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Rechtsextremistische Jugendliche in der DDR

Reproduzierung faschistischer Denk- und Handlungsmuster in der DDR-Jugend

Title: Rechtsextremistische Jugendliche in der DDR

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Steve R. Entrich (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics

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In der Verfassung der DDR heißt es in Artikel 6: „Die Deutsche Demokratische Republik hat getreu den Interessen des Volkes und den internationalen Verpflichtungen auf ihrem Gebiet den deutschen Militarismus und Nazismus ausgerottet.“ Die angebliche „Ausrottung“ des Nazismus kann allerdings nicht überzeugen, schließlich sind noch heute gewalttätige Übergriffe rechtsextremer bzw. neonazistischer deutscher Jugendliche auf Ausländer, Juden, Homosexuelle, Punks, Linke – kurzum auf alle, die anders aussehen, denken oder leben, alltäglich und allgegenwärtig. So besitzt das Thema „Rechtsextremismus“ mit gutem Grund noch immer höchste Aktualität und Brisanz. Laut dem Tagesspiegel suchen „die Rechten“ ihre „Opfer“ mittlerweile sogar bevorzugt in Szenegegenden auf und beanspruchen vormals linkes „Territorium“ für sich. Doch auch zu DDR-Zeiten wurde das Problem offensichtlich und ebenso zu einem Bestandteil des Alltags.
Es stellt sich nach diesem Blick auf die Verfassung der DDR, einem Staat, gegründet von Widerstandskämpfern und dem Selbstverständnis nach grundlegend antifaschistisch, folgerichtig die Frage, wie ein solcher Staat Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus reproduzieren konnte. Dem an sich „guten Willen“ der Gründungsväter der DDR, aus der jungen Republik einen Hort antifaschistischen Denkens und Handelns zu machen, kann man wohl nicht ganz von der Hand weisen. Doch weder konnte sich die Regierung ihr „Volk“ aussuchen, noch eine Situation der Harmonie innerhalb der Grenzen der DDR schaffen, da die äußere Bedrohung durch den Westen zu Zeiten des Kalten Krieges das Misstrauen gegen die eigenen Bürger schürte und so keine Zeit zur hinreichenden Verarbeitung der Vergangenheit gegeben waren. Stattdessen bildeten sich repressive Strukturen heraus und alte Werte, wie Fleiß, Ordnung, Sauberkeit und Disziplin, also soldatische Tugenden, gewannen wieder an Einfluss.
Der DDR-Staat hatte sich allerdings gesetzlich verpflichtet, gegen jegliches Vorkommen von Rechtsradikalismus bzw. –extremismus, Faschismus oder Nazismus vorzugehen. Inwiefern kam die Staatsgewalt dieser Pflicht aber nun nach? Wie gut waren das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und die weiteren Vertreter der Staatsgewalt, wie die Volkspolizei (VoPo), wirklich über die steigende Rate rechtsextremistischer Jugendlicher informiert? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Hausarbeit nachgegangen und, soweit es die Kürze dieser Arbeit erlaubt, beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Verordneter Antifaschismus und seine Durchführung

II. Die Entwicklung rechtsextremer Jugendlicher in der DDR

III. Die Zerschlagung der Punk-Szene

IV. Rechtsextremistische Skinheads auf dem Vormarsch

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem staatlich verordneten Antifaschismus der DDR und dem tatsächlichen Auftreten rechtsextremistischer Jugendkulturen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie ein antifaschistisch legitimierter Staat trotz eines repressiven Überwachungsapparates rechtsextreme Tendenzen reproduzieren konnte und mit welchen, teils unterschiedlichen, Methoden gegen verschiedene jugendkulturelle Szenen vorgegangen wurde.

  • Staatlicher Antifaschismus als ideologische Legitimationsgrundlage
  • Entwicklung und Dynamik von DDR-Jugendsubkulturen (Punks vs. Skinheads)
  • Die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) bei der Überwachung und Zersetzung
  • Ursachen für die unterschiedliche staatliche Behandlung von Punk-Szenen und rechtsextremen Gruppen
  • Die Persistenz von autoritären Mustern und Alltagsrassismus

Auszug aus dem Buch

Die Zerschlagung der Punk-Szene

Welche Maßnahmen wurden nun seitens der DDR-Staatsführung unternommen, um dem Vorsatz des Antifaschismus Rechnung zu tragen? Ging man gegen alle negativ-dekadenten Jugendlichen gleichermaßen vor, um das System zu schützen?

In einer Information des MfS über „beachtenswerte Erscheinungen und Entwicklungen unter negativ beeinflussten Jugendlichen und Jungerwachsenen in […] Berlin“ heißt es, die noch 1984 etwa 400 Punker in der Hauptstadt konnten durch eingeleitete „Maßnahmen, vorwiegend der Einschränkung ihrer Entfaltungsmöglichkeiten (z.B. Zutrittsverbote in Gaststätten, Jugendclubs), der breiten gesellschaftlichen Ablehnung ständiger Konfrontationen mit Schutz- und Sicherheitsorganen, […] auf ca. 80 bis 100 Personen im Jahr 1986 zurückgedrängt werden.“ Demgegenüber nahm die Anzahl anderer Gruppierungen, wie bspw. Skinheads, jedoch zu. Wie ist dies nun zu erklären?

Anhand der Zahlen liegt die Vermutung nahe, die Regierung sei stärker gegen Punker als rechte Skins vorgegangen. Dies mutet zunächst paradox an, doch Zeitzeugenberichte zeigen den Unterschied auf, der anscheinend zwischen den negativ-dekadenten Jugendgruppierungen gemacht wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Widerspruch zwischen dem staatlich postulierten Antifaschismus der DDR und dem tatsächlichen Fortbestehen rechtsextremer Gewalt, die durch repressive Strukturen begünstigt wurde.

I. Verordneter Antifaschismus und seine Durchführung: Dieses Kapitel erläutert, wie das antifaschistische Selbstverständnis der SED-Führung zu einem Etikett verkam, das die psychologischen Wurzeln des Faschismus in der Gesellschaft verdeckte.

II. Die Entwicklung rechtsextremer Jugendlicher in der DDR: Der Text analysiert die Entstehung verschiedener Jugendkulturen und zeigt auf, dass der Rechtsextremismus latent in den alten Gesellschaftsstrukturen der DDR verankert war.

III. Die Zerschlagung der Punk-Szene: Anhand der Beobachtung und systematischen Zersetzung der Potsdamer Punk-Szene wird das manipulative Vorgehen der Stasi gegenüber als feindlich eingestuften Jugendlichen dokumentiert.

IV. Rechtsextremistische Skinheads auf dem Vormarsch: Es wird dargelegt, warum rechtsextreme Skinheads trotz ihrer Gewaltbereitschaft staatlicherseits deutlich nachsichtiger behandelt wurden als oppositionelle Punks.

Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass der DDR-Staat durch die einseitige Verfolgung und die Fixierung auf soldatische Tugenden selbst dazu beitrug, rechtsextreme Denkstrukturen zu reproduzieren.

Schlüsselwörter

DDR, Antifaschismus, Rechtsextremismus, MfS, Staatssicherheit, Jugendkultur, Punk-Szene, Skinheads, Repression, Zersetzung, Fremdenfeindlichkeit, Neofaschismus, Sozialismus, Überwachung, Systemkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis der DDR-Regierung zum Rechtsextremismus und zeigt auf, wie der staatliche Antifaschismus in der Praxis versagte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der staatlichen Ideologie des Antifaschismus, der Überwachungsstrategie des MfS und der Entwicklung rechtsextremer sowie anderer jugendkultureller Gruppierungen in den 80er Jahren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie ein Staat, der sich per Verfassung als antifaschistisch definierte, dennoch rechtsextreme Gewalt reproduzieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine Analyse historischer Dokumente, Berichte des MfS sowie soziologische und psychologische Sekundärliteratur, um das Vorgehen des Staates gegen Jugendliche zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gezielte Zerschlagung der Punk-Szene einerseits und die Duldung bzw. nachsichtige Behandlung von rechtsradikalen Skinheads andererseits.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Antifaschismus, Rechtsextremismus, MfS, Jugendkultur, Repression und Zersetzung.

Warum wurde die Punk-Szene so massiv vom MfS bekämpft?

Die Punks wurden aufgrund ihres abweichenden Aussehens und ihrer radikalen Kritik an der Gesellschaft als „feindlich-dekadent“ eingestuft und stellten eine Bedrohung für das staatlich gewünschte Konformitätsbild dar.

Warum reagierte der Staat bei rechtsextremen Skinheads deutlich nachsichtiger?

Skinheads wurden oft als „ordentlich“ und „fleißig“ wahrgenommen, da sie traditionelle soldatische Tugenden wie Disziplin und Ordnung verkörperten, was besser in das ideologische Raster passte als die als subversiv wahrgenommene Punk-Kultur.

Welche Rolle spielten inoffizielle Mitarbeiter (IMs) bei der Zerschlagung der Punk-Szene?

Das MfS setzte gezielt minderjährige IMs ein, um Vertrauen zu erschleichen, Informationen über Songtexte und Zusammenkünfte zu sammeln und die Gruppendynamik durch Zersetzungsmaßnahmen zu zerstören.

Wie bewertet die Arbeit den Erfolg des antifaschistischen Staates?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Staat in seiner antifaschistischen Pflicht weitgehend versagte, da er lieber gesellschaftliche Missstände leugnete und Kritik unterdrückte, anstatt sich der eigenen Vergangenheit und den Ursachen des Rechtsextremismus zu stellen.

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Details

Title
Rechtsextremistische Jugendliche in der DDR
Subtitle
Reproduzierung faschistischer Denk- und Handlungsmuster in der DDR-Jugend
College
University of Potsdam  (Department Erziehungswissenschaften)
Course
Pädagogik und Geheimdienst in der DDR
Grade
1,3
Author
Magister Artium Steve R. Entrich (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V184038
ISBN (Book)
9783656086734
ISBN (eBook)
9783656086895
Language
German
Tags
DDR Pädagogik Punks Rechtsextremisten Subkultur Überwachungsstaat Rechtsextremismus Radikalisierung Stasi Rassismus Fremdenfeindlichkeit Antisemitismus Nachkriegszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Steve R. Entrich (Author), 2008, Rechtsextremistische Jugendliche in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184038
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