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Georg Kaisers "Gas"

Sprache und Drama im Rahmen des Expressionismus

Title: Georg Kaisers "Gas"

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Saskia Guckenburg (Author)

German Studies - Linguistics

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Summary Excerpt Details

Erst im Spätexpressionismus wurde das Drama zu der dominierenden Gattung. Zu den Höhepunkten der expressionistischen Bühnenproduktion gehören die Gas-Dramen, welche zwischen 1916 und 1919 entstandenen. Dabei bilden die Die Koralle, Gas und Gas II eine Trilogie, wenn auch der Autor sie nie zu einer solchen zusammengefasst hat. Aufgrund der komplexen sprachlichen Gestaltung aller drei Werke wird in dieser Arbeit nur Gas, die „schwärzeste und misanthropischste Menschheitsvision des gesamten expressionstischen Dramas“, untersucht. Gas wurde am 28. November 1918 im Neuen Theater in Frankfurt/ Main uraufgeführt.
Kaiser thematisiert in diesem Drama die Möglichkeit der Etablierung eines sozialistisch orientierten Systems in der Gesellschaft des Industriezeitalters. Zu der Handlung wurde Georg Kaiser vom Streik der Munitionsarbeiter 1918 in Kiel inspiriert. Das Drama ist dementsprechend von dem damaligen Zeitgeist und somit von der expressionistischen Idee einer universalen Revolution geprägt, die durch die Erlöserfigur des Neuen Menschen ausgelöst wird. Kaisers Neuer Mensch gestaltet sich konkret in der Figur des Milliardärsohns, obwohl er im Verlauf des Stückes nie so benannt wird. Der Dramaturg erhebt mit seinem Werk Kritik an der Entmenschlichung durch die Arbeit in Fabriken, das daraus entstehende soziale Elend und gegen den Militarismus.
Das Ziel der Arbeit ist es die linguistischen Besonderheiten des Dramas herauszuarbeiten. Dabei wird nicht chronologisch, sondern nach verschiedenen Ebenen der Analyse vorgegangen. Dazu werden zunächst der Aufbau des Dramas und dessen formale Konzeption untersucht. Anschließend werden die Sprache und der Stil, die Interpunktion und das Zusammenspiel von Dynamik und Tektonik im Kontext des expressionistischen Dramas analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Formmerkmale des expressionistischen Dramas

2.1 Dramenform

2.2 Szenenanweisungen

2.3 Figurenkonzeption

3 Sprache und Stil

3.1 Farbemblematik

3.2 Neologismen

3.3 Sprachbilder

4 Interpunktion

4.1 Ausrufe– und Fragezeichen

4.2 Gedankenstriche

4.3 Doppelpunkt

5 Dynamik und Tektonik

5.1 Symmetrie und Antithetik

5.2 Gesetz der Dreimaligkeit

5.3 Sprachrhytmus

5.3.1 Stille

5.3.2 Stichomythie

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen und formalen Besonderheiten in Georg Kaisers Drama "Gas" im Kontext des Expressionismus. Dabei wird analysiert, wie der Autor durch spezifische Mittel wie Farbsymbolik, Interpunktion und eine symmetrische Tektonik die visionäre, jedoch letztlich scheiternde Utopie des "Neuen Menschen" darstellt.

  • Expressionistische Dramenform und deren Abweichungen in "Gas"
  • Funktion von Szenenanweisungen und abstrakter Figurenkonzeption
  • Symbolische Aufladung durch Farbemblematik und Sprachbilder
  • Einfluss von Interpunktion und Rhythmus auf die Dramatisierung
  • Die Rolle der Symmetrie und des "Gesetzes der Dreimaligkeit" im Textaufbau

Auszug aus dem Buch

3.3 Sprachbilder

Expressionistische Werke sind durch eine reiche Bildsprache gekennzeichnet. Da bei Kaiser die Sprache bildlicher ist als die Bühnenausstattung, wird von einer Abkehr von der Schau-Lust und einer Tendenz zur Denk-Lust gesprochen.

Die auffälligste bildliche Beschreibung ist die Schilderung der Explosion in Form einer weißen Katze, die mit explodierendem Gas gefüllt ist: Meldung aus Halle acht – Zentrale: – weiße Katze gesprungen – – rote Augen gerissen – gelbes Maul gesperrt – – buckelt knisternden Rücken – – wächst rund – – knickt Träger weg – – hebt das Dach auf – – und platzt in Funken!! Hetzt die Katze weg – husch husch!! – – schlagt sie aufs Maul – – husch husch!! – – verschüttet die Augen, die zünden – – stemmt ihren Buckel nieder – – alle Fäuste auf ihren Buckel – – der bläht sich ja!! – – der mästet sich ja – – mit Gas aus allen Ritzen und Rohren – – !! Meldung aus Zentrale: die weiße Katze explodiert!! (17)

Die Meldung enthält als erstes eine einleitende Formel. Danach werden die vergeblichen Versuche, die Explosion abzuwenden, bildlich umschrieben. Die Explosion wird mit einer Katze personifiziert. Der wachsende Buckel verbildlicht den Überdruck in den Leitungen. Die Augen, die verschüttet werden sollen, können für die um sich schlagenden Flammen stehen. Die Aussage des Arbeiters enthält lediglich drei reale Sprachbilder: „knickt Träger weg“, „hebt das Dach auf“, „Gas aus allen Ritzen und Rohren“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Georg Kaisers Gas-Dramen im Spätexpressionismus ein und definiert das Ziel, die linguistischen Besonderheiten des Stücks zu untersuchen.

2 Formmerkmale des expressionistischen Dramas: Dieses Kapitel beleuchtet die Dramenform, die Funktion der Szenenanweisungen als literarische Texte und die typische Abstraktion der Figuren.

3 Sprache und Stil: Hier wird analysiert, wie Farbsymbolik, Neologismen und Metaphorik eingesetzt werden, um die expressionistische Idee des "Neuen Menschen" und dessen Scheitern zu verdeutlichen.

4 Interpunktion: Das Kapitel untersucht, wie Zeichensetzung wie Ausrufezeichen, Gedankenstriche und Doppelpunkte als "Regieanweisungen" zur Steigerung der emotionalen Dynamik dienen.

5 Dynamik und Tektonik: Diese Sektion behandelt den streng symmetrischen Aufbau des Dramas, insbesondere das Prinzip der Dreimaligkeit und Rhythmusformen wie Stille und Stichomythie.

6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Kaisers "Gas" durch eine übersteigerte und abstrakte Sprache gekennzeichnet ist, die letztlich die Kommunikation zwischen den Figuren und damit die Realisierung der Utopie verhindert.

Schlüsselwörter

Expressionismus, Georg Kaiser, Gas, Sprache und Stil, Sprachbilder, Farbsymbolik, Neue Mensch, Interpunktion, Dreimaligkeit, Stichomythie, Dramenanalyse, Industrielle Gesellschaft, Utopie, Sprachreduktion, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachlichen und strukturellen Stilmittel in Georg Kaisers Drama "Gas" und untersucht, inwiefern diese zur expressionistischen Ästhetik und zur Vermittlung der dramatischen Inhalte beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die expressionistische Dramenform, die Bedeutung von Sprache als Ausdrucksmittel, die Gestaltung der Bühnenwelt und die psychologische sowie soziologische Charakterisierung der Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die linguistischen Besonderheiten des Stücks herauszuarbeiten, um zu verstehen, warum die Utopie des Protagonisten – des "Neuen Menschen" – im Drama sprachlich und inhaltlich scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet eine strukturierte Text- und Stilanalyse an, die den Text nach inhaltlichen und formalen Ebenen untersucht, statt einer strikten chronologischen Vorgehensweise zu folgen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der dramatischen Form, die Sprach- und Stilanalyse (inkl. Farbsymbolik), die Untersuchung der Interpunktion sowie die Betrachtung der Symmetrie und tektonischen Gestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Expressionismus, Georg Kaiser, Gas, Sprachbilder, Farbsymbolik, der Neue Mensch, Dreimaligkeit, Stichomythie und Sprachreduktion.

Warum spielt das "Gesetz der Dreimaligkeit" eine so große Rolle für Kaiser?

Es dient der Strukturierung und Ausdruckssteigerung; durch die dreifache Wiederholung werden Aussagen rhetorisch verstärkt und das Werk erhält einen feierlich-pathetischen Charakter.

Welche Funktion hat die Stichomythie im Stück?

Sie wird bei dramatischen Kulminationspunkten eingesetzt, um durch die extreme Verkürzung der Sätze Hektik und die Härte der industriellen Produktion abzubilden.

Warum scheitert der "Milliardärsohn" mit seiner Vision?

Sein Scheitern ist laut Arbeit auf seine fehlenden rhetorischen und didaktischen Fähigkeiten zurückzuführen; er formuliert zu abstrakt und findet keinen Zugang zur Lebenswelt der Arbeitermasse.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Szenenanweisungen?

Sie betont, dass Kaiser die Szenenanweisungen im Sinne des Expressionismus als literarischen Text gleichberechtigt zum Haupttext behandelt, um Raumformen und Isolation zu verdeutlichen.

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Details

Title
Georg Kaisers "Gas"
Subtitle
Sprache und Drama im Rahmen des Expressionismus
College
University of Mannheim
Course
Expressionismus als Gegenstand der Sprachgeschichte
Grade
1,0
Author
Saskia Guckenburg (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V187469
ISBN (eBook)
9783656107873
ISBN (Book)
9783656108405
Language
German
Tags
Expressionismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Saskia Guckenburg (Author), 2011, Georg Kaisers "Gas", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187469
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