahrung und der psychologischen Bindung der Anhänger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, wie rituelle Handlungen im George-Kreis zur Identitätsbildung und zur Etablierung einer charismatischen Herrschaftsstruktur beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung, die soziologische Theorien zum Ritualbegriff auf das Fallbeispiel des George-Kreises anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Beschreibung ritueller Praktiken im Kreis, insbesondere der Bedeutung des lauten Lesens und der speziellen Gestaltung der Leseabende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Stefan George, Rituale, Charisma, Gruppendynamik und Identitätsstiftung.

Welche Funktion hatten die Lesungen im George-Kreis konkret?

Sie dienten als Bewährungsprobe, als Initiationsritual für neue Mitglieder und als sakrale Feier, die den Meister in den Mittelpunkt stellte.

Warum wird im Exkurs ein Vergleich zu Scientology gezogen?

Der Vergleich dient dazu, die rituellen Aspekte der Identitätsformung und des Gruppenanschlusses an einem modernen Beispiel zu verdeutlichen, um die Mechanismen von Abhängigkeit und Zugehörigkeit zu kontrastieren.

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Details

Title
Die Funktion von Ritualen im George-Kreis
College
University of Bonn  (Institut für Germanistik)
Course
Geschichtliche Konstellationen der deutschen Literatur
Grade
2,0
Author
B.A. Farina Fontaine (Author)
Publication Year
2011
Pages
31
Catalog Number
V187612
ISBN (Book)
9783656109785
ISBN (eBook)
9783656109945
Language
German
Tags
Stefan George George-Kreis Meister Scientology Ritual Lesungen Dichter Literat Stauffenberg Blätter für die Kunst geheimes Deutschland Sekte Ritus Jünger Jahrhundertwende Leseabend Initiationsritual Dichterschule Dichterkreis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Farina Fontaine (Author), 2011, Die Funktion von Ritualen im George-Kreis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187612
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