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Friedrich Schiller, Don Karlos - Infant von Spanien. Ein dramatischer Roman

Titel: Friedrich Schiller, Don Karlos - Infant von Spanien. Ein dramatischer Roman

Forschungsarbeit , 1985 , 31 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Vorwort

Warum wieder Schiller? Es geht darum, ein Denkmal zu restaurieren, das mit Recht noch da steht Es geht darum, die Patina und den Dreck der Zeit abzuschmirgeln; denn was die Texte sagen, ist so gesagt, als sei es eigens uns gesagt. Brechts polemisch-hybrides Wort von den Klassikern, die im Krieg gestorben seien, ist halt schon im Literalsinn falsch : gestor¬ben sind faktisch auf dem Felde jene, die nicht in der Lage waren, die Lehre der Klassiker zu realisieren. Nicht die Klassiker haben versagt, sondern die, welche mit ihnen hätten etwas anfangen müssen.
Lehren ziehen aus dem Klassiker? Etwa diesen Kalibers: Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen . Antidemokratisch; monarchistisches, präfaschistisches Bewußt¬sein. Und nicht zu entschuldigen als Frühwerk, Jugendsünde. Spätestes Pro¬dukt, Unwiderrufbar. Ohne Kommentar ist dazuzusetzen: Gegenwärtiges. E. Wiedemann, 'Spiegel'-Reporter, schreibt am Ende eines Berichts über die Ereignisse im Iran:
"Wahr ist allerdings auch: Die Massen stehen trotz allem hinter Cho¬meini. Die Linken und Liberalen bringen zusammen selten mehr als 50 000 Demonstranten auf die Straße. Wenn aber Chomeini ruft, marschieren immer noch Millionen "
Prämisse der vorgelegten Analysen ist, daß - Autonomie hin, Form her - Dichtung in sich - geschichtliche Erfahrung hat, daß, erkennt man Dich¬tung, man erkennt, was der Mensch sei und was Geschichte. Wobei, schlimm daß man es sagen muß, Geschichte nicht die Zeitgeschichte des Autors ist: so als habe Schiller im 'Wallenstein' nacherzählt, was der französische Gene¬ral Dumouriez trieb, als er die Revolutionstruppen verließ und zum deutschen Feind überlief. Deshalb sind auch kluge Sätze, daß Schillers Dichtungen sich mit der Revolution auseinandersetzen, so klug wiederum nicht. Der Karis¬schüler brauchte die Revolution nicht, um zu merken, was Sache ist: die mundane, gesellschaftliche Verfassung der Menschheit, im Blick auf das, was die zeitgenössische Philosophie Kants als einen der Schlußsteine ihres Systems erarbeitet hatte: Freiheit Der 'Karlos', ebenso wie die anderen frühen Stücke, lange vor der Großen Revolution konzipiert und aufgeführt, verhandeln dies Problem poetisch vor dem Forum der Humanität.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Der erste Akt

Don Karlos als bürgerliches Trauerspiel

politischer Gehalt

Ein Erziehungsroman

Inquisition und Absolutismus

privater Verzicht und öffentliche Pflichterfüllung

der Vater-Sohn-Konflikt

Freundschaft

Anthropologie des absoluten Herrschers

Theorie und Praxis des Absolutismus

die Zerrissenheit Philipps

Politische Funktion versus private Wunscherfüllung

Anthroplogie des absoluten Herrschers: historisch-stofflich

der eindimensional Zugerichtete: poetisch-symbolisch

Bürgerliches Trauerspiel

Transponierung in königliche Kreise

Erziehungsroman - vom Privatmann zum politisch Handelnden

Entsagung hier schon

Geschichtstheorie

Prozeßcharakter von Geschichte

Freiheit als Herzustellendes

Scheitern menschlicher Pläne

Hamartia und nicht gelingende Kommunikation

Freiheit

Gerichtsbarkeit der Bühne

Bürgerliches Selbstbewußtsein contra Absolutismus

Gedankenfreiheit und der Versuch von Glücksfindung

Poetologisches

Hauptidee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit interpretiert Friedrich Schillers "Don Karlos" als komplexes Zusammenspiel aus politischem Drama, bürgerlichem Trauerspiel und Erziehungsroman, wobei die zentrale Forschungsfrage die Vereinbarkeit von privatem Glück und öffentlicher Pflichterfüllung unter den Bedingungen des Absolutismus untersucht.

  • Die Spannung zwischen privater Empfindung und politischem Anspruch
  • Die kritische Auseinandersetzung mit absolutistischer Herrschaftsform
  • Die Rolle der Freundschaft als kompensatorischer Rückzugsraum
  • Die geschichtstheoretische Verortung des Freiheitsbegriffs
  • Die Entwicklung des Titelhelden vom Privatmann zum politisch Handelnden

Auszug aus dem Buch

Anthropologie des absoluten Herrschers: der eindimensional Funktionalisierte

Daß die unumschränkte Majestät (V. 945) ein Gott sei, wird im Stück mindestens fünfmal versichert. Die leitmotivische Häufung bestätigt, daß damit ein für den Poeten zentrales Thema getroffen ist. Schiller diskutiert in diesem Stück, wie es um Theorie und Praxis des Absolutismus steht. Verständlich wird diese Thematik, weil 1785 die absolutistische Form der Regierung noch lange nichts Vergangenes war. Schiller greift damit ein Problem der Zeit auf, das schon lange theoretisch behandelt wurde - etwa bei Macchiavelli, Bodin, bei Hobbes, bei Rousseau, Montesquieu, implizite oder explizite in allen staatsphilosophischen Schriften - das auch poetisch schon gestaltet worden war die Figur des Herrschers gehört zum festen Inventar der hohen Barocktragödie.

Schiller hat den Komplex unter zwei Aspekten referiert: einmal geht es nur um die Person des Herrschers, konkret um Philipp, dann um die Institution des Absolutismus. Im Hinblick auf die Person ist Beweisinteresse, ein umfassendes Gemählde von Monarchen (V. 970) zu entwerfen. Gleichzeitig gehen solche Motive über ihre spezifische Konkretion hinaus; das macht die Klassizität der Schillersehen Vertextung aus: denn in diesem Verhalten Philipps artikuliert sich eine Moral, die insofern allgemein menschlich ist, als sie zumindest bis weit in das 20. Jahrhundert hinein galt: was dem Mann allenfalls als Kavaliersdelikt positiv angerechnet wird, ist der Frau verboten.

Zusammenfassung der Kapitel

Der erste Akt: Der erste Akt legt die zentralen Motive des Stückes dar, insbesondere den Vater-Sohn-Konflikt und die verbotene Liebe zu Elisabeth, während er gleichzeitig den politischen Konflikt mit der Inquisition und dem Absolutismus andeutet.

Anthropologie des absoluten Herrschers: der eindimensional Funktionalisierte: In diesem Kapitel wird untersucht, wie Schiller die Figur Philipps als Repräsentant einer absolutistischen Institution darstellt, die ihre menschlichen Bedürfnisse zugunsten funktionaler Machtzwänge unterdrückt.

Bürgerliches Trauerspiel: Hier wird analysiert, wie Schiller durch die Konzentration auf familiäre Konflikte innerhalb königlicher Kreise die moralische Integrität und die Unfehlbarkeit der absolutistischen Herrscher dekonstruiert.

Erziehungsroman: Dieses Kapitel betrachtet die Entwicklung von Don Karlos von einem introvertierten, privat handelnden Liebhaber hin zu einem Helden, der die Notwendigkeit politischer Verantwortung begreift.

Geschichtstheorie: Die Ausführungen beleuchten Schillers Auffassung von Geschichte als einen dynamischen Prozess, in dem der Mensch versucht, Freiheit gegen veraltete despotische Strukturen durchzusetzen.

Freiheit: Dieses Kapitel untersucht den Freiheitsbegriff im Stück, insbesondere die Forderung nach Gedankenfreiheit als notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche und politische Reformen.

Poetologisches: Hier wird reflektiert, wie dramaturgische Technik, wie etwa die Technik der Peripetie, dazu genutzt wird, die emotionale Wirkung beim Zuschauer zu maximieren und den Gehalt des Stückes zu transportieren.

Hauptidee: Das abschließende Kapitel resümiert, dass "Don Karlos" eine tragische politische Tragödie ist, die das Scheitern individueller Freiheitsideale an den harten Realitäten des Absolutismus zeigt.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Don Karlos, Absolutismus, Bürgerliches Trauerspiel, Freiheit, Erziehungsroman, Vater-Sohn-Konflikt, Inquisition, Politische Tragödie, Geschichte, Aufklärung, Sturm und Drang, Menschenwürde, Entsagung, Freundschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Schillers Drama "Don Karlos" primär?

Es ist ein Familiendrama in fürstlichen Kreisen, das zugleich als politisches Stück die Zerrissenheit zwischen privatem Wunsch und öffentlicher Pflicht vor dem Hintergrund absolutistischer Herrschaftsstrukturen thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Spannung zwischen Individuum und Macht, die Rolle des Absolutismus, das Ideal der Freiheit, die Funktion der Freundschaft sowie die Entwicklung des Protagonisten zum politisch Handelnden.

Was ist das primäre Ziel des Dramas laut der Analyse?

Ziel ist es, durch die Darstellung der Unvereinbarkeit von absolutistischem Zwang und menschlicher Freiheit eine kritische Reflexion über die gesellschaftlichen Zustände anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Publikation verwendet?

Der Autor verbindet literaturwissenschaftliche Textanalyse mit historischen Kontextualisierungen und geistesgeschichtlichen Vergleichen, insbesondere unter Einbeziehung der psychoanalytischen Sublimierungsthese.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Akte und Leitmotive (wie das Riesen-Motiv, die Inquisition, die Freundschaft und das Gesetz des Tausches) detailliert analysiert, um die Entwicklung der Handlung und der Charaktere zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Schlüsselbegriffe sind Freiheit, Absolutismus, Entsagung, Menschenwürde, bürgerliches Trauerspiel, Aufklärung und die historische Dialektik von Macht und Moral.

Welche Rolle spielt die Figur des Marquis Posa in der Argumentation?

Posa fungiert als idealistischer Gegenpol zum absolutistischen Philipp, wobei sein Scheitern die Unmöglichkeit aufzeigt, abstrakte Freiheitsideen in einer repressiven Welt unmittelbar zu realisieren.

Warum endet das Stück laut der Interpretation so desolat?

Das tragische Ende unterstreicht die explizite Absage an falsche Versöhnung; der Zuschauer soll durch den Triumph des Bösen zur Auseinandersetzung mit der herrschenden Ordnung provoziert werden.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich Schiller, Don Karlos - Infant von Spanien. Ein dramatischer Roman
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
sehr gut
Autor
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1985
Seiten
31
Katalognummer
V184340
ISBN (Buch)
9783656090908
ISBN (eBook)
9783656091059
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich schiller karlos infant spanien roman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in), 1985, Friedrich Schiller, Don Karlos - Infant von Spanien. Ein dramatischer Roman, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184340
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Leseprobe aus  31  Seiten
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