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Darstellungen von Frauen auf antiken Gefäßen aus der Kasseler Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe

Title: Darstellungen von Frauen auf antiken Gefäßen aus der Kasseler Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe

Thesis (M.A.) , 2010 , 129 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Olessja Bojko (Author)

Art - History of Art

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Summary Excerpt Details

Am Beispiel der Vasen aus der Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe wird die Darstellung der Frauen auf attischen Vasenbildern der spätarchaischen und klassischen Zeit (6. und 5. Jh. v. Chr.) untersucht. Die Untersuchtung ergibt, dass die Kasseler Sammlung die wesentlichen Themen der Frauendarstellung dokumentiert. Im Vergleich der Arbeit mit dem Katalog der antiken Gefäße der Staatlichen Kunstsammlung Kassel (Konstantinos Yfantidis, Antike Gefäße, Kassel 1990) werden die Vasenbilder nicht nur dokumentiert, sondern auf die rechtliche und soziale Stellung der Frau im antiken Athen bezogen. Für die Interpretation dieser Frage werden literarische Quellen, der aktuelle Forschungsstand, sowie Vasenbilder anderer Museumssammlungen hinzugezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauen als Feinde der athenischen Gesellschaft

2.1. Gorgonen — Frauen in Dämonengestalt

2.2. Mänaden — Rasende und ekstatische Frauen

2.3. Amazonen — Frauen mit männlichen Eigenschaften

2.4. Fazit

3. Göttinnen und Personifikationen — Frauen als höhere Wesen

3.1. Athene — Göttin des Krieges

3.2. Nike — Die Personifikation des Sieges

3.3. Göttin, Nymphe, Heroin? — Eine unbekannte Schönheit auf einem Lekythos

3.4. Fazit

4. Briseis, Deianeira und andere — Die Beziehung zwischen Heroen und „normalen“ Frauen

4.1. Briseis und Achilleus

4.2. Deianeira und Herakles

4.3. Apollon und ein unbekanntes Paar

4.4. Persephone wird von Pluto geraubt

4.5. Verfolgung einer Unbekannten

4.6. Fazit

5. Frauen in Athen – Ein Vergleich von literarischen Quellen und Vasendarstellungen

5.1. Quellenlage und Forschungsstand

5.2. Informationen über Frauen bei Xenophon

5.3. Darstellungen von Frauen auf Vasenbildern

5.3.1. Frauen und Eros

5.3.2. Isolation der Frauen

5.3.3. Frauen und Schönheit

5.4. Erklärung für die Gegensätzlichkeit der Quellen

5.4.1. Adressaten und Funktion der Quellen

5.4.2. Bedeutung der einzelnen Unterschiede

5.5. Fazit

6. Zusammenfassung

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Frauen auf attischen Vasen der archaischen und klassischen Zeit aus der Kasseler Antikensammlung. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Objekte und den Vergleich mit literarischen Quellen (insbesondere Xenophons „Oikonomikos“) ein differenziertes Bild der sozialen und mythologischen Rolle der Frau im antiken Athen zu zeichnen und zu ergründen, warum Vasendarstellungen und schriftliche Überlieferungen oft gegensätzliche Realitäten abbilden.

  • Kategorisierung von Frauenfiguren (Gorgonen, Mänaden, Amazonen, Göttinnen, „normale“ Frauen)
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen mythologischen Feindbildern und dem Ideal der bürgerlichen Athenerin
  • Untersuchung der Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Frauen und Heroen
  • Vergleich zwischen dem literarischen Frauenbild und der ikonographischen Wirklichkeit auf Vasen
  • Kritische Reflexion der Deutungsmöglichkeiten von Vasenmotiven (Privatsphäre vs. Öffentlichkeit)

Auszug aus dem Buch

2.1. Gorgonen — Frauen in Dämonengestalt

Von den drei Gorgonen-Schwestern Stheno, Euryale und Medusa ist insbesondere letztere namentlich am ehesten bekannt. Zu diesem Bekanntheitsgrad hat ihr Tod, herbeigeführt durch Perseus, maßgeblich beigetragen. Im Auftrag von Polydektes, dem König von Seriphos, macht sich Perseus auf den Weg, um den Kopf der Gorgo zu beschaffen. Ausgestattet mit geflügelten Schuhen, der Kibisis und dem unsichtbar machenden Helm, schleicht sich Perseus an die schlafenden Gorgonen heran und enthauptet die sterbliche der drei Schwestern — die Medusa (Abb. 1). Um nicht durch den Anblick der Gorgonen versteinert zu werden, wendet sich Perseus von diesen ab und nähert sich ihnen, in dem er in sein spiegelndes Schild aus Erz schaut.18 Den abgetrennten Kopf der Gorgo versteckt Perseus in seiner Kibisis und macht sich auf den Rückweg zu Polydektes. Derweilen erwachen Stheno und Euryale und versuchen dem Mörder ihrer Schwester zu folgen. Dieser ist noch immer durch seinen Helm geschützt und bleibt daher für die Gorgonen unsichtbar, sodass diese bei der Verfolgung keinen Erfolg haben (Abb. 2 und Abb. 3).19

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Bildwerken in der antiken Gesellschaft ein und grenzt das Thema auf Frauendarstellungen auf attischen Vasen der archaischen und klassischen Zeit ein.

2. Frauen als Feinde der athenischen Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert Gorgonen, Mänaden und Amazonen als mythologische Wesen, die aufgrund ihrer männlich konnotierten Attribute als gesellschaftsfeindlich eingestuft wurden.

3. Göttinnen und Personifikationen — Frauen als höhere Wesen: Der Fokus liegt hier auf Athene und Nike als positiv besetzte, in der Kultur fest verankerte Frauenfiguren, die sich deutlich von den feindlichen Wesen des vorherigen Kapitels abheben.

4. Briseis, Deianeira und andere — Die Beziehung zwischen Heroen und „normalen“ Frauen: Hier wird die Abhängigkeit „normaler“ Frauen von männlichen Heroen thematisiert und aufgezeigt, wie diese in der Vasenmalerei als Indikatoren für männliche Stärke dienen.

5. Frauen in Athen – Ein Vergleich von literarischen Quellen und Vasendarstellungen: Dieses Kapitel vergleicht Xenophons „Oikonomikos“ mit Vasenbildern und hinterfragt die Diskrepanz zwischen dem literarisch konstruierten Frauenbild und der ikonographischen Darstellung.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die komplexen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Vielschichtigkeit des Frauenbildes im antiken Athen.

7. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und die Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Attische Vasenmalerei, Frauenbild, Kasseler Antikensammlung, Xenophon, Oikonomikos, Gorgonen, Mänaden, Amazonen, Mythologie, Antikes Griechenland, Heroen, Geschlechterrollen, Ikonographie, Soziale Konstruktion, Vasendarstellungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Frauen in der attischen Vasenmalerei der archaischen und klassischen Zeit dargestellt werden, und setzt diese Darstellungen in Beziehung zu literarischen Quellen über das Leben der Frau im antiken Athen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die mythologische Einordnung weiblicher Wesen (Feindbilder vs. Göttinnen), das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Frauen und Heroen sowie den Vergleich zwischen dem literarischen Frauenbild und der bildlichen Darstellung auf Vasen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, warum es zu Unstimmigkeiten zwischen literarischen Quellen und Vasenbildern kommt und wie diese Diskrepanz unsere Informationen über das Leben der Frauen im antiken Athen beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ikonographische und kontextuelle Analyse von Vasenobjekten aus der Kasseler Antikensammlung durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich mit antiken Textquellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von „feindlichen“ Wesen, positiven Göttinnen und Personifikationen sowie die Untersuchung von Beziehungsmustern zwischen Frauen und Heroen und einen vertiefenden Vergleich mit Xenophons „Oikonomikos“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Attische Vasenmalerei, Frauenbild, Antikes Griechenland, Mythologie und das Spannungsfeld zwischen häuslicher Sphäre und Öffentlichkeit.

Was unterscheidet Gorgonen von Athene in ihrer Darstellung?

Während Gorgonen als gefährliche Dämonen mit männlich-animalischen Zügen dargestellt werden, erscheint Athene zwar als Kriegerin, wird aber als geistige und körperliche Vertretung von Zeus positiv bewertet.

Wie deutet die Autorin die oft dargestellten „Schönheitsideale“ auf Vasen?

Die Autorin sieht darin ein überspitztes Bild einer idealen Frau, das stark von den Adressaten der Kunstwerke abhing und weniger die reale Alltagssituation als vielmehr gesellschaftliche Normvorstellungen widerspiegelt.

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Details

Title
Darstellungen von Frauen auf antiken Gefäßen aus der Kasseler Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe
College
University of Kassel
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Olessja Bojko (Author)
Publication Year
2010
Pages
129
Catalog Number
V184627
ISBN (Book)
9783656094579
ISBN (eBook)
9783656094760
Language
German
Tags
Kunst Kunstgeschichte Antike Vasenmalerei Frauen-und Geschlechterforschung Gender studies Frauen Athen Archaik Klassische Zeit Gorgonen Mänaden Amazonen Athene Nike Persephone Xenophon Keramik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Olessja Bojko (Author), 2010, Darstellungen von Frauen auf antiken Gefäßen aus der Kasseler Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184627
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