Das Klima ist nicht zu verwechseln mit dem Wetter oder der Witterung. Während sich das
Wetter und die Witterung auf kurzfristige Zustände der Atmosphäre beziehen, „beschreibt
das Klima den über einen Zeitraum von vielen Jahren beobachtbaren mittleren
Jahresablauf der Wettererscheinungen“ (Borcherdt 1991 S. 90). Hierbei stehen vor allen
Dingen die Temperatur sowie die Niederschlagshäufigkeit im Vordergrund. So stellen
extreme sommerliche Hitzewellen keine Veränderung des Klimas dar, so
Inhaltsverzeichnis
1. Definition „Klima“
2. Das Mesoklima Baden-Württembergs
3. Die klimabegünstigten Gebiete Baden- Württembergs
4. Die klimatisch intermediären Gebiete
5.Die feuchtkalten Ungunstgebiete
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen geographischen Überblick über die klimatischen Bedingungen in Baden-Württemberg und unterteilt das Bundesland anhand von Temperatur- und Niederschlagswerten in drei wesentliche Kategorien, um die regionalen Unterschiede und deren Ursachen verständlich zu machen.
- Definition des Klimabegriffs im Gegensatz zu Wetter und Witterung
- Einflussfaktoren des baden-württembergischen Mesoklimas (Relief, Breitengrad, Meeresnähe)
- Charakterisierung der klimabegünstigten Regionen wie dem Oberrheinischen Tiefland
- Analyse der intermediären Gebiete und ihrer klimatischen Übergangsform
- Untersuchung der feuchtkalten Ungunstgebiete, insbesondere Schwarzwald und Alpenvorland
Auszug aus dem Buch
3. Die klimabegünstigten Gebiete Baden- Württembergs
Zuerst einmal muss definiert werden, was überhaupt unter Klimagunst zu verstehen ist. In diesem Fall hängt der Begriff eng damit zusammen, in welchem Maße die Vegetation bedingt durch den Einflussfaktor Klima gedeihen kann. Jahresdurchschnittstemperaturen um die 10°C sind dafür hilfreich. Da die Regenmengen nirgendwo in Baden Württemberg unter 400mm im Jahr sinken, hat die Vegetation selbst in vergleichsweise trockenen Gebieten nicht unter Feuchtigkeitsmangel zu leiden.
Die am meisten vom Klima begünstige Region Baden-Württembergs und sogar der ganzen Bundesrepublik ist das Oberrheinische Tiefland. „Der Oberrheingraben ist eine 300 km lange und etwa 30 bis 40 km breite tektonisch angelegte Senke, die zwischen den benachbarten Randgebieten abgesunken ist und aus recht unterschiedlichen Teilräumen besteht.“ (Borcherdt 1991 S.101) Hier beträgt die mittlere Jahrestemperatur über 9°C, im Juli liegt die Durchschnittstemperatur zwischen 18 – 20°C, hinzu kommen jährlich weniger als 80 Tage mit Temperaturwerten unter dem Gefrierpunkt.
Mehr als 170 Tage im Jahr in denen die Durchschnittstemperatur über 10 °C liegt, begünstigen den Weinanbau in dieser Region. Die Klimamittelwerte variieren im Nord-Süd-Verlauf nur wenig. Das kann man anhand der Neutralisation der Auswirkung des Reliefs und des Breitengrades begründen. Heidelberg, das rund 180 km nördlicher, aber ca. 150m niedriger liegt als Freiburg, hat fast identische Jahresdurchschnittstemperaturen wie die Stadt im Breisgau.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition „Klima“: Dieses Kapitel grenzt den Begriff Klima klar von kurzfristigen Wetterereignissen und der Witterung ab, indem es ihn als langjährigen mittleren Zustand der Atmosphäre definiert.
2. Das Mesoklima Baden-Württembergs: Hier werden die primären Einflussfaktoren wie die geographische Lage zwischen Atlantik und Eurasien, der Breitengrad sowie das reliefbedingte Höhenprofil des Landes erläutert.
3. Die klimabegünstigten Gebiete Baden- Württembergs: Das Kapitel widmet sich Regionen mit günstigen Wachstumsbedingungen für die Vegetation, wie dem Oberrheinischen Tiefland, dem Neckarraum und dem Kraichgau.
4. Die klimatisch intermediären Gebiete: Es werden Regionen beschrieben, die klimatisch zwischen den begünstigten Gunsträumen und den feuchtkalten Ungunstgebieten liegen, wie etwa der Odenwald oder das Donaugebiet.
5.Die feuchtkalten Ungunstgebiete: Dieses Kapitel behandelt die klimatisch raueren Regionen, insbesondere den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und das Alpenvorland, die durch hohe Niederschläge und tiefere Temperaturen geprägt sind.
Schlüsselwörter
Klima, Baden-Württemberg, Mesoklima, Niederschlag, Jahrestemperatur, Relief, Oberrheingraben, Schwarzwald, Vegetationsperiode, Klimagunst, Ungunstgebiete, Schwäbische Alb, Wetter, Klimadiagramme, Geographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der klimatischen Gliederung des Bundeslandes Baden-Württemberg und analysiert, wie unterschiedliche geographische Faktoren die lokalen Klimabedingungen formen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung klimatischer Gunst- und Ungunstgebiete, der Einfluss der Topographie auf Temperatur und Niederschlag sowie die regionale Differenzierung innerhalb Baden-Württembergs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die klimatische Unterteilung des Landes zu schaffen, anstatt sich nur auf subjektive Grenzziehungen zu konzentrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive geographische Analyse auf Basis von Literaturstudien, meteorologischen Daten und der Auswertung von Klimadiagrammen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert das Land in drei Kategorien: klimabegünstigte Gebiete, intermediäre Regionen und feuchtkalte Ungunstgebiete, die jeweils anhand ihrer spezifischen Eigenschaften und Standorte detailliert beschrieben werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Mesoklima, reliefbedingte Unterschiede, Niederschlagsverteilung, Vegetationsperiode und die geographische Lage Baden-Württembergs.
Warum spielt das Relief eine so entscheidende Rolle für das Klima in Baden-Württemberg?
Das Relief ist maßgeblich, da mit zunehmender Höhe der Luftdruck und die Temperatur sinken und Gebirge zudem als Regenfänger für Steigungsniederschläge fungieren.
Was macht das Klima im Oberrheinischen Tiefland so besonders?
Aufgrund der geschützten Senkenlage herrschen hier im Vergleich zum Rest des Landes hohe Durchschnittstemperaturen und eine lange Vegetationsperiode, was diese Region besonders für den Weinanbau prädestiniert.
Warum wird die Region um die Baar im Volksmund „Schwäbisch-Sibirien“ genannt?
Der Name rührt von extremen Kälteanomalien her, bedingt durch Kaltluftansammlungen in Muldenlagen, bei denen im Jahr 1953 mit -32,5 °C der Temperaturrekord des Landes gemessen wurde.
Welche Rolle spielt der Bodensee für das lokale Klima?
Der Bodensee wirkt als Wärmespeicher, der die Winter mildert und den Frühling verzögert, was zu einem langanhaltenden milden Herbst in der Region führt.
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- Micha Gerken (Author), 2008, Das Klima in Baden-Wüttemberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184517