Im fünften Kapitel von "Geist" arbeitet John Searle elf Strukturmerkmale des Bewusstseins heraus und behandelt das Verhältnis von Bewusstsein und Neurobiologie.
Inhaltsverzeichnis
1. Strukturmerkmale des Bewusstseins
2. Aktuelle neurobiologische Annäherungen an das Bewusstsein
3. Bewusstsein, Gedächtnis und das Selbst
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit John Searles Ausführungen zur Struktur des Bewusstseins auseinander, analysiert dessen Verhältnis zur Neurobiologie und untersucht die Zusammenhänge zwischen Bewusstsein, Gedächtnis und Identität.
- Analyse der elf Strukturmerkmale des Bewusstseins nach John Searle
- Gegenüberstellung von Bausteinansatz und dem Ansatz des vereinten Feldes
- Diskussion der kausalen Verursachung von Bewusstseinszuständen durch das Gehirn
- Reflektion über die Rolle von Gedächtnis und Unbewusstem
Auszug aus dem Buch
Die Strukturmerkmale des Bewusstseins
Searle geht von bestimmten Strukturmerkmalen des Bewusstseins aus, die auf das menschliche und auf das tierische Bewusstsein zutreffen: Als erste Eigenschaft nennt er die Qualitativität. Jeder Bewusstseinszustand umfasst ein qualitatives Gefühl, wobei viele Philosophen hier von "Qualia" reden. Doch für Searle ist dieser Begriff missverständlich, da dieser Ausdruck vortäuscht, dass nicht alle Bewusstseinszustände qualitativ sind.
Als zweites Strukturmerkmal charakterisiert er die Subjektivität. Da die Bewusstseinszustände Subjekte benötigen, um wahrgenommen zu werden, haben sie eine ontologische Subjektivität, oder anders ausgedrückt, eine Erste-Person-Ontologie. Weiterhin unterscheidet Searle zwischen "objektiv" und "subjektiv", die beide zweideutig verstanden werden können: Zum einen können sie einen ontologischen Sinn haben, zum anderen einen erkenntnistheoretischen.
Searle benennt die Einheit als dritten Aspekt des Bewusstseins. Alle Empfindungen werden als Teil eines vereinten Bewusstseinsfeldes gesehen, das Bewusstein ist eine Einheit, welches die drei genannten Aspekte allesamt miteinander vereint. Der eine Aspekt kann nicht ohne den anderen auftauchen. Searle führt das Split-Brain-Experiment als Beispiel an, um zu verdeutlichen, dass es zwei Bewusstseinsfelder gibt, die aber zu einem vereint sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Strukturmerkmale des Bewusstseins: Das Kapitel erläutert die elf zentralen Merkmale des Bewusstseins nach Searle, darunter Qualitativität, Subjektivität, Einheit und Intentionalität.
2. Aktuelle neurobiologische Annäherungen an das Bewusstsein: Hier werden die zwei Forschungsansätze, der Bausteinansatz und der Ansatz des vereinten Feldes, hinsichtlich ihrer Erklärungsmodelle für die neuronale Verursachung des Bewusstseins gegenübergestellt.
3. Bewusstsein, Gedächtnis und das Selbst: Dieser Teil befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Bewusstseinsebenen, Gedächtnisspeicherung und der philosophischen sowie neurobiologischen Begründung bewusster Erlebnisse.
Schlüsselwörter
Bewusstsein, Neurobiologie, Qualitativität, Subjektivität, Intentionalität, Bausteinansatz, Vereintes Feld, Gedächtnis, Ontologie, Placebo-Effekt, Geist, Split-Brain-Experiment, Wahrnehmung, Gestalt-Struktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die philosophischen und neurobiologischen Thesen von John Searle zum Bewusstsein, wie er sie im fünften Kapitel seines Werkes "Geist" darlegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die Strukturmerkmale des Bewusstseins, das Verhältnis von Bewusstsein zur Neurobiologie sowie die funktionelle Interaktion von Gehirn und Bewusstseinszuständen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung der Strukturmerkmale nach Searle sowie die kritische Auseinandersetzung mit der neurobiologischen Kausalität von Bewusstseinszuständen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die auf der kritischen Interpretation und Diskussion von Searles Primärtext sowie neurobiologischen Fallbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der elf Bewusstseinsmerkmale, eine Evaluierung der Ansätze zur Untersuchung der neuronalen Grundlagen und eine persönliche Stellungnahme zu Bewusstseinsstufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Bewusstsein, Neurobiologie, Qualitativität, Subjektivität und den Vergleich von Bausteinansatz und vereintem Feld beschreiben.
Warum hält Searle den "Ansatz des vereinten Feldes" für überlegen?
Searle argumentiert, dass der Bausteinansatz fälschlicherweise von unbewussten Subjekten ausgeht, während das vereinte Feld die Ganzheitlichkeit subjektiver Erfahrung besser abbildet.
Wie stützt der Placebo-Effekt die Argumentation der Autorin?
Der Placebo-Effekt dient als Beleg dafür, dass neuronale Prozesse im Gehirn reale Bewusstseinsveränderungen (wie Schmerzlinderung) verursachen können.
- Quote paper
- Roza Ramzanpour (Author), 2010, zu: John Searle - Die Struktur des Bewusstseins und die Neurobiologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183453