Geschäftsprozesse und Geschäftsprozessmanagement sind ein akut wichtiges und aktuelles Thema für Unternehmen und deren IT. Dabei zeichnet sich der Trend ab, dass immer mehr Geschäftsprozesse modelliert und bspw. online ausgeführt werden (Beispiel E-Commerce). Nun müssen allerdings bei der Ausführung dieser Prozesse feste Routen, mit wenigen Möglichkeiten der Abweichung, ausgewählt werden. Dies ist bei einfachen Geschäftsprozessen kein Problem, kann aber bei komplexeren Prozessen durchaus zu Problemen führen. Hier kommt die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessen, vor allem während des Ausführens, ins Spiel. Dieser Trend ist zwar in der Geschäftsprozessmodellierung bzw. in Process Management Systems angekommen, allerdings bisher nur unzureichend implementiert.
Diesem Problem, welches im Folgenden vertieft und differenziert wird, widmet sich diese Seminararbeit. Nachdem das Problem umfassend dargestellt wurde, werden in Kapitel II und III Methoden zur Lösung vorgestellt, sowie systematisch verglichen und ein Lösungsansatz gegeben.
Außerdem wird in Kapitel IV ein Ausblick gegeben, wie sich Process Management und die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessen in Zukunft entwickeln könnte und des Weiteren ein Fazit gezogen (Kapitel V).
Ziel ist es, dem Leser der Seminararbeit einen Überblick über Thema „Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen während der Ausführungszeit― zu geben, die Problematik und Probleme die es dabei gibt zu erläutern, sowie Methoden und Lösungen vorzustellen. Die Inhalte beruhen auf wissenschaftlich fundierten Quellen und sind mit Belegen und Verweisen versehen. Den Grundstein der Seminararbeit bilden vor allem Erkenntnisse aus den Veröffentlichungen von Peter Dadam, Manfred Reichert und Stefanie Rinderle-Ma, welche auf diesem Forschungsgebiet der Geschäftsprozessmodellierung die größte Aktivität zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.1.1. Forschungsstand
1.1.2. Zusammenfassung
1.1.3. Ziele der Arbeit
1.2. Abgrenzung der Arbeit
2. Methoden
2.1. Ziele
2.2. ADEPT-Methode
2.3. Die ADEPT-Architektur
2.4. Weitere Methoden
2.4.1. AHEAD-Methode
2.4.2. WASA-Ansatz
2.4.3. WIDE
3. Methodenvergleich
4. Ausblick und Erwartung
4.1. Entwicklung des Prozess-Management-Systeme Marktes
4.2. Wohin geht die Entwicklung von ADEPT / AristaFlow BPM Suite
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit analysiert die Problematik starrer Prozessmodelle in modernen Unternehmen und untersucht Lösungsansätze für die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen während der Ausführungszeit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der ADEPT-Technologie liegt.
- Notwendigkeit von Flexibilität in Geschäftsprozessen
- Vergleich verschiedener Modellierungsmethoden (ADEPT, AHEAD, WASA, WIDE)
- Herausforderungen der Prozess-Schema-Evolution
- Rolle von Process Management Systemen (PMS) in der Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.2. ADEPT-Methode
Es gibt verschiedene Ansätze für die Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessen während der Laufzeit. Ein etablierter Ansatz ist die ADEPT-Methode. Die ADEPT Methode ist Mitte der 90er Jahre als Forschungsprojekt gestartet worden. Bei dieser Methode handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung, die im Bereich Prozess Management neue Maßstäbe gesetzt hat. Es wurde eine eigene Prozessmodellierungssprache entwickelt, die vergleichbar mit der WS-BPEL, eine XML basierte Sprache zur Beschreibung von Geschäftsprozessen, ist. ADEPT bedeutet Application Development Based on Encapsulated Pre-Modeled Process Templates. Die ADEPT-Methode findet sich heute in der AristaFlow Business-Process Management Suite wieder.
Zur Modellierung der verschiedenen Geschäftsprozesse beinhaltet die ADEPT Methode das sogenannte Workflow-Metamodell ADEPT base. Dieses Metamodell unterstützt den User dabei die Prozesse verständlich, korrekt und deadlock frei zu formulieren. Des Weiteren können die Prozess-Qualitätseigenschaften überprüft werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Geschäftsprozessmodellierung und die Problematik starrer Routen bei komplexen Abläufen.
2. Methoden: Detaillierte Vorstellung der ADEPT-Technologie sowie alternativer Ansätze wie AHEAD, WASA und WIDE.
3. Methodenvergleich: Systematische Gegenüberstellung der verschiedenen Ansätze hinsichtlich ihrer Funktionalitäten und Flexibilität.
4. Ausblick und Erwartung: Analyse der Marktentwicklung von Prozessmanagementsystemen und zukünftige Anforderungen an die ADEPT / AristaFlow BPM Suite.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der untersuchten Methoden mit dem Ergebnis, dass ADEPT derzeit die ausgereifteste Lösung für den unternehmensweiten Einsatz darstellt.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Dynamische Anpassung, Prozessinstanzen, ADEPT-Methode, Workflow, AristaFlow, Prozessmodellierung, Prozess-Schema-Evolution, Ad-hoc Änderungen, Deadlock, Workflow Management System, PMS, Prozessautomatisierung, Prozessflexibilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die bei der Ausführung von komplexen Geschäftsprozessen entstehen, wenn starre Abläufe keine spontanen Anpassungen zulassen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Geschäftsprozessmanagement, die Problematik der Prozessstarrheit und die Vorstellung flexibler Modellierungstechnologien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Methoden für die dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen während der Laufzeit zu identifizieren, zu bewerten und Lösungsansätze aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse und den Vergleich etablierter Modellierungsansätze aus dem Bereich der Prozessmanagementsysteme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Methoden wie ADEPT, AHEAD, WASA und WIDE im Detail erläutert und in einer Vergleichsmatrix gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prozessflexibilität, ADEPT-Methode, Geschäftsprozessmanagement, Ad-hoc Änderungen und Prozess-Schema-Evolution.
Warum ist das ADEPT-Modell für Unternehmen besonders relevant?
Es ermöglicht Modellierungsfehler durch das Metamodell bereits während der Konstruktion zu verhindern und bietet fortgeschrittene Funktionen wie Prozess-Schema-Evolution.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen ADEPT und WASA?
Im Gegensatz zur WASA-Methode unterstützt ADEPT explizit Schleifen und Verzweigungen, was die Flexibilität bei der Prozessgestaltung maßgeblich erhöht.
- Quote paper
- Jan Hopperdietzel (Author), 2011, Dynamische Anpassung von Geschäftsprozessinstanzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183801