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Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal"

Das Wildschweinmotiv in seiner mythologischen Bedeutung

Title: Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal"

Research Paper (undergraduate) , 2012 , 43 Pages

Autor:in: Paul Parszyk (Author)

Literature - Modern Literature

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Summary Excerpt Details

Kannibalismus ist in den Medien ein gefundenes "Fressen".Doch bei den modernen Medienmonstern zeichnet sich etwas ab, das zwischen Held und Anti-Held, Mensch und Monster nicht mehr so leicht unterscheiden lässt.
Filmgeschichtlich und Generetypisch, geht diese Arbeit von einem Kannibalen Typ 3. aus (neben Patrick Bateman und Edward Cullen), der eine Mischform aus alten Typen ist. Dabei wird am Beispiel Hannibal, von Harris, als auch der Verfilmung von Scott, untersucht, wie dies mit dem Kannibalismus, metaphorischen Kannibalismus, der Kulturanthropologie und vor allem der Mythologie - besonders dem darin gründenen Wildschweinmotiv - untersucht, wie dies zusammenhängt ...
Was ist das besondere, gar einzigartige an dem Kannibalen Lecter?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Aperitif (Vorwort)

2. Vorspeise (Einleitung)

3. Zwischengang (Hauptteil – Kontext)

3.1 Der Eber als Wappen und Tierbild

3.2 Heilung, Tiefenpsychologie und Mythos

3.3 Das Wildschwein in Literatur und Film

4. Hauptgericht (Hauptteil)

4.1 Das Wildschwein in Hannibal – Paradigma und Motiv

4.2 Das Wildschwein als Kreisschluss in der Lecter-Reihe

4.3 Das Wildschwein als Rachemotiv - Fressen und Gefressen werden

4.4 Die Tierbilder, Kleist und (metaphorischer) Kannibalismus

4.5 Der Kannibale aus unserer „Mitte“ - Die Domestizierung des Fremden

4.6 Kannibalische Erotik – Roman und Film – The beauty and the beast

4.7 Ursprung und Mythos – Lecters Kosmos: Ein Allesfresser?

5. Dessert (Schlussteil)

5.1 Zusammenfassung

5.2 Literatur

5.3 Anmerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische und mythologische Bedeutung des Wildschweinmotivs im Kontext der Hannibal-Lecter-Reihe von Thomas Harris und den entsprechenden Verfilmungen. Dabei wird analysiert, wie das Motiv des Kannibalismus durch die Verknüpfung mit diesem archaischen Symbol eine neue, psychologische und philosophische Dimension erhält, die sowohl die Figur Hannibal Lecters als auch das Verhältnis zwischen "kulturellem" Mensch und "wildem" Tier hinterfragt.

  • Mythologische und tiefenpsychologische Analyse des Wildschweinmotivs
  • Wechselwirkung zwischen Literatur und Film bei der Inszenierung des Kannibalismus
  • Die Figur Hannibal Lecter als modernes, kulturell verortetes "Medienmonster"
  • Intertextuelle Bezüge zu klassischen Motiven (u.a. Penthesilea, Odysee)
  • Die Domestizierung des Fremden und die Auflösung der Grenze zwischen Kultur und Natur

Auszug aus dem Buch

3.2 Heilung, Tiefenpsychologie und Mythos

„[I]n Mythen, Märchen und Träumen finden sich dieselben grundsätzlichen Bilder und Symbole, weil der menschliche Seele die Tendenz innewohnt, bestimmte ererbte >archaische< Motive (…) darzustellen, wobei die Darstellungen >im Detail stark variieren können, ohne ihre Grundform zu verlieren< (Man and his Symbols, 1964).“

Auch was die Psychoanalyse angeht – Freud übernimmt vieles aus der Mythologie – gibt es einen deutlichen Zusammenhang zur Psychologie und dem Mythos. Was sich letztlich auch in dem gegenseitigen „Heilungsprozess“ Lecters und Starling widerspiegelt – dem wohl radikalsten Unterschied zwischen Roman und Sir Ridley Scotts Interpretation. Beide leiden am Verlust, am Trauma und werden in ihren Träumen heimgesucht. Dabei greift Harris ein Urmotiv auf: „Clarice Starling griff mit der hohlen Hand in den tiefen Ausschnitt ihres Abendkleides und legte ihre Brust frei. (...). Dr. Lecter stand rasch aus seinem Sessel auf, kniete vor dem ihrem nieder und beugte im Feuerschein des Kamins seinen dunklen, gepflegten Kopf über ihre rosa Knospe und den cremfarbenen Vorhof.“

So wird Freud und das Träumen noch später Thema sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Aperitif (Vorwort): Einführung in die theoretischen Grundlagen des Kannibalismusbegriffs und dessen mediale sowie literarische Verarbeitung.

2. Vorspeise (Einleitung): Vorstellung des zentralen Forschungsgegenstands, des Riesenwildschweins, und dessen erste Verknüpfung mit dem Lecter-Kosmos.

3. Zwischengang (Hauptteil – Kontext): Untersuchung der heraldischen Bedeutung des Ebers sowie der tiefenpsychologischen und mythologischen Fundamente der Arbeit.

4. Hauptgericht (Hauptteil): Detaillierte Analyse des Wildschweinmotivs in verschiedenen Werken der Reihe sowie dessen Verschränkung mit Rachemotiven, Erotik und Mythen.

5. Dessert (Schlussteil): Resümee der Ergebnisse zur Transformation des Kannibalismus-Motivs und dessen symbolischer Überhöhung durch das Wildschwein.

Schlüsselwörter

Kannibalismus, Hannibal Lecter, Wildschwein, Mythologie, Tiefenpsychologie, Literaturwissenschaft, Filmstudien, Thomas Harris, Metaphorik, Rachemotiv, Kulturgeschichte, Symbolik, Domestizierung, Identität, Anthropophagie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die symbolische Bedeutung des Wildschweinmotivs innerhalb der Hannibal-Lecter-Reihe und untersucht, wie dieses Motiv den Kannibalismus als kulturelles und mythologisches Konstrukt deutbar macht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen zählen die Heraldik, die Tiefenpsychologie (in Anlehnung an Freud), Mythenforschung sowie die intertextuelle Analyse von Literatur und Film.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Wildschwein als Metapher fungiert, um die Grenze zwischen dem „zivilisierten“ Menschen und dem „wilden“ Monster in den Filmen und Romanen von Thomas Harris aufzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet vorwiegend ein „Close-Reading“ der Romane in Verbindung mit einer vergleichenden Filmanalyse sowie der Anwendung tiefenpsychologischer und kulturwissenschaftlicher Ansätze.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil widmet sich intensiv der Rolle des Wildschweins als Paradigma für Hannibal Lecter, der Verknüpfung mit Racheakten und der Einbettung in klassische mythologische Kontexte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Kannibalismus, Wildschweinmotiv, Mythologie, Psychologie, Hannibal Lecter, Identität und die Dichotomie von Kultur und Natur.

Welche Rolle spielt die Figur Clarice Starling in Bezug auf das Wildschwein?

Starling wird als Gegenpart oder Ergänzung zu Lecter betrachtet; ihre Beziehung ist eng mit den symbolischen Rache- und Heilungsritualen verknüpft, die durch das Wildschweinmotiv strukturiert werden.

Inwiefern beeinflusst die Herkunft der Figur Hannibal Lecter die Interpretation des Motivs?

Die Arbeit beleuchtet Lecters Herkunft in Litauen als „semantischen Raum der Entfaltung“, der durch das Wappen des Ebers und traumatische Erfahrungen geprägt ist, was seinen späteren Werdegang maßgeblich bestimmt.

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Details

Title
Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal"
Subtitle
Das Wildschweinmotiv in seiner mythologischen Bedeutung
College
University of Erfurt
Course
Literaturwissenschaft/Philosophie
Author
Paul Parszyk (Author)
Publication Year
2012
Pages
43
Catalog Number
V186848
ISBN (Book)
9783656103240
ISBN (eBook)
9783656103592
Language
German
Tags
Kannibalismus Psychothriller Kulturanthropologie Ritus Hannibal Hannibal Rising Das Schweigen der Lämmer Roter Drache Twilight American Psycho Medien Medienmonster Mythos Psychologie Mythologie Kosmos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paul Parszyk (Author), 2012, Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/186848
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