1. Einleitung
Der reformierte Schweizer Theologe Karl Barth gilt als einer der
Hauptinitiatoren der Bewegung der dialektischen Theologie, wenn nicht
sogar als ihr Hauptinitiator. Doch den meisten Menschen, sind
wahrscheinlich sowohl der Name Karl Barth als auch der Begriff
dialektische Theologie völlig unbekannt oder zumindest nur in Grundzügen geläufig, wenn sie nicht gerade Theologen sind. Karl Barth gilt jedoch als der Kirchenvater des 20. Jhdts. und die Bewegung der dialektischen Theologie ist ein wichtiger Bestandteil der jüngeren Protestantischen Theologie. Die Thematik dieser Hausarbeit nimmt also einen wichtigen Platz in der Kirchen- und Theologiegeschichte des 20 Jhdts. ein. Karl Barth und seine Theologie interessieren mich sehr und es ist für einen angehenden Religionslehrer auch sicherlich wichtig, diese Thematik
zu kennen. Es soll in dieser Arbeit zunächst kurz auf die Biografie Karl Barths eingegangen werden, insofern sie im Kontext der Fragestellung relevant ist. Daneben gilt es auch zu klären, was die Dialektische Theologie charakterisiert. Nachdem dieses Vorverständnis geschaffen wurde, sollen im Anschluss daran unter der Fragestellung dieser Arbeit, „Was ist Dialektische
Theologie bei Karl Barth?“, zwei ausgewählte und exemplarische
Texte Karl Barths auf ihren theologischen Inhalt hin untersucht werden. Es soll der Versuch unternommen werden, einen kleinen Einblick in das Leben und vor allem in das Denken Karl Barths zu gewinnen, um ihn und seine Bedeutung für die Kirche besser zu verstehen.
2. Karl Barth und die Dialektische Theologie
2.1 Die Biografie des jungen Karl Barth
Karl Barth wurde am 10. Mai 1886 in Basel geboren und starb dort auch, 82jährig, am 10. Dezember 1968. 1904 begann er das Studium der evangelischen Theologie, zunächst in Bern in der Schweiz, dann setzte er es fort im Deutschen Reich in Berlin, Marburg und Tübingen und schloss es 1908 mit dem Theologischen Abschlussexamen ab. Im Studium wurde Barth vor allem von der vorherrschenden liberalen Theologie beeinflusst, so gehörten unter anderem die liberalen Theologen Adolf von Harnack und Wilhelm Herrmann zu seinen theologischen Lehrern. Daneben las er im Rahmen seines
Studiums oder aus eigenem Interesse die Werke Schleiermachers, Kants
und Calvins.
Darüber hinaus gab es noch andere Einflüsse, die Barth prägten. Sein
Vater, Fritz Barth, war ebenfalls Theologe und stand der liberalen Theologie eher kritisch gegenüber und war darum um seinen Sohn wegen ...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Karl Barth und die Dialektische Theologie
2.1 Die Biografie des jungen Karl Barth
2.2 Die Dialektische Theologie
3. Analyse von ausgewählten Texten Karl Barths
3.1 „Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke“ (1920)
3.2 „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie“ (1922)
3.3 Zusammenfassung
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das theologische Denken von Karl Barth, um ein tieferes Verständnis für die Dialektische Theologie und ihre Bedeutung für die Kirche zu gewinnen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Barth durch eine neue Bibelauslegung und die Abkehr von der liberalen Theologie das Verhältnis zwischen Gott und Mensch definiert.
- Biografische Prägung des jungen Karl Barth
- Grundlagen und Charakteristika der Dialektischen Theologie
- Analyse der Vortragsschrift „Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke“
- Untersuchung von „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie“
- Das dialektische Verständnis von Gott als „ganz Anderer“
Auszug aus dem Buch
3.1 „Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke“ (1920)
Barth beginnt seinen Vortrag, indem er eine an die Erwartungshaltung der Zuhörer anknüpfende Frage stellt: „Was uns die Bibel an Erkenntnis zur Deutung des Weltgeschehens zu bieten hat, fragen wir.“ Diese Frage kehrt sich jedoch um und richtet sich an die Fragenden: Sind sie in der Lage, sich „die in der Bibel gebotene Erkenntnis“ anzueignen? Barth zufolge bietet die Bibel Erkenntnis Gottes, als Schöpfer und Erlöser, und es ist die Einfalt und Universalität dieser Antwort, die den Menschen in Verlegenheit versetzt. Der Mensch bejaht diese Antwort einerseits, indem er der Tatsache zustimmt, die Bibel biete Erkenntnis Gottes. Andererseits verneint er sie jedoch auch, da er „teilweise der Erkenntnis Gottes nicht fähig und gewachsen ist und in ihm noch Raum für andere Erkenntnis ist.“ Der Gott der Bibel erhebt jedoch einen Anspruch auf Ausschließlichkeit: „Denn nicht nur Raum haben neben anderen [Erkenntnissen], sondern der Weisheit Anfang sein will die Furcht Herrn, die uns in der Bibel geboten ist.“ Der Mensch befindet sich hier mit seinem dialektischen Ja und Nein in Verlegenheit, in einem „absurden Selbstwiderspruch“.
Barth diskutiert nun mögliche Erklärungen für dieses Ja und Nein. Die Existenz von Kirche, Theologie und einfältigen Menschen, sowie die Stärke des religiösen Gefühls als mögliche Erklärungen des Ja, des Streben nach Erkenntnis Gottes, scheiden aber für ihn aus, da sie als Erklärungen unzureichend sind oder sogar hinderlich für die Erkenntnis Gottes. Aufklärung, Fortschritt und Schwäche des religiösen Gefühls als Erklärung des Nein, des Nicht-Fragens nach Gott, scheiden für ihn aber ebenso aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Person Karl Barths ein, skizziert dessen Bedeutung als Initiator der Dialektischen Theologie und legt die methodische Zielsetzung der Arbeit fest.
2. Karl Barth und die Dialektische Theologie: Das Kapitel zeichnet den biografischen Weg Barths nach, der ihn durch kritische Erfahrungen in den Ersten Weltkrieg zur Abkehr von der liberalen Theologie und hin zur Dialektischen Theologie führte.
3. Analyse von ausgewählten Texten Karl Barths: In diesem Hauptteil werden zwei zentrale Vortragstexte Barths untersucht, um deren theologische Aussagen und die darin enthaltenen dialektischen Denkstrukturen herauszuarbeiten.
4. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert Barths Wende hin zu einer bibelorientierten Theologie und reflektiert seine bleibende Bedeutung für die christliche Theologie.
Schlüsselwörter
Karl Barth, Dialektische Theologie, Gottesoffenbarung, liberale Theologie, Bibelauslegung, Krisis, Wort Gottes, Glaube, Jesus Christus, Religion, Dialektik, Theologiegeschichte, Römerbrief, Erkenntnis Gottes, Gnade.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem theologischen Denken von Karl Barth, insbesondere mit der Entstehung und den zentralen Anliegen der Dialektischen Theologie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit thematisiert Barths Biografie, die Abkehr von der liberalen Theologie, die Bedeutung der Bibel als Quelle der Gotteserkenntnis und die Struktur des dialektischen Denkens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Denken Karl Barths zu entwickeln und zu klären, was Dialektische Theologie charakterisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von zwei ausgewählten, repräsentativen Texten Barths, um dessen theologische Argumentationsmuster aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Vorträge „Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke“ sowie „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dialektische Theologie, Gotteserkenntnis, Offenbarung, Krise und das Wort Gottes.
Wie bewertet Barth die liberale Theologie?
Barth lehnt die liberale Theologie ab, da sie aus seiner Sicht den christlichen Glauben zu sehr in Harmonie mit Staat, Kultur und menschlichen Maßstäben brachte und Gott damit seiner Transzendenz beraubte.
Was versteht Barth unter der „Krisis“?
Die „Krisis“ bezeichnet für Barth das göttliche Gericht über die Welt und den Menschen, in dem deutlich wird, dass der Mensch sich Gott nicht aus eigener Kraft erschließen kann, sondern auf Gottes Offenbarung angewiesen ist.
Warum betont Barth die „Andersheit“ Gottes?
Barth betont dies, um die Grenze zwischen dem unendlichen Gott und dem endlichen, sündigen Menschen zu wahren und zu verhindern, dass Gott als bloßes Produkt menschlicher Religion missverstanden wird.
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- Bachelor of Arts Holger Meier (Author), 2010, Was ist Dialektische Theologie bei Karl Barth?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184655