Einleitung
Der mittelhochdeutsche Versroman „Herzog Ernst“ befasst sich mit der Reise eines kühnen Ritters in den Osten zur Zeit der Kreuzzüge. Hierbei erfährt er wunderliche Dinge und lernt verschiedene Wundervölker kennen. In dieser Hausarbeit soll nun diese Reise, die der Herzog Ernst nach seinem Streit mit dem Kaiser Otto hatte, genauer betrachtet werden. Denn Ernst hat versucht seine Ehre und seinen Ruf durch Mord am Pfalzgrafen und durch einen gescheiterten Mordversuch am Kaiser wiederherzustellen. Durch diese abenteuerliche Reise muss der Herzog seine Ehre nun wieder herstellen um die Möglichkeit zu bekommen in sein Reich zurückzukehren. Der Glaube an Gott, der zu jener Zeit eine wichtige Rolle gespielt hat, spielt auch in dieser Geschichte eine bedeutende Rolle für den Herzog und seine Ritter. Die Reise führt die Ritter vorbei an vielen Ländern bis in den fernen unbekannten Osten in dem sie viel Fremdes und Geheimnisvolles erwartet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Glauben im Mittelalter - Wundervölker ein Werk Gottes?!
3. Wissen im Mittelalter - Wundervölker ein Werk von Reisenden und Gelehrten?!
4. Reise des Herzog Ernst - Abenteuerreise Richtung Osten
5. Monstra des Osten - Die Fremden Völker des Ostens
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit analysiert den mittelhochdeutschen Versroman „Herzog Ernst“ im Kontext der mittelalterlichen Wahrnehmung von Fremdheit, Fabelwesen und christlicher Weltordnung. Ziel ist es, die abenteuerliche Reise des Protagonisten als Bewährungsprobe zur Wiederherstellung seiner Ehre sowie die Integration von Wundervölkern in das damalige religiöse Weltbild zu untersuchen.
- Die christliche Weltsicht und das Verständnis von Fremdheit im Mittelalter
- Die Funktion von Wunderwesen als göttliche Schöpfung oder naturwidriges Phänomen
- Die Rolle der Aventiure und des ritterlichen Ethos bei Herzog Ernst
- Die literarische Konstruktion des fabelhaften Ostens als Gegenentwurf zur Heimat
Auszug aus dem Buch
5. Monstra des Osten – Die fremden Völker des Ostens
Bereits bei ihrer Ankunft ist Ernst und sein Gefolge erstaunt von dem Reich Grippia. Eine uneinnehmbare Stadt mit starken Türmen, festem Mauerwerk und einem tiefen Wassergraben. Genauso imposant und prächtig ist das Festmahl, welches sie im inneren des Schlosses finden. „sie funden manic gestüele in einer würmelage herlich, daz nie keiser wart so rich, er möhte ze tische dar in gan“ Ernst ist so angetan, dass er kurz vor ihrer Weiterreise, mit seinem Getreuen Wetzel zurück ins Schloss geht, um sich den Glanz und die Pracht noch einmal anzusehen. „sist aller bürge ein krone, die man in der werlde hat gesehen: des muoz ich ir immer jehen.“ Weiterhin mehr als neugierig gegenüber der Stadt, beschließen Ernst und Wetzel nun auch die Bäder zu benutzen und danach noch in den Gemächern zu schlafen. Das Reich der Grippia ist nicht mit den westlichen Reichen vergleichbar, so eine immense Pracht wäre nicht in den westlichen Reichen möglich gewesen. Ernst lässt sich bei allem Glanz jedoch nicht von seiner Vorsicht abbringen. Weshalb er jederzeit bereit ist den Bewohnern, falls sie erscheinen sollten, den Tod zu bringen falls Sie keine Christen sein sollten. „sie mugen komen von uns in not. E daz wir von in ligen tot, wir frumen etlichen toten ze verhe verschroten.“ Nach der Ankunft der Bewohner, den Kranichmenschen, entdeckt Ernst eine indische Prinzessin in ihrer Gewalt. Obwohl die Kranich Menschen einen menschlichen Körper besitzen und den Kopf eines Kranichs, ist ihr Verhalten keineswegs menschlich, genauso wenig ihre Stimmen. Als diese dann noch die Prinzessin unwürdig behandeln, beschließt der Herzog sie zu befreien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Versroman „Herzog Ernst“ und die Motivation des Autors, die Reise des Protagonisten im Kontext der mittelalterlichen Ehre und des christlichen Weltbildes zu beleuchten.
2. Glauben im Mittelalter - Wundervölker ein Werk Gottes?!: Erläuterung, wie das christliche Weltbild des Mittelalters Wundervölker als Teil der göttlichen Schöpfung integrierte und welche Rolle die Ebstorfer Weltkarte dabei spielte.
3. Wissen im Mittelalter - Wundervölker ein Werk von Reisenden und Gelehrten?!: Untersuchung der historischen Quellen und Reiseberichte, die das Wissen über Fabelwesen festigten und als authentisch erscheinen ließen.
4. Reise des Herzog Ernst - Abenteuerreise Richtung Osten: Analyse der Motivation von Herzog Ernst, sich auf eine abenteuerliche Reise zu begeben, um seine Ehre nach einem Konflikt mit dem Kaiser wiederherzustellen.
5. Monstra des Osten - Die Fremden Völker des Ostens: Beschreibung der Begegnungen mit verschiedenen Fabelwesen im „fabelhaften Osten“ und wie diese den Protagonisten in seinem ritterlichen Selbstverständnis herausfordern.
6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung von Reiseberichten und der Vorstellung von Wundervölkern für die mittelalterliche Identitätsstiftung.
Schlüsselwörter
Herzog Ernst, Mittelalter, Wundervölker, Fabelwesen, Weltbild, Kreuzzüge, Aventiure, Ebstorfer Weltkarte, Fremdheit, christliche Weltordnung, Reiseberichte, Ritterlichkeit, Monstra, Gelehrsamkeit, Mittelalterliche Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den mittelhochdeutschen Versroman „Herzog Ernst“ und untersucht, wie die mittelalterliche Gesellschaft das Fremde und das Übernatürliche interpretierte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen das christliche Weltbild im Mittelalter, die Wahrnehmung von Fabelwesen, der Begriff der ritterlichen Ehre und die literarische Tradition der Reiseerzählung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der „Aventiure“ des Herzog Ernst und die Frage, wie diese Reise dazu beiträgt, seine gesellschaftliche Identität und Ehre wiederherzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes vorgenommen, ergänzt durch historische Quellen zur Wahrnehmung des Fremden im Mittelalter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die christliche Weltsicht, die Rolle von Reiseberichten und die konkreten Begegnungen des Herzogs mit diversen Wundervölkern im Osten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Herzog Ernst, Wundervölker, mittelalterliches Weltbild, Fabelwesen und Aventiure beschreiben.
Warum spielt der Glaube bei Herzog Ernst eine so große Rolle?
Im Mittelalter war das Weltbild stark von der christlichen Lehre geprägt; ein Leben im Auftrag Gottes galt als Voraussetzung für die moralische Legitimation des ritterlichen Handelns.
Wie unterscheidet sich der „fabelhafte Osten“ von der Heimat des Herzogs?
Der Osten fungiert als Raum des Wunderbaren und Fremden, in dem der Herzog – anders als in seiner Heimat – durch den Kampf gegen Monster seine Qualitäten als Herrscher und Ritter unter Beweis stellen kann.
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- Can Söm (Author), 2011, Die Reise in den fremden fabelhaften Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183450