„Menschen, die beschäftigungsfähig werden wollen, brauchen eine solide und breit angelegte Ausbildung. Menschen, die beschäftigungsfähig bleiben und beruflich Erfolg haben wollen, müssen ihre Kompetenzen stetig weiterentwickeln. Oft kann nur Qualifizierung aus Arbeitslosigkeit in nachhaltige Beschäftigung führen.“
Immer wieder wird auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene „kontinuierliches Lernen“ als Schlüssel für positive individuelle Entwicklung betont. Für das Individuum hängt die zukünftige Beschäftigungsfähigkeit bedeutend von der Möglichkeit ab, bei der Arbeit und auch über die Arbeit hinaus zu lernen und seine beruflichen Handlungskompetenzen zu verbessern. Doch dazu bedarf es einer lernförderlichen Gestaltung der Arbeit inklusive einer optimalen Verbindung des Lernens im Unternehmen und Weiterbildungen.
Die folgenden Kapitel werden sich besonders mit den Modellen, Konzepten und Lernformen für arbeitsbezogenes Lernen beschäftigen. Dabei sollen die verschiedenen Möglichkeiten für das betriebliche Lernen aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang soll die Bedeutsamkeit des informellen Lernens für die betriebliche Bildungsarbeit hervorgehoben und begründet werden. Probleme und Schwierigkeiten des informellen Lernens werden anschließend aufgeführt und mit Lernformen reduziert. Die Leitfrage für diese Hausarbeit betrifft vor allem den Bereich des informellen Lernens, welche lautet: „Welche Methoden ermöglichen ein effizientes Lernen im Unternehmen? Welche Rolle nimmt in diesem Zusammenhang das informelle Lernen ein?“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modelle und Konzepte arbeitsbezogenen Lernens
3. Lernarten
3.1. Formelles Lernen
3.2. Informelles Lernen
3.3. Gegenüberstellung informelles und formelles Lernen
4. Neue Lernformen in der Arbeit
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten des betrieblichen Lernens, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Effizienz des informellen Lernens und seiner Rolle innerhalb von Unternehmen liegt. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, welche Methoden ein effizientes Lernen im beruflichen Kontext ermöglichen und wie informelles Lernen sinnvoll in die betriebliche Bildungsarbeit integriert werden kann.
- Modelle und Konzepte für arbeitsbezogenes Lernen
- Differenzierung zwischen formellem und informellem Lernen
- Herausforderungen und Problematiken des informellen Lernens
- Einsatz neuer Lernformen zur Verbindung von Arbeit und Lernen
- Bedeutung von Validierungssystemen für die Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.2. Informelles Lernen
Das informelle Lernen gibt es zu Beginn kein festgestecktes Lernziel, wie beim formellen Lernen. Es bedeutet jedoch nicht, dass hierbei die Intentionalität fehlt. Sie ist lediglich auf andere Ziele und Zwecke gerichtet. Informelles Lernen in der Arbeit beschreibt hauptsächlich ein Lernen über Erfahrungen. Es wird daher auch als „beiläufiges Lernen“ beschrieben und ist nicht institutionell organisiert. Da es beim informellen Lernen keine vorab definierten Lernziele gibt, entsteht das erzielte Lernergebnis aus Situations- und Problemlösungen.
In der beruflichen Bildung wird das informelle Lernen zusätzlich in zwei Lernarten unterteilt, das reflexive Lernen (auch Erfahrungslernen) und das implizite Lernen. Erfahrungswissen wird demnach bei der Abfolge von Handlung- Erfahrung- Reflexion und deren Fortführung gebildet. Beispiele für das reflexive Lernen wären das Coaching oder kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP). Implizites Lernen dagegen erzeugt einen Lernprozess, der dem Lernenden in Verlauf und Ergebnis völlig unbewusst ist. Beispiele dafür wären das Erlernen von Fahrradfahren oder Schwimmen, da die Erfahrungsprozesse sind, welche zu unbewussten und intuitiven Arbeitssteuerungen führen. Das strukturierte Lernen von Regeln und Gesetzmäßigkeiten entfällt hierbei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung betont die Bedeutung kontinuierlichen Lernens für die Beschäftigungsfähigkeit und definiert die Leitfrage hinsichtlich der Rolle und Effizienz des informellen Lernens im Unternehmen.
2. Modelle und Konzepte arbeitsbezogenen Lernens: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Modelle des betrieblichen Lernens, vom arbeitsgebundenen bis zum arbeitsorientierten Lernen, und ordnet diesen entsprechende Konzepte und Lernformen zu.
3. Lernarten: Das Kapitel differenziert zwischen formellen und informellen Lernarten, wobei besonders die Herausforderungen und Merkmale des informellen Lernens sowie die Unterteilung in reflexives und implizites Lernen beleuchtet werden.
4. Neue Lernformen in der Arbeit: Hier werden innovative Lernorganisationsformen vorgestellt, die darauf abzielen, formelle und informelle Lernprozesse zu verknüpfen, um den betrieblichen Bildungsanforderungen gerecht zu werden.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Chancen arbeitsbezogenen Lernens zusammen und thematisiert die Notwendigkeit von Validierungssystemen zur Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen im Kontext des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).
Schlüsselwörter
Arbeitsbezogenes Lernen, Informelles Lernen, Formelles Lernen, Berufliche Kompetenzförderung, Betriebliche Bildung, Lernformen, Arbeitsgestaltung, Erfahrungslernen, Implizites Lernen, Qualifikationsrahmen, DQR, EQR, Kompetenzentwicklung, Arbeitsplatzlernen, Berufspädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Kriterien und Konzepten des arbeitsbezogenen Lernens und untersucht, wie berufliche Kompetenzförderung in betrieblichen Kontexten effizient gestaltet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Typologie betrieblicher Lernmodelle, der Vergleich zwischen formellen und informellen Lernformen sowie die Integration dieser Formen in die tägliche Arbeitspraxis.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Methoden ermöglichen ein effizientes Lernen im Unternehmen und welche Rolle spielt dabei das informelle Lernen?
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse bestehender Modelle und Konzepte des arbeitsbezogenen Lernens auf Basis einschlägiger Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert fünf verschiedene Modelle des arbeitsbezogenen Lernens, definiert die Unterschiede zwischen formellem und informellem Lernen und stellt neue Konzepte zur Verbindung dieser Lernformen vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Arbeitsbezogenes Lernen, Informelles Lernen, Kompetenzförderung, Betriebliche Bildung und Qualifikationsrahmen.
Was unterscheidet reflexives von implizitem Lernen?
Reflexives Lernen basiert auf dem bewussten Prozess von Handlung, Erfahrung und Reflexion, während implizites Lernen unbewusst abläuft, wie beispielsweise bei der Automatisierung von Bewegungsabläufen.
Welche Bedeutung hat der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) in diesem Kontext?
Der DQR dient dazu, Qualifikationen vergleichbar zu machen, indem er neben formalen Abschlüssen explizit auch Ergebnisse des informellen Lernens bei der Einordnung von Kompetenzen berücksichtigt.
- Arbeit zitieren
- Edith Papsin (Autor:in), 2010, Arbeitsbezogenes Lernen. Kriterien und Konzepte zur beruflichen Kompetenzförderung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184103