Diese Ausarbeitung hat den Rassismus mit seinen Theorien und Formen zum Thema. Die Untersuchung beschränkt sich auf die drei großen Formen des Rassismus. Zuerst wird jedoch die Frage behandelt, ob es überhaupt Menschenrassen gibt. Es wird der biologische Bergriff "Rasse" geklärt, auf die UNESCO Erklärungen eingegangen und beurteilt, wie sie mit diesem Problem umgeht. Anschließend widmet sich die Ausarbeitung den Formen des Rassismus. Zuerst dem Biologischen, indem die Wertung der Menschen hauptsächlich auf der Basis von morphologische Erscheinungen und deren Charakterisierung liegen. Warum es überhaupt zur Einteilung und Hierarchisierung der Menschenrassen kam, wird sich anhand der Evolutionstheorien klären. Wie sich dieser Rassismus auslebte, wird durch den Imperialismus und Nationalsozialismus klar .
Nun wird der kulturelle Rassismus betrachtet, in dem nicht mehr der genetische sondern der kulturelle Charakter der diskriminierenden Personen in den Vordergrund rückt. Als Grundlage für diese Form kann man den sogenannten Ethnozentrismus sehen, der im ersten Teil dieses Punktes erläutert wird. Es folgt die Erklärung des Ausdrucks „Rassismus ohne Rassen“, wie zum Teil der kulturelle Rassismus genannt wird.
Schließlich wird der institutionelle Rassismus untersucht. Es wird der Begriff definiert und anschließend auf seine Auswirkungen in Deutschland eingegangen. Diese werden besonders deutlich in der Asyl- und Einwanderungspolitik, auf dem Arbeitsmarkt und dem deutschen Schulsystem.
Zum Schluss werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Gibt es Menschenrassen?
1.1 Begriffsklärung
1.2 Kategorisierung der Menschen
1.3 UNESCO Deklarationen
2. Biologischer Rassismus
2.1 Ursachen für die Hierarchisierung von Menschenrassen
2.2 Kolonialismus
2.3 Nationalsozialismus
3. Kultureller Rassismus
3.1 Ethnozentrismus
3.2 „ Rassismus ohne Rassen“
3.3 Erscheinungsformen
4. Institutioneller Rassismus
4.1 Definition
4.2 Asyl- und Einwanderungspolitik
4.3 Arbeitsmarkt
4.4 Schulsystem
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen des Rassismus, beginnend bei der kritischen Hinterfragung des biologischen Rassebegriffs bis hin zur Analyse des institutionellen Rassismus in der deutschen Gesellschaft, mit dem Ziel, die Mechanismen von Ausgrenzung und Diskriminierung aufzudecken.
- Kritische Analyse des biologischen Rassebegriffs und historischer Einordnungen.
- Untersuchung des biologischen Rassismus und dessen Legitimierung durch Evolutionstheorien.
- Exploration des kulturellen Rassismus („Rassismus ohne Rassen“) und des Ethnozentrismus.
- Darstellung des institutionellen Rassismus anhand von Asylpolitik, Arbeitsmarkt und Bildungswesen.
Auszug aus dem Buch
3.2 „ Rassismus ohne Rassen“
Der kulturelle Rassismus wird auch als „Rassismus ohne Rassen“ bezeichnet. In diesem wird der genetische Rassimus durch einen Kulturellen ersetzt. Den Ausdruck „ Rassismus ohne Rassen“ prägte Etienne Balibar, den er folgendermaßen definierte: „ Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus , der sich bei uns um den Komplex der Immigration herum ausgebildet hat, in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, (...) eines Rassismus, dessen vorherrschendes Thema nicht mehr die biologische Vererbung, sondern die Unaufhebbarkeit der kulturellen Differenz ist; eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick- nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf „beschränkt“, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweisen und Traditionen zu behaupten.“
Dieser Rassismus ist bei vielen Menschen im Alltagsbewußtsein verankert. Dort drückt er sich in sozialen Ausschließungspraxen aus, denen aber keine ausgeprägte Rassentheorie zugrunde liegt. Statt der Theorie über Rassen spricht man nun über das „Kulturdefizit“ der anderen, der auszugrenzenden Minderheit. Bestimmte Lebensgewohnheiten, Bräuche und Traditionen einer Menschengruppe, meist der eigenen, werden als die einzige normale Form zu leben angesehen. Andere, die davon abweichen, werden negativ bewertet, ohne handfeste Begründung und die betroffenen Menschen werden aus der Gesellschaft ausgegrenzt und abgegrenzt. Dieses „Andersein“ dient häufig als Legitimation zur Bekämpfung dieser Gruppen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gibt es Menschenrassen?: Das Kapitel klärt den biologischen Begriff der Rasse, setzt sich kritisch mit der Kategorisierung von Menschen auseinander und beleuchtet die Haltung der UNESCO zu diesem Thema.
2. Biologischer Rassismus: Hier werden die Ursachen für die Hierarchisierung von Menschenrassen analysiert, insbesondere unter Einbezug von Evolutionstheorien, Kolonialismus und Nationalsozialismus.
3. Kultureller Rassismus: Dieser Abschnitt behandelt den Wandel von genetischen hin zu kulturellen Diskriminierungsmustern, definiert Ethnozentrismus und untersucht den Begriff „Rassismus ohne Rassen“.
4. Institutioneller Rassismus: Das Kapitel definiert institutionellen Rassismus und zeigt dessen konkrete Auswirkungen auf die Asyl- und Einwanderungspolitik, den Arbeitsmarkt sowie das deutsche Schulsystem auf.
5. Schlussbetrachtung: Es werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengeführt und die Notwendigkeit betont, Rassismus in allen seinen Formen aktiv entgegenzutreten.
Schlüsselwörter
Rassismus, Menschenrassen, Biologischer Rassismus, Kultureller Rassismus, Institutioneller Rassismus, Ethnozentrismus, Eugenik, Diskriminierung, Asylpolitik, Schulsystem, Ausgrenzung, Kolonialismus, Evolutionstheorie, Identität, Soziale Ausschließung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse der verschiedenen Ausprägungen von Rassismus, von historischen biologischen Konstrukten bis hin zu modernen, institutionellen Formen der Diskriminierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der biologische Rassismus, der kulturelle Rassismus („Rassismus ohne Rassen“) sowie der tief in staatlichen Institutionen verankerte institutionelle Rassismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Kultur oder äußeren Merkmale diskriminiert werden, und die gesellschaftliche Konstruktion dieser Prozesse zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen und anthropologischen Theorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von „Menschenrassen“ als Konstrukt, die historische Herleitung des biologischen Rassismus, die Theorie des kulturellen Rassismus und die konkrete Anwendung des Begriffs auf deutsche Institutionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rassismus, Institutioneller Rassismus, Diskriminierung, Ethnozentrismus und soziale Ausgrenzung charakterisiert.
Inwiefern spielt der Kolonialismus eine Rolle für den biologischen Rassismus?
Der Kolonialismus diente als praktisches Anwendungsfeld für die wissenschaftlich untermauerte, aber ideologisch verzerrte Hierarchisierung von Menschen, um Unterdrückung zu legitimieren.
Wie unterscheidet sich der kulturelle Rassismus vom biologischen?
Beim kulturellen Rassismus rücken statt genetischer Merkmale die vermeintliche Unvereinbarkeit kultureller Traditionen und ein „Kulturdefizit“ der Minderheiten in den Mittelpunkt der Ausgrenzung.
- Quote paper
- Elisabeth Huber (Author), 2007, Theorien und Formen des Rassimus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184276