Schon oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob es richtig sei ein Kind zu taufen.
Natürlich ist mir bewusst, dass ein Mensch durch seine Taufe in den großen Bund der Gottesgemeinschaft aufgenommen wird, doch sollte man dies nicht jeden Menschen selber entscheiden lassen?
Kann ein Kind schon begreifen, was eine Taufe bedeutet? Ist eine Erwachsenentaufe für den Gläubigen angebrachter um dieses Ereignis zu begreifen?
Um mich mit diesem Thema ausführlich beschäftigen zu können, habe ich das Thema gewählt: Zwinglis Begründung der Kindertaufe in seiner Schrift ‚Vom Tauf, vom Wiedertauf und vom Kindertauf‘ von 1525.
Spannend für mich ist es, zu erfahren, wie andere Menschen über dieses Thema denken und was sie durch dieses Denken verändern konnten bzw. können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Hintergründe der Schrift
2.1 Zwingli und die Taufgegner
2.2 Zwingli und der Rat
3. Inhalt der Schrift
3.1 Die Gliederung der Quelle
3.2 Das Wort: Taufe
3.3 Die Taufe als Zeichen
3.4 Die einmalige Taufe
3.5 Zwingli und Johannes der Täufer
4. Die Kindertaufe
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theologische Argumentation Huldrych Zwinglis zur Rechtfertigung der Kindertaufe in seiner 1525 erschienenen Schrift "Vom Tauf, vom Wiedertauf und vom Kindertauf" und analysiert, wie er sich damit gegen die aufkommende Täuferbewegung und deren Forderung nach der Erwachsenentaufe positioniert.
- Historischer Kontext der Zürcher Reformation und die Entstehung der Täuferbewegung
- Die Auseinandersetzung zwischen Zwingli und den Taufgegnern
- Analyse der Tauftheologie Zwinglis in der gewählten Quelle
- Zwinglis Verständnis der Taufe als Bundeszeichen in Analogie zur Beschneidung
- Vergleich der Positionen zur Bedeutung von Glaube, Wasser- und Geistestaufe
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Taufe als Zeichen
Zu Anfang des Abschnittes über die Kindertaufe bringt Zwingli den Gedanken eines Pflichtzeichens und Bundeszeichens Gottes an.
Das Pflichtzeichen bedeutet die Beschneidung, welche Gott Abraham gab als Zeichen seines Bundes mit Abraham, „daß inen nütz bei irem Got gebräste, das se aber andre sähind gegen iren Abgötter [...]“15.
Die Beschneidung als Zeichen des Bundes zwischen Israel und Gott ist auch schon in der Bibel gezeigt. Laut 1. Moses 17, 7.9 f. sollen alle Jungen des Volkes Israel als Zeichen des Bundes beschnitten werden. Laut Römer 4,11 erlangen die Beschnittenen dadurch Frömmigkeit.16
Da für Zwingli die Taufe ein Zeichen der Aufnahme ist, soll die Taufe an Kindern vollzogen werden, da sie Teil des Gottesvolkes sind. Auch sollten Kinder getauft werden, da die Taufe an die Stelle der Beschneidung rückt.
In der Bibel lesen wir von vielen Zeichen, welche den Glauben stärken sollen (4.Mose 20,11). Doch bringt ein Zeichen weder die Erlösung, noch stärkt es den Glauben. Der Glaube kommt nicht von äußeren Dingen, sondern alleine vom einzigen Gott.
Laut Zwingli ist die Taufe ein Zeichen für einen Neubeginn, für einen Wandel in ein neues Leben. Nimmt man Johannes 1,25-27 und Lukas 3,16 in einen Zusammenhang kann man die Taufe als ein Zeichen deuten, welches auch dann gegeben ist, wenn man die innere Geistestaufe noch nicht bekommen hat.17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Relevanz und Kontroverse der Kindertaufe seit der Zürcher Reformation und führt in Zwinglis spezifische Schrift von 1525 als zentrale Quelle ein.
2. Historische Hintergründe der Schrift: Dieses Kapitel erläutert die Spaltung in Zürich, die Entstehung der Täuferbewegung und die daraus resultierenden Konflikte über soziale und religiöse Fragen, insbesondere die Tauffrage.
3. Inhalt der Schrift: Hier wird der inhaltliche Aufbau von Zwinglis Werk analysiert, wobei Konzepte wie das Wesen der Taufe, ihr Charakter als Zeichen, das Prinzip der einmaligen Taufe und Zwinglis Sicht auf die Taufe des Johannes im Fokus stehen.
4. Die Kindertaufe: Das Kapitel detailliert Zwinglis Hauptargumente zur Rechtfertigung der Kindertaufe, insbesondere die Analogie zur biblischen Beschneidung als Aufnahmezeichen in den Gottesbund.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst Zwinglis Kernargumente zusammen und reflektiert die Auseinandersetzung aus der Perspektive der Verfasserin.
Schlüsselwörter
Kindertaufe, Huldrych Zwingli, Reformation, Täuferbewegung, Erwachsenentaufe, Beschneidung, Bundeszeichen, Taufgegner, Zürich, Theologie, Tauftheologie, Johannes der Täufer, Wiedertaufe, Gottesgemeinschaft, Glaubenstaufe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theologische Verteidigung der Kindertaufe durch Huldrych Zwingli im Jahr 1525 gegenüber der aufkommenden Täuferbewegung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die historische Situation der Reformation in Zürich, die Abgrenzung zu den Täufern, das biblische Verständnis der Taufe und der Vergleich zwischen Kindertaufe und der alttestamentarischen Beschneidung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Zwinglis Begründungszusammenhang für die Kindertaufe in seiner Schrift "Vom Tauf, vom Wiedertauf und vom Kindertauf" präzise herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Proseminararbeit, die auf der Analyse von Primärquellen (Zwinglis Schrift) und ergänzender Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Konfliktlage, die systematische Analyse der zentralen Argumentationsstränge Zwinglis zur Taufe und die spezifische Begründung der Kindertaufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Hauptthema "Kindertaufe" sind "Zwingli", "Täuferbewegung", "Bundeszeichen" und "Reformation" die prägenden Begriffe.
Warum zieht Zwingli eine Parallele zwischen der Taufe und der Beschneidung?
Zwingli sieht in der Taufe die neutestamentarische Entsprechung der alttestamentarischen Beschneidung, die als äußeres Aufnahmezeichen in den Bund mit dem Gottesvolk dient.
Wie reagierten die Täufer auf Zwinglis Position zur Kindertaufe?
Die Täufer lehnten die Kindertaufe ab, da sie das Verständnis vertraten, dass der Glaube der Taufe vorausgehen müsse, und praktizierten stattdessen die Erwachsenentaufe als bewusste Entscheidung.
Welche Rolle spielte der Zürcher Rat in diesem Konflikt?
Der Rat organisierte Disputationen, um den Konflikt zu schlichten, ergriff jedoch letztlich Partei für die Position Zwinglis und sanktionierte die abweichende Praxis der Täufer streng.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Meinhardt (Autor:in), 2010, Zwinglis Begründung der Kindertaufe in seiner Schrift „Vom Tauf, vom Wiedertauf und vom Kindertauf“ von 1525, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184756